Depressionen von Angehörigen

Hallo liebe Leser,
meine Freundin hat neulich eine Frage über ihre Depressionen und Antriebslosigkeit gepostet (unter meinem Ac, nicht das es da zu Verwirrungen kommt.)
Vielleicht hat jemand das gelesen. Meine Frage ist jetzt, wie soll ich mich am besten Verhalten. Wir sind seit über sieben Jahre zusammen, und ich weis, daß sie alles Mögliche getan hat um sich helfen zu lassen. Ich unterstütze sie wo ich nur kann. Nur diese Krankheit belastet unsere Beziehung, teilweise ist es aber sehr schwierig das durchzuhalten. Wie kann i c h ihr am Besten helfen???.
Ich freue mich auf Eure Antworten

Danke!!!

Hallo konopka,

ist deine Freundin in Behandlung? Nimmt sie Antidepressiva?

Gruß

Samira

Hallo Samira,
ja! meine Freundin hat schon fast die ganze Palette der Antidepressiva(SSRI und SNRI) durch und nichts hift, im Gegenteil von den meisten hat sie schlimme Nebenwirkungen. Sie ist in Neurologischer, Psychatrischer und Psychotherapeutischer Behandlung. Ich stelle mir ja auch die Frage, was kann ich tun? Ich kann ihr keine Medikamte verschreiben.
Danke

Hallo Samira,
ja! meine Freundin hat schon fast die ganze Palette der
Antidepressiva(SSRI und SNRI) durch und nichts hift, im
Gegenteil von den meisten hat sie schlimme Nebenwirkungen.

Das ist leider gar nicht selten so.

Sie
ist in Neurologischer, Psychatrischer und
Psychotherapeutischer Behandlung.

Will heißen: es wird alles getan, was nach der Schulmedizin zur Behandlung zur Verfügung steht.

Ich stelle mir ja auch die
Frage, was kann ich tun?

Wenn die medikamentöse Therapie nicht den gewünschten Erfolg bringt, bleibt nur, auf den positiven Effekt der Psychotherapie zu warten. Dazu bedarf es zweier Dinge: Geduld und Durchhaltevermögen.

Der entsprechende Zeitraum kann zwischen Wochen und Monaten liegen. Und dabei verlieren viele Patienten oft die Geduld:

Für Angehörige ist es wichtig, in dieser Phase den Patienten in der Weise zu stabilisieren, daß sie versichern, daß bei diesem Erkrankungsbild eine gute Chance auf Besserung (oder Heilung) besteht.

Und das es eine Frage der Zeit ist, wann es wieder bergauf geht.

Versichern Sie der Patientin, daß Sie genug Geduld haben, darauf zu warten (und Sie nehmen ihr damit den negativen Leistungsdruck „es-muß-doch-jetzt-besser-werden“).

Versichern Sie der Patientin, daß sie Ihnen auch in dieser schweren Zeit nicht weniger wichtig ist als in guten Zeiten.

Wenn Ihnen das gelingt, haben Sie Ihren Beitrag zur Genesung beigetragen - und das wünsche ich Ihnen von Herzen.

Vielen Dank für Ihre Antwort,
Ich versuche schon immer Ihr zu sagen, daß es bald besser wird. Aber wenn sie in Ihrer Depressiven Phase ist (Es handelt sich wohl genauer um eine Bi-Polare Störung) werde auch ich oft dafür Verantwortlich gemacht das Alles aber auch wirklich Alles schlecht, schlimm und grausam ist. Ich weis dann, es ist ihre Krankheit, die aus ihr spricht, aber das dann durchzuhalten und mir das immer wieder zu sagen ist sehr,sehr schwierig.
Vielen Dank

Hallo,

Wie kann i c h ihr am Besten helfen???.

Hier zu raten ist ein wenig so, wie jemandem die Kunst des Seiltanzens zu erklären. Als Partner einer Person mit einer psychischen Erkrankung geht es letzten Endes darum zu entscheiden, wo die Unterstützung enden und der Selbstschutz einsetzen muss.

Normalerweise wird jeder Mensch, der liebt, bereit und in der Lage sein, seinen erkrankten Partner über eine gewisse Zeit zu tragen und die eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund zu stellen. Endlos wird das in aller Regel nicht funktionieren - zumindest dann nicht, wenn man noch von einer Liebes- und nicht von einer Helferbeziehung reden möchte.

Und: Nicht immer trägt die maximale Unterstützung tatsächlich zur Genesung des Partners bei - im Gegenteil: Oftmals verstärkt man damit unwillentlich das Krankheitsbild. Gerade Menschen, die - krankheitsbedingt - stark mit sich selbst beschäftigt sind, nehmen die ständige Rücksichtnahme auf ihre Befindlichkeit schnell als selbstverständlich an und bestrafen jedes Nachlassen dieser Rücksicht aufs Heftigste. Oft werfen die, die selbst extrem egoistische Verhaltensweisen zeigen, dem anderen Egoismus vor, wenn der es wagt, nach langen Zeiten des sich Zurücknehmens eigene Bedürfnisse zu äußern.

Es gilt also auch, Grenzen zu setzen. Krankheit darf nicht zu einer Entschuldigung für das ungebremste Ausleben von Launen benutzt werden. Ich persönlich halte es für besser, auf Grenzen hinzuweisen und auf ihre Respektierung zu bestehen, als alles auszuhalten und irgendwann nur noch flüchten zu können.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo,

Ich unterstütze sie wo ich nur kann.
Nur diese Krankheit belastet unsere Beziehung, teilweise ist
es aber sehr schwierig das durchzuhalten. Wie kann i c h
ihr am Besten helfen???.

Indem du Distanz schaffst* (es hilft euch beiden). Es macht keinen Sinn, wenn du zunehmend zweifelst, irgendwann verzweifelst. Deine noch vorhandene Unterstützung zwangsläufig ins Gegenteil umschlägt, mit deutlich unangenehmeren Folgen.

Aktive gemeinsame Hilfe/Unterstützung durch dich, für dich und deine Freundin, „könnte“ möglicherweise eine Partnerberatung sein. Damit das Zusammenleben nicht völlig auseinander driftet.
Oder die Suche nach Ergänzungen zu rein medizinischen Möglichkeiten (z.B. Umfeld verändern wie Arbeit, Wohnort, Freundeskreis, Familien … ich habe keine Ahnung ob der Depression-Ursachen und was für euch zutreffen und hilfreich sein könnte).

*Distanz schaffen
Zwischen dir und einer Krankheit (die auch dich betrifft). Gelassenheit zur Krankheit zeigen. Nichts unterstützendes wie übertriebene Fürsorge.
Es wird sicherlich schmerzhafte Momente geben, aber für einen kühlen Kopf für deine weiteren Entscheidungen sorgen. Zugunsten deiner Freundin, oder auch gegen sie. Das Problem Depression kann nur sie angehen und lösen, du hast m.E. keine großartigen Möglichkeiten einzugreifen und Änderungen herbei zu führen.

Grüße
Tommy

Hallo Jule,
vielen Dank für Deinen Beitrag. Aus der Sicht habe ich das bisher nicht genauer betrachtet. Es ist in der Tat so, daß jede Nachlässigkeit, ich sags mal so, auffällig wird.
Ich muß mich ihretwillen und meinetwillen etwas zurücknehmen.
Vielen Dank

Hallo Tommy,
mit der Distanz schaffen , ist gar nicht so leicht zumal ich schon seit meiner Kindheit für alles Mögliche verantwortlich gemacht wurde.
Vielen Dank