Ich will mir bei euch ein wenig Hilfe holen, da ich kein Psychologe bin, jedoch jemandem aus meinem Umfeld beistehen will und eben nicht so ganz weiß, wie ich das machen soll.
Ausgangspunkt: Ich habe Bekannte, die nun seit 9 Jahren verheiratet (11 Jahre zusammen) sind. Vor wenigen Tage rief er bei Ihr aus dem Sportverein abends an, um Ihr mitzuteilen, dass er die Beziehung nun beendet, weil die Gefühle für Sie nicht mehr da sind. Einen Tag zuvor, so wurde es mir gesagt, hat er Sie umarmt und Ihr noch gesagt, wie viel Sie und Ihre Kinder ihm bedeuten. Ja, er entschied sich binnen 24 Stunden gegen alles in der Familie. Ziemlich hart.
Wenige Tage später hat er sich auch ein Zimmer im Hotel genommen und wohnt nun irgendwo unbekannt in der Nähe, wegen seiner Arbeit.
Meine Bekannte sagt mir, sie sei sich ziemlich sicher, dass er depressiv sei. In größeren Abständen (zT auch Monate und Jahre!) kriegt er seine Phasen in der er nichts tut und auf nicht Lust hat. Das sind jene Momente, in denen er sich Urlaubt nimmt und dann auch onsequent nichts macht. Ansonsten arbeitet er nur und nimmt sich keinen Urlaub.
Nun die Frage an Euch: Kann es sein, dass er deprssiv ist oder einfach an einem anderen Syndrom leidet? Er hat komplett den Kontakt zu den Kindern (alle nicht leiblich!) abgebrochen ohne Ihnen zu sagen, weshalb schluß ist. Bei einem Telefonat hat er sich sogar mit seinem vollen Namen gemeldet (Vor- und Zuname!), was dann doch fast lächerlich ist.
Könnt Ihr mir ein paar Syndrome nennen, wie sich eine Depression in einer Beziehung äußert. Wie kann ich meiner Bekannte helfen oder aber auch gegebenenfalls Ihm. Ich hab eigentlich einen sehr guten Draht zu ihm!
Sieht die Trennung so in Euren Augen „deprssiv“ aus?
hi, ich sehe in den schilderungen wenig depressivität und auf diese art und weise läßt sich das selbstverständlich nicht feststellen. wer sich trennt, macht eine harte zeit und eine krise durch, aber die frau wird eher akzeptieren müssen, dass er geht, statt an ihm immer noch beziehungmäßige besorgnis ablaufen zu lassen. vielleicht wird eher sie als er depressiv.
Ich will mir bei euch ein wenig Hilfe holen, da ich kein
Psychologe bin, jedoch jemandem aus meinem Umfeld beistehen
will und eben nicht so ganz weiß, wie ich das machen soll.
Es ist löblich von Dir, dass Du dieser Frau beistehen willst. Aber es ist meines Erachtens der falsche Weg, ihr ihre Probleme abzunehmen. Noch dazu mit einer Suche nach Nadeln im Heuhaufen. Ich finde, wenn Du ihr beistehen willst, dann sage ihr (und gebe ihr das Gefühl), dass es Dir leid tut, was ihr passiert ist. Aber mehr auch nicht. Das ist nicht Deine Baustelle!
Es ist doch für Dich vollkommen unwichtig, was die wahren Gründe der Trennung sind. Der Mann hat eine Entscheidung getroffen. Dafür wird es Gründe gegeben haben. Ein Mensch, der unter einer echten Depression leidet, schafft so etwas in der Regel gar nicht, denn er ist entscheidungsunfähig, gelähmt, gefangen in sich selbst. Die Frau muss nun mit dieser Entscheidung leben, und ich nehme an, die kam nicht ganz von ungefähr, sondern wird sich durchaus angekündigt haben. Wenn die Frau nun nach Gründen außerhalb sucht, dann finde ich das nur natürlich - aber sie tut es wahrscheinlich, um sich selber den harten Aufschlag auf dem Boden der Realität abzumildern. Früher oder später wird auch sie begreifen, dass keine geheimnisvolle, unsichtbare Macht über sie bestimmt, sondern nur sie selbst.
Aber das würde jetzt wahrscheinlich zu weit führen.
Rate der Frau doch am besten, sie solle sich professionelle Hilfe holfen. Bis zu sechs Beratungsgespräche bei einem Psychotherapeuten übernimmt die gesetzliche Krankenkasse kostenlos. Und meist reichen diese schon aus, um etwas Licht ins eigene Dunkel zu bringen. Das ist auch viel wichtiger, als in anderer Leute Innenleben verzweifelt zu wühlen - ändern kann man immer nur sich selbst.
angenommen, der Mann wäre depressiv - was würde das ändern. Weder Du noch sein Frau können ihn da rausholen und an seiner Entscheidung zur Trennung ändert das auch nichts (bestenfalls kosmetisch).
Wenn in dieser Situation überhaupt jemand geholfen werden kann, weil sie das will, dann der verlassenen Frau.