es geht um meine Mutter.
Sie hat, glaube ich, ein tiefes Problem mit ihrem Selbstbewusstsein.
(Fast) alles was gesagt oder getan wird bezieht sie auf sich und empfindet es als Angriff. Besonders schlimm ist es bei jeder Äußerung meines Vaters.
Sie fühlt sich von meinem Vater unterdrückt, obwohl er das nicht tut, aber sie nimmt es so auf.
Da ich demnächst ausziehe hab ich Angst das das ganze eskaliert und sie sich was antut.
Ist das eine Depression? wenn ja, was kann ich machen, denn sie wird freiwillig nicht damit zu einem Arzt gehen?
Das halte ich nach Deiner kurzen Schilderung für eher unwahrscheinlich, also mach Dir darüber keine Sorgen.
Es bringt Dir und Deiner Mutter ja auch nicht viel, wenn hier in diesem Forum eine fragwürdige Ferndiagnose gestellt wird.
Da ich demnächst ausziehe hab ich Angst das das ganze
eskaliert und sie sich was antut.
Hier ist die Frage, wie sehr Du dies für möglich hältst.
Bei tatsächlicher Gefahr, dass Dein Vater Deiner Mutter etwas antun könnte (Fremdgefährdung), oder dass sich Deine Mutter selbst etwas antut (Selbstgefährdung) kann eine zwangsweise Behandlung polizeilich und dann richterlich angeordnet werden.
Das kannst nur Du entscheiden, ob Du so etwas in die Wege leiten willst.
was kann ich machen, denn
sie wird freiwillig nicht damit zu einem Arzt gehen?
Das ist immer die allerschwierigste Frage.
Es gibt natürlich bestimmte zwischenmenschliche „Tricks“ dafür, diese bergen aber immer die große Gefahr nach hinten los zu gehen.
Mein Standard-Rat: wende Dich an einen Sozialpsychiatrischen Dienst in Deiner Nähe (je nach Bundesland sind diese meist den Gesundheitsämtern angeschlossen);
diese bieten Dir kostenfreie Beratung an, und können dann hoffentlich weiterhelfen (besser jedenfalls als wir in diesem Forum).
Ich verlinke Dir einfach willkürlich eine Page des BRK als Beispiel, damit Du den Tätigkeitsbereich des Sozialpsychiatrischen Dienstes nachlesen kannst: http://www.brk-rottal-inn.de/new/spdi-pan.php
was Du beschreibst, findet sich bei einem Teil der depressiven Erkrankungen wieder und ist eine der Grundlagen wesentlicher Depressions-Theorien.
Ob es sich allerdings tatsächlich um eine psychische Störung handelt, kann nur ein Arzt oder besser Psychiater oder psychologischer Psychotherapeut feststellen.
Viele Menschen scheuen das Anspreechen eigener psychologischer Symptome, da sie vor Stigmatisierung Angst haben. Sie befürchten, als „verrückt“ zu gelten und haben Angst vor angenommenen repressiven Behandlungen. Diese Angst ist durch die immer wiederkehrenden Klischees in den Medien, den realitätsfernen Ansichten der Antipsychiatrie etc. absolut verständlich, aber nicht gerechtfertigt, da die Wirklichkeit anders aussieht.
Solltest Du Bedenken bezüglich des psychischen Zustandes Deiner Mutter haben, kann ein Gespräch, in dem Du Deine Sorgen mitteilst, helfen. Sollten Eigen- oder Fremdgefährdung von Dir befürchtet werden, ist tatsächlich der sozialpsychiatrische Dienst Deine Anlaufstelle.
Viele Grüße,
Sam
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