Depressionen

Hallo,

wie merkt man, dass man Depressionen hat?
Kann man sich welche einreden und eigentlich gar nicht haben?
Ist das vererbbar?
Was sollte man machen, wenn man denkt, dass man welche hat? Abwarten?

Lunatic

wie merkt man, dass man Depressionen hat?

Hi,

so etwas kann man gut mit seinem Hausarzt besprechen denn ein bisschen schlechte Laune ist noch keine Krankheit.

Viele Grüße
MeToo

Hallo,

wie merkt man, dass man Depressionen hat?

beispielweise wenn man ein paar Wochen zu nichts mehr recht Lust hat, die Welt in düsteren Farben malt, an Schlafstörungen leidet, aber oft müde ist, Konzentrationsschwierigkeiten hat, erheblich an Gewicht verliert, immer mal wieder an den Tod denkt und daran, daß das Leben keinen Sinn mehr macht - und für diese Beschwerden keine körperlichen Krankheiten oder äußere Lebensumstände verantwortlich scheinen.

http://www.verhaltenswissenschaft.de/Psychologie/Psy…

Kann man sich welche einreden und eigentlich gar nicht haben?

Ja.

Ist das vererbbar?

Depression kommt unter Verwandten häufiger vor als in der Allgemeinbevölkerung.

Was sollte man machen, wenn man denkt, dass man welche hat?
Abwarten?

Zum Facharzt (Psychiater) oder zum Psychotherapeuten gehen.

Grüße

Hallo,

beispielweise wenn man ein paar Wochen zu nichts mehr recht
Lust hat, die Welt in düsteren Farben malt, an Schlafstörungen
leidet, aber oft müde ist, Konzentrationsschwierigkeiten hat,
erheblich an Gewicht verliert, immer mal wieder an den Tod
denkt und daran, daß das Leben keinen Sinn mehr macht - und
für diese Beschwerden keine körperlichen Krankheiten oder
äußere Lebensumstände verantwortlich scheinen.

mhh ich habe eigentlich seit ungefähr seit einem Jahr keine Lust mehr auf nix (weil ich keine Ausbildung finde) und treffe mich auch kaum mit Freunden. Müde bin ich eh die ganze Zeit, Gewicht habe ich nicht verloren. Schlafstörungen habe ich manchmal.
In der letzten Zeit (vor allem in den letzten beiden Wochen) war es immer mal so, dass ich mich echt schlecht gefühlt habe und nicht wusste warum.

Entschuldige, dass ich mir den Link nicht ansehe, aber ich möchte nicht, dass mein Vater den Link sieht.

Zum Facharzt (Psychiater) oder zum Psychotherapeuten gehen.

Macht man einen Termin bei einem solchen ganz normal wie beim Hausarzt oder muss ich da ganz anders ran?

Hei,

äußere Einflüsse - wie z. B. bei Dir, dass Du keine Ausbildung findest - können Depressionen auf jeden Fall beeinflussen/verstärken/hervorrufen.

Die bisher genannten möglichen Zeichen einer Depression müssen nicht alle gemeinsam auftreten, d. h. dass sich eine Depression bei jedem Menschen irgendwie anders äußert. Der eine verliert Gewicht, ein anderer nimmt zu. Verallgemeinern kann man dabei überhaupt nichts.

Dass Deine sozialen Kontakte auch einzuschlafen scheinen, ist natürlich gerade in so einer Stressphase, wie Du sie seit einem Jahr wahrscheinlich durchmachst, natürlich nicht gerade förderlich.

Ich denke, dass Du mit einem Arzt darüber sprechen solltest. Dein Hausarzt kann z. B. eine erste Anlaufstelle sein, aber auch Frauenärzte können hierbei oft gut beraten. Geh einfach hin und schildere ihm, wie es Dir geht. Aber sei offen und ehrlich, so gut es geht, denn wenn Du nicht wirklich schilderst, wie es in Dir aussieht, kann auch niemand anderes beurteilen, ob eine Behandlung sinnvoll ist oder nicht.

Egal, was bei dem Arztbesuch herauskommt, es wird Dir zumindest insoweit helfen, dass Du mit jemandem über Deine Situation sprechen konntest, was in Deiner Familie nicht der Fall zu sein scheint.

Womit ich eine Frage hätte: Warum willst Du nicht, dass Dein Vater den Link sieht? Weil er es nicht verstehen würde oder kämen dann eventuell Fragen auf, die Du ihm nicht beantworten magst?

Alles Gute!
Natascha

Hallo,

danke für die Antwort.

Ich denke, dass Du mit einem Arzt darüber sprechen solltest.
Dein Hausarzt kann z. B. eine erste Anlaufstelle sein, aber
auch Frauenärzte können hierbei oft gut beraten. Geh einfach
hin und schildere ihm, wie es Dir geht. Aber sei offen und
ehrlich, so gut es geht, denn wenn Du nicht wirklich
schilderst, wie es in Dir aussieht, kann auch niemand anderes
beurteilen, ob eine Behandlung sinnvoll ist oder nicht.

Kann man nicht gleich zu einem Psychologen gehen, weil es wäre mir echt peinlich mit meinem Hausarzt darüber zu sprechen.

Womit ich eine Frage hätte: Warum willst Du nicht, dass Dein
Vater den Link sieht? Weil er es nicht verstehen würde oder
kämen dann eventuell Fragen auf, die Du ihm nicht beantworten
magst?

Ist so, weil er auch Depressionen hat, genau wie auch sein Vater. Ich will nicht, dass er sich verantwortlich fühlt oder so.
Und es wäre mir auch total unangenehm mit ihnen darüber zu reden, weil ich in der Familie auch nicht gerne über solche persönlichen Probleme rede.

Lunatic

Hei,

Kann man nicht gleich zu einem Psychologen gehen, weil es wäre
mir echt peinlich mit meinem Hausarzt darüber zu sprechen.

doch, wie schon geschrieben wurde, das geht auch. Allerdings haben Allgemeinärzte den Vorteil, dass man schneller einen Termin bekommt.

Ist so, weil er auch Depressionen hat, genau wie auch sein
Vater. Ich will nicht, dass er sich verantwortlich fühlt oder
so.

Gerade dann wird er Dich aber verstehen und Dich wahrscheinlich unterstützen - denn was er sicherlich noch schlimmer finden wird, ist, dass es Dir so mies geht wie ihm… Ist natürlich nur eine Vermutung, ich kenne Deinen Vater ja nicht, kann es mir aber gut vorstellen.

Und es wäre mir auch total unangenehm mit ihnen darüber zu
reden, weil ich in der Familie auch nicht gerne über solche
persönlichen Probleme rede.

Kann ich allerdings auch gut nachvollziehen. Und letztendlich ist es auch Deine eigene Entscheidung, ob und mit wem Du sprichst. Hast Du villeicht Geschwister, oder was ist mit einer guten Freundin?

Und wenn Du Dich gar nicht dazu durchringen kannst und auf einen Termin beim Arzt (bei welchem denn auch immer) warten musst, kann ich Dir Literatur ans Herz legen. Es gibt eine Menge Bücher zum Thema Depressionen. Eventuell haben Deine Eltern ja welche, kannst Du Dir davon vielleicht was ausborgen?

Ein Buch hat mir damals sehr gut geholfen, das alles zu verstehen: „Wenn der Mensch, den du liebst, depressiv ist. Wie man Angehörigen oder Freunden hilft.“ von Laura Epstein Rose und Xavier F. Amador. Ist nicht nur für Angehörige, sondern auch für Betroffene gut zu lesen.

Viele Grüße
Natascha

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Hi,

Kann man nicht gleich zu einem Psychologen gehen, weil es wäre
mir echt peinlich mit meinem Hausarzt darüber zu sprechen.

am einfachsten und am schnellsten ist der Besuch beim Psychater. Der ist kein Arzt für Bekloppte :wink: sondern einfach ein ganz normaler Arzt (wie auch ein Augenarzt) der eben als Fachrichtung nicht Augen sondern Psyche hat. Ganz viele Psychater sind auch Neurologen, also Ärzte für die Nervenbahnen im Körper. Bei so einem war ich auch wegen meines Bandscheibenvorfalls. Wenn es dir peinlich ist, was es nicht sein muss, kannst du dir also (oft) auch eine Überweisung zum Neurologen geben lassen.
Da Psychater ganz normale Ärzte sind ruft man da einfach an und sagt: „Hallo, ich brauche einen Termin beim Doc. Wann kann ich kommen?“ :wink: Völlig problemlos also :smile:

Womit ich eine Frage hätte: Warum willst Du nicht, dass Dein
Vater den Link sieht? Weil er es nicht verstehen würde oder
kämen dann eventuell Fragen auf, die Du ihm nicht beantworten
magst?

Du kannst dir die Leute absolut aussuchen mit denen du reden willst, das bleibt dir völlig selbst überlassen. Je nach Umstände sind grade Verwandte nicht soo geeignet :wink:

Achja, falls du dir die Frage stellst was du dem Arzt sagen sollst: Sag ihm einfach das, was du hier geschrieben hast. Also, dass du Angst hast vielleicht Depressionen zu haben und du gerne zu einem Psychologen gehen möchtest.

Alles Gute,
J~

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Hallo Lunatic,

Ja, Niedergeschlagenheit, sozialer Rückzug, „Null Bock auf gar nichts“ - sind Anzeichen für eine Depression. Auch Minderwertigkeitsgefühle - „Ich schaff das sowieso nicht“ und Antriebsschwäche - „Das lohnt sich sowieso nicht“.

Ja, Depressionen oder eher depressive Veranlagung, Gemütszustand treten oft bei mehreren Familienmitgliedern gleichzeitig auf, dabei kann man wohl nicht genau sagen, ob das tatsächlich auf Genebene vererbt wird oder einfach an der allgemeinen niedergeschlagenen Stimmung liegt, die in einer Familie herrscht und um sich greift.

Wie dem auch sei: es ist schon ein mächtiger Schritt nach vorne, dass du das Problem erkennt hast und dem kritisch gegenüber stehst, ohne dabei in Panik zu geraten.

Du solltest dich und deine peinliche Gefühle überwinden und einen Arzt aufsuchen. Dabei solltest du bedenken, dass das, was dir peinlich erscheint, für einen Arzt eine Routine ist. Denn Depressionen haben sehr viele, oft hoch intelligente, denkende Menschen. Manchmal treten die Depressionen während oder nach schwerer körperlicher Krankheit oder nach Schicksalsschlägen.

Der Arzt wird versuchen, den Grund für deine Stimmung zu finden, indem er dir Fragen stellt, die du dann ehrlich beantworten solltest. Denn wenn du etwas aus falscher Scham verschweigst oder verschönerst, kann dir niemand helfen. Keine Sorge - der Arzt unterliegt der Schweigepflicht, von der nur du selbst ihn entbinden kannst.

Höchstwahrscheinlich bekommst du - wenn es tatsächlich so schwerwiegend ist und keine vorübergehende (z.B. durch fehlende Ausbildungsstelle ausgelöste) Stimmung ist - ein Medikament verschrieben, das du über eine längere Zeit nehmen solltest - also Selbstdisziplin ist gefragt.

Was aber noch sehr wichtig ist. Falls es sich herausstellt, dass es sich tatsächlich um eine Depression handelt, musst du wissen, dass es so schnell nicht vorbeigeht (mit Medikamenten kann man es nur „eindämmen“ und jemanden aus einem ganz tiefen „schwarzen Loch“ ziehen). Vielleicht, wenn dein Vater und der Vater deines Vater auch davon betroffen waren, bleibt die Neigung zu einer Depression ein Leben lang bestehen.

Du musst dir also sebst zu helfen wissen und an dir selbst hart arbeiten. Bedenke: eine Depression ist wie ein Teufelskreis - du hast keine Lust, du unternimmst nichts, folglich passiert auch nichts, du verzweifelst, dass nichts passiert und hast dann wiederum keine Lust etwas zu versuchen. Der Kreis schließt sich. Dass muss nicht sein.

Suche dir ein Hobby, das dich ausfüllt. Achte dabei nicht auf die Bemerkungen anderer, wie „blöd“ oder „unsinnig“ dein Hobby vielleicht ist. Lesen tut gut, weil du in Büchern auf Figuren triffst, die vielleicht das gleiche empfinden wie du. Das hilft. Fernsehen ist nicht gut - da wird alles vorgekaut angeboten. Danach hat man einen schweren, aber leeren Kopf.

Zwinge dich buchstäblich dazu, mit Freunden auszugehen oder die soziale Kontakte sonst noch wie aufrecht zu erhalten. Lebst du in einer Stadt, so gibt dort mehr Möglichkeiten. Geh einfach unter die Menschen - in Museen, ins Kino, einfach zum Bahnhof.

Gehe auf die frische Luft, und seien es nur ein paar Minuten, die du dort verbringst. Viele Menschen „laufen“ buchstäblich von den Depressionen weg, indem sie joggen. Etwas Sport treiben hilft ebenfalls.

Alkohol und Drogen machen für einen Moment heiter und lassen einen die unschönen und unangenehmen Gedanken für eine kurze Zeit vergessen. Das ist aber ein FALSCHER Weg: Alkohol und Co. verstärken die Depression und machen zudem süchtig. Und die Sucht macht wiederum depressiv. Also seh dich vor übermäßigem Konsum vor.

Wie gesagt, du musst selbst sehr viel für dich tun. Und es lohnt sich, glaub mir.

Und hab mehr Vertrauen in dich selbst und hab dich selbst lieb!

Viel Glück!

Hallo,

Da Psychater ganz normale Ärzte sind ruft man da einfach an
und sagt: „Hallo, ich brauche einen Termin beim Doc. Wann kann
ich kommen?“ :wink: Völlig problemlos also :smile:

Danke. Ich habe gedacht, dass wäre jetzt ganz anders bei denen. Aber eine Überweisung brauche ich ganz bestimmt?
Wie geht das: die Sprechstunde fragen, ob ich eine für einen Neurologen (Psychiater) bekomme, ja?

Achja, falls du dir die Frage stellst was du dem Arzt sagen
sollst: Sag ihm einfach das, was du hier geschrieben hast.
Also, dass du Angst hast vielleicht Depressionen zu haben und
du gerne zu einem Psychologen gehen möchtest.

Danke, werde ich machen, auch wenns hart wird.

Lunatic

Hallo,

doch, wie schon geschrieben wurde, das geht auch. Allerdings
haben Allgemeinärzte den Vorteil, dass man schneller einen
Termin bekommt.

danke für die Antwort, aber ich glaube ich bevorzuge dann doch einen Psychologen. Ist mir angenehmer.

Gerade dann wird er Dich aber verstehen und Dich
wahrscheinlich unterstützen - denn was er sicherlich noch
schlimmer finden wird, ist, dass es Dir so mies geht wie
ihm… Ist natürlich nur eine Vermutung, ich kenne Deinen
Vater ja nicht, kann es mir aber gut vorstellen.

Ich würds nicht schaffen, weil ich mich dann total als Versager fühlen würde (also noch mehr als sonst).

Kann ich allerdings auch gut nachvollziehen. Und letztendlich
ist es auch Deine eigene Entscheidung, ob und mit wem Du
sprichst. Hast Du villeicht Geschwister, oder was ist mit
einer guten Freundin?

Geschwister habe ich nicht und mit Freunden rede ich auch nicht über sowas, weil die mich halt auch ganz anders kennen (und es dann noch härter wäre es ihnen zu sagen).

Und wenn Du Dich gar nicht dazu durchringen kannst und auf
einen Termin beim Arzt (bei welchem denn auch immer) warten
musst, kann ich Dir Literatur ans Herz legen. Es gibt eine
Menge Bücher zum Thema Depressionen. Eventuell haben Deine
Eltern ja welche, kannst Du Dir davon vielleicht was
ausborgen?

Danke, ich werde mich mal umschauen und habe mir den Titel des Buches aufgeschrieben.

Lunatic

Hallo,

erst mal danke für deine umfangreiche Antwort.

Ja, Niedergeschlagenheit, sozialer Rückzug, „Null Bock auf gar
nichts“ - sind Anzeichen für eine Depression. Auch
Minderwertigkeitsgefühle - „Ich schaff das sowieso nicht“ und
Antriebsschwäche - „Das lohnt sich sowieso nicht“.

Autsch. Okay, ich glaube das trifft voll und ganz zu; nicht nur seit ein paar Wochen.

Höchstwahrscheinlich bekommst du - wenn es tatsächlich so
schwerwiegend ist und keine vorübergehende (z.B. durch
fehlende Ausbildungsstelle ausgelöste) Stimmung ist - ein
Medikament verschrieben, das du über eine längere Zeit nehmen
solltest - also Selbstdisziplin ist gefragt.

Sind das dann nicht so was wie Drogen. Serotonin (glaub ich jetzt mal). Wird man dann nicht von abhängig, weil ich das vermeiden will.

Du musst dir also sebst zu helfen wissen und an dir selbst
hart arbeiten. Bedenke: eine Depression ist wie ein
Teufelskreis - du hast keine Lust, du unternimmst nichts,
folglich passiert auch nichts, du verzweifelst, dass nichts
passiert und hast dann wiederum keine Lust etwas zu versuchen.
Der Kreis schließt sich. Dass muss nicht sein.

Kommt mir gerade bekannt vor. Deswegen möchte ich mir jetzt ja auch helfen lassen und suche immer noch fieberhaft nach einer Ausbildung. Ich denke nämlich, dass dann erst mal das Versagergefühl weggeht.

Suche dir ein Hobby, das dich ausfüllt. Achte dabei nicht auf
die Bemerkungen anderer, wie „blöd“ oder „unsinnig“ dein Hobby
vielleicht ist. Lesen tut gut, weil du in Büchern auf Figuren
triffst, die vielleicht das gleiche empfinden wie du. Das
hilft. Fernsehen ist nicht gut - da wird alles vorgekaut
angeboten. Danach hat man einen schweren, aber leeren Kopf.

Zum Glück lese ich sowieso schon viel, da fällt mir das nicht schwer. Danke.

Zwinge dich buchstäblich dazu, mit Freunden auszugehen oder
die soziale Kontakte sonst noch wie aufrecht zu erhalten.
Lebst du in einer Stadt, so gibt dort mehr Möglichkeiten. Geh
einfach unter die Menschen - in Museen, ins Kino, einfach zum
Bahnhof.

Das heißt ich soll einfach dahingehen wo Menschen sind, auch wenn ich nicht mit ihnen rede (weil das auch wieder etwas was mir schwer fällt)?

Gehe auf die frische Luft, und seien es nur ein paar Minuten,
die du dort verbringst. Viele Menschen „laufen“ buchstäblich
von den Depressionen weg, indem sie joggen. Etwas Sport
treiben hilft ebenfalls.

Das hilft glaube ich bei mir nicht. Aber ich habe seit ner Woche wieder angefangen. Ich hoffe es hilft.

Alkohol und Drogen machen für einen Moment heiter und lassen
einen die unschönen und unangenehmen Gedanken für eine kurze
Zeit vergessen. Das ist aber ein FALSCHER Weg: Alkohol und Co.
verstärken die Depression und machen zudem süchtig. Und die
Sucht macht wiederum depressiv. Also seh dich vor übermäßigem
Konsum vor.

Gott sei dank, dass ich kein Alkoholfan bin und auch nicht rauche oder sonstige Drogen konsumiere. Ich versuche da auch die Finger wegzulassen.

Und hab mehr Vertrauen in dich selbst und hab dich selbst
lieb!

Sagt sich leider so einfach, weil ich so ziemlich alles an mir NICHT mag. :frowning:

Danke,
Lunatic

Hallo,

Höchstwahrscheinlich bekommst du - wenn es tatsächlich so
schwerwiegend ist und keine vorübergehende (z.B. durch
fehlende Ausbildungsstelle ausgelöste) Stimmung ist - ein
Medikament verschrieben, das du über eine längere Zeit nehmen
solltest - also Selbstdisziplin ist gefragt.

Sind das dann nicht so was wie Drogen. Serotonin (glaub ich
jetzt mal). Wird man dann nicht von abhängig, weil ich das
vermeiden will.

ja, die Medikamente gegen Depression greifen ähnlich wie Drogen und Alkohol in den Stoffwechsel des Gehirns ein. Eine bestimmte Medikamentenklasse wirkt v.a. auf die Wiederaufnahme des Serotonin. Abhängig wird man von diesen Medikamenten aber nicht. Unter ärztlicher Aufsicht kann man solche Medikamente durchaus als Behandlungsmöglichkeit versuchen.

Grüße

Hallo,

Hallo lunatic,

Sind das dann nicht so was wie Drogen. Serotonin (glaub ich
jetzt mal). Wird man dann nicht von abhängig, weil ich das
vermeiden will.

Serotonin ist keine Droge, sondern ein hormonbasierter Botenstoff im Gehirn, wie auch Dopamin, Adrenalin and Co. Wird die Aufnahme von Serotonin im Gehirn aus welchen Gründen dann auch gestört, gerät das ganze Gehirnhaushalt ins Wanken. Das Gefühl der Zufriedenheit und Freude stellt sich dann nicht ein und es entwickelt sich eine Depression.

Mit Medikamenten versucht man dagegen zu wirken. Die Allgemeinbezeichnung ist Antidepressiva. Klar gehören sie zur Gruppe Psychopharmaka, weil sie die Psyche beeinflussen. Eine Abhängigkeit kann sich bei Antidepressiva nicht entwickeln, die sind dazu nicht geeignet, um einen „Rausch“ herbeizuführen, weil sie ein anderes Wirkmechnismus haben.

Kommt mir gerade bekannt vor. Deswegen möchte ich mir jetzt ja
auch helfen lassen und suche immer noch fieberhaft nach einer
Ausbildung. Ich denke nämlich, dass dann erst mal das
Versagergefühl weggeht.

Ich würde der Suche nach einer Ausbildung nicht so „fieberhaft“ nachgehen. Deine „Fieberhaftigkeit“ überträgt sich auf potenzielle Arbeitgeber. Well will schon einen aufgedrehten Azubi haben?

Auf ein-zwei Monate kommt es nicht an, zumal wir bald Urlaubs- und Ferienzeit haben. Du solltest erstmal zur Ruhe kommen und zur ganzen Sache einen Abstand gewinnen.

Und setz dir erstmal kleinere, realistische Ziele, von denen du weisst, dass du sie erreichen kannst. Wie wäre es zum Beispiel, wenn du dir sagst: „Ich stehe morgen um … Uhr auf, gehe unter die Dusche und dusche mich lauwarm (statt angenehm warm) ab“. Schaffst du das, bist du zufrieden mit dir selbst. Das, was du jetzt brauchst, sind Erfolgserlebnisse, die bauen auf. Dabei ist die Intensität des Erfolgserbnisses erfahrungsgemäß in keinster Weise von der erbrachten Leistung abhängig.

Zuerst mit kleinen Schritten anfangen und dann darauf bauen.

Das heißt ich soll einfach dahingehen wo Menschen sind, auch
wenn ich nicht mit ihnen rede (weil das auch wieder etwas was
mir schwer fällt)?

Es spielt keine Rolle, ob du mit Menschen redest oder nicht. Erstens solltest du deine Position etwas ändern und nicht davon ausgehen, dass die Menschen von dir etwas erwarten (dass du redest, sie unterhältst oder so). Zweitens ist der Mensch ein soziales Wesen und braucht Gesellschaft. So will es die Natur, so hat sich die Menschheit entwickelt. Es geht darum, einfach „dabei zu sein“. Das tut gut.

Das hilft glaube ich bei mir nicht. Aber ich habe seit ner
Woche wieder angefangen. Ich hoffe es hilft.

Es wird helfen. Nicht sofort. Nicht schlagartig: „Schwupps, ich bin in der frischen Luft und treibe Sport und es geht mir prächtig!“ Auch hier sind vor allem die kleinen Schritte wichtig, etwas „Tapetenwechsel“, von den belastenden Gedanken wegkommen. In der frischen Luft und bei gemäßigter körperlicher Balstung ist die Sauerstoffaufnahme erhöht, dein Gehirn kann also besser „atmen“. Auch wird während des Sports das Stresshormon Adrenalin ausgeschüttet, der unser Herz schneller schlagen und die Lungen tiefer und schneller atmen lässt. Da Adrenalin aber auf die Dauer für den Körper nicht gut ist, schüttet das Gerhirn den „Neutralisator“ Endorphin aus. Und DAS ist das Glückshormon, der die Stimmung aufhällt.

Und hab mehr Vertrauen in dich selbst und hab dich selbst
lieb!

Sagt sich leider so einfach, weil ich so ziemlich alles an mir
NICHT mag. :frowning:

Genau. Typisch. Wenn ich dir jeztzt die Frage stelle, warum du dich nicht magst, wirst du dann wahrscheinlich so etwas wie „Weil ich das und das nicht kann“, „Weil ich nicht hübsch genug aussehe“, „Weil ich ein Versager bin“ usw. als Antwort geben. Du denkst leistungsorientiert.

Nur solltest du bedenken, dass die Liebe als solche, ob zu sich selbst oder einem anderen, nicht an irgendwelche Leistungen/Mißerfolge gebunden ist, sondern an die Tatsache der Existenz: du bist es wert, geliebt zu werden (auch von dir selbst), weil du einfach da bist. Denke daran.

Von einem „Guru“ hab ich mal einen Tipp gehört: jeden Morgen dich selbst im Spiegel anlächeln. Keine einfache Aufgabe, aber mit der Zeit sehr wirkungsvoll!

Hi Lunatic,

Danke. Ich habe gedacht, dass wäre jetzt ganz anders bei
denen. Aber eine Überweisung brauche ich ganz bestimmt?

nö, wie bei den anderen Ärzten auch. Wenn du eine Überweisung hast must du keine 10.- Euro bezahlen, sonst schon.

Wie geht das: die Sprechstunde fragen, ob ich eine für einen
Neurologen (Psychiater) bekomme, ja?

Ja, genau…

Danke, werde ich machen, auch wenns hart wird.

Alles Gute, du wirst das schon schaffen :smile:

Grüße,
J~

Hallo,

wieder mal danke für die Antwort.

Auf ein-zwei Monate kommt es nicht an, zumal wir bald Urlaubs-
und Ferienzeit haben. Du solltest erstmal zur Ruhe kommen und
zur ganzen Sache einen Abstand gewinnen.

Ich versuchs, auch wenn ich ständig von meinen Eltern deswegen unter Druck gesetzt werde.

Es spielt keine Rolle, ob du mit Menschen redest oder nicht.
Erstens solltest du deine Position etwas ändern und nicht
davon ausgehen, dass die Menschen von dir etwas erwarten (dass
du redest, sie unterhältst oder so). Zweitens ist der Mensch
ein soziales Wesen und braucht Gesellschaft. So will es die
Natur, so hat sich die Menschheit entwickelt. Es geht darum,
einfach „dabei zu sein“. Das tut gut.

Okay, danke. Dann werde ich das mal tun und mir das ebenfalls als Ziel setzen.

Genau. Typisch. Wenn ich dir jeztzt die Frage stelle, warum du
dich nicht magst, wirst du dann wahrscheinlich so etwas wie
„Weil ich das und das nicht kann“, „Weil ich nicht hübsch
genug aussehe“, „Weil ich ein Versager bin“ usw. als Antwort
geben. Du denkst leistungsorientiert.

Nur solltest du bedenken, dass die Liebe als solche, ob zu
sich selbst oder einem anderen, nicht an irgendwelche
Leistungen/Mißerfolge gebunden ist, sondern an die Tatsache
der Existenz: du bist es wert, geliebt zu werden (auch von dir
selbst), weil du einfach da bist. Denke daran.

Von einem „Guru“ hab ich mal einen Tipp gehört: jeden Morgen
dich selbst im Spiegel anlächeln. Keine einfache Aufgabe, aber
mit der Zeit sehr wirkungsvoll!

Danke, werd ich versuchen (auch wenn sich das für mich immer noch… sagen wir etwas komisch anhört, dass man einfach sagt: ich hab mich lieb) und mach dann am besten erst mal einen Termin bei einem Arzt.

Lunatic

Hallo,

Alles Gute, du wirst das schon schaffen :smile:

Vielen Dank … :]

Hi…

Ich hatte auch mal Depressionen;habe dann eine Therapie gemacht ohne Medikamente zu nehmen.Jedem seine Situation ist anders; ich habe mich z.B. gegen Medikamente entschieden, weil ich den Problemen direkt gegenüber stehen wollte;und heute weiss ich dass es gut so war…Weisst du, manchmal passiert sowas.Ohne dass man merkt, sammelt sich im inneren der Seele emotioneller Ballast an…
Aber lass dies doch erst mal feststellen. Manchmal hat man einfach mal Downphasen.Vielleicht beängstigt es dich weil du noch nie so eine Situation kanntest bisher.Also erst mal dem Kind einen Namen geben lassen aber auch immer hinterfragen und nicht blind vertrauen…Suche aber nebenher immer die Nähe von Menschen denen du vertraust und deren Gesellschaft dir guttut; d.h. Menschen denen du dich anvertrauen kannst und die verstehen dass du gerade still und lustlos bist und dich nicht zusätzlich fordern.Alleine wirds schlimmer…

gruss und alles Gute…

Hallo,
danke für die Antwort.

Ich versuch seit einer Woche zu einer Beratungsstelle zu gehen, aber habe mich bis jetzt noch nicht ganz getraut… (typisch) und Andeutungen versteht bei mir eh keiner.

Lunatic

Hi…

Je schneller du handelst desto schneller kommst du zur Lösung…Und in so einem Fall kann es sein dass du dir unnötig die Lebensqualität einschränkst und das muss echt nicht sein…Ich hatte mich auch ewig gedrückt…war damals 22…Habe es nur bereut.

gruss