und m.E. bräuchte er
einen kleinen „Schubser aus der Türe“,
NEINNEINNEIN!
um zu sehen, dass er im
Leben auch gut alleine zurechtkommen kann.
Leider macht der Mensch sofort total zu, sobald ich das Thema
ansprechen will. Wie komme ich (z.B. als Bruder) an ihn ran?
Was kann ich tun, wenn er sich nicht helfen lassen will? Ich
mache mir große Sorgen um ihn, aber ich laufe bei ihm immer
gegen die Wand.
Es wäre toll, hier ein paar Ratschläge zu bekommen, wie ich
mit diesem Menschen am Besten umgehen kann.
Vielen Dank!
Anaxi
Hallo, Anaxi-
jemandem zu helfen, der dies nicht will, ist in der Tat schlicht unmöglich. Du kannst aber wohl immer versuchen, zu verstehen, was in dem Menschen vorgeht. Das ist der entscheidene Schritt. Eine Hilfe mit dem Tenor „nun sei doch nicht so depressiv, schau mal, die Sonne scheint, Du hast doch eigentlich alles,Du müsstest nur mal an was Anderes denken,…“ ist keine Hilfe, sondern zeigt dem Depressiven eher, dass er zu „blöde“ ist, diese einfachen Tatsachen zu begreifen und sich „zusammenzureißen“. Das macht einen noch fertiger.
Meiner Erfahrung nach hilft es am meisten, wenn man depressiv sein darf, so in dieser Lähmung der Seele hingenommen wird, ohne ausgeschlossen zu werden. Das geht natürlich nicht überall und immer, aber öfter, als man denkt. Und oft braucht man einfach seine Ruhe, denn innerlich kämpft man enorm.
Aber das ist bei jedem anders und Du kannst doch denjenigen auch fragen, was er braucht; nicht damit die D. vorbeigeht, sondern um sich mit Dir besser zu fühlen. Das ist etwas Anderes.
Frage Dich auch, warum es für Dich so wichtig ist, das Dein Mitmensch seine D. überwindet; steckt’s Dich an? Zeigt er Dir ein Ungleichgewicht an, das Du nicht wahrhaben willst? Was bedeutet es für Dich, ihm zu helfen - ihn zu „retten“?
Vielleicht kannst Du herausfinden, welchen Sinn seine Depression für Deinen Bruder (im Geiste) haben könnte, wovor - meist Auseinandersetzungen, Konflikten - schützt sie ihn, was erspart sie ihm?
Ein depressiver Mensch braucht mMn sehr viel Toleranz und Verständnis, aber sehr wenig Ratschläge. Manchmal braucht er auch das richtige Medikament.
Du schreibst sehr vage über Deinen Menschen, sprich mit ihm, indem Du von Deinen Sorgen und Gedanken redest, ohne ihn unter Veränderungsdruck zu setzen.
Im Netz gibt’s reichlich Material…
Viel Erfolg, danke für Dein Engagement - Anette