Hallo Michaela,
so, jetzt habe ich ein wenig Luft und kann Dir schreiben, obwohl Du in der Zwischenzeit wohl andere Zuschriften erhalten hast.
Die Depression ist seit 20 Jahren Teil meines Lebens, vor allem in drei Phasen, wo ich mehrere Monate stationär behandelt werden musste. Die letzte war von März bis Dezember 2006, hoffentlich die letzte. Meine Depression ist unipolar, d.h. keine manische Phase.
Man sagt, dass es so viele Depressionen wie depressive Menschen gibt. Und das ist das Problem, aber vielleicht auch der Lösungsansatz. Gemeinsam haben alle Kranken: Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Rückzug aus dem Leben im allgemeinen, Appetitlosigkeit, unendliche scheinbar grundlose Traurigkeit.
Das Problem, das noch dazu kommt, ist dass man, vor allem im Krankenhaus, aber auch ambulant mit Antidepressiva voll gestopft wird, die sehr viele Nebenwirkungen und die den Kranken für seine Umwelt erträglicher machen, sollen Suizide verhindern, obwohl manche sie erst möglich machen. Man erzählt, dass jede Depression ohne Medikamente nach 10 bis 12 Monaten verschwindet, … aber was macht man in der Zwischenzeit?
Meine ganz persönliche Empfindungen sind, Angstzustände, z.B. bei einer Blutabnahme, Todesangst, die eigentlich eine Lebensangst ist, Haarausfall – der zum Todesangst passt - sowie Veränderung der Haut und der Körperempfindlichkeit. Zuletzt begleitet einen die ganze Zeit das grausame Gefühl, dass keiner das versteht und dass Sterben die einzige Lösung ist. Parallel dazu existiert eine unheimliche Lust wiederzuleben und so zu werden, wie man vor der Krankheit war. Und das geht nicht, jede depressive Phase hat einen Grund und man kommt verändert heraus.
Du siehst, das ist nicht einfach, weder für den Depressiven noch für die Angehörigen. Aber jede Depression hat ein Ende. Deine Mutter muss akzeptieren, dass sie krank ist und dass sie ohne Behandlung nicht darauskommen kann. Da ist meistens ein mehr oder weniger lange Klinikaufenthalt notwendig.
Bei www.lifeline.de gibt es noch viel mehr zu lesen.
Ich wünsche Euch viel Glück und Geduld. Es lohnt sich darauf zu warten. Alles Gute
jacqueline
Liebe/-r Experte/-in,
ich hoffe, dass Ihr mir weiterhelfen könnt.
Es ist folgendes. Meine Mutter hat psychische Probleme. Da ich
kein Arzt bin, kann ich das nicht genau einschätzen, aber
meiner ansicht nach hat sie Depressionen, will sich aber nicht
helfen lassen. Sie sagt immer, wenn ich zum arzt gehe, dann
werde ich sofort weggesperrt und die rollen zu viel auf, was
ich nicht will. naja, dass hat sie mal gesagt. meist schweigt
sie. wenn ich sie anspreche wird das thema meist abgeblockt.
druck ist ja bestimmt auch nicht gut. vor weihnachten war es
soweit, dass sie zusammen gebrochen ist und ihr eine bekannte
tabletten gegeben hat. sie hat dann eine antidepressiva
genommen. ich habe die Packung im nachhinein gefunden. eine
tablette war nur raus.
Meine Frage ist, was kann ich amchen. Habt ihr eine idee, wie
ich sie dazu bewegen kann, dass sie zum arzt geht. vielleicht
ist es ja uch alles gar nicht so schlimm, wenn sie sich hilfe
sucht. für mich ist es nur schwierig mit der situation
umzugehen. ich würde gerne helfen, fühle mich aber so hilflos.
würde mich freuen etwas von euch zu hören.
lieben dank und lieben gruss michaela