Depression oder Adoleszenz?

Hallo allerseits,

zunächst mal hoffe ich, dass ich hier im richtigen Forum bin, da es um Liebe geht und ich keine besseres Topic finden konnte.

Ich schreibe das hier in der Hoffnung, dass Menschen, die ein wenig älter und reifer sind als ich mir helfen herauszufinden, ob meine psychische Lage die mehr oder weniger typische eines 20jährigen ist oder ob ich in eine Depression hinein gerutscht bin. Ich werde versuchen, mich kurz zu fassen, trotzdem wird es wohl ein Schinken werden, deshalb an dieser Stelle schon mal Dank an alle, die sich das hier durchlesen:

Ich stecke momentan in einer emotionalen Leere, die wie mein Mitbewohner meint mittlerweile Züge einer Depression angenommen hat. Ich war bisher in meinem Leben drei Mal verliebt und landete alle drei Male (wenn auch in einem Fall nur vorläufig) auf der Freundesschiene – ansonsten habe ich zu der Zeit aus mangelndem Selbstbewusstsein fast gar nichts erlebt. Danach habe ich mich losgelöst von dem zwanghaften Suchen nach „Bonnie und Clyde“ und hatte einen recht entspannten Sommer mit jeder Menge Erfahrungen, wenngleich nur der Sorte „Bedeutungslos & Zugedröhnt“. Im Herbst allerdings ist die Begeisterung für den bisher unverhofften Erfolg allerdings zunehmend verflogen, weil mir die Bedeutungslosigkeit all dieser kleinen Abenteuer immer mehr auf den Magen schlug, obwohl es eigentlich immer krasser wurde, wie etwa bei Dreiern mit einem Kumpel und anderem. Oft wurde ich nach Partys morgens wach und fühlte mich ausgebrannt, gefangen in einem Hamsterrad der Nichtigkeiten, wenn ich sie denn überhaupt noch rekonstruieren konnte nach den Alkohol- und Drogenexzessen, die quasi wochenendlich stattfinden. Aber da die große Unbekannte nun mal wahrscheinlich nicht eines Tages an meine Türe klopft, habe ich mich immer wieder aufgerafft und ins Abenteuer gestürzt – es ist schon fast ein wenn auch enthusiastischer Zwang, jeden Abend wieder auf die Pirsch zu gehen und die Augen offen zu halten.

In den letzten Wochen allerdings hat diese Sehnsucht nach der Einen Richtigen Formen zwischen Absurdität und Mitleidswürdigkeit angenommen. So habe ich mich beinahe an der frisch gebackenen Ex meines besten Freundes und Mitbewohners vergriffen, obwohl der – wenn auch entgegen seiner Behauptungen – nur oberflächlich den Anschein machte, als ob er mit der Trennung, die er selbst veranlasst hat, im Reinen sei. Sie hatte sich daraufhin stark auf mich konzentriert, woraufhin ich so elektrisiert von jenen Zuwendungen und Zärtlichkeiten war, dass ich den absoluten GAU zwischen zwei Freunden nur sehr schwer vermeiden konnte. Des Weiteren habe ich Wochen gebraucht, um mir klar zu machen, dass eine Siebzehnjährige, die auf mich flog, bei allem Beziehungswunsch nicht mehr als Sympathie in mir weckte und brach ihr dabei das Herz mindestens zwei oder drei Mal. Den Höhepunkt hat das ganze seit letztem Samstag erreicht, als mich eine gute Freundin und derzeitige Single-Genießerin „im letzten Moment“ abblitzen ließ, ein Verhalten, das momentan eigentlich gar nicht zu ihr passt. Ich wusste die Tage darauf nicht, was mich mehr ankotzt: Das Minderwertigkeitsgefühl, weil sie mich in letzter Sekunde zurückgewiesen hatte oder der Ärger darüber, dass ich so eine eigentlich bedeutungslose Abfuhr nicht wegstecken kann, aller Bestätigungen des Sommers zum Trotz.

Dem folgen ein paar kleinere hässliche Züge an mir, die ich auch nur schwer beherrschen kann, wie etwa Beziehungsneid und –feindlichkeit Freunden gegenüber oder Arroganz gegenüber allem, das mich zurückweist.

Ich war schon immer ein Mensch, der die Dinge nicht einfach laufen lassen konnte, schon immer habe ich mich gequält, indem ich über alles, was in und um mich passiert mehr nachgedacht habe als jeder andere und dadurch oft verkrampft bin. Das führte dazu, dass ich ein sporadisches, aber recht enges Verhältnis zu Marihuana entwickelte, das zwar meinen Alltag nicht beeinträchtigte, aber zu einer ständigen Sehnsucht nach dem Feierabendjoint wurde, der mich aus der Qual des Nachdenkens erlöste und auf eine rosa Wolke hievte.

Mein Stimmungsbild sieht so aus, dass ich in einem ständigen, kräftezehrenden Wechselbad zwischen Euphorie und Tatendrang und auf der anderen Seite Mutlosigkeit und maternder Sehnsucht stecke. Mindestens einmal pro Woche schlägt die Stimmung anlasslos plötzlich um und ich falle für den Rest des Tages in ein Loch aus Bitter- und Hoffnungslosigkeit. Tags drauf bin ich dann oft wieder gut gelaunt und genieße mein rastloses, aber abenteuerliches Leben wieder. Gegen die temporäre Niedergeschlagenheit kämpfe ich dann meist an, indem ich – sofern ich nicht vollkommen lethargisch bin – trainiere, lese, aufräume, einfach alles tue, das mir das Gefühl gibt, mich zu pflegen und so auf den Tag vorzubereiten, an dem es drauf ankommt und das Sehnen ein Ende finden kann. Und dass der kommt, davon bin ich eigentlich fest überzeugt, da habe ich wenig Angst. Angst macht mir die Befürchtung, dass meine Kräfte aufgebraucht sein könnten, bevor dieser Tag erreicht ist. Und die vernichtende Vorstellung, dass die erwartete Erlösung an jenem Tag nicht eintritt und ich bei allem Liebesglück weiterhin irgendwie unersättlich und umtriebig bleibe.

Gestern Abend jedenfalls, um zum Ende zu kommen, hat mir mein Mitbewohner ins Gewissen geredet, psychologische Hilfe zu konsultieren, bevor der Aus-Schalter Gras zur emotionalen Überlebensbedingung für mich wird. Ich selbst habe darüber schon oft nachgedacht, wenn ich down war, aber sobald ich dann stimmungsmäßig wieder nach oben gezogen wurde, war der Vorsatz auch schon wieder dahin, weil aus Traurig- und Kraftlosigkeit wieder trotzige, herausfordernde Freude am steinigen, aber abenteuerlichen Weg zum großen Ziel wurde, der einen Menschen stählt und prägt. Dazu kommt noch, dass ich eine Haltung zur psychologischen Hilfe habe, die ich bei anderen stets als dumpfes Männlichkeitsgefasel verurteilt habe:

  1. Natürlich bekommt man oft im Leben einen Wink von umstehenden Menschen, um sich weiterzuentwickeln – aber ich habe immer viel von mir verlangt und auch vieles erreicht und bin jetzt in der Denke, dass ich mein Leben nicht als mein Werk bezeichnen kann, nicht stolz sein kann auf mich und die Überwindung der harten Zeiten, aus denen ich siegreich hervor gegangen bin, wenn ich nachher eingestehen muss, dass mich jemand wie einen Käfer, der auf dem Rücken liegt wieder aufrichten musste, bevor er verdurstet wäre. (Wieder so ein Fall, wo ich nicht weiß, ob mich der Gedanke an sich oder die Tatsache, dass ich so denke mehr anwidert)
    2)Ich habe trotz Phasen großer sozialer Schwierigkeiten immer tolle Freunde und Eltern, aber auch Lehrer und andere Förderer gehabt, die mir viel Liebe angedeihen ließen. Außerdem kann ich von mir behaupten, dass ich mir einer ganzen Reihe von Menschen sehr gut über meine Gefühle reden und auch weinen kann, wenn die Seele einen Hausputz braucht. Und da muss ich mich fragen: Wie konnte ich trotzdem emotional so dünnfellig werden, zumal ich bei Weitem nicht der einzige Langzeitsingle in meinem Umfeld bin, aber durchaus einer derjenigen, die darunter zumindest ab und zu am Meisten leiden? Und das leitet mich dann zu der Frage: Wenn ich jetzt trotz all dieser Rückendeckung, auf die viele Menschen in dieser Ausprägung verzichten müssen, emotional tatsächlich dermaßen abgewirtschaftet habe, wie oft werde ich dann wohl zum Seelenklempner müssen, um überhaupt lebensfähig zu bleiben? Oder sollte ich mich nicht gleich als fehlerhafte Laune der Natur selbst einstampfen?

Bevor die Frage kommt: Ich denke eigentlich auch in solchen Momenten wie gestern Abend nicht an Suizid. Manchmal finde ich die Vorstellung, dass dieser Wirbelsturm zwischen aufgestauten Gefühlen und einem unruhigen Geist zum Stehen kommt sehr verlockend, aber ich würd es erstens meinem Umfeld niemals antun, sich dieses Schuldgefühl aufzubürden und vor allem zweitens mir selbst niemals gestatten, einfach aufzugeben, bevor ich nicht habe was will, bin, was ich sein will.

Im Wesentlichen gibt’s nicht mehr dazu zu sagen. Ich weiß nicht, ob ich mich selbst jetzt treffend porträtiert habe und deshalb hilfreiche Antworten bekommen kann, aber ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn die ein oder andere Stimme, die vielleicht einen Teil dessen hier am eigenen Leib erfahren hat berichtet, ob mein Zustand bedrohlich ist oder nichts weiter als die Leiden eines Spätpubertären, die ihn zur Höchstleistung und zum Ehrgeiz mit sich und der Welt antreiben.

Vielen Dank für eure Antworten

Hallo,
danke für Deine ausführliche Information.
Ich bin kein Psychologe sondern selbst ein Betroffener.
Ich empfehle Dir dringend ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten zu führen. Das ist unverbindlich und hat nichts damit zu tun das Du geisteskrank bist. Also keine Angst davor.
Auf meiner Homepage findest Du unter Hilfen gezielte Foren, wo Dir auch geholfen werden kann, wenn Du meinen Rat vorerst nicht befolgen willst. Stelle dort genau Dein Anschreiben rein.Auf jeden Fall solltest Du was unternehmen.
Meine Homepage:
http://seelenfrieden.bplaced.net

Gruß
Einstein


Hallo Sonne und Regen,
ups, da kommt ja einiges zusammen. Da ich mittlerweile 40 bin habe ich natürlich Probleme, mich an mein Gefühlsleben mit 20 zu erinnern. Ich versuche das mal zu zerlegen:

  1. Die Beziehungskisten. Hierbei würde ich auf „Pubertät“ tippen. Erfolg und Leid führen hier sicherlich zu einer Achterbahn der Gefühle. Das ist in der Regel allerdings nicht behandlungsbedürftig.
  2. Stimmungsschwankungen. Depression ist eine vage Diagnose für verschiedenste psysiche Probleme. Bei extremen Schwankungen nach unten und oben würde man von einer manisch-depressiven Stimmungsschwankung sprechen. Deine Schilderung könnte für eine solche Erkrankung sprechen. Eine Diagnose kann ich jedoch nicht stellen. Viele Infos hierzu und weitere links findest Du hier www.buendnis-depression.de.
  3. Drogenkonsum. So wie Du das schilderst klingt das nach deutlich übertriebenem Konsum. Dieser kann zu Depressionen führen.

Insgesamt betrachtet: Es gibt da sicherlich einige Anzeichen, die dafür sprechen ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bedenkt man, dass ein Termin bei einem Therapeuten keine Frage von Wochen sondern von Monaten ist würde ich Dir doch empfehlen da etwas zu unternehmen. Das Ganze läuft normalerweise so ab. Du gehst zu Deinem Hausarzt und schilderst Deine Problematik. Dieser stellt Dir dann eine Überweisung zu einem Therapeuten aus. Danach sucht Du einen solchen und hast die Möglichkeit des Erstgespräches (ich glaube 3-5 Termine). Wenn ein Vertrauensverhältnis da ist, dann kann (irgendwann, wenn ein Platz frei wird) eine Therapie beginnen. Alternative 2: In vielen großen Kliniken gibt es eine psychatrische Institutsambulanz, die könnten Dich in der Regel notfallmässig ambulant behandeln. Alternative 3: Wenn alle Stricke reissen, dann kannst Du immer direkt zu einer psychatrischen Station gehen. Die werden Dir auf alle Fälle weiterhelfen, nicht zwangsläufig stationär. Zumindest bekommst Du dort sofort einen fachlichen Gesprächspartner.

Generell: Du bist weder verrückt, noch gibt es „Klappsen“. Depressionen sind heute sehr gut in den Griff zu kriegen und eine Volkskrankheit. Jeder normale Hausarzt hat damit öfter zu tun, also bloss keine falsche Scham! Du hast ja selber festgestellt, dass Du alleine damit - wie immer die Diagnose auch lautet - nicht klar kommst, also Suche Dir Hilfe!!!

Ich hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen. Wenn Du noch Fragen hast, einfach schreiben!

Gruß
Frank

Die Beschreibung mit den ausgeprägten Stimmungsschwankungen klingt nach einer bipolaren Störung. Der Einsatz von Drogen und Alkohol ist da ev. schon eine Art Selbstmedikation mit Psychopharmaka. Für die med. Behandlung wäre ein Psychiater zuständig, in Frage käme z.B. Lamotrigin.
Bei einer psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlung ist niemand der Käfer auf dem Rücken. Sie findet zwischen 2 erwachsenen und selbstverantwortlichen Menschen statt und hat den Charakter eines Coaching, der eine ist Trainer, der andere derjenige, der die Dinge umsetzt, die Hauptperson.
Es besteht also kein Grund zu glauben, man hätte es nicht „selbst“ geschafft, wenn das Leben mit Hilfe der Psychotherapie besser gelingt. Diese ist ein Input für den Klienten wie alles, was einen Menschen weiterbringt: eigene Erfahrungen, Bildung, Bücher, Freunde, Info aus dem Internet usw. Das selbstbestimmte Nutzen all dieser Möglichkeiten zur Erweiterung des eigenen Horizonts schmälert den persönlichen Anteil an der eigenen Lebensleistung genausowenig wie eine Psychotherapie.
Da auch der Mensch aus Hardware (körperliche Funktion des Nervensystems) und Software (Erfahrung, Persönlichkeit, Charakter) besteht, ist es in der Regel am besten, auf beiden Ebenen zu (be-)handeln: Medikamente für die Hardware, Psychotherapie für die Software. Diese beiden Bereiche können sich nicht gegenseitig ersetzen. Gerade die bipolare Störung hat einen ausgepägt biologischen Kern, der vor allem medikamentös modifiziert werden kann.
Viel Erfolg beim Wachsen und Gesünderwerden
Dr. U

hallo,

auf Deine sehr ausführliche Schilderung möchte ich kurz antworten.

Diese verzweifelte Suche mit 20 Jahren nach einem/r passenden Partner/in ist mir nicht fremd, auch nicht das abendliche „Entspannen“. So lange Du damit klar kommst, denke ich, dass es ok ist.

Anscheinend belastet Dich Dein Verhalten aber sehr. Dann solltest Du Dir Hilfe holen. Das muss ja nicht unbedingt eine jahrelange Therapie sein, vielleicht helfen ja auch einige Stunden, um Deinen Blickwinkel zu verändern. Dann könntest Du auch Dein Verhalten ändern.

Alternative: Du machst so weiter und fühlst Dich immer minderwertiger, hast vielleicht immer mehr das Gefühl, dass das wahre Leben an Dir vorbei zieht.

Ob Du eine Depression hast, kann ich nicht beantworten. Die Frage solltest Du einem Psychiater stellen.
Aber ob Depression oder nicht: Dein Verhalten kannst Du trotzdem ändern.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein bißchen helfen.

Viele Grüsse

Hallo,

sehr komplexe Beschreibung.

Mir fallen dazu kurz gesagt 2 Dinge ein: Nebenwirkungen von Gras häufig Depressionen - abgesehen von anderen psychischen Auffälligkeiten - und bitte mal über die narzistische Persönlichkeitsstörung belesen. Vielleicht findest Du Dich da irgendwie wieder. Narzisten können übrigens auch in Depressionen abgleiten.
Mir persönlich klingt das Alles auf jeden Fall nicht nach Depressionen im klassischen Sinne. Ist aber natürlich schwierig, sowas in der Ferne zu beurteilen aufgrund einer mail. Ansonsten wirklich mal zu einem Facharzt gehen.

Hallo Sonne_und_Regen,
Du weißt es doch schon selbst:

  1. Drogen absetzen
  2. Psychotherapeuten konsultieren
    oder so weiterleben wie bisher.
    Alles Gute
    Marik

Hallo Sonne und Regen,

ich selbst bin seit 7 Jahren depressionskrank und habe das mittlerweile sehr gut im Griff und kann damit leben. Das war ein langer Weg dahin zukommen, wo ich jetzt bin. Ich leite jetzt seit 4 Jahren eine Selbsthilfegruppe und habe sehr viel Erfahrung mit Depressionen.
Der erste und wichtigste Schritt ist, selbst zu erkennen, das mit einem etwas nicht stimmt. Der zweite Schritt ist, zu begreifen, dass man es allein nicht schafft, da wieder rauszukommen. Und das man sich Hilfe holt bevor irgendetwas ganz daneben geht. Die Depression ist eine EXTREM TÖTLICHE KRANKHEIT!!!
Viele hundert Patienten pro Jahr überleben das nicht!
Deinen Erzählungen zu Folge hast du immer Hochphasen, in denen alles Super ist und du aber auch völlig über die Stränge schlägst und meinst, du wärst der glücklichste Mensch auf Erden und kannst alles erreichen, was du willst. Das wäre die manische Phase.
Abwechselnd dazu verfällst du in eine depressive Phase in der du niedergeschlagen und kraftlos bist. Dann fühlst dich absolut beschissen und verstehst nicht, warum das so ist.
Wenn das bei dir so oder ähnlich ist, wärest du wahrscheinlich manisch-depressiv.
Das ist nicht unbedingt die schönste Diagnose aber es kann behandelt werden.
Fakt ist, egal bei welcher Art von Deprerssionen, dass sich der Stoffwechsel im Gehirn krankhaft verändert hat. Da kann man nur mit Medikamenten wieder hinkriegen. Da gibt es mittlerweile hervorragende Präparate, die nicht abhängig machen, dein Wesen nicht verändern und wenig Nebenwirkungen haben.
Diese Medikamente wirken aber erst nach 3-6 Wochen und sind meist nur der Anfang einer Behandlung. Weiter würde es damit gehen, zu erforschen, warum du krank geworden bist, diese Gründe zu minimieren und dir beizubringen, wie du mit bestimmten Situanen bessser umgehen kannst. Das könnte in einer ambulanten oder stationären Therapie erfolgen.
Ich selbst hatte erst eine stationäre Therapie in einer psychosomatischen Klinik. Das gleicht einer Kur mit großer Ausrichtung dem Körper und der Seele Gutes zu tun. Ein Argument für die stationäre Therapie ist, dass man sich intensiv um dich kümmern kann und dass man dort vielen anderen begegnet, denen es genauso oder so ähnlich geht und mit denen man über alles reden kann, weil ihnen nichts fremd ist.
Eine ambulante Verhaltenstferapie habe ich dann hinterher geschoben und jetzt geht es mir seit einigen Jahren gut.
Ich kann dir nur raten: Gehe zu deinem Hausarzt oder auch zu einem Arzt, der dich nicht kennt, falls du Skrupel haben solltest und erzähle ihm deine Geschichte.
Du kannst auch direkt zu einem Psychologen/Psychater gehen (Kann man auch ohne Überweisung, muss dann aber 10€ zahlen.).
Auf einen Termin must du wahrscheinlich erst einige Wochen warten. Aber tu es bitte. Es wird dich niemand für irgenetwas verurteilen und du wirst auch nicht eingesperrt.
Alles hängt nun von dir ab.
Dein Umfeld und die, die dich lieben leiden auch sehr mit dir.

Viel Glück
Johnny

Hallo und guten Tag,

da Sie sehr offen formulieren, gestatten Sie mir ebensolche Offenheit.
Auch wenn es seltsam für Sie klingen mag - seien Sie dankbar, dass Sie ein so sensibler und offener junger Mensch sind. Auch wenn es natürlich oft schmerzt, genießen Sie Teile dieser Zeit so gut sie können.
Es ist eine Zeit des Übergangs, alles was Sie schreiben klingt nach vor 20 Jahren (ich habe die 40 J. bereits überschritten) und vielen meiner Mitmenschen in dieser Zeit. Man sucht und findet oder sucht und findet vermeintlich nichts. Eine schwierige Zeit und mitunter fühlt man sich so aussichtslos gefangen in sich.

Aus dem was Sie schreiben entnehme ich keine Depression. Allenfalls eine (leichte) depressive Verstimmung.

Die Zeit wird für Sie arbeiten - ich wünsche Ihnen von hier aus alles Gute für Ihre Zukunft!

Vielleicht haben Ihnen meine Zeilen ein klein wenig geholfen.

Viele Grüße

Hallo,

nachdem, was du so beschreibst, glaube ich schon, dass dir eine Therapie helfen könnte und dass sie auch angezeigt wäre.
Ein Therapeut ist ein Wegbegleiter, d.h. nicht, dass er deinen Weg geht, oder dich trägt. Gehen mußt du immer selber, aber dadurch, dass er dich begleitet, kannst du ihm auf dem weg erklären, was du am Wegesrand siehst und wie es auf dich wirkt, und der Therapeut kann dir aus seiner Erfahrung heraus sagen, ob das die meisten auch so beschreiben würden, oder ob es da vielleicht eine leicht verbogene Sichtweise gibt. Und auch dann kann er dir nur mitteilen, was er sieht, und ob du seine „neutrale“ Sichtweise annimmst oder nicht ist auch wieder ganz allein Deine Entscheidung. Therapie bedeutet also nicht, dass einem jemand etwas abnimmt, sondern es hilft dabei, Dinge vielleicht aus einer neuen Perspektive heraus zu sehen.
Und vor allem gehört auch Mut dazu sich seinen Schwierigkeiten zu stellen und sie anzusehen. Und das scheinst du ja zu haben, also könntest du sicher von einer Psychotherapie profitieren. Vorausgesetzt natürlich, dass der Therapeut auch zu dir passt.
Ich wünsche dir viel Glück bei der Therapeutensuche, sofern du dich entschließen solltest eine Therapie zu machen.
Viele Grüße
Petra

Du machst auf mich den Eindruck eines stark verwöhnten Kindes mit Wohlstandsverwahrlosung. Dich hat man einfach zuwenig in den Arsch getreten und selber kannst du es auch nicht. Ergib dich weniger dem Selbstmitleid und fang einmal an, dein Leben selber in die Hand zu nehmen und deine Lebensmaximen einer Prüfung zu unterwerfen, von wegen alle müssen dich mögen und alles muss im Leben leicht gehen. Wenn du auf dem Rücken liegst, dann roll´ dich auf den Bauch und stehe einfach wieder auf, ohne großes Theater (ein Käfer kann das leider nicht, aber du!!). Wenn du die Drogen (auch Alkohol) nicht lassen kannst, dann vergiss jeden Änderungswunsch. Wenn du dich in Raten umbringen willst, bitte schön, aber nerv´ andere nicht damit. Wenn du es mit dem Denken ernst nimmst, dann beziehe auch andere in deine moralischen Überlegungen ein, sonst ist es kein Denken ( und wenn es nur mit Kiffen funktioniert, glaubst du nur, dass du denkst).

Ich kann dir nur zu einer guten Gesprächstherapie raten (keine Dampfplauderer!!) mit Leuten, die dir einen Spiegel vorhalten und dir helfen, deine Lebensmaximen zu überdenken und neu zu entwerfen.
Mach weniger in Selbstmitleid und projiziere dich in die Situation eines Gelähmten, Blinden, oder in die Position eines jungen Mannes deines Alters in Afrika. Ich hoffe, du wirst dann deine privilegierte Position erkennen und besser damit umgehen können.

Alles Gute

Hallo und guten Abend!

Es tut mir Leid, dass ich erst heute auf deine umfangreiche Anfrage antworten kann.

Nach dem ersten Durchlesen kam mir der Gedanke,
dass schon dein Nick-Name Sonne_und_Regen auf
dein Wechselspiel zwischen hoch und tief hinweist.

Ich selbst habe für mich irgendwann gelernt zu sagen, ich neige zu Ängsten und Depressionen.
Diese Neigung hat mich durch mein Leben begleitet.
Ich habe auch immer mal wieder professionelle Hilfe in Anspruch genommen.
Hilfreich waren auch für mich Selbsthilfegruppen,
wo jeder Betroffene von sich berichtet und wo es keine Ratschläge und Rückmeldungen gibt.

Nun zu deinen Fragen, was deine Beziehungen angeht.
Ich denke an vergangene Zeiten, in denen meine vier - jetzt erwachsene Kinder - jetzt mit eigener Familie ähnliche Probleme und Fragen hatten.

Näher sind mir drei meiner zehn Enkelkinder, die in deinem Alter sind.

Dankbar bin ich, dass sie bisher keine Erfahrungen
mit den sogenannten Aufputschmitteln gemacht haben.
Aus ihren Freundeskereisen berichten sie eher
von dramatischen Fällen mit Aufenthalten in der Psychiatrie und Ähnliches.

Meine älteste Enkeltochter hat im letzten Jahr geheiratet. Ich weiß noch, wie sie mit Begeisterung
das Buch „Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest“ von Eva Maria Zurhorst gelesen hat.

Wir sind eine Familie, die viel liest und dabei auch manche gute Anregung bekommt.

Das soll für heute genügen.
Ich wünsche dir Klarheit in deinen Gedanken, ein gesundes Selbstbild und Freunde und Freundinnen, die mit dir nach gangbaren Wegen suchen.

Noch ein Hinweis: Es gibt auch Begeisterung,Enthusiasmus
und Freude ohne Stoff von außen, ganz aus dir selbst und aus deinem Inneren.

Es grüßt dich Induk

Hallo zurück,
soweit man das von weitem beurteilen kann, klingt es für mich nicht nach einer Depression. Jedoch kann es durchaus ein hormonelles Ungleichgewicht durch den Drogenkonsum geben. Ich würde vorschlagen mit dem Hausarzt abzuklären, ob evtl. einige Therapiestunden angebracht wären.
Alles Gute!

Hallo!!
Ich habe leider erst heute deine Nachricht gelesen.Leider kann ich Dir aber nicht wirklich helfen.
Ich selbst bin an Deppression erkrankt,aber das was Du schreibst ist nicht mit denen von mir zu vergleichen.Depression ist anfanngs eine völlige lehre und Antriebslosigkeit.Zu dem kommt eine gewisse gereitztheit und mann zieht sich von seinem Umfällt zurück. Was aber auf keinem Fall gut ist, sind deine Drogen. Du bist noch so jung und kannst es schaffen.
Lass Dich von einem Arzt beraten.