Dein ‚Stigma‘ ist ärgerlich und völlig daneben
und einiges andere auch.
Hallo Janina,
dein wortspielerisches Eingangsgeplänkel lasse ich mal außen vor.
Umgang mit psychisch erkrankten Menschen (sei es Depression,
Suchterkrankungen oder anderes) sehr sehr belastend,
anstrengend oder auch nur nervend sein kann.
Betonung liegt bei diesem Satz aber auf „sein kann“!
Meinst du ich habe das „kann“ versehentlich getippt?
Auch der Umgang mit nicht psychisch erkrankten kann sehr sehr belastend
oder auch nur nervend sein.
Ich kann natürlich auch Romane schreiben und, wie es „Fachleute“ deiner Art häufig berufsbedingt gewohnt sind, Einschränkungen und Ergänzungen und Vorbehalte … hinzufügen, um nachher nicht greifbar zu sein. Thema hier sind psychisch Erkrankte. Ich bezog mich daher auf diese. Und zur Beruhigung aller: Ja, auch der Umgang mit nicht psychisch Erkrankten kann …
Und sei es nur der Umgang mit
Menschen, die andere vorverurteilen.
Das Vorverurteilen ist doch eher deine Stärke. Dein Beitrag hier und die anderen in diesem Thread sind Zeugnis.
Auch mit einem gebrochenen Bein kommt man nicht
„besonders gut alleine zurecht“. Du implizierst mit deiner
Aussage die völlig falsche Annahme, dass von diesen Menschen
(generalisiert alle psychisch Kranken) etwas ausgeht, dass ihr
Umfeld zwangsläufig weniger oder eher mehr erheblich belastet.
Du unterstellst mir, fälschlicherweise. Es impliziert z.B., dass ich als Autofahrer trotz Grün nicht einfach losfahre, wenn für den guten Mann mit gebrochenem Bein oder die gebrechliche alte Dame die Fußgängergrünphase nicht ausreichend lang ist. Rücksichtnahme nenne ich das. Das hat überhaupt nichts mit Generalisierung oder Stigmatisierung zu tun.
Wobei dies auch impliziert, dass aus jeder Beeinträchtigung
oder Wahrnehmung bei psychisch Kranken ganz schnell mal eine
„Belastung“ wird.
Nun, das Thema in diesem Thread ist psychische Erkrankung und Umgang zwischen Betroffenen/nicht Betroffenen miteinander. Du, nur du, generalisierst und stigmatisierst und hältst mir und anderen selbiges vor.
Soll etwas langsamer gehen, weil jemand eine psych. Erkrankung hat, dann
ist dies gleich „belastend“.
Das mit dem „kann“ hatten wir eingangs doch schon, seufz.
Menschen, bei denen auch Fachleute trotz monate- oder
jahrelanger Therapieversuche und Medikamentation häufiger
keinen Erfolg haben.
Wie viel Prozent der psychisch Kranken betrifft das? Hast du
Zahlen? Nur so gefühlte? Oder gar tatsächliche? Wieso
implizierst du erneut und sachlich völlig verkehrt, dass
psych. Erkrankungen zum Großteil prakt. nicht therapierbar
seien?
Wer generalisiert denn hier jetzt? Hab ich auch nur irgendwo oder irgendwie alle erwähnt?
Es sind nun mal Menschen, die ihre
Probleme ( zum Teil , bewusst oder unbewusst) in den Vordergrund
stellen, ihre Lebenspartner/Kinder/Angehörigen und alles
Drumherum teilweise mit nach unten ziehen.
Das ist nun mal wieder Vorurteil eines Menschen, der besser
dem Nuhrschen Axiom folgen sollte. Diese Aussage trifft nur
auf einen Teil psych. Erkrankter und auch da oft nur auf
bestimmte Phasen zu.
Wenn du nur oberflächlich lesen willst und daraus deine Rückschlüsse ziehst, kann ich dir auch nicht helfen. Ich hab hilfsweise aus meinem Originaltext hervorgehoben, was du überlesen hast.
Kurz gesagt: Es gibt keinen Grund zu beschönigen oder zu
verharmlosen, still zu halten oder gar zu „fressen“.
Richtig. Es gibt aber auch gar keinen Grund, über einen Kamm
zu scheren, zu verteufeln, zu übertreiben, hysterisch zu
werden und grundlos auf Betroffene einzudreschen.
Ich zitiere erneut aus meinem Originaltext hilfsweise:
Nur um auch mal die andere Seite der Medaille ein wenig beleuchtet zu haben.
Ebenso wie der erkrankte Kollege Anspruch auf (besondere)
Fürsorge- und Sorgfaltspflicht von Seiten des Arbeitgebers
hat, hast du ein Anrecht auf eine sorgfältige und gute
Ausbildung. Dieses „Abstellen“ in deinem Fall wäre für mich
als Vorgesetzter aus meinen Erfahrungen heraus schlicht und
grundsätzlich ein No-Go.
Freudscher Verschreiber?
Nein.
Azubis und Mitarbeiter generell sollen eine vernünftige
Arbeitsumgebung haben, sicherlich. Aber mit Sicherheit No-Go
sein sollte, dass Mitarbeiter diffuse, völlig unbegründete
Ängste, für die dein Beitrag und der des UP Paradebeispiel
sind, kultivieren können, um auf dieser Basis betroffene
Kollegen zu schneiden, fertig zu machen und zu mobben.
Kennst du meine Erfahrungen? Meinen Arbeitsbereich? Meine KollegInnen, meine Aufgaben, meine Verantwortung? Wohl nicht. Nach Nuhr bereits dein zweiter persönlicher Angriff, aus dem Nichts und blankem Unwissen heraus. Falsche Unterstellungen. Ich mobbe? Ich mache KollegInnen fertig? Oder Karana? Mannomann Janina!
Natürlich gibt es psych. Erkrankte, die schwierig sind.
Und es gibt Erkrankte, die absolut unauffällig sind. So wie der Kollege, der sich das Leben genommen hat, weil er familiäre Probleme nicht bewältigen konnte. Es gibt auch Erkrankte, die sich im Laufe der Jahre dramatisch verändern und an Wahnvorstellungen zunehmend leiden, ohne dass sie es selbst bemerken. Andere aber bemerken es, und holen sich daher Hilfe und Unterstützung beim psychiatrischen Notdienst. Und ein Dritter wiederum erkrankt wegen falschen Verdächtigungen aus seinem persönlichen Umfeld. Allen Beispielen gemeinsam, dass es sehr angenehme und umgängliche Personen sind (waren). Allen Beispielen gemeinsam, dass sie ihr Problem nicht in die Arbeit tragen wollten, es aber dennoch unbewusst gemacht haben und machen. Allen Beispielen gemeinsam, dass alle anderen die Themen kennen und jeder bestmöglich auf ihre persönliche Art und Weise begleiten. Allen Beispielen gemeinsam, dass es ausschließlich die jungen KollegInnen waren, die auf mich oder andere ältere Mitarbeiter zugegangen sind. Weil sie von diesen Menschen und ihren Problemen irritiert und verunsichert waren/sind. [Das ist der Hintergrund, weshalb ich Karana hier unterstütze und überhaupt geschrieben habe].
Aber hier ist sehr sorgfältig zu trennen, was Charakter und was Erkrankung ist.
Du traust diese Beurteilung dir, allen anderen aber nicht zu. Daran solltest du arbeiten 
Was den vorliegenden Fall angeht. Es kann sein, dass ich mich
irre.
Schön, dass du diese Möglichkeit so wie ich in Erwägung ziehst. Wissen tun wir es beide nicht.
Allerdings treffe ich die folgende Aussage auf Basis von
Erfahrungen mit ähnlichen Situationen aus der Arbeit mit
Unternehmen und Betroffenen:
Und hier beginnt der Unterschied. Du klinkst dich phasenweise und vorübergehend ein. Moderierend, beratend, begleitend. Du bist relativ weit weg von den Menschen, mit denen du es zu tun hast. Das hat Vorteile, das hat Nachteile. Es ist ein Unterschied, ob ich wöchentlich zu Beratungsgesprächen (einzeln oder im größeren Kreis) komme oder
wie es bei Karana oder mir oder anderen der Fall ist, mit bestimmten Personen in der Arbeit einen großen Anteil der täglichen/wöchentlichen Lebenszeit verbringe. Bei Gelegenheit mit dem einen oder anderen mal auf ein Bierchen gehe, auch Privates berede, Freundschaften schließe, dennoch auf die formale Distanz und Hierarchie achten muss…
Abschließend zu diesen Punkten noch:
Wenn hier Beratungsbedarf besteht, dann m.E. zuvorderst auf der Chefetage.
Darin sind wir uns einig. Unter Beachtung der Reihenfolge — direkter Vorgesetzter oder Azubi-Verantwortlicher zuerst. Der GF wird nicht begeistert sein, wenn er der Erste ist.
Was den UP angeht: Abgrenzung ist wichtig.
Das hatte ich in meinem Abschnitt „Sorgfaltspflichten, Anrechte“ auch getan. Bezogen auf UP.
Aber der UP hat selbst langfristig am allerwenigsten davon, wenn man ihn in
seinen Vorurteilen und Ängsten bestärkt.
Du sprichst, aus deiner Position/deinem Job heraus verständlich, von allgemein verbreiteten Vorurteilen und Ängsten. Du zielst auf das „Stammtischniveau“ aus deiner Sicht ab.
Ich denke nicht, dass ich Karana in Vorurteilen oder Ängsten bestärke. Das war und ist überhaupt nicht mein Thema und Inhalt der Antwort. Das war nicht einmal Karanas Thema. Du leitest dies aus deinen Vor- und Unterstellungen mir oder Karana gegenüber einfach nur ab.
Franz