Depression wie soll ich mich verhalten

Guten Tag,
meine 21jährige Tochter, behauptet ich hätte eine Depression und will solange keinen Kontakt zu mir, bis ich beim Arzt war. Wenn sie hier ist beschimpft sie mich-sagt ich sei für sie nicht zu gebrauchen-sei dumm und dass sie mich verachtet.An Wochenenden lebt sie bei ihrem Freund und während der Woche, weils billiger ist, bei mir. Sie läßt mich in dieser Zeit links liegen, legt ihre schmutzige Wäsche hin und beschimpft mich wenn ihr etwas nicht passt. Seit 3 Wochen hat sie eine neue Handynummer, die sie mir nicht sagen will, damit ich sie nicht anrufen kann. Ich will sie nicht ganz verlieren, merke aber, dass es mir immer schlechter geht,wenn ich mir anhören muß, was sie von mir hält.Ich weiß nicht mehr wie ich mich verhalten soll und habe Angst, dass ich Depressionen bekomme aufgrund immer wieder neuer Erniedrigungen die mir zuteil werden.

Hallo Luzy 3,
Du fühlst Dich von Deiner Tochter sehr schlecht behandelt. Warum wäscht Du ihre Wäsche? Du hast das Gefühl, dass sie Dir verloren geht. Kinder sind nicht unser Besitz - wie schön, dass sie einen Freund hat. Warum gehst Du nicht zu einem Arzt und schilderst ihm das Problem. Du hast damit die Bitte Deiner Tochter, die sich vielleicht wirklich Sorgen um Dich macht, erfüllt. Er kann eine Depression nur dann diagnostizieren, wenn eine da ist. Es gibt also 2 Möglichkeiten:

  1. Es liegt eine Depression vor,
    dann kann sie frühzeitig behandelt werden und es geht Dir bessser.
    oder
  2. Es liegt keine Depression vor - dann geht es Dir auch besser.

In jedem Falle hast Du etwas für Dich und für das Verhältnis zu Deiner Tochter getan.

Nur Mut
Marik

Hallo Marik,
warum wasche ich ihre Wäsche? Ich habe es immer getan,weil Mütter wohl immer alles tun.Egal ob es ums Abholen -Hinfahren oder Erledigen unangehmer Telefonanrufe geht-ich habe es für sie getan.
Wenn ich NEIN sage, rastet sie aus - Türen werden zugeknallt und ich werde beschimpft. Ich weiß, dass ich da in der Erziehung einen großen Fehler gemacht habe. Meine Tochter bedeutet mir sehr viel und ich leide sehr unter dieser Situation. Ich begreife nicht, dass man seine Mütter so beschimpfen kann, das hätte ich bei meiner Mutter niemals getan.
Einen Arzttermin habe ich vereinbart, aber es geht mir
gegen den Strich, von meiner Tochter zu hören, dass
sie nur dann mit mir noch etwas zuu tun haben will, wenn ich diesen Termin wahrnehme. Sie macht es zur Bedingung. Danke für Deine Antwort und Mutmachen
LG lUCY

Hallo!

Du hast mich als „Experten“ ausgewählt und ich hoffe sehr, dass ich dir entsprechend helfen kann - es gibt aber sicher andere (auch hier?), die dir besser helfen könnten.

War das Verhältnis zu deiner Tochter schon länger problematisch? Hört sich so an, als wäre die Schuld an euren Problemen vorrangig bei ihr zu suchen, was ihren Umgang mit dir angeht. Verstehe ich das richtig, dass sie ihren Vorwurf an dich, du seist depressiv, als Grund nimmt, dich erniedrigend zu behandeln? Dann wäre das (aus meiner bescheidenen Sicht) ziemlich unfair. In deinem Text deutet alles daraufhin, dass dir eine Depression eingeredet werden soll und weiterhin, dass du ohne diesen Druck eigentlich keinen Grund hättest, depressiv zu werden - der berühmte Teufelskreis also. Bitte lass mich vorerst wissen, ob meine Vermutungen zutreffen oder ich dich missverstanden habe.

Viele Grüße
landschleicher

Hallo Luzy,

es ist schlimm, was Du schreibst. Und ich kann mich da auch voll hinein versetzen.
Was ist die größte Angst, die eine Mutter hat und was ist das Schlimmste, was einer Mutter passieren könnte? - das Kind verlieren!

Mein Beispiel:
Ich habe diese Angst selber tausend mal ausgestanden. Mein Zustand verbesserte oder verschlechterte sich, je nachdem, ob ich was von meinem Kind hörte oder nicht. Wenn er sich längere Zeit nicht meldete, bin ich vor Angst, dass er wieder mal „Mist“ gebaut hatte, fast gestorben.
Ich war innerlich so sehr mit ihm verbunden, dass es mir nur gut ging, wenn es ihm auch gut ging.

Und irgendwann musste ich ihn gehen lassen, weil es nicht anders ging.
Und seitdem ist es, als sei ein Knoten geplatzt - es ist alles gut geworden.

Leider weiß ich nun nicht, wie das Verhältnis mit Deiner Tochter vor diesen Vorfällen war und ob Du eine Depression hast oder zumindest nervlich angeschlagen bist.
Ich glaube, dass Deine Tochter Dich vielleicht mit allen Mitteln dazu bringen will, einen Arzt aufzusuchen, der Dich untersucht und Dir hilft, wenn Du nervlich krank sein solltest.
Eine Depression hat nichts anrüchiges! Sie ist eine Krankheit, die jeden heim suchen kann. Und je eher man etwas dagegen tut, um so besser sind die Heilungsaussichten.
Ich habe selber lange gebraucht, ehe ich akzeptierte, eine Depression zu haben. Und es hat auch gedauert, bis ich merkte, dass die Psychologen wirklich helfen können, weil man bei ihnen alles sagen kann, ohne dass sie einen danach missachten!

Jedenfalls wird das ganz schwer und es wird Dir weh tun: aber Du kannst Dich von Deiner Tochter so nicht mehr behandeln lassen! Du musst wieder ihre Achtung erlangen. Und das kannst Du nur, wenn Du einen Schnitt machst und Dich ihr entgegenstellst, ihr sagst: ‚bis hierher und nicht weiter!‘ dazu gehört, dass DU ihr sagst, was DIR nicht passt und was sie ändern muss, wenn sie weiter bei Dir wohnen will.
Und stell dabei die Angst, sie zu verlieren, in die hinterste Ecke Deines Bewusstseins, denn Du kannst sie nur halten, wenn Du sie gehen läßt.
(Dass Du hier schreibst, zeigt ja auch, dass Du den derzeitigen Zustand zwischen Euch nicht mehr aushältst und daran kaputt gehst.)
Und schlimmer kann es ja fast nicht mehr werden!
Das sagt jedenfalls meine Erfahrung - und nicht nur meine.

Setz Deiner Tochter ein Zeichen, indem Du ihr sagst, dass Du zum Arzt gehst (kein Arzt frisst Dich :wink:), aber auch, dass sie Dich nicht mehr so behandeln darf.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen.
Wenn Du weitere Fragen hast, schreib mich ruhig wieder an
liebe Grüße
Marion

Hallo Luzy 3,
das ist wirklich schlimm, dass Deine Tochter sich so benimmt, und auch nicht zu entschuldigen.
Ich wäre auch verzweifelt.
Von außen ist da leicht zu raten, man steckt ja nicht drin.
Für einen Beobachter ist klar, was zu „lernen“ ist: Ihr müsst euch beide voneinander abnabeln.
Ihr müsst beide „auf eigenen Füßen“ stehen. D.h. Deine Tochter muss das tägliche Allerlei (waschen, putzen,unangenehme Telefonate, …) alleine erledigen. Dabei ist sie - im Vergleich zu Dir noch im Vorteil. Sie hat einen Freund an ihrer Seite.
Für Dich ist das viel schwerer. Vielleicht solltest Du eine ehrenamtliche Tätigkeit aufnehmen. Das lenkt Dich in der ersten Zeit ab. Und wenn es die richtige ist, dann wird sie Dich auch mit Freude erfüllen.
Übrigens: sobald die Kinder wirklich selbständig geworden sind (und vielleicht eigene Kinder haben), kehren sie gerne „nach Hause“ zurück und sehen auch die „Opfer“ , die die Mutter ihnen zuliebe auf sich genommen hat.
Und zum Schluss ein „dennoch“:
Wenn Deine Tochter Dich zum Arzt schickt, dann liebt sie Dich sehr. Sie sieht, dass Du leidest. Wenn sie Dich nicht liebte, würde sie sich ganz von Dir wenden, ihre Sachen abholen und einfach ohne Begründung weg bleiben.
Alles Gute
Marik

hallo Marik-
ich habe ihr gestern übers Internet geschrieben, dass sie sich entschuldigen soll und das ebenso für weiteren Kontakt zur Bedingung mache, wie sie den Arztbesuch. Ich habe keine Antwort erhalten. Ich bin so tief verletzt, dass ich ohne eine Silbe des Bereuens nicht mehr auf sie zu gehen kann. Mag sein, es ist nicht richtig-aber ich habe das Gefühl meinen Stolz zu verlieren; wenn ich diesen Schritt tätige und ihr wieder entgegenkomme.Sie wird wohl gegen Abend nach Hause kommen und wir haben uns jetzt 1 Woche nicht gesehen.Ich kann mich gar nicht auf sie freuen, sondern habe irgendwie Angst vor dieser Begegnung. Mir gehen den ganzen Tag ihre Worte durch den Kopf.Bisher konnte ich immer wieder verzeihen und nach paar Stunden normal mit ihr umgehen, aber dieses Mal kann ich es einfach nicht mehr. Es ist alles so verfahren. Du hast sicher recht, mit dem was du schreibst , ob das durchzuführen ist, weiß ich nicht. Ich weiß eingfach nicht mehrr , wo mir der Kopf steht. liebe Grüße und schönen Sonntag von Lucy

Nachsatz-wenn sich herausstellen sollte, dass ich tatsächlich eine Depression habe,ist es dann ok so behandelt zu werden?

Liebe Luzy 3,
wann warst Du das letzte Mal im Kino ?
Heute Abend wäre eine gute Gelegenheit !
Vielleicht weißt Du jemanden, den Du dazu einladen könntest?
Marik

Liebe Luzy 3,
wann warst Du das letzte Mal im Kino ?
Heute Abend wäre eine gute Gelegenheit !
Vielleicht weißt Du jemanden, den Du dazu einladen könntest?
Marik

Hallo Marik
-keine schlechte Idee-schon lange nicht mehr-ich schnappe mir mneine Schwester
Gruß Lucy

Hallo Luzy,

es gibt natürlich viele Möglichkeiten, warum sich Kinder den Eltern gegenüber so respektlos verhalten, in Ihrem Fall habe ich aber das Gefühl, daß Ihre Tochter aus ganz bestimmten Gründen keine Achtung vor Ihnen hat. Mit 21 Jahren ist Ihre Tochter intelligent genug, zu begreifen was sie macht, weshalb mich ihre Handlung Ihnen gegenüber auch etwas erschreckt.
Ich arbeite ja eigenlich mit Pferden und ihren Besitzern und suche immer nach einem Grund - niemals nach einer Schuld! Auch in Ihrem Fall gibt es einen Grund für das Verhalten Ihrer Tochter! Warum hat sie keine Achtung vor Ihnen? Haben Sie ihr mal das Gefühl gegeben, sie im Stich gelassen zu haben? Zeigten Sie in der Verhangenheit Schwächen, obwohl Ihre Tochter Sie mal gebraucht hätte? Konnten Sie immer der Schutz für sie sein?
Wenn man selbst das Gefühl hat, versagt zu haben, neigt man dazu, sich depressiv zu fühlen. Wenn man sich selbst seiner Angst stellt und hinterfragt, kann man seine Ängste auch besiegen.

Ihre Sorge, sie zu verlieren, wird gegenstandslos, sobald Ihre Tochter fühlt, daß Sie für sie da sind, ohne sie festzuhalten. Pferde laufen uns auch nur nach, wenn wir ihnen zum einen das Gefühl der Fluchtmöglichkeit geben, zum anderen das Gefühl geben, sich von uns beschützen lassen zu können.
Natürlich gibt es auch Regeln, die ein harmonisches Zusammenleben überhaupt ermöglichen. Ihre Tochter bekommt einen Korb, in den sie ihre Wäsche legen kann und nur diese Wäsche kommt in die Maschine, usw. Haben Sie für sich einen privaten Raum in den Sie sich absolut zurückziehen können?
Vermeiden Sie nach Möglichkeit Strafen, aber suchen nach Möglichkeiten zu loben! Jemanden festzuhalten ist gleichbedeutend mit bekämpfen.

Ich hoffe für Sie, daß Sie die Gründe für das Verhalten Ihrer Tochter heraus finden werden und Sie es nicht mehr als Provokation empfinden, wie sie mit Ihnen umgeht.

Guten Tag Luzy 3,
ein sehr unglücklicher Ablösungsprozess zwischen Tochter und Mutter, bei dem ich rate, sich Hilfe zu suchen, vielleicht tatsächlich zunächst beim Hausarzt, dann evtl. bei einer/m Psychotherapeutin/en. Ich kann mir gut vorstellen, dass es in dieser Situation eine Hilfe gibt.
Viel Glück dabei!