Depressiver Arbeitskollege

Moin,

Würde ich,
wenn es so wäre, mein Verhalten auf deine „Hinweise“ hin
ändern?

"Das kommt darauf an"® und ich würde das nicht ausschließen. Es ist ja nicht so, dass ich auf meine Stellungnahme hin erwarte oder davon ausgehe, dass jemand anderes in einer Situation so handelt wie ich es tun würde. Es ist IMHO oft hilfreicher jemanden zum (selbst) denken anzuregen; was auf unterschiedlichen Arten geschehen kann. Eine davon ist, so hoffe ich, meine.

VG
J~

Moin,

Erstmal Danke für diese „normale“ und gutgemeinte Antwort.

diesen Satz hast du nun schon mehrfach wiederholt und genau sowas meine ich z.B. mit, dass du noch weiter Öl in mein Feuer gießt.
Wenn du eine öffentliche Frage stellst wirst du mit ALLEN Antworten Leben lernen müssen wenn du weiterkommen willst. Bestätigung ist zwar ganz schön, aber wirklich orientieren kann man sich eher durch eine Gegenmeinung.

VG
J~

Moin,

Im Privaten kannst du Depressive meiden, im beruflichen
Bereich musst du immer wieder lernen, mit der oftmals
niederdrückenden und vereinnahmenden Art von Arbeitskollegen
oder Vorgesetzten umzugehen.

bezieht sich der zweite Satzteil auf den Ersten? Wenn ja, verstehe ich den Zusammenhang nicht ganz. Oder sollte das erste Komma ein Punkt sein?

Vg
J~

Ein Beispiel: Ich soll eine Aufgabe erledigen, bin gerade 2
Tage dort, habe eine Nachfrage weil mir das nie erklärt wurde.
Da kommt direkt als Gegenfrage, in einem motzigen Tonfall
„Willst du das etwa nicht machen? Das ist hier kein
Zuckerschlecken!“ Ich will da aber keinen Streit vom Zaun
brechen! Also sag ich „Sorry, es war nur eine Nachfrage, wie
das geht.“ - „Du brauchst dich jetzt nicht rechtfertigen!“

So eine Aussage kann aber von jeder x-beliebigen Person kommen, welche Rolle spielt die Depression dabei?
Meinst du, wenn du WIderworte gibst sucht er sich den nächsten Baum zum Aufknüpfen? (mal überspitzt formuliert)

Gruß
wildpferd

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Hallo,

schön, dass du einen Ansprechpartner gefunden hast, den du jetzt jederzeit um Rat fragen kannst. Auch wenn er fragwürdigerweise „Bedingungen“ für Hilfe und Unterstützung stellt.

Im Grunde genommen weiß er und wissen wir alle, dass der Umgang mit psychisch erkrankten Menschen (sei es Depression, Suchterkrankungen oder anderes) sehr sehr belastend, anstrengend oder auch nur nervend sein kann. Es sind nun mal Menschen, die mit sich, ihren Problemen, ihrem Verhalten und Umgang mit anderen nicht besonders gut alleine zurecht kommen. Menschen, bei denen auch Fachleute trotz monate- oder jahrelanger Therapieversuche und Medikamentation häufiger keinen Erfolg haben. Es sind nun mal Menschen, die ihre Probleme (zum Teil, bewusst oder unbewusst) in den Vordergrund stellen, ihre Lebenspartner/Kinder/Angehörigen und alles Drumherum teilweise mit nach unten ziehen. Ebenso auch Freunde oder wie in deinem Fall eben ArbeitskollegInnen (acht Stunden am Tag über 5 Tage die Woche sind eine Menge Zeit). Nicht umsonst gibt es zahlreiche Anlaufstationen für all diese Mitbetroffenen, bei denen sie selbst um Rat und Hilfe suchen können (man lese mal die Links von Roman alias BHXW9). Kurz gesagt: Es gibt keinen Grund zu beschönigen oder zu verharmlosen, still zu halten oder gar zu „fressen“.

Ebenso wie der erkrankte Kollege Anspruch auf (besondere) Fürsorge- und Sorgfaltspflicht von Seiten des Arbeitgebers hat, hast du ein Anrecht auf eine sorgfältige und gute Ausbildung. Dieses „Abstellen“ in deinem Fall wäre für mich als Vorgesetzter aus meinen Erfahrungen heraus schlicht und grundsätzlich ein No-Go.

Nur um auch mal die andere Seite der Medaille ein wenig beleuchtet zu haben. Also nutze die Möglichkeit der Vorsprache beim Azubi-Verantwortlichen, wenn du den Eindruck hast, dass es erforderlich ist.

Franz

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Stigma psychische Erkrankungen

Im Grunde genommen weiß er und wissen wir alle,

Ach ja? Wir alle? Das Postulat „wir alle wissen“ an den Anfang einer solche Aussage gestellt lässt keinen Zweifel daran, dass man für das Folgende die allgemein gültige Wahrheit gepachtet zu haben wähnt.

„Wir alle“ wissen nicht.

dass der
Umgang mit psychisch erkrankten Menschen (sei es Depression,
Suchterkrankungen oder anderes) sehr sehr belastend,
anstrengend oder auch nur nervend sein kann.

Betonung liegt bei diesem Satz aber auf „sein kann“! Auch der Umgang mit nicht psychisch erkrankten kann sehr sehr belastend oder auch nur nervend sein. Und sei es nur der Umgang mit Menschen, die andere vorverurteilen.

Es sind nun mal
Menschen, die mit sich, ihren Problemen, ihrem Verhalten und
Umgang mit anderen nicht besonders gut alleine zurecht kommen.

Was sagt diese Aussage aus, so für sich? Erst eimal gar nichts. Auch mit einem gebrochenen Bein kommt man nicht „besonders gut alleine zurecht“. Du implizierst mit deiner Aussage die völlig falsche Annahme, dass von diesen Menschen (generalisiert alle psychisch Kranken) etwas ausgeht, dass ihr Umfeld zwangsläufig weniger oder eher mehr erheblich belastet. Wobei dies auch impliziert, dass aus jeder Beeinträchtigung oder Wahrnehmung bei psychisch Kranken ganz schnell mal eine „Belastung“ wird.

Heißt am Beispiel: wenn jemand ein gebrochenes Bein hat oder im Rollstuhl sitzt und die Folge ist, dass etwas langsamer gehen muss, wird dies von den meisten akzeptiert. Soll etwas langsamer gehen, weil jemand eine psych. Erkrankung hat, dann ist dies gleich „belastend“.

Menschen, bei denen auch Fachleute trotz monate- oder
jahrelanger Therapieversuche und Medikamentation häufiger
keinen Erfolg haben.

Wie viel Prozent der psychisch Kranken betrifft das? Hast du Zahlen? Nur so gefühlte? Oder gar tatsächliche? Wieso implizierst du erneut und sachlich völlig verkehrt, dass psych. Erkrankungen zum Großteil prakt. nicht therapierbar seien?

Es sind nun mal Menschen, die ihre
Probleme (zum Teil, bewusst oder unbewusst) in den Vordergrund
stellen, ihre Lebenspartner/Kinder/Angehörigen und alles
Drumherum teilweise mit nach unten ziehen.

Das ist nun mal wieder Vorurteil eines Menschen, der besser dem Nuhrschen Axiom folgen sollte. Diese Aussage trifft nur auf einen Teil psych. Erkrankter und auch da oft nur auf bestimmte Phasen zu.

Kurz
gesagt: Es gibt keinen Grund zu beschönigen oder zu
verharmlosen, still zu halten oder gar zu „fressen“.

Richtig. Es gibt aber auch gar keinen Grund, über einen Kamm zu scheren, zu verteufeln, zu übertreiben, hysterisch zu werden und grundlos auf Betroffene einzudreschen.

Ebenso wie der erkrankte Kollege Anspruch auf (besondere)
Fürsorge- und Sorgfaltspflicht von Seiten des Arbeitgebers
hat, hast du ein Anrecht auf eine sorgfältige und gute
Ausbildung. Dieses „Abstellen“ in deinem Fall wäre für mich
als Vorgesetzter aus meinen Erfahrungen heraus schlicht und
grundsätzlich ein No-Go.

Freudscher Verschreiber?
Azubis und Mitarbeiter generell sollen eine vernünftige Arbeitsumgebung haben, sicherlich. Aber mit Sicherheit No-Go sein sollte, dass Mitarbeiter diffuse, völlig unbegründete Ängste, für die dein Beitrag und der des UP Paradebeispiel sind, kultivieren können, um auf dieser Basis betroffene Kollegen zu schneiden, fertig zu machen und zu mobben.

Natürlich gibt es psych. Erkrankte, die schwierig sind. Aber hier ist sehr sorgfältig zu trennen, was Charakter und was Erkrankung ist. Genauso, wie der psych. Erkrankte sich nicht auf seiner Krankheit ausruhen und Schwein sein darf, mit Verweis auf diese Krankheit, darf auch das Umfeld hier nichts rein interpretieren.

Was den vorliegenden Fall angeht. Es kann sein, dass ich mich irre. Allerdings treffe ich die folgende Aussage auf Basis von Erfahrungen mit ähnlichen Situationen aus der Arbeit mit Unternehmen und Betroffenen:

Dies klingt nach einer nicht selten anzutreffenden Konstellation, in der zwar eine Wiedereingliederung stattfindet, diese aber nur schlecht begleitet ist. Die Folge: Vorurteile und Ängste werden kultiviert. Jede Auffälligkeit wird in eine Schublade gesteckt, die immer voller und schwerer wird. Das Prinzip der selbst erfüllenden Prophezeiung. Danach re-agiert auch der Betroffene, die Spirale dreht sich schneller. Irgendwann ist der auch nicht mehr in der Lage, tatsächlich „falsches“ Verhalten adäquat zu korrigieren und die Spirale dreht sich wieder schneller. Immer auf der einen Seite die Gruppe, auf der anderen Seite ein einzelner Betroffener. Irgendwann ist es dann auch das Umfeld, das eigene Unzulänglichkeiten auf die Projektionsfläche dieser psychischen Erkrankung wirft. Selbstreflexion und Korrektur des eigenen Verhaltens ist nicht mehr nötig, wenn man die Ursache und den Schuldigen woanders findet. Und wieder wird die Last auf der einen Seite schwerer, die Spirale dreht schneller.

Dann kommt es zu hilflosen Deeskalationsversuchen, wie hier auch, die auf Vermeidung angelegt sind, aber alles nur noch schlimmer machen. Und das Umfeld sieht die Vorurteile bestätigt und kultiviert die Ängste weiter.

Wenn hier Beratungsbedarf besteht, dann m.E. zuvorderst auf der Chefetage.

Was den UP angeht: Abgrenzung ist wichtig. Aber der UP hat selbst langfristig am allerwenigsten davon, wenn man ihn in seinen Vorurteilen und Ängsten bestärkt.

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hi,
gut, das du jemand gefunden hast der sich mit der Unternehmenskultur ein wenig auskennt. Das meinte ich mit Ratgeber suchen.

Da empfehle ich dir noch ein köstliches Büchlein von Paul Watzlawik „Anleitung zum Unglücklich sein“
Echt der „Hammer“!
Watzlawik ist Mitbegründer der systemischen Therapie, also kein Sprücheklopfer.

Einen Rat für´s Internet hätte ich auch noch, gilt manchmal auch im Leben:
„Don´t feed a Troll“

Will man einem Hund eine Unart (Kläffen z.B.) abgewöhnen, läßt man die Leine fallen und geht einfach weg. Richtig raus ohne sich umzudrehen.
Zuwendung da, wo es im guten passt. Zanken, rechtfertigen etc. bringen nur unnötige Eskalation und kosten Energie. Ich bin meist nur da ansprechbar, wo wertschätzende Kommunikation gepflegt wird.
doch manchmal gilt (selten) „Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt“. Aber eben selten.
Mehr über Kommunikation lernst du von: Friedemann Schulz von Thun, „Miteinander reden“.
Alles Gute

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Dein ‚Stigma‘ ist ärgerlich und völlig daneben
und einiges andere auch.

Hallo Janina,

dein wortspielerisches Eingangsgeplänkel lasse ich mal außen vor.

Umgang mit psychisch erkrankten Menschen (sei es Depression,
Suchterkrankungen oder anderes) sehr sehr belastend,
anstrengend oder auch nur nervend sein kann.

Betonung liegt bei diesem Satz aber auf „sein kann“!

Meinst du ich habe das „kann“ versehentlich getippt?

Auch der Umgang mit nicht psychisch erkrankten kann sehr sehr belastend
oder auch nur nervend sein.

Ich kann natürlich auch Romane schreiben und, wie es „Fachleute“ deiner Art häufig berufsbedingt gewohnt sind, Einschränkungen und Ergänzungen und Vorbehalte … hinzufügen, um nachher nicht greifbar zu sein. Thema hier sind psychisch Erkrankte. Ich bezog mich daher auf diese. Und zur Beruhigung aller: Ja, auch der Umgang mit nicht psychisch Erkrankten kann …

Und sei es nur der Umgang mit
Menschen, die andere vorverurteilen.

Das Vorverurteilen ist doch eher deine Stärke. Dein Beitrag hier und die anderen in diesem Thread sind Zeugnis.

Auch mit einem gebrochenen Bein kommt man nicht
„besonders gut alleine zurecht“. Du implizierst mit deiner
Aussage die völlig falsche Annahme, dass von diesen Menschen
(generalisiert alle psychisch Kranken) etwas ausgeht, dass ihr
Umfeld zwangsläufig weniger oder eher mehr erheblich belastet.

Du unterstellst mir, fälschlicherweise. Es impliziert z.B., dass ich als Autofahrer trotz Grün nicht einfach losfahre, wenn für den guten Mann mit gebrochenem Bein oder die gebrechliche alte Dame die Fußgängergrünphase nicht ausreichend lang ist. Rücksichtnahme nenne ich das. Das hat überhaupt nichts mit Generalisierung oder Stigmatisierung zu tun.

Wobei dies auch impliziert, dass aus jeder Beeinträchtigung
oder Wahrnehmung bei psychisch Kranken ganz schnell mal eine
„Belastung“ wird.

Nun, das Thema in diesem Thread ist psychische Erkrankung und Umgang zwischen Betroffenen/nicht Betroffenen miteinander. Du, nur du, generalisierst und stigmatisierst und hältst mir und anderen selbiges vor.

Soll etwas langsamer gehen, weil jemand eine psych. Erkrankung hat, dann
ist dies gleich „belastend“.

Das mit dem „kann“ hatten wir eingangs doch schon, seufz.

Menschen, bei denen auch Fachleute trotz monate- oder
jahrelanger Therapieversuche und Medikamentation häufiger
keinen Erfolg haben.

Wie viel Prozent der psychisch Kranken betrifft das? Hast du
Zahlen? Nur so gefühlte? Oder gar tatsächliche? Wieso
implizierst du erneut und sachlich völlig verkehrt, dass
psych. Erkrankungen zum Großteil prakt. nicht therapierbar
seien?

Wer generalisiert denn hier jetzt? Hab ich auch nur irgendwo oder irgendwie alle erwähnt?

Es sind nun mal Menschen, die ihre
Probleme ( zum Teil , bewusst oder unbewusst) in den Vordergrund
stellen, ihre Lebenspartner/Kinder/Angehörigen und alles
Drumherum teilweise mit nach unten ziehen.

Das ist nun mal wieder Vorurteil eines Menschen, der besser
dem Nuhrschen Axiom folgen sollte. Diese Aussage trifft nur
auf einen Teil psych. Erkrankter und auch da oft nur auf
bestimmte Phasen zu.

Wenn du nur oberflächlich lesen willst und daraus deine Rückschlüsse ziehst, kann ich dir auch nicht helfen. Ich hab hilfsweise aus meinem Originaltext hervorgehoben, was du überlesen hast.

Kurz gesagt: Es gibt keinen Grund zu beschönigen oder zu
verharmlosen, still zu halten oder gar zu „fressen“.

Richtig. Es gibt aber auch gar keinen Grund, über einen Kamm
zu scheren, zu verteufeln, zu übertreiben, hysterisch zu
werden und grundlos auf Betroffene einzudreschen.

Ich zitiere erneut aus meinem Originaltext hilfsweise:

Nur um auch mal die andere Seite der Medaille ein wenig beleuchtet zu haben.

Ebenso wie der erkrankte Kollege Anspruch auf (besondere)
Fürsorge- und Sorgfaltspflicht von Seiten des Arbeitgebers
hat, hast du ein Anrecht auf eine sorgfältige und gute
Ausbildung. Dieses „Abstellen“ in deinem Fall wäre für mich
als Vorgesetzter aus meinen Erfahrungen heraus schlicht und
grundsätzlich ein No-Go.

Freudscher Verschreiber?

Nein.

Azubis und Mitarbeiter generell sollen eine vernünftige
Arbeitsumgebung haben, sicherlich. Aber mit Sicherheit No-Go
sein sollte, dass Mitarbeiter diffuse, völlig unbegründete
Ängste, für die dein Beitrag und der des UP Paradebeispiel
sind, kultivieren können, um auf dieser Basis betroffene
Kollegen zu schneiden, fertig zu machen und zu mobben.

Kennst du meine Erfahrungen? Meinen Arbeitsbereich? Meine KollegInnen, meine Aufgaben, meine Verantwortung? Wohl nicht. Nach Nuhr bereits dein zweiter persönlicher Angriff, aus dem Nichts und blankem Unwissen heraus. Falsche Unterstellungen. Ich mobbe? Ich mache KollegInnen fertig? Oder Karana? Mannomann Janina!

Natürlich gibt es psych. Erkrankte, die schwierig sind.

Und es gibt Erkrankte, die absolut unauffällig sind. So wie der Kollege, der sich das Leben genommen hat, weil er familiäre Probleme nicht bewältigen konnte. Es gibt auch Erkrankte, die sich im Laufe der Jahre dramatisch verändern und an Wahnvorstellungen zunehmend leiden, ohne dass sie es selbst bemerken. Andere aber bemerken es, und holen sich daher Hilfe und Unterstützung beim psychiatrischen Notdienst. Und ein Dritter wiederum erkrankt wegen falschen Verdächtigungen aus seinem persönlichen Umfeld. Allen Beispielen gemeinsam, dass es sehr angenehme und umgängliche Personen sind (waren). Allen Beispielen gemeinsam, dass sie ihr Problem nicht in die Arbeit tragen wollten, es aber dennoch unbewusst gemacht haben und machen. Allen Beispielen gemeinsam, dass alle anderen die Themen kennen und jeder bestmöglich auf ihre persönliche Art und Weise begleiten. Allen Beispielen gemeinsam, dass es ausschließlich die jungen KollegInnen waren, die auf mich oder andere ältere Mitarbeiter zugegangen sind. Weil sie von diesen Menschen und ihren Problemen irritiert und verunsichert waren/sind. [Das ist der Hintergrund, weshalb ich Karana hier unterstütze und überhaupt geschrieben habe].

Aber hier ist sehr sorgfältig zu trennen, was Charakter und was Erkrankung ist.

Du traust diese Beurteilung dir, allen anderen aber nicht zu. Daran solltest du arbeiten :smile:

Was den vorliegenden Fall angeht. Es kann sein, dass ich mich
irre.

Schön, dass du diese Möglichkeit so wie ich in Erwägung ziehst. Wissen tun wir es beide nicht.

Allerdings treffe ich die folgende Aussage auf Basis von
Erfahrungen mit ähnlichen Situationen aus der Arbeit mit
Unternehmen und Betroffenen:

Und hier beginnt der Unterschied. Du klinkst dich phasenweise und vorübergehend ein. Moderierend, beratend, begleitend. Du bist relativ weit weg von den Menschen, mit denen du es zu tun hast. Das hat Vorteile, das hat Nachteile. Es ist ein Unterschied, ob ich wöchentlich zu Beratungsgesprächen (einzeln oder im größeren Kreis) komme oder

wie es bei Karana oder mir oder anderen der Fall ist, mit bestimmten Personen in der Arbeit einen großen Anteil der täglichen/wöchentlichen Lebenszeit verbringe. Bei Gelegenheit mit dem einen oder anderen mal auf ein Bierchen gehe, auch Privates berede, Freundschaften schließe, dennoch auf die formale Distanz und Hierarchie achten muss…

Abschließend zu diesen Punkten noch:

Wenn hier Beratungsbedarf besteht, dann m.E. zuvorderst auf der Chefetage.

Darin sind wir uns einig. Unter Beachtung der Reihenfolge — direkter Vorgesetzter oder Azubi-Verantwortlicher zuerst. Der GF wird nicht begeistert sein, wenn er der Erste ist.

Was den UP angeht: Abgrenzung ist wichtig.

Das hatte ich in meinem Abschnitt „Sorgfaltspflichten, Anrechte“ auch getan. Bezogen auf UP.

Aber der UP hat selbst langfristig am allerwenigsten davon, wenn man ihn in
seinen Vorurteilen und Ängsten bestärkt.

Du sprichst, aus deiner Position/deinem Job heraus verständlich, von allgemein verbreiteten Vorurteilen und Ängsten. Du zielst auf das „Stammtischniveau“ aus deiner Sicht ab.
Ich denke nicht, dass ich Karana in Vorurteilen oder Ängsten bestärke. Das war und ist überhaupt nicht mein Thema und Inhalt der Antwort. Das war nicht einmal Karanas Thema. Du leitest dies aus deinen Vor- und Unterstellungen mir oder Karana gegenüber einfach nur ab.

Franz

2 „Gefällt mir“

Dein Ausweichen ist ärgerlich und völlig daneben

Meinst du ich habe das „kann“ versehentlich getippt?

Das kann ist ja auch die einzige Einschränkung, die du gemacht hast.

Ich kann natürlich auch Romane schreiben und, wie es
„Fachleute“ deiner Art häufig berufsbedingt gewohnt sind,
Einschränkungen und Ergänzungen und Vorbehalte … hinzufügen,
um nachher nicht greifbar zu sein. Thema hier sind psychisch
Erkrankte. Ich bezog mich daher auf diese.

Du hast dich auf psychisch Kranke im Allgemeinen bezogen und nicht relativiert oder eingeschränkt. Das ist genau das, was ich dir zum Vorwurf mache, weil es genau das ist, womit du generalisiert. Ich zitiere:

Es sind nun mal Menschen , die mit sich, ihren Problemen, ihrem :Verhalten und Umgang mit anderen nicht besonders gut alleine zurecht kommen.

Psychisch Kranke Menschen, alle ohne Einschränkung, immer, weil auch keine zeitliche Einschränkung. Durch das „nun mal“ auch noch formuliert, als ob es sich um eine Gesetzmäßigkeit handelt.

Es sind nun mal Menschen, die ihre
Probleme (zum Teil, bewusst oder unbewusst) in den Vordergrund
stellen, ihre Lebenspartner/Kinder/Angehörigen und alles
Drumherum teilweise mit nach unten ziehen.

Wieder ein Postulat, was alle psychisch Kranke ohne Einschränkung meint. Wieder mit dem Element der Gesetzmäßigkeit, das keine andere Möglichkeit zulässt.

Nach diesem, deinem Postulat kommen alle psychisch Kranke mit ihrem Problem nicht besonders gut alleine zurecht, alle stellen sich und ihre Probleme in den Vordergrund, alle ziehen ihre Lebenspartner, Kinder, Angehörige und teilweise das Drumherum mit nach unten.

Das ist falsch, realitätsfern und stigmatisierend.

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Nachtrag:

Ich denke nicht, dass ich Karana in Vorurteilen oder Ängsten
bestärke. Das war und ist überhaupt nicht mein Thema und
Inhalt der Antwort. Das war nicht einmal Karanas Thema. Du
leitest dies aus deinen Vor- und Unterstellungen mir oder
Karana gegenüber einfach nur ab.

Natürlich ist es Karanas Thema. Sie hat es sogar als Betreff gewählt. Sie hat nicht etwa als Betreff gewählt, dass sie Probleme als Azubi auf ihrer Stelle hat. Oder Probleme mit einem … nennen wir es „Kollegen“.

Die Probleme, die geschildert werden:

Ich mache schon seit Tagen immer nur ein und das selbe, obwohl ich in anderen Bereichen der Abteilung noch viel lernen könnte.

Das hat nichts mir einer Depression oder einer psych. Erkrankung zu tun.

Ein weiteres Problem ergibt sich allein dadurch, dass die Person glaubt, ich würde näheren Kontakt oder gar eine Freundschaft suchen. Es tut mir ja Leid, aber so ist es nicht.

Auch das hat nichts mit der Depression zu tun. Im Gegenteil: symptomatischer für eine Depression, wenn sie denn prägend wäre, wäre eher ein Rückzug.

Schuldzuweisungen und Ausnutzen KÖNNEN im Kontext einer psychischen Erkrankungen stehen, können aber auch einfach Charakter sein oder - ebenso möglich - einfach nur eine sehr subjektive Wahrnehmung von jemandem, der offensichtliche Vorurteile hat, weil er eine Erkrankung in den Fokus rückt, die mit den eigenen Problemen nichts oder zumindest nicht sehr viel zu tun hat.

Du bestärkst, in dem du nicht die Probleme auf sachlicher Ebene belässt, sondern die Behauptung des Depressionsbezugs unreflektiert übernimmst. Die Gründe dafür hast du ja bereits dargelegt, weil du selber angefüllt bist mit Vorurteilen, was den Umgang mit psychisch Kranken im Allgemeinen angeht.

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mathematisch korrekt! Trotzdem falsch…
Moin,

schön, dass du einen Ansprechpartner gefunden hast,

wieso gefunden? In dem Artikel steht doch kein Wort davon, dass sie überhaupt gesucht hat. Im Gegenteil wurde das Problem von anderen gelöst. Sowas ist zwar ganz nett im Leben, aber entwickelt man sich daran weiter?

Auch wenn er
fragwürdigerweise „Bedingungen“ für Hilfe und Unterstützung
stellt.

Was ist daran merkwürdig? Das ist doch völlig normal etwas nicht unter allen Bedingungen zu tun.

Im Grunde genommen weiß er und wissen wir alle, dass der
Umgang mit psychisch erkrankten Menschen sehr sehr belastend,
anstrengend oder auch nur nervend sein kann.

Das ist zwar mathematisch korrekt, aber trivial. Folgende Sätze gelten nämlich ebenso uneingeschränkt und deine Betonung auf diesen einen verschiebt die Wahrheit:

Im Grunde genommen weiß er und wissen wir alle, dass der
Umgang mit psychisch gesunden Menschen sehr sehr belastend,
anstrengend oder auch nur nervend sein kann.

Im Grunde genommen weiß er und wissen wir alle, dass der
Umgang mit Menschen namens Franz sehr sehr belastend,
anstrengend oder auch nur nervend sein kann.

Im Grunde genommen weiß er und wissen wir alle, dass der
Umgang mit keine Brille tragenden Menschen sehr sehr belastend,
anstrengend oder auch nur nervend sein kann.

Im Grunde genommen weiß er und wissen wir alle, dass der
Umgang mit $PERSON sehr sehr belastend,
anstrengend oder auch nur nervend sein kann.

Der Satz ist also beliebig und durch deine Hervorhebung festigst du Vorurteile.

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Technik des könnens
Moin,

Betonung liegt bei diesem Satz aber auf „sein kann“!

Meinst du ich habe das „kann“ versehentlich getippt?

ein großes deutschen Boulevardblatt verwendet die gleiche Technik wie dein „kann“: „Bundeskanzlerin Merkel bei Attentat erschossen?“
Natürlich ist sie nicht erschossen worden und natürlich gab es auch gar kein Attentat. Spielt auch gar keine Rolle, denn allein die Tatsache, dass die Frage dort geschrieben steht erfüllt ihren Zweck: In die Köpfe der Menschen eine gewisse Botschaft zu transportieren. Im Falle der Zeitung eines Anschlags, bei dir, dass psychisch Kranke „schwer“ und „schwierig“ seien.

VG
J~

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Ich möchte mich in ähnlicher Weise hier noch einmal anhängen.

Es sind nun mal Menschen, die ihre Probleme (zum Teil, bewusst oder unbewusst) in den Vordergrund stellen, ihre Lebenspartner/Kinder/Angehörigen und alles Drumherum teilweise mit nach unten ziehen.

Nicht verallgemeinernd gemeint, weil das „alle“ fehlt?

Das erklärt einiges:

http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_3.html

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Hallo Franz,

bisher wurde über die Depression doch so gut wie gar nichts von Karana geäußert.
Der Kollege wurde behandelt und ist wieder eingegliedert. Punkt. Vielleicht war er vor, während und nach der Behandlung schon ein schwieriger Mensch. Wissen wir nicht.
Das aber alles mit „der hat Depressionen“ zu erklären bzw. ihn deshalb zu brandmarken, finde ich nicht in Ordnung.

Gruß
wildpferd

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Moin auch,

bevor hier jemand noch schlaflose Nächte bekommt, weil ich „sein kann“ und nicht ein vielleicht erhofftes „ist“ geschrieben habe:

Macht euch nicht unnötig Mühe und Sorgen, ich werde keinen weiteren Versuch unternehmen, eure Gedankengänge und Glaubensansätze mich betreffend in irgend einer Weise zu beeinträchtigen.

…bei dir, dass psychisch Kranke „schwer“ und „schwierig“ seien.

Wenn diese Interpretation für dich/euch so passt, dann will ich euch nicht weiters daran hindern.

Franz

Karana, ich hab die dümmste Frage der Welt: hast du denn mit dem Kollegen mal gesprochen? Auch als Azubi darfst du doch sagen daß du so gerne mehr lernen würdest und dir wünschst eine Arbeit machen zu können wo du beweisen darfst was du kannst. Voraussetzung: das Gespräch miteinander! Das kann nicht zufällig sein daß deine eigenen Vorbehalte beeinflußt werden von dem, was du von ihm weißt? Meinst du denn, der Mann spürt deine ablehnende Haltung nicht? Wie würdest du dich in einem solchen Verhalten? Mit Sicherheit genauso.

Für mich hört sich das eher an als ob er nicht wüßte welche Arbeit er dir geben soll. Das kann ich verstehen. Denn wie soll er wissen was man dir zutrauen kann wenn er dich nicht kennt? Und auch keine Chance hat dich kennenzulernen. Überleg noch mal ob du nicht Gesprächsbereitschaft mißinterpretierst mit „Freundschaft suchen“. Es ist auch an dir offen und vorbehaltlos auf jemanden zuzugehen. Gerade als Azubi. Du wirst sehen: das wirkt Wunder.
Sind keineswegs immer nur die anderen, an denen es liegt. Depressive Menschen sind immer auch sehr sensible Menschen, die mehr auch mit dem Bauchhirn wahrnehmen. Frag dich wie sensibel man sein darf in der Arbeitswelt. Oder seid ihr die einzige Firma wo nicht getuschelt und intrigiert wird? Bitte versuche nicht nur dich, sondern auch andere Menschen zu verstehen. Mit der Einstellung kann es nämlich sein daß dir immer wieder dieselben Probleme im Leben begegnen werden.
Viele Grüße, Moni

[MOD] Ich schließe ab
weil das Ganze nicht wirklich eine psychologische Fragestellung ist. Und auch wenn die betreffende Person depressiv sein mag: Zu klären ist das Problem nicht mit der betreffenden Person, sondern mit dem Vorgesetzten, welcher offenbar keine diagnostizierten psychischen Probleme hat.

Da ich erst jetzt aus dem Urlaub zurück bin und der Fred schon ziemlich lang ist, werde ich ihn auch nicht mehr den Kollegen vom Job-Brett aufs Auge drücken.

Was in diesem Brett zu sagen war, ist sicher gesagt worden.

Schöne Grüße,
Jule