Hallo,
ich habe seit einiger Zeit (fast 2 Jahre) Drepressionen. Woher es kommt weiß ich nicht aber ich füle mich dauerhaft traurig und lustlos. Ich habe außerdem eine Essstörung und bin sehr dünn.
Ic bin bereits in Behandlung und bekomme bald einen Platz in der Psychatrie.
Allerdings bin ich erst 16 und gerade dabei meine Abschlussprüfung zu schreiben. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, das es schwer für einen depressiv Kranken Menschen ist zu lerne. Ich versuche es aber ich kann mich nicht wirklich dazu aufraffen.
Ich frage euch: Gibt es vielleicht einen von euch der das gleiche durchmacht bzw durchgemacht hat und der mit mir vielleicht darüber reden würde. Ich fände jede art von tipps und hilfen gerne an.
Danke im Vorraus, el1000el
Hi,
erstmal muss ich sagen, dass ich es super finde, dass du dir helfen lässt und bereits in Behandlung bist. Das heißt, du hast erkannt, dass du ein Problem hast und diese Erkenntnis ist schon mal ein erster Schritt.
Bei mir hat es lange gedauert, bis mir klar wurde, dass ich echt Probleme hatte. Ich habe auch jahrelang mit Depressionen gekämpft, hatte eine ziemlich drogenlastige Zeit…
Bin jetzt clean, klar, das mit den Depressionen geht nicht einfach von heute auf morgen weg. Jetzt, wo ich keine Drogen mehr nehme, sind sie oft stark.
Aber ich weiß einfach, dass es weitergehen muss, denn es wäre doch schade das Leben einfach wegzuwerfen.
Mir hilft es immer, wenn ich mir meine Ziele vor Augen halte, mir immer wieder sage, dass es mir irgendwann wieder sehr gut gehen wird. Man wächst auch an seinen Problemen.
Dein nächstes Ziel sollte jetzt sein, deine Therapie durchzuziehen. Die Schule ist zwar wichtig, aber jetzt geht es primär darum, dass du wieder gesund wirst.
Krieg deine Depressionen in den Griff, die Schule kann erst mal warten. Dann machst du eben nächstes Jahr erst deinen Abschluss.
Kümmer dich jetzt um dich.
Ich wünsche dir alles erdenklich Gute,
Rohy
Hi,
ich hatte das von 12 bis knapp unter 30. Das hat mir meine ersten besten Jahre geraubt.
Meine beste Entscheidung im Leben war, mir SSRI (Antidepressiva, Selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer) verschreiben zu lassen, um den Acker der Psyche einmal zu beruhigen und darauf basierend eine Therapie zu machen.
Meine andere beste Entscheidung war, die Dinger nach etwa einem Jahr wieder abzusetzen, denn wirklich berührt hat mich da eher wenig. Alles jeweils über einen Arzt (bei mir war es ein Psychater).
Man ist durch die Dinger nicht „zu“ oder so, die Amplituden der Stimmungsschwankungen nehmen einfach ab. Es geht einem nicht mehr so scheisse - aber eben auch nicht mehr so gut.
Ansonsten funktioniert wirklich, auch wenn man das nicht mehr hören kann:
* Drogen & Alkohol eher meiden - wie alles, was den Körper allein schon schwächt, daher auch:
* genug schlafen
* nicht zu viel schlafen
* früh genug ins Bett
* früh genug aufstehen
* Sport (Laufen, anderer Ausdauersport)
* Sport (wenn man nicht mehr schlafen kann oder sich langweilt)
* Sport (einfach so)
* das richtige Umfeld: positive Leute, gerne auch mal etwas intellektuellen Selbstbetrug stattfinden lassen