Depressionen

Liebe/-r Experte/-in,

ich hoffe, dass Ihr mir weiterhelfen könnt.

Es ist folgendes. Meine Mutter hat psychische Probleme. Da ich kein Arzt bin, kann ich das nicht genau einschätzen, aber meiner ansicht nach hat sie Depressionen, will sich aber nicht helfen lassen. Sie sagt immer, wenn ich zum arzt gehe, dann werde ich sofort weggesperrt und die rollen zu viel auf, was ich nicht will. naja, dass hat sie mal gesagt. meist schweigt sie. wenn ich sie anspreche wird das thema meist abgeblockt. druck ist ja bestimmt auch nicht gut. vor weihnachten war es soweit, dass sie zusammen gebrochen ist und ihr eine bekannte tabletten gegeben hat. sie hat dann eine antidepressiva genommen. ich habe die Packung im nachhinein gefunden. eine tablette war nur raus.
Meine Frage ist, was kann ich amchen. Habt ihr eine idee, wie ich sie dazu bewegen kann, dass sie zum arzt geht. vielleicht ist es ja uch alles gar nicht so schlimm, wenn sie sich hilfe sucht. für mich ist es nur schwierig mit der situation umzugehen. ich würde gerne helfen, fühle mich aber so hilflos.

würde mich freuen etwas von euch zu hören.

lieben dank und lieben gruss michaela

Liebe Michaela!

Es liegt in der Natur der Depression, dass man sie erstens nicht wahrhaben will und sie zweitens in die Kategorie „verrückt“ einordnet. Du musst deiner Mutter am besten mit Beispielen (im „Stern“ ist vor Jahren eine Reportage zur Depression mit Aussagen Betroffener erschienen. Versuch im Archiv des „Stern“ fündig zu werden)zu erklären versuchen, dass eine Depression eine Stoffwechselstörung des Gehirns ist, die am besten mit medikamentöser Unterstützung zu beheben und der emotionalen Begleitstörung gut mit einer Gesprächstherapie beizukommen ist. Wenn deine Mutter sieht, dass daran viele andere Leute auch leiden, wird sie eher bereit sein, sich behandeln zu lassen. Erwarte aber keine Initiativen deiner Mutter. Sie ist im Zustand der Depression nicht alleine handlungsfähig. Du musst ihr helfen, einen Termin beim Fach!Arzt auszumachen. Erkundige dich bei den örtlichen Gesundheitsbehörden, welcher in Frage kommt. Du musst sie auch dorthin begleiten.
Pass´ auf, dass du dich nicht zu sehr vereinnahmen lässt. Der Umgang mit Depressiven kann sehr belastend sein. Mach dir keine Vorwürfe wegen deiner Mutter, du bist nicht für ihre Krankheit verantwortlich, versuche aber sie zu unterstützen, da man im Zustand der Depression nahezu handlungsunfähig ist und vor allem und jedem Angst hat. Bleib aber auf Distanz - aus Selbstschutz.
Alles Gute!

Liebe Michaela,
niemand wird weg gesperrt, wenn er mit Depressionen zum Psychiater geht. Es ist eine Krankheit wie Asthma oder Diabetes, für die sich niemand zu schämen braucht und die gut mit Medikamenten behandelt werden kann. Diese Medikamente helfen dem Nervensystem, wieder auf die Beine zu kommen. Es sind keine Beruhigungsmittel und sie machen auch nicht abhängig. Ich hatte selbst mal Depressionen, als meine Ehe zu Bruch ging. Auch mir haben die Antidepressiva gut geholfen, obwohl ich damals sehr verzweifelt war und nicht daran geglaubt hatte, durch die Med. wieder gesund zu werden. Ich habe sie auch gut vertragen. Aber sie dürfen nicht nur ab und zu genommen werden, sondern müssen für einige Monate regelmäßig jeden Tag genommen werden, damit das Nervensystem wieder ganz gesund und belastbar wird. Bitte zeig deiner Mutter diese Zeilen und unterstütze sie dabei, sich mit ihrer Krankheit an einen Psychiater zu wenden. Sie wird dort sicher Hilfe bekommen. Alles Gute für dich und gute Besserung für deine Mutter wünscht
Dr. U

Hallo,
vielleicht wäre es ein nicht allzu gewagter Schritt für deine Mutter, wenn sich sich ersteinmal an ihren Hausarzt wendet. Es wäre eh der Hausarzt, der dann weitere Schritte einleiten würde und keine Angst: Man wird nicht weggesperrt! Der Hausarzt könnte auch ein Antidepressivum verschreiben, jedoch müsste es zwei, drei Wochen regelmäßig eingenommen werden um eine Wirkung zu entfachen. Das könnte dann soweit zur Stabilisierung beitragen, das auch weitere Schritte wie eine Therapie in angriff genommen werden.

Alle guten Wünsche und bei weiteren Fragen gerne melden!

Hallo Michaela,
sorry, dass ich mich erst jetzt melde. Das sind etwas wenig Informationen. Einfach irgendwelche Tablette einzuwerfen ist meiner Meinung nach definitiv der falsche Weg. Ich weiss ja nicht, ob es eine Depression ist oder nicht. Wirksame Anti-Depressiva sind auf alle Fälle verschreibungspflichtig und müssen richtig dosiert werden. Depression ist heute eine Volkskrankheit und ist gut in den Griff zu kriegen. Versuche doch mal zusammen mit Deiner Mutter zum Arzt zu gehen. Gute Informatione findst Du auch hier: http://www.buendnis-depression.de/.
Gruß
Frank

Hallo Michaela,

helfen kannst du deiner Mutter nicht viel. Sie muss selbst einsehen, dass Sie Hilfe braucht.
Du kannst ihr aber sagen, dass du dir große Sorgen machst und dass du das nicht mehr länger ertragen kannst und das du sehr darunter leidest und es dir sehr weh tut, zu sehen, wie sehr sie sich verändert hat und wie schlecht es ihr geht.
Wenn du ihr das beibringen kannst und sie dich liebt, wird sie sich Hilfe holen.
In erster Linie sollte das der Hausarzt sein. Wenn es ihr peinlich ist, kann sie aber auch zu einem anderen Arzt, vielleicht auch gleich zu einem Psychologen/Psychater gehen. Der kann auf jedenfall helfen.
Weggesperrt wird keiner, es sei denn man ist eine große Gefahr für sein eigenes Leben, oder das Leben anderer und dann auch nur für ein paar Tage.
Antidepressiva ohne ärztliche Betreuung einzunehmen ist sehr bedenklich, außerdem tritt eine Wirkung erst nach 3-6 Wochen ein.
Wenn sie absolut nicht zum Arzt gehen möchte, kann sie es auch mit einer Selbsthilfegruppe versuchen.
Solche Gruppen kannst du beim Landkreis bzw. Stadtverwaltung erfragen. Übrigens gibt es bei fast allen Verwaltungen (Landkreis/Stadt) einen Ansprechpartner für Menschen mit psychischen Erkrankungen und deren Angehörige. Auch dort kannst du dir Rat holen.
Du kannst mich aber auch unter [email protected] kontaktieren, falls du noch mehr Fragen haben solltest.
Ich bin seit 7 Jahren depressionskrank. Habe das aber sehr gut im Griff und mir geht es gut dabei. Ich nehme Medikamente, war in einer Psychosomatischen Klinik mit anschließender ambulanten Verhaltenstherapie und leite
jetzt seit vier Jahren eine Selbsthilfegruppe für depressiv erkrankte Menschen. Es gibt heute schon viele moderne Therapiemöglichkeiten.
Ich wünsche dir und deiner Mutter viel Kraft und Erfolg. Man kann es schaffen, da wieder rauszukommen, aber nicht ohne Hilfe.

LG Johnny

Hallo Michaela,

so, jetzt habe ich ein wenig Luft und kann Dir schreiben, obwohl Du in der Zwischenzeit wohl andere Zuschriften erhalten hast.

Die Depression ist seit 20 Jahren Teil meines Lebens, vor allem in drei Phasen, wo ich mehrere Monate stationär behandelt werden musste. Die letzte war von März bis Dezember 2006, hoffentlich die letzte. Meine Depression ist unipolar, d.h. keine manische Phase.
Man sagt, dass es so viele Depressionen wie depressive Menschen gibt. Und das ist das Problem, aber vielleicht auch der Lösungsansatz. Gemeinsam haben alle Kranken: Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Rückzug aus dem Leben im allgemeinen, Appetitlosigkeit, unendliche scheinbar grundlose Traurigkeit.
Das Problem, das noch dazu kommt, ist dass man, vor allem im Krankenhaus, aber auch ambulant mit Antidepressiva voll gestopft wird, die sehr viele Nebenwirkungen und die den Kranken für seine Umwelt erträglicher machen, sollen Suizide verhindern, obwohl manche sie erst möglich machen. Man erzählt, dass jede Depression ohne Medikamente nach 10 bis 12 Monaten verschwindet, … aber was macht man in der Zwischenzeit?

Meine ganz persönliche Empfindungen sind, Angstzustände, z.B. bei einer Blutabnahme, Todesangst, die eigentlich eine Lebensangst ist, Haarausfall – der zum Todesangst passt - sowie Veränderung der Haut und der Körperempfindlichkeit. Zuletzt begleitet einen die ganze Zeit das grausame Gefühl, dass keiner das versteht und dass Sterben die einzige Lösung ist. Parallel dazu existiert eine unheimliche Lust wiederzuleben und so zu werden, wie man vor der Krankheit war. Und das geht nicht, jede depressive Phase hat einen Grund und man kommt verändert heraus.

Du siehst, das ist nicht einfach, weder für den Depressiven noch für die Angehörigen. Aber jede Depression hat ein Ende. Deine Mutter muss akzeptieren, dass sie krank ist und dass sie ohne Behandlung nicht darauskommen kann. Da ist meistens ein mehr oder weniger lange Klinikaufenthalt notwendig.

Bei www.lifeline.de gibt es noch viel mehr zu lesen.

Ich wünsche Euch viel Glück und Geduld. Es lohnt sich darauf zu warten. Alles Gute
jacqueline

Liebe/-r Experte/-in,

ich hoffe, dass Ihr mir weiterhelfen könnt.

Es ist folgendes. Meine Mutter hat psychische Probleme. Da ich
kein Arzt bin, kann ich das nicht genau einschätzen, aber
meiner ansicht nach hat sie Depressionen, will sich aber nicht
helfen lassen. Sie sagt immer, wenn ich zum arzt gehe, dann
werde ich sofort weggesperrt und die rollen zu viel auf, was
ich nicht will. naja, dass hat sie mal gesagt. meist schweigt
sie. wenn ich sie anspreche wird das thema meist abgeblockt.
druck ist ja bestimmt auch nicht gut. vor weihnachten war es
soweit, dass sie zusammen gebrochen ist und ihr eine bekannte
tabletten gegeben hat. sie hat dann eine antidepressiva
genommen. ich habe die Packung im nachhinein gefunden. eine
tablette war nur raus.
Meine Frage ist, was kann ich amchen. Habt ihr eine idee, wie
ich sie dazu bewegen kann, dass sie zum arzt geht. vielleicht
ist es ja uch alles gar nicht so schlimm, wenn sie sich hilfe
sucht. für mich ist es nur schwierig mit der situation
umzugehen. ich würde gerne helfen, fühle mich aber so hilflos.

würde mich freuen etwas von euch zu hören.

lieben dank und lieben gruss michaela

Hallo,

habe irgendwie gerade erst die Anfrage gelesen… sorry.
Gibt es Neues wegen der Mutter?

Ansonsten: Du kannst ihr nicht helfen. Sie muss den ersten Schritt sicher selbst machen.
Sei für sie da, mehr bringt meistens nichts.