Hallo zusammen,
mit Interesse habe ich den Artikel von Mel (ein Stückchen weiter unten) und die Antworten darauf gelesen. Ich habe mich auch schon auf einigen Internetseiten informiert, aber so recht weiß ich noch nicht, was momentan zu tun ist, vielleicht habt ihr einen Rat für mich.
Es geht um meine Mutter, die vor einigen Jahren wegen Depressionen in einer Klinik war, seither nimmt sie auch Medikamente (die genauen derzeitigen Dosen und Namen kenne ich leider nicht, weiß aber dass sie schon Edronax, Maren und Lorazepam genommen hat).
Gestern habe ich sie besucht, sie saß wieder in einem richtigen Loch.
Ich will kurz etwas zu ihrer Vorgeschichte sagen: Mein Vater und meine Schwester sind/waren trockene Alkoholiker, mein Vater starb plötzlich vor knapp 2,5 Jahren, in dieser Zeit war sie an Eierstockkrebs erkrankt, ihr Leben stand selbst auf der Kippe (körperlich geht es ihr seither aber wieder ziemlich gut). Meine Tante starb vor etwa 9 Jahren an Krebs, sie musste sich in ihren letzten Wochen um sie und auch um ihre Mutter kümmern, die mit im Haus der Tante lebte. Nach dem Tod der Tante wartete mit der Mutter die nächste Aufgabe, 4 Jahre später starb auch sie.
Meine andere Tante war ebenfalls an Krebs erkrankt, was meine Mutter natürlich auch sehr mitgenommen hat. Dann ihre eigene Erkrankung, die während eines Routineeingriffs festgestellt wurde, man musste schnell handeln. In diesem Zeitraum der plötzliche Tod meines Vaters, alles harte Schläge.
Meine Tante hatte auch mit Depressionen zu kämpfen, meine Mutter hat sie damals aber nicht verstanden, konnte nicht nachvollziehen, dass sie an manchen Tagen an nichts Freude hatte und ängstlich war. Jetzt ist ihr selbst dieses Los beschieden.
Ich habe gestern versucht mit ihr zu reden, ihr gesagt dass sie das Recht hat die schlechten Gefühle zuzulassen, aber auch nicht tatenlos zusehen soll und versuchen wenn es vorbei ist etwas dagegen zu tun.
Sie hat auch Angst vor einem Krebsrückfall, sie hatte in der vorigen Woche von einer Bekannten aus dem Ort gehört, die vor Jahren wegen Rückenschmerzen behandelt worden war und bei der jetzt ein Tumor in der Niere mit Metastasen im Körper festgestellt wurde.
Da meine Mutter in letzter Zeit auch Schmerzen im Rücken hatte, denkt sie jetzt auch der Krebs wäre wieder da.
Diese Angst kann ich auch verstehen, lieber soll sie einmal zu viel als zu wenig zum Arzt gehen um das abklären zu lassen, aber solche Sachen nimmt sie sich oft sehr zu Herzen. Solche „Angstanfälle“ hat sie öfters nach Hiobsbotschaften von anderen Betroffenen.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit einem Familienmitglied, was ist euer Rat?
Ich habe ihr vorgeschlagen, eine Kur zu machen oder in eine Klinik zu gehen in der es auch Gesprächskreise gibt. Nach ihrer stationären Depressionsbehandlung hat sie so etwas nicht mehr gemacht, sie geht zwar hin und wieder zu einer Psychotherapeutin, aber die Wartezeit im Wartezimmer ist bedeutend länger als das Gespräch mit ihr, meistens sprechen sie nur über die Medikamentendosierung, sicher nicht das einzig wahre. Nach ihrer Krebserkrankung hat sie sich eigentlich auch nie richtig damit auseinander gesetzt. Ich habe ihr gesagt so wie ein Armamputierter lernen muss nur noch mit einem Arm auszukommen musst du auch lernen, mit deiner/deinen Krankheit(en) umzugehen.
Leider bringt es nicht sehr viel wenn ich ihr so etwas sage, sie sagt dann solche Sachen wie „wär’s doch endlich vorbei“…
Manchmal werd ich aber auch wütend, alle Vorschläge die man hat werden abgeblockt, sich mal was schönes zu gönnen kommt ihr gar nicht in den Sinn, für alles findet sie gleich einen negativen Einwand.
Letzte Anmerkung noch: Meine Mutter wohnt mit meiner Schwester, deren Mann und Sohn in einem Haus, in dieser Woche ist sie allein, da sie in Urlaub gefahren sind.
„Seufz“, sorry dass der Text so ellenlang geworden ist, aber ich musste jetzt mal irgendwo hin damit.
Über ein paar Tipps von euch wäre ich sehr dankbar!!
Vielen Dank fürs geduldige Lesen
Miriam
). Sie wird in den nächsten Wochen erstmal eine stationäre Therapie machen, danach ist sie nicht abgeneigt sich einem Termin bei einem Psychotherapeuten geben zu lassen.