Ich habe seit längerer Zeit ziemliche Stimmungsschwankungen. D.h. in meiner Umgebung ist alles inordnung nur mir geht es plötzlich ziemlich schlecht.Das schlimme ist dann das ich dann immer mehr in depressionen verfalle der einzige der es schafft mich da raus zu holen ist mein Freund. Und das meißtens auch nur weil er damit nicht zurecht kommt(ich kann ihm nicht erklären was mit mir los ist weil ich es selber nicht weiß) und dann auch durchdreht. Dann versuche ich mich zusammen zu nehmen, aber wirklich besser geht es mir dann nicht.Ich möchte am liebsten nur noch weinen mich in die letzte Ecke verkriechen und nur noch darauf warten das es verschwindet.
Ich wurde früher ziemlich viel geschlagen psychischer terror von meiner Mutter, später von jemandem anderen vergewaltigt. Kann es sein das es damit zu tun hat?Obwohl ich an diese Sachen nur selten denke.
aus der Ferne kann ich Ihre Frage nicht beantworten, denn es gibt zu viele Möglichkeiten, was Ihre Stimmungsschwankungen auslösen könnte und was dagegen zu tun hilfreich wäre.
Ich möchte Ihnen aber dringend empfehlen, Ihren Hausarzt um eine Überweisung zum Psychotherapeuten zu bitten. Sie werden sicher verstehen, daß es sich im Falle einer behandlungsbedürftigen Störung nachteilig auf den Heilungsverlauf auswirken kann, wenn die Therapie zu spät einsetzt. Andernfalls kann im Ergebnis des Gesprächs mit dem Therapeuten und durch künftige Beachtung seiner Verhaltenshinweise oder auch mit Hilfe eines Medikaments mitunter schnell überwunden werden, was Sie jetzt beunruhigt.
Sie müssen sich vor dem Schritt zum Therapeuten nicht scheuen: Die landläufig verbreitete Auffassung, nur wer „verrückt“ sei, brauche eine Psychotherapie, ist falsch! Sie ist auch schädlich, weil sie viele Menschen zu lange davon abhält, die Ursachen psychischer Probleme abklären zu lassen.
leider sind depressive Verstimmungen weiter verbreitet, als man annimmt. Wenn man sich gerade in einer Depression befindet, könnte man alles darauf verwetten, dass man nicht mehr hinausfindet. Aber man findet wieder hinaus. Ich bin leider kein Psyschater (…hm sieht nicht richtig geschrieben aus…), trotzdem kann ich Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass man es schaffen kann.
Natürlich liegt es nahe, das der Grund Deiner Verstimmung in Deiner Vergangenheit zu finden ist. Das kannst Du am besten in einer Psyschotherapie feststellen - wenn Du denn eine brauchst. Helfen wird Dir am Anfang AUF JEDEN FALL Autogenes Training
Damit solltes Du vielleicht schon heute abend beginnen. Von Medikamenten möchte ich vorerst abraten. Es gibt aber viele, die eine Depression unterdrücken und die Stimmung wieder aufhellen. Das sollte aber in jedem Fall ein Psyschiater entscheiden und kein Hausarzt. Die verschreiben gerne und schnell irgendein Medikament.
Geh doch einfach mal zu einem hin. Wähle einen, der nicht in Deiner unmittelbarer Umgebung liegt, dann triffst Du auch keine Bekannten, denen Du dann irgendwelche Fragen beantworten musst.
Helfen wird Dir am Anfang AUF JEDEN FALL Autogenes Training
Entspannungsmethoden helfen bei Depressionen meines Wissens nach nicht in jedem Fall und auch nicht auf jeden Fall, sondern können bei dieser Problematik die Sache verschlimmern. Statt dessen hat sich bei Depression gerade Sport - also die Aktivierung des Körpers und nicht die Beruhigung des Körpers wie bei Entspannungsverfahren - oft als nützlich erwiesen.
Das sportliche Aktivitäten gut gegen Depressionen helfen, ist mir bekannt. Eine (teilweise)negative Wirkung von Autogenem Training auf die Psyche überrascht mich.
Danke für die Aufklärung, ich lerne sehr gerne dazu.
Das sportliche Aktivitäten gut gegen Depressionen helfen, ist
mir bekannt. Eine (teilweise)negative Wirkung von Autogenem
Training auf die Psyche überrascht mich.
Ich meinte nicht so sehr das Autogene Training an sich, sondern daß Autogenes Training „auf jeden Fall“ bei Depression positiv wirkt. Wie alle klinischen Entspannungsverfahren setzt es die Körperaktivität herab, aber weil sie bei Depression bereits erniedrigt ist, würde ich in Übereinstimmung mit der Literatur erst einmal an eine Aktivierung des Körpers denken. Sport (besonders Joggen, Wandern) ist dazu - wie Du ja weißt - geeignet. Entspannungsverfahren sind ebenfalls sinnvoll einsetzbar (besonders die Gesichtsmuskulatur ist bei Depressionen häufig „verkrampft“ - man denke an M. corrugator!), aber nicht „in jedem Fall“ und „auf jeden Fall“.
Hallo Nadine ,
meine Hausärztin erklärte mir meinen depressiven Zustand so :
Es ist so wie ein ausgetrockneter See , den man wieder füllen muß,
sie verschrieb mir ein Antidepressivum, mit dessen Hilfe ich wieder
„wach“ geworden bin, nach einigen Monaten als der See wieder „gefüllt“ war, verminderte ich die Dosis, parallel dazu nahm ich Johanniskrautkapseln ( 3x 300 mg, aber dabei sich nicht der Sonne aussetzen, sonst kann es zu unerwünschten Hautpigmentierungen kommen),
und jetzt bin ich dabei die Johanniskrautkapseln auszuschleichen,
es geht mir wieder gut.
ich kann dir nur raten wenn du etwas in Tabletten Form brauchst, dann nimm Remotiv, das nehme ich selber auch! Ist ein Antidepressiver, nach einer 1 Stunde fängt es an zu wirken. Der Wirkstoff ist mit aus Johanniskraut. Ich selber mache das gleiche auch durch, bloß das es bei mir etwas extremer ist.
…surfe selbst gerade hier herum, weil mich das Thema „Depression“ beschäftigt (hat).
Gehe davon aus, daß Deine Vergangenheit mit den Stimungsschwankungen zu tun hat.
Eine Therapie machen mitlerweile sehr viele Menschen, da bei vielen die Lebensumstände immer unsicherer werden. Hatte auch erst eine riesige Hemmschwelle davor. Wäre ohne Therapie aber wohl nicht aus der Depression herausgekommen!
Hatte zunächst „auch nur Stimmungsschwankungen gehabt“. Die hat man so lange, wie man unbewältigte Erlebnisse beiseite schiebt. Bei mir ging es um verdrängte Trauer (u.a.Tod meiner Mutter). Erst als ich getrauert hatte, waren die Schwankungen weg…(so in etwa…)
Möchte Dir eine Psychotherapie empfehlen. Für mich war es während der Depression schwierig, einen Therapeuten zu finden, bei dem ich den Eindruck hatte, daß er zum jeweiligen Zeitpunkt entsprechend auf mich einging und mir das Gepräch „auch wirklich etwas gebracht hat“. Hatte z.b. bei einigen den Einduck, daß ich das stattgefundene Gespräch auch in der Kneipe hätte haben können. Hatte zunächst NLP als Therapieform ausprobiert, wovon ich (auch in Deinem Fall) abraten möchte, habe danach eine tiefenpsychologische Therapie gemacht. NLP halte ich in Fällen wie z.b. Angst vorm Zahnarzt für OK. Probiere ruhig mehrere Therapeuten aus!
Der Auslöser bei Depressionen ist die jeweilige Lebenssituation, so war es in meinem Fall. Um selbst aus der Depression wieder herauszukommen, muß man die Lebensumstände ändern…auch, wenn man den Eindruck hat, daß es zunächst vielleicht gar nicht weitergeht. - Irgendwann geht es dann doch wieder weiter! Medikamente sollen Nebenwirkungen habe. Welche weiß ich nicht. Habe sie nicht ausprobiert. Wollte nur erklären, daß man immer nocht so fit sein sollte, daß man seine Lebenssituation noch ändern kann bzw.Dinge aus der Vergangenheit oder Gegenwart verarbeitet und anders einzuordnen lernt, anstatt depressive Gefühle durch Medikamente „wegzumachen“. Möchte jetzt aber auch kein absolutes Plädoyer gegen Medikamente halten.
Sport halte ich ebenfalls für gut, da man sich selbst spürt.
…ist klar, daß es verschiedene Depressionen gibt. Habe von einer neurotischen oder reaktiven Depression gesprochen, nicht von einer endogenen Depression. (Habe die genauen Begriffsdefinitionen nicht so im Kopf…)
Wollte eben nur darauf hinwiesen, daß eine Therapie helfen kann und eine medikamentöse Behandlung nicht der einzige Weg aus der Depression heraus sein muß.