Hallo,
Du sprichst da viel Sinniges an.
Klar verstelle ich mich nicht, dazu reicht mein schauspielerisches Talent eh nicht. Das Problem ist eher, dass ich seine Sorgen einfach garnicht nachvollziehen kann.
Seine momentane Krise ist wohl eine Folge von alten Job aufgeben, umziehen und in nahezu Rentenalter ein Studium anfangen. Das war wohl alles zuviel.
Jetzt meint er, wenn er in die Zukunft blickt, sieht er nur Schwarz.
Ich kann nachvollziehen, dass ein Studium in unserem Alter ein Desaster ist. Man ist halt nicht mehr 20 oder 30, lernt nicht mehr so schnell und hockt dann mit lauter Kids zusammen. Wäre meins auch nicht.
Aber dieses totale Schwarzsehen kann ich nicht nachvollziehen. Er hat eine gefragte Ausbildung, sicher auch passable Chancen auf einen neuen Job oder zumindest eine Alternative, bei der ich ihm Hilfe angeboten habe.
Ich bin eher mit beiden Beinen in der Realität, gewohnt, mich durchzuwurschteln und gemütsmäßig recht stabil (dreimal Klopf auf Holz).
Das ist das Hauptverständigungsproblem. Er sieht schwarz, wo ich div. realistische Probleme und Lösungsmöglichkeiten sehe und sein totales Schwarz schlicht nicht verstehe.
Das ist wohl so ähnlich, als wenn jemand heulend mit einem geliebten, ruinierten Erbmöbel zum Tischler kommt und der einen praktischen, aber eben ungeliebten, neuen Ersatz vorschlägt. Denke ich mal - weiß ich aber nicht genau.
Ich bin jedenfalls wie der Tischler, der das eigentliche Problem partout nicht nachvollziehen kann, beim besten Willen nicht.
So fühle ich mich jedenfalls in dieser Situation.
Würde gern mehr verstehen. Nicht, um den alten Freund gesund zu machen, das kann ich nicht.
Aber er hat nicht so sehr viele richtige Freunde, und ein bißchen Beistand von außen tut sicher gut - wenn er paßt. Ich bin mir nicht sicher, ob meine Sicht der Lage ihn nicht eher belastet, weil ich damit ev. Erwartungen äußere / stelle.
Gruß, Paran
Gruß, Paran