Hi,
wie findet ihr denn aus Expertensicht die Berichterstattung zu
Deislers Depressionen?
Sie führt zu dem, was beim Lesen einiger weniger Artikel auf Deine Anfrage schon deutlich wird: Vermutungen, Hirngespinste, Halbwahrheiten:
Deisler hat Depressionen weil er Sport treibt, Deisler hat D., weil er Leistungssport treibt, weil er unter Druck steht, weil er so oft verletzt ist und und und. Ich weiß definitiv nicht WARUM D. Depressionen hat.
Mich bestärkt allein dieses Phänomen: Die predigt, daß Sport
gegen Depressioenn hilft, schint damit wohl widerlegt!
Diese Aussage (entschuldige) ist einfach dumm.
Weil wir a.) nicht wissen können, ob es damit im Zusammenhang steht und weil b.) nicht ein Einzelfall eine -zig Zahl von Studien widerlegen könnte.
Aber zur Frage: Hilft diese Art der Berichterstattung den
Kranken und den Angehörigen? Besonders wenn man betrachtet,
daß in anderen Fällen bei z.B. Polizistenmorden es heißt der
Täter habe sich in psychiatrischer Behandlung befunden und
leide unter Depressionen.
(Vorfall im Ruhrgebiet, bei dem Pol-Beamte erschossen wurden)
Das können wohl nur die Kranken und die Angehörigen beantworten. Warum sollte es schaden? Wir sprechen über eine Volkskrankheit und nicht über die Pest, oder eine unheimliche, mysteriöse, nicht zu heilende Krankheit.
Entschuldige nochmal, aber Dein Artikel nährt leider ein wenig den hier zu Lande üblichen Umgang mit Psychischen Erkrankungen. Sie sind für gesunde Menschenn immer noch befremdlich, unheimlich. Keiner weiß so genau, was da mit den Patienten geschieht, die abgeschirmt vom Rest der Welt in einem Krankenzimmer „behandelt“ werden.
Mein Eindruck war auch ein wenig, Du könntest beinahe vermuten, es könnte den Angehörigen ja PEINLICH sein?
Bedauerlich- wenn es so wäre.
Vielleicht ist unser aller Verhalten in diesem Lande- diese (teilweise kaputte) Gesellschaft- mitverantwortlich für diese und ähnliche Erkrankungen.
ME kann nicht oft genug darüber berichtet werden.
Gruss
Frank