Depressiver Arbeitskollege

Hi

Seit ich in eine neue Abteilung gewechselt bin (bin Azubi), muss ich für einen depressiven Kollegen arbeiten (die Krankheit ist bekannt udn diagnostiziert, erst vor ein paar Monaten wurde er „wiedereingegliedert“ - arbeitet jetzt wieder vollzeit).

Das „Problem“ an der Sache ist, dass dieser jemand Hilfsbereitschaft direkt ausnutzt. Ich mache schon seit Tagen immer nur ein und das selbe, obwohl ich in anderen Bereichen der Abteilung noch viel lernen könnte. Ich komme aber nicht da weg. Man traut sich nicht „Nein“ zu sagen, weil man genau weiß, dass es dann Schuldzuweisungen hagelt und man regelrecht emotional erpresst wird.

Ich MUSS aber dort etwas lernen und kann nicht immer nur die gleiche Aufgabe machen.

Ein weiteres Problem ergibt sich allein dadurch, dass die Person glaubt, ich würde näheren Kontakt oder gar eine Freundschaft suchen. Es tut mir ja Leid, aber so ist es nicht. Und wenn man dann geht, so war es bei vorherigen Azubis auch schon, dann wird nur noch schlecht geredet.

Wie um alles in der Welt kommt man da für beide Seiten halbwegs gut aus der Nummer raus?

Grüße

Karana

Depressiver Arbeitskollege?
Moin,

Seit ich in eine neue Abteilung gewechselt bin (bin Azubi),

in deiner ViKa steht „Studentin“, hmm…

muss ich für einen depressiven Kollegen arbeiten (die
Krankheit ist bekannt udn diagnostiziert,

Aha. Hast du mit seinen Ärzten gesprochen, waren diese dir gegenüber von der Schweigepflicht entbunden und hast du fachlich verstanden was sie gesagt haben?
Lass mich raten, dreimal ein klares „nein“. Mit anderen Worten, was du und/oder deine Kollegen zu wissen glauben ist reine Spekulation. Selbst dann wenn er es selbst gesagt hat könnte es ganz anders sein.
Das nur mal so um deine Schilderungen zu relativieren.

erst vor ein paar
Monaten wurde er „wiedereingegliedert“ - arbeitet jetzt wieder
vollzeit).

Was hat das mit der Sache zu tun?

Das „Problem“ an der Sache ist, dass dieser jemand
Hilfsbereitschaft direkt ausnutzt.

Ich habe den Eindruck, du würdest deine Urteile recht vorschnell und undifferenziert treffen. Hab ich recht?

Ein weiteres Problem ergibt sich allein dadurch, dass die
Person glaubt, ich würde näheren Kontakt oder gar eine
Freundschaft suchen.

dito

Wie um alles in der Welt kommt man da für beide Seiten
halbwegs gut aus der Nummer raus?

Am besten, in dem du erst mal DEIN Problem überdenkst. Was haben denn dein Vorgesetzter bzw. Ausbildungsleiter zu der Angelegenheit gesagt? Die hast du ja sicher schon befragt, nicht…? Vielleicht handelt Kollege X ja sogar auf deren Anweisung? Die Welt ist manchmal komplexer als sich manch einer denkt.

BTW: ist das kaum eine „psychologische“ Fragestellung, sondern wohl eher eine betriebliche => anderes Brett.

VG
J~

Falsches Brett
Lass dich mal ins Jobbrett verschieben und auf dem Weg darfst du dich schon mal warm anziehen.

Seit ich in eine neue Abteilung gewechselt bin (bin Azubi),
muss ich für einen depressiven Kollegen arbeiten (die
Krankheit ist bekannt udn diagnostiziert, erst vor ein paar
Monaten wurde er „wiedereingegliedert“ - arbeitet jetzt wieder
vollzeit).

Du bist erst seit wenigen Tagen in dieser neuen Abteilung und interessierst dich derart intensiv für das Privatleben deines neuen Chefs und dann auch noch für Dinge, die dich gar nichts angehen? Bravo!

Das „Problem“ an der Sache ist, dass dieser jemand
Hilfsbereitschaft direkt ausnutzt. Ich mache schon seit Tagen
immer nur ein und das selbe, obwohl ich in anderen Bereichen
der Abteilung noch viel lernen könnte.

Du machst seit Tagen, wirklich seit Tagen schon die gleichen Dinge? Ist ja grauenvoll! Du solltest unverzüglich dich an den obersten Chef der Firma wenden und dich beschweren, parallel würde ich mich an die IHK wenden, damit die sich einschalten. Damit zeigst du dich als engagierte Kraft.*

Ich komme aber nicht da
weg. Man traut sich nicht „Nein“ zu sagen, weil man genau
weiß, dass es dann Schuldzuweisungen hagelt und man regelrecht
emotional erpresst wird.

Du wirkst bis hierhin nicht so, als ob du dich nicht traust, nein zu sagen. Oder warst du selbst mit „man“ gar nicht gemeint?

Ich MUSS aber dort etwas lernen und kann nicht immer nur die
gleiche Aufgabe machen.

Was du gerade lernst, ist die wichtigste Lektion fürs Leben und fürs Arbeiten: Das Leben ist kein Kindergarten und man kann sich nicht immer alles aussuchen. Seine Chefs schon überhaupt nicht. Eine Lehre ist auch nicht dafür da, alle paar Tage eine neue, interessante Aufgabe auf dem Silbertablett präsentiert zu bekommen. Man muss in der Lehre wie das ganze Leben lang auch arbeiten machen, die einem nicht behagen. Und genau DAS ist etwas, was auch ein wichtiger Bestandteil der Lehre ist.

Ebenfalls gehört dazu, dass man in Momenten, in denen einem eine Sache nicht so doll behagt, nicht die Schuld bei anderen sucht und schon überhaupt nicht, in dem man im Privatleben oder gar am Gesundheitszustand seines Chefs rumwühlt. Das ist nicht nur schäbig, sondern auch töricht!

Ein weiteres Problem ergibt sich allein dadurch, dass die
Person glaubt, ich würde näheren Kontakt oder gar eine
Freundschaft suchen. Es tut mir ja Leid, aber so ist es nicht.

Bist du dir wirklich sicher, dass dein Chef privaten Kontakt sucht? Dein Beitrag bisher wirkt auf mich sehr stark so, als ob du erwartest, dass sich gefälligst alles um dich und dein Wohlbefinden zu drehen hat. Mit so einer Einstellung kann man schnell ganz normale Cheffürsorge gegenüber dem Azubi mit etwas anderem verwechseln, weil man glaubt, man wäre etwas besonderes.

Wie um alles in der Welt kommt man da für beide Seiten
halbwegs gut aus der Nummer raus?

Ich glaube, dein Chef ist gar nicht drin in der Nummer. Das Nummerngirl bist du ganz alleine. Insofern musst du dir die Frage ganz alleine für dich beantworten. Halbwegs gut aus der Nummer raus kommst du dann, wenn du mal kleine Lehrlingsbrötchen backst und in nächster Zeit nur guckst, was bei dir nicht so richtig läuft und ganz flott aufhörst, dich zu fokussieren, was dein Chef so alles falsch macht.

Nur mal so in dem Zusammenhang zum Sprachjargon: „Kollege“? Wenn du FÜR ihn arbeitest? Und von ihm angelernt wirst? Dann ist das dein Chef, zumindest, so lange du da arbeitest. Bevor du zum Kollegen wirst, musst du noch ein bisschen mehr lernen.

Normalerweise reite ich auf so etwas nicht so rum. Aber wenn jemand wie du offenbar jegliches Gefühl für seine Rolle und den Respekt vor anderen verloren hat, dann ist nicht „normal“.

*Achtung! Ironie!

Hi,
ich denke schon, das diese Frage hier hingehört.
Es handelt sich um ein Mangelerleben und das passt in´s Psychbrett.
Zum einen die persönliche Seite, zum Anderen die interpersonelle/interaktionelle Seite. Beides sind Themen der Psychotherapie und Beratung. Sorry, schurigeln finde ich nicht angemessen.
Positiv hervorheben möchte ich die Lernbereitschaft. Die sollte erhalten bleiben.
Es gibt durchaus Firmen, welche händeringend Azubis suchen um billige Arbeitskräfte zu haben. Ausbeutung statt Lehre. Das wissen wir hier nicht.
Klar kann ein Azubi andere Vorstellung von Lehre haben die nicht realistisch sind. Wissen wir hier auch nicht.
Aber es besteht unzweifelhaft Beratungsbedarf. So ein junger Mensch kann Realitäten und sich selbst nicht optimal einschätzen. Die Interaktionelle Seite hier ist höchst beratungsbedürftig. Da muss jemand mit Lebenserfahrung her.

Beratungsmöglichkeiten sehe ich bei der IHK oder Handwerkskammer, die haben häufig einen Lehrlingswart. Auch Vertrauenslehrer der Berufsschule. Ebenso könnte man die Gewerkschaft mal andenken. Wenn vorhanden den Betriebsrat. Auch die Berufsberatung des Arbeitsamtes kann man fragen. Vielleich passt die Berufswahl nicht. Auf jeden Fall mehrere Meinungen einholen.
Es kommt auf die Fragestellung an. Beschweren ist was anderes als um Aufklärung zu bitten um seine mangelnde Lebenserfahrung und -sichtweisen auszugleichen.
Bleib dran und viel Glück

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in deiner ViKa steht „Studentin“, hmm…

Tut mir Leid, das ist nicht mehr aktuell. Werde es gleich ändern.

Aha. Hast du mit seinen Ärzten gesprochen, waren diese dir
gegenüber von der Schweigepflicht entbunden und hast du
fachlich verstanden was sie gesagt haben?
Lass mich raten, dreimal ein klares „nein“. Mit anderen
Worten, was du und/oder deine Kollegen zu wissen glauben ist
reine Spekulation. Selbst dann wenn er es selbst gesagt hat
könnte es ganz anders sein.

Nein. Das Wissen habe ich von meiner Azubi-„Vorgängerin“, weil dieses Depressionen-Thema in der Abteilung offen besprochen wurde. Das ist da kein Geheimnis.

erst vor ein paar
Monaten wurde er „wiedereingegliedert“ - arbeitet jetzt wieder
vollzeit).

Was hat das mit der Sache zu tun?

Das ist nur als Erläuterung, dass mit dem Thema bisher dort offen umgegangen wurde, weil ja auch mit dem Chef besprochen werden musste, WESHALB diese Person eingegliedert werden musste.

Ich habe den Eindruck, du würdest deine Urteile recht
vorschnell und undifferenziert treffen. Hab ich recht?

Egal was ich dir jetzt dazu sage, du hast ja schon deine Meinung zu mir.

Ein weiteres Problem ergibt sich allein dadurch, dass die
Person glaubt, ich würde näheren Kontakt oder gar eine
Freundschaft suchen.

dito

???

Am besten, in dem du erst mal DEIN Problem überdenkst. Was
haben denn dein Vorgesetzter bzw. Ausbildungsleiter zu der
Angelegenheit gesagt? Die hast du ja sicher schon befragt,
nicht…? Vielleicht handelt Kollege X ja sogar auf deren
Anweisung? Die Welt ist manchmal komplexer als sich manch
einer denkt.

Ich will jetzt mal die _subjektive_ Meinung aller Kollegen die ich befragt habe hier zitieren. Ach, ich hab sie gefragt, NACHDEM ich die Person kennengelernt habe. Nicht, dass ein falscher Eindruck ensteht. Alle sagten „Halt dich - wenn es geht - von ihr fern“. Die einen begründeten es mit falsch verstandener Zuneigung, die anderen schlicht mit totaler Unfreundlichkeit und Pedanterie. Und da ist des Pudels Kern - ich kann die Person ja nicht abschaffen, also muss ich lernen damit umzugehen. Die Frage hier ist: WIE!

Grüße

Karana

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Tja, Kommunikation ist so eine Sache…

Hier haben sich wohl einige Missverständnisse ergeben. Sorry.

Das ist nicht mein Chef. In der Abteilung arbeiten sehr sehr viele, ich bin keinem direkt unterstellt, ich arbeite nur für diese Person. Als Azubi ist man halt quasi „unter allen“, daher habe ich da auch erstmal nichts gegen.

Als Azubi hat man das Recht darauf, etwas zu lernen. Das ist ein Privileg, ich weiß. Nur leider kommt es häufiger vor, dass Azubis ausgebeutet werden. Ich weiß, wie es in anderen Abteilungen läuft, da kommt häufig auch mal eintönige Arbeit vor, bei der man nichts lernt, aber das ist nichts, im Vergleich zu jetzt.

Ich interessiere mich nicht für das Privatleben meiner Arbeitskollegen. Im Gegenteil! Besagte Person kommt zu einem und erzählt die halbe Leidensgeschichte und man hört artig zu, man will ja nicht unhöflich sein, aber dann wird erwartet, dass man auch etwas erzählt oder Anteil nimmt, und das möchte ich nicht. Wie sagt man das freundlich?

Du machst seit Tagen, wirklich seit Tagen schon die gleichen
Dinge? Ist ja grauenvoll! Du solltest unverzüglich dich an den
obersten Chef der Firma wenden und dich beschweren, parallel
würde ich mich an die IHK wenden, damit die sich einschalten.
Damit zeigst du dich als engagierte Kraft.

Ich hab durchaus kein Problem damit, zum Chef (!) zu gehen, um alles sachlich zu schildern. Aber bevor ich da die halbe Kompanie aufscheuche, versuche ich es erstmal selbst zu lösen. Vielleicht gibts hier ja Tipps, statt nur Vorwürfe?

Du wirkst bis hierhin nicht so, als ob du dich nicht traust,
nein zu sagen. Oder warst du selbst mit „man“ gar nicht
gemeint?

Richtig, ich traue mich nicht, dieser Person „nein“ zu sagen, weil sie sich schnell vor den Kopf gestoßen fühlt.

Eine Lehre ist auch nicht dafür da, alle paar
Tage eine neue, interessante Aufgabe auf dem Silbertablett
präsentiert zu bekommen.

Man ist aber auch kein Hilfsarbeiter, der den ganzen Tag das gleiche erledigt. Schon gar nicht in den ersten zwei Tagen, wo noch alles neu ist und tausend andere Dinge erklärt werden könnten, bevor man zur Alltagsroutine übergeht. Zumindest läuft das in den anderen Abteilungen so.

Ebenfalls gehört dazu, dass man in Momenten, in denen einem
eine Sache nicht so doll behagt, nicht die Schuld bei anderen
sucht und schon überhaupt nicht, in dem man im Privatleben
oder gar am Gesundheitszustand seines Chefs rumwühlt. Das ist
nicht nur schäbig, sondern auch töricht!

Sorry, dass ich weiß, dass der Kollege (nicht Chef! Nur um das nochmal zu betonen) an einer Depression bzw. depressiven Stimmungen leidet. Ich wühle nicht darin herum, es ist eine unabänderliche Sache und ich will lernen damit für beide Seiten schonend umzugehen.

Wenn er einen verdrehten Arm hätte, würde ich ihn ja direkt darauf ansprechen, aber das ist bei einer psychischen Krankheit immer so eine Sache… es wird oft falsch verstanden.

Ich glaube, dein Chef ist gar nicht drin in der Nummer. Das
Nummerngirl bist du ganz alleine.

Hmmm. Selbst wenn ich mir das alles ausgedacht hätte, immer noch kein Grund mich zu beleidigen finde ich.

Nur mal so in dem Zusammenhang zum Sprachjargon: „Kollege“?
Wenn du FÜR ihn arbeitest? Und von ihm angelernt wirst? Dann
ist das dein Chef, zumindest, so lange du da arbeitest. Bevor
du zum Kollegen wirst, musst du noch ein bisschen mehr lernen.

Für diese Ungenauigkeit kann ich mich nur entschuldigen, aber mir ist kein besseres Wort eingefallen. Ich arbeite quasi „für“ ihn, aber es ist trotzdem nicht mein Vorgesetzter, obwohl er natürlich mir was zu sagen hat, weil ich eben nur Azubi bin. Wenn ich ausgelernt bin, habe ich den gleichen Rang und es ist eben kein langjähriger Mitarbeiter, sondern selbst gerade ein paar Jahre aus der Lehre raus.

Normalerweise reite ich auf so etwas nicht so rum. Aber wenn
jemand wie du offenbar jegliches Gefühl für seine Rolle und
den Respekt vor anderen verloren hat, dann ist nicht „normal“.

Hm. Kern der ganzen Sache war doch, dass ich gefragt habe, wie ich so damit umgehen kann, dass es für beide Seiten möglichst schonend und reibungslos über die Bühne geht oder? Was hat das mit Respektlosigkeit zu tun? Ich könnte auch einfach hingehen und sagen „ich will nichts mit dir zu tun haben, weil du depressiv bist.“ DAS wäre töricht und respektlos.

Grüße

Karana

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Hi

Danke erstmal, dass du das Thema sachlich(er) angegangen bist, als die anderen.

Es geht hier nicht darum, meine Ausbildung madig zu reden oder mir Hilfe anzubieten, an wen ich mich wenden kann. Da gibt es für mich haufenweise Möglichkeiten.

Doch genau darum geht es ja, ich will da keine Pferde unnötig scheu machen, wenn es auch mit einfachen Tipps geht, wie man nett und freundlich einer „schwierigen“ Person sagt, dass man gerne etwas anderes machen möchte.

Ich will wissen, wie man sich als Depressiver fühlt, damit ich weiß, wie ich reagieren sollte. Eine Nuance im Satzbau kann es da ja schon eskalieren lassen, auch wenn man es so gar nicht gemeint hat.

Grüße

Karana

1 „Gefällt mir“

Hi,

Doch genau darum geht es ja, ich will da keine Pferde unnötig
scheu machen, wenn es auch mit einfachen Tipps geht, wie man
nett und freundlich einer „schwierigen“ Person sagt, dass man
gerne etwas anderes machen möchte.

Wie lange bist du jetzt in der Abteilung?
Würdest du dich auch über das eintönige Lernen beschweren wenn die Person nicht depressiv wäre?

Ist nun mal so, dass man als Azubi nicht gleich die Abteilung schmeißt.

Ich will wissen, wie man sich als Depressiver fühlt, damit ich weiß, wie ich reagieren sollte.
Eine Nuance im Satzbau kann es da ja schon eskalieren lassen, auch wenn man es so gar nicht
gemeint hat.

Mir kommt es beim Lesen so vor als wäre betreffende Person aufgrund ihrer Depression bei euch gebrandmarkt.

Wie würdest du denn mit jemandem umgehen, ähnliche Frage wie oben, der nicht depressiv aber schnell beleidigt ist?

Gruß
wildpferd

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Moin didiba,

Es gibt durchaus Firmen, welche händeringend Azubis suchen um
billige Arbeitskräfte zu haben. Ausbeutung statt Lehre. Das
wissen wir hier nicht.

aber die Frage war ja auch nicht, ob die Tätigkeiten ausbildungsangemessen seien oder wie man berufliche Probleme zielführend lösen kann.
Der Fragerin passt was nicht und weiß auch gleich die Ursache: der depressive Kollege, der sie ausbeutet und etwas schwer von Begriff ist. Die Angelegenheit so darzustellen klingt für mich weder reif noch sozialkompetent.

So ein junger
Mensch kann Realitäten und sich selbst nicht optimal
einschätzen.

Es erwartet ja auch niemand Wundertaten, aber ein bisschen Nachdenken, dass eine soziale Konstellation mehr als EINEN EINZIGEN Parameter haben könnte, das muss IMHO schon drin sein. Auch bei einem Azubi.

Beratungsmöglichkeiten sehe ich bei der IHK oder
Handwerkskammer, die haben häufig einen Lehrlingswart. Auch
Vertrauenslehrer der Berufsschule. Ebenso könnte man die
Gewerkschaft mal andenken. Wenn vorhanden den Betriebsrat.
Auch die Berufsberatung des Arbeitsamtes kann man fragen.

Ich denke, du schießt da etwas sehr weit. Vielleicht magst du das Bundesarbeitsgericht noch nennen? :wink:
Die nächstniedrigste Instanz scheint mir angemessen als erstes zu fragen; sagte ich ja schon: Vorgesetzter oder Ausbildungsleiter. Für jemand Externen finde ich die Sache noch lange nicht reif.

VG,
J~

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Moin,

Nein. Das Wissen habe ich von meiner Azubi-„Vorgängerin“, weil
dieses Depressionen-Thema in der Abteilung offen besprochen
wurde. Das ist da kein Geheimnis.

was heißt denn „offen besprochen“? Üblicherweise werden die gesundheitlichen Angelegenheiten von Mitarbeitern nicht im Meeting diskutiert. Sogar dann, wenn „der“ Kollege das öffentlich sagte kann es im Spektrum zwischen Verharmlosung und Aufschneiden alles geben.

Was hat das mit der Sache zu tun?

Kann mich nur wiederholen. Was hat das mit der Sache zu tun ob der Kollege wegen eines eitrigen Furunkels, Krebs oder Depressionen krankgeschrieben war? Mir scheint, du bist eifrig vorschnell in der Bewertung anderer Menschen. Leere deine Schubladen mal aus!

weil ja auch mit dem Chef besprochen
werden musste, WESHALB diese Person eingegliedert werden
musste.

Aha. Muss also mit dem Chef besprochen werden. Lustig was du so schreibst…

Egal was ich dir jetzt dazu sage, du hast ja schon deine
Meinung zu mir.

Ich bin durchaus fähig mein einmal gefälltes Urteil zu ändern. Aber anstatt, dass du mir Anlass dazu gibst gießt du noch Öl ins Feuer.

Ein weiteres Problem ergibt sich allein dadurch, dass die
Person glaubt, ich würde näheren Kontakt oder gar eine
Freundschaft suchen.

dito

???

dito steht für „gleichfalls, dasselbe, ebenso“ im Sinne von „das Gleiche wie zuvor (wikipedia). Du fällst auch hier offensichtlich dein Urteil recht vorschnell.

Ich will jetzt mal die _subjektive_ Meinung aller Kollegen die
ich befragt habe hier zitieren.

Sozialverhalten, deines(!), ist also die Folge der Meinungen anderer? Wie alt bist du…? 10? Wie wär’s, wenn du dir mal eine EIGENE Urteilskraft zulegen würdest?

Und da ist des Pudels Kern -
ich kann die Person ja nicht abschaffen, also muss ich lernen
damit umzugehen. Die Frage hier ist: WIE!

Zum Beispiel in dem du _dein_ Problem mal siehst und nicht „den anderen“ verantwortlich machst sowie dein Urteil nicht auf Firmen-Klatsch-und-Tratsch („Diagnose kennt jeder“)aufbaust.

VG
J~

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Das ist nicht mein Chef. In der Abteilung arbeiten sehr sehr
viele, ich bin keinem direkt unterstellt, ich arbeite nur für
diese Person. Als Azubi ist man halt quasi „unter allen“,
daher habe ich da auch erstmal nichts gegen.

Das ist ein ziemliches Kuddelmuddel. Du störst dich am Begriff „Chef“? Egal. Diese Person ist in der Hierarchie über dir.

Als Azubi hat man das Recht darauf, etwas zu lernen. Das ist
ein Privileg, ich weiß.

Was denn nun, Recht? Privileg? Du drehst in der Argumentation.

Nur leider kommt es häufiger vor, dass
Azubis ausgebeutet werden.

Was allgemein zwischen Himmel und Erde passiert, interessiert nicht.

Ich weiß, wie es in anderen
Abteilungen läuft, da kommt häufig auch mal eintönige Arbeit
vor, bei der man nichts lernt, aber das ist nichts, im
Vergleich zu jetzt.

Du hast geschrieben, dass du erst wenige Tage in dieser Abteilung arbeitest. Vielleicht machst du erst einmal halblang? Natürlich hat der Azubi auch ein Recht auf Lernen, aber nichts desto trotz müssen bestimme Arbeiten gemacht werden, seien sie noch so stumpfsinnig - wenn sie zum Arbeitsumfeld dazu gehören.

Werde doch mal konkret: Was für eine Lehre, was für eine Abteilung, welches Lehrjahr, um was für Tätigkeiten geht es?

Ich interessiere mich nicht für das Privatleben meiner
Arbeitskollegen. Im Gegenteil! Besagte Person kommt zu einem
und erzählt die halbe Leidensgeschichte und man hört artig zu,
man will ja nicht unhöflich sein, aber dann wird erwartet,
dass man auch etwas erzählt oder Anteil nimmt, und das möchte
ich nicht. Wie sagt man das freundlich?

Versuch doch mal in der Ich-Form zu reden, so für den Anfang. Nicht „man“ hat das Problem, sondern du. „Man“ hat nämlich den Nebeneffekt, dass man (also in dem Fall wir hier) glauben sollen, dass das ein immer gültiges Verhalten dieser Person ist.

Ich hab durchaus kein Problem damit, zum Chef (!) zu gehen, um
alles sachlich zu schildern.

Das wird schwierig. Sicher sollst du dich nicht von jedem Rumschubsen lassen. Nur meine Vermutung ist: Du hast ein Autoritätsproblem, ob generell, lässt sich so nicht sagen. Aber gegenüber dieser Person hast du es. Du windest dich wie ein Aal. Mal bist du ihm unterstellt, aber Chef ist es nicht. Und sagen lässt du dir nur vom Chef was. Akzeptierst du generell nur Ansagen von Leuten ab einer bestimmten Hierarchiestufe? Oder liegt es nur an dieser Person, weil sie dir nicht passt? Oder gar wegen des Stempels „Depression“?

Aber bevor ich da die halbe
Kompanie aufscheuche, versuche ich es erstmal selbst zu lösen.
Vielleicht gibts hier ja Tipps, statt nur Vorwürfe?

Die Tipps hast du eigentlich schon bekommen. Akzeptiere erst einmal die Hackordnung. Und lerne dich in Geduld zu üben. Egal an wen du dich wendest in der Angelegenheit: Du wirst nirgendwo gut abschneiden, wenn du nach wenigen Tagen dich beschwerst mit dem Argument, die Arbeiten seien eintönig!

Man ist aber auch kein Hilfsarbeiter, der den ganzen Tag das
gleiche erledigt. Schon gar nicht in den ersten zwei Tagen, wo
noch alles neu ist und tausend andere Dinge erklärt werden
könnten, bevor man zur Alltagsroutine übergeht. Zumindest
läuft das in den anderen Abteilungen so.

Und in der Abteilung läuft es halt anders. Du willst also als Azubi vorschreiben, wie das mit deiner Einarbeitung zu funktionieren hat? Wirklich klasse. Ich wiederhole mich: Egal, zu wem du mit dieser Einstellung gehst, du kannst nur verlieren.

Sorry, dass ich weiß, dass der Kollege (nicht Chef! Nur um das
nochmal zu betonen)

Er ist in der Hierarchie über dir, um das noch einmal zu betonen!

an einer Depression bzw. depressiven
Stimmungen leidet. Ich wühle nicht darin herum, es ist eine
unabänderliche Sache und ich will lernen damit für beide
Seiten schonend umzugehen.

Du brauchst dich als Azubi um seine Depression nicht zu kümmern. Mach deinen Job! Dazu gehört, ALLE Arbeiten vernünftig zu machen, auch die unbeliebten.

Wenn er einen verdrehten Arm hätte, würde ich ihn ja direkt
darauf ansprechen,

Wieso das?

aber das ist bei einer psychischen
Krankheit immer so eine Sache… es wird oft falsch
verstanden.

„So eine Sache“ ist das mit der psychischen Krankheit nicht. Die Betroffen können in der Regel weit besser damit umgehen, als das Umfeld. Das Umfeld ist nämlich das, was da was falsch versteht.

Ich habe immer mehr den Eindruck, dass du ein sehr diffuses Bild von psychischen Krankheiten im Allgemeinen und hier im Besonderen mit der Depression hast. Ich glaube auch, dass da des Pudels Kern für dein Problem liegt. Die Frage ist dir hier schon mal gestellt worden: Kannst du versuchen dir ehrlich zu dir selbst zu beantworten, ob du auch so reagieren würdest, wenn du nichts von der Depression wüsstest? Ehrlichkeit mit sich selbst ist hier ein sehr ernst gemeinter Tipp.

Ich glaube, dein Chef ist gar nicht drin in der Nummer. Das
Nummerngirl bist du ganz alleine.

Hmmm. Selbst wenn ich mir das alles ausgedacht hätte, immer
noch kein Grund mich zu beleidigen finde ich.

Das war nicht als Beleidigung gemeint. Es war vielleicht etwas salopp.

Für diese Ungenauigkeit kann ich mich nur entschuldigen, aber
mir ist kein besseres Wort eingefallen. Ich arbeite quasi
„für“ ihn, aber es ist trotzdem nicht mein Vorgesetzter,
obwohl er natürlich mir was zu sagen hat, weil ich eben nur
Azubi bin.

Und schon wieder der Aal. Er steht in der Hierarchie über dir! Basta, Ende. Friss es.

Wenn ich ausgelernt bin, habe ich den gleichen Rang
und es ist eben kein langjähriger Mitarbeiter, sondern selbst
gerade ein paar Jahre aus der Lehre raus.

Du suchst krampfhaft nach Gründen, warum du dir von ihm nichts sagen lassen musst! Und wenn es nur irgendetwas in der Zukunft ist. Merke: Nicht du bestimmst, wer dir was zu sagen hat, sondern die Hierarchie im Unternehmen!

Hm. Kern der ganzen Sache war doch, dass ich gefragt habe, wie
ich so damit umgehen kann, dass es für beide Seiten möglichst
schonend und reibungslos über die Bühne geht oder?

In dem du endlich akzeptierst, wer in der Hierarchie über dir steht.

Was hat das
mit Respektlosigkeit zu tun? Ich könnte auch einfach hingehen
und sagen „ich will nichts mit dir zu tun haben, weil du
depressiv bist.“ DAS wäre töricht und respektlos.

Das wäre nicht nur töricht und respektlos, damit würdest du deine Ausbildung gefährden. Nur zu. Im Übrigen bestätigst du mit dieser Aussage eigentlich endgültig den Verdacht, dass es dir nur um die Krankheit Depression geht, mit der du nicht klar kommst oder nicht klarkommen willst. Das ist Diskriminierung.

8 „Gefällt mir“

Es handelt sich um ein Mangelerleben und das passt in´s
Psychbrett.

Geht es irgendwie eine Nummer kleiner?

Zum einen die persönliche Seite, zum Anderen die
interpersonelle/interaktionelle Seite. Beides sind Themen der
Psychotherapie und Beratung.

Man muss nicht alles psychologisieren.

Im Übrigen sehe ich im vorliegenden Fall Mangelerscheinungen in Selbstkritik und Reflexion.

Es gibt durchaus Firmen, welche händeringend Azubis suchen um
billige Arbeitskräfte zu haben. Ausbeutung statt Lehre. Das
wissen wir hier nicht.

Eben, deshalb gibt es auch nicht den Ansatz eines Grundes das anzunehmen.

Klar kann ein Azubi andere Vorstellung von Lehre haben die
nicht realistisch sind. Wissen wir hier auch nicht.

Doch, wissen wir. Dieser Azubi hier hat den Anspruch, dass eintönige Tätigen über wenige Tage (die Rede ist hier mal von 2 gewesen, sind wir großzügig und wähnen, dass es um diese Woche geht) bereits unzumutbar sind. Ebenfalls besteht der Anspruch, dass ein Azubi in einer neuen Abteilung zunächst einmal eine Einführung und eine Gesamtüberblick über die Tätigkeiten der Abteilung bekommt. Passiert dies nicht, wird das als „Mangel erlebt“ und zwar bereits nach kürzester Zeit.

Aber es besteht unzweifelhaft Beratungsbedarf.

Das sehe ich allerdings genauso.

So ein junger
Mensch kann Realitäten und sich selbst nicht optimal
einschätzen.

Das sehe ich nicht so. Es gibt zahlreiche junge Menschen, die das sehr wohl können. Muss nicht immer optimal sein, das können auch ältere nicht.

Die Interaktionelle Seite hier ist höchst
beratungsbedürftig.

Ja, aber nicht psychologisch.

Da muss jemand mit Lebenserfahrung her.

Eben, das reicht.

Beratungsmöglichkeiten sehe ich bei der IHK oder
Handwerkskammer, die haben häufig einen Lehrlingswart. Auch
Vertrauenslehrer der Berufsschule. Ebenso könnte man die
Gewerkschaft mal andenken. Wenn vorhanden den Betriebsrat.
Auch die Berufsberatung des Arbeitsamtes kann man fragen.

Und das alles ist völlig überdimensioniert. Wie wäre es mit Fr. v.d.L? Außerdem ist der Rat obendrein gefährlich. Wenn sich ein Azubi, der ganz offensichtlich ein Hierarchieproblem hat und - so sehe ich das inzwischen nach den letzen Antworten - auch ganz offensichtlich voll geladen ist mit Vorurteilen gegenüber Depression und psychisch Kranken sich auch nur im Ansatz gegenüber Vorgesetzten oder der IHK so äußert, wie hier, dann besteht eher die Gefahr, dass das der eigenen Karriere schadet!

Vielleich passt die Berufswahl nicht.

Wie kommst du denn auf die Idee? Siehst du da irgendeinen Ansatz für? Hier geht es doch nur um das Befolgen von Anweisungen (vordergründig) und darum, dass hier jemand mit einer bestimmten Person nicht zusammen arbeiten will, weil die Depressionen hat.

Beschweren ist was anderes
als um Aufklärung zu bitten um seine mangelnde Lebenserfahrung
und -sichtweisen auszugleichen.

Woher erwächst bei dir der Eindruck dass da jemand mangelnde Lebenserfahrung und -sichtweisen ausgleichen will, was bedeutet, an sich selber zu arbeiten?

2 „Gefällt mir“

Hallo!!

Seit ich in eine neue Abteilung gewechselt bin (bin Azubi),
muss ich für einen depressiven Kollegen arbeiten (die
Krankheit ist bekannt udn diagnostiziert, erst vor ein paar
Monaten wurde er „wiedereingegliedert“ - arbeitet jetzt wieder
vollzeit).

Wenn erwieder eingegliedert ist, dann ist er stabil, ansonsten wäre er noch krankgeschrieben, zudem sollte er noch in psychologischer behandlung sein.

Das „Problem“ an der Sache ist, dass dieser jemand
Hilfsbereitschaft direkt ausnutzt. Ich mache schon seit Tagen
immer nur ein und das selbe, obwohl ich in anderen Bereichen
der Abteilung noch viel lernen könnte. Ich komme aber nicht da
weg. Man traut sich nicht „Nein“ zu sagen, weil man genau
weiß, dass es dann Schuldzuweisungen hagelt und man regelrecht
emotional erpresst wird.

wie ging das denn anderen azubis? und wie sind die daraus gekommen? wie lange bist du da in der abteilung? ich würde einfahc fragen, wann ich denn bestimmte tätigkeiten lernen kann, also da klar und freundlich konkret nachfragen. Zb, „ein wesentlicher bestandteil hier in dieser abteilung ist xyz, wann sieht denn der ausbildungsplan das für mich vor?“. oder wie gesagt, frage einfach mal andere azubis.

übrigens hat dieses emotionale erpressen weniger mit den depressionen zzu tun, sondern wohl eher mit der persöhnlichkeit des kollegens.

Ein weiteres Problem ergibt sich allein dadurch, dass die
Person glaubt, ich würde näheren Kontakt oder gar eine
Freundschaft suchen. Es tut mir ja Leid, aber so ist es nicht.
Und wenn man dann geht, so war es bei vorherigen Azubis auch
schon, dann wird nur noch schlecht geredet.

aber wenn du sagst, das alle in deiner firma so ihre probleme mit dieser person haben, dann gibt auch keiner was auf sein gerede. :wink:

Wie um alles in der Welt kommt man da für beide Seiten
halbwegs gut aus der Nummer raus?

also, mein tip: rede in klaren Ich-botschaften. ich möchte berufliches und privates trennen und keine freundschaften am arbeitsplatz schliessen. ich möchte gerne dieses und jenes lernen. ich weiß nicht wie ich mit dir und deiner vorerkrankung umgehen soll.

so zum beispiel.

liebe grüße

brenna

Hallo,

ich hatte Deinen Beitrag schon heute morgen gelesen und dachte mir, lass mal laufen…und es läuft!

Wenn Du wissen willst was ein Depression ist, dann lies Dir mal die Antworten durch und schaue „in Dir“ was Du dabei denkst!
Genau dies geht in Deiner Kollegin vor!
Jedoch nicht nur wenn sie ne Antwort bekommt, sondern fast bei jeder Tätigkeit! Immer und immer wieder! Immer wieder die gleichen Bilder!
Erfolgslosigkeit, nicht geliebt sein für dass was man ist, benutzt, ausgenutzt,mißbraucht oder falsch verstanden!

man regelrecht emotional erpresst wird.

Dort war auch Deine Kollegin! Ob in der Firma dies geschah, in der Familie oder sonst wo! Dies ist der Anfang von Depressionen, wenn man nicht gelernt hat dem entgegenzustehen.

Denn die Kollegin redet mit Dir so viel, weil sie gelernt hat über ihre Gefühle zu reden!
Rede auch Du über Deine Gefühle!
Nehme dabei nie Rücksicht auf andere, denn die Anderen könnten dies „falsch“ verstehen!
Mit Wahrheit und Klarheit können Dich die Anderen auch besser einordnen, auch in ihrer Welt!

Dich kotzt es an in der jetzigen Situation, ganz unten anzufangen und Du willst etwas lernen?!?

Wenn DU verstanden hast, dass Du ganz oben anfängst, dann…

VG René

Hallo Karana,

da hier sehr viel Text geschrieben wurde (teilweise sehr interessante Diskussionen -> Ich habe mehrmals Sternchen verteilt) kommen jetzt mal die Links von Tante Google:

Ich geb dir 5

-> http://www.pflegewiki.de/wiki/Depression#Umgang_mit_…
-> http://www.zeitzuleben.de/2589-wie-sie-damit-umgehen…
-> http://www.depression.uzh.ch/page2/page29/page29.html
-> http://www.depressionsblog.com/blog/umgang-depressive/
-> http://www.buendnis-depression.at/Tipps-im-Umgang-mi…

Viele Grüße,

Roman

Hallo.

Im Privaten kannst du Depressive meiden, im beruflichen Bereich musst du immer wieder lernen, mit der oftmals niederdrückenden und vereinnahmenden Art von Arbeitskollegen oder Vorgesetzten umzugehen. Du könntest deinem Arbeitskollegen gegenüber klar zum Ausdruck bringen, dass du keinen persönlichen oder allzu engen Kontakt wünscht. Hier ist Abgrenzung gefragt. Was das Fachliche anbelangt solltest du mit Vorgesetzten darüber sprechen, dass du sehr viel lernen möchtest und du dir mehr Verantwortung und andere Aufgaben wünscht.

Wie lange bist du jetzt in der Abteilung?
Würdest du dich auch über das eintönige Lernen beschweren wenn
die Person nicht depressiv wäre?

Ich würde offener fragen, ob ich jetzt mal eine andere Aufgabe erledigen kann. Da ist durchaus noch Spielraum, nur wäre ich dann von betreffender Person weg (es gibt dort sehr viele Leute für die ich theoretisch etwas erledigen könnte).

Ist nun mal so, dass man als Azubi nicht gleich die Abteilung
schmeißt.

Das ist mir bewusst und das war in keiner Abteilung je der Fall.

Mir kommt es beim Lesen so vor als wäre betreffende Person
aufgrund ihrer Depression bei euch gebrandmarkt.

Tja, ich kann mich nicht freisprechen von Vorurteilen, aber man kann auch sagen, dass die Person sich selbst brandmarkt, indem direkt eine Vorwurfshaltung kommt, wenn man eine Sache nicht sofort erledigt.

Ein Beispiel: Ich soll eine Aufgabe erledigen, bin gerade 2 Tage dort, habe eine Nachfrage weil mir das nie erklärt wurde. Da kommt direkt als Gegenfrage, in einem motzigen Tonfall „Willst du das etwa nicht machen? Das ist hier kein Zuckerschlecken!“ Ich will da aber keinen Streit vom Zaun brechen! Also sag ich „Sorry, es war nur eine Nachfrage, wie das geht.“ - „Du brauchst dich jetzt nicht rechtfertigen!“

Klar, da hängt viel vom Tonfall ab und ich weiß jetzt schon, dass mir das wieder negativ ausgelegt wird…

Wie würdest du denn mit jemandem umgehen, ähnliche Frage wie
oben, der nicht depressiv aber schnell beleidigt ist?

Vermutlich wäre das das gleiche. Nur, dass ich mir nicht so lange Gedanken darüber machen würde, ob die Person nun beleidigt ist oder nicht, ich würds dann einfach raushauen. Nicht respektlos, aber ich würde es sagen.

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Nehmen wir mal an ich sei so unfähig, sozial inkompetent und dumm wie du es schreibst.
Hilft das, mir vorzuzeigen wie schlecht ich bin? Würde ich, wenn es so wäre, mein Verhalten auf deine „Hinweise“ hin ändern?

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Erstmal Danke für diese „normale“ und gutgemeinte Antwort.

wie ging das denn anderen azubis? und wie sind die daraus
gekommen?

Einer meinte „Halte dich, wenn es irgendwie geht, von dem fern!“
Eine andere: „Der ist so schrecklich!“
Das hilft jetzt ja nicht gerade so viel…

wie lange bist du da in der abteilung? ich würde
einfahc fragen, wann ich denn bestimmte tätigkeiten lernen
kann, also da klar und freundlich konkret nachfragen.

Das habe ich getan, da kam als Antwort „Das läuft hier nicht immer so wie du dir das vorstellst, das ist nicht wie im Fernsehen hier!“
Meine Vorgängerin hat in der Abteilung nichts gelernt, die steht vor den Sachen wie der Ochs vorm Berg, weil sie sich nie getraut hat, etwas zu sagen, eben weil solche Antworten dabei rumkommen.

Ich meine, selbst wenn es jetzt eintönige Arbeit gibt und ich später noch andere Dinge lernen werde, mit dem Satz „Das läuft hier nicht immer so“ könnte man theoretisch jede Nonsensarbeit rechtfertigen. Da hab ich dann auch mit sachlichen Argumenten keine Chance.

also, mein tip: rede in klaren Ich-botschaften. ich möchte
berufliches und privates trennen und keine freundschaften am
arbeitsplatz schliessen. ich möchte gerne dieses und jenes
lernen. ich weiß nicht wie ich mit dir und deiner
vorerkrankung umgehen soll.

Danke, ich werde mich bemühen :wink:

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Lösung gefunden
Danke an alle, für die Erweiterung meiner Menschenkenntnis.

Es hat sich inzwischen eine Lösung ergeben.
Der Azubi-Verantwortliche einer anderen Abteilung hat mich offen nach meiner Meinung gefragt (von sich aus!) und hat direkt mitschwingen lassen, dass er derartige Probleme aus der Abteilung kennt. Er kann und möchte mir den Rücken stärken, falls sich nach weiteren Wochen nichts bessert. Was er da genau regeln will, weiß ich nicht.

Übrigens hat das nicht primär was mit der depressiven Person zu tun, sondern generell, dass Azubis dort keinen Ansprechpartner haben und von jedem theoretisch ausgebeutet werden könnten (unabhängig jetzt von der Depri-Person).

Bedingung für Hilfe war natürlich, dass ich die nächsten Wochen abwarte und weiterhin „fresse“, wie es hier so schön bezeichnet wurde. Aber das hätte ich ja sowieso gemacht.