Depressiver Partner

Hallo!

Leidet Ihr selbst unter Depressionen oder habt Ihr einen Partner der depressiv ist, dann könnt Ihr mir vielleicht weiterhelfen…

Ich kenne mich noch zu wenig mit dem typischen Verhalten bei Depressionen aus, bin mit meinem Freund auch noch nicht so lange zusammen, so dass ich womöglich aus früheren Erfahrungen im Umgang mit ihm sprechen könnte, als er noch keine Depressionen hatte, also einen wirklichen Vergleich hätte… und frage mich immer wieder, ob sein Verhalten mir gegenüber von seinen Depressionen herrührt oder damit womöglich gar nichts zu tun hat.

Wie hat sich eine Depression auf Euren partnerschaftlichen Umgang miteinander ausgewirkt?

Greetings,
Marla

Hallo Marla,

ich suche selber noch nach vernünftiger Literatur über dieses Thema. Als Laie auf dem Gebiet ist gerade das Thema Depressionen sehr schwer zu erschließen. Zum Einstieg würde ich die beiden Bücher „Wenn ein naher Mensch depressiv ist“ von Jean-Marie Vanelle und „Das seelische Tief überwinden“ von Rudolf Köster empfehlen. Dann hast Du beide Seiten mal gelesen. Sind auch dünne Büchlein, so 120 bis 130 Seiten.

Problem bei Dir wird allerdings sein, daß der Mensch dir nicht so nah ist wie es erforderlich wäre und wie man einem solchen Menschen nah kommt, erklärt am Besten „Der kleine Prinz“. Und das meine ich nicht ironisch, sondern ganz ernst.

Soweit meine Prosa-Literaturauswahl zum Thema.

Denmächst findet übrigens ein Chat über „Messies“ hier im Forum statt, wenn ich das richtig gelesen habe. Da ich da viele Parallelen sehe (aus meiner laienhaften Sicht) könnte ich mir den Chat interessant für Dich vorstellen.

Gruß, AndyM

Liebe Marla,
das beste für Laien verständliche Buch, das ich als Betroffene kenne ist:
Daniel Hell
„Welchen Sinn macht Depression“
Rowohlt Taschenbuch € 8,90.
Da ist auch Kapitel speziell für Angehörige zum besseren Verständnis/Umgang drin.
LG,
Anja

Hallo Andy!

ich suche selber noch nach vernünftiger Literatur über dieses
Thema. Als Laie auf dem Gebiet ist gerade das Thema
Depressionen sehr schwer zu erschließen. Zum Einstieg würde
ich die beiden Bücher „Wenn ein naher Mensch depressiv ist“
von Jean-Marie Vanelle und „Das seelische Tief überwinden“ von
Rudolf Köster empfehlen. Dann hast Du beide Seiten mal
gelesen. Sind auch dünne Büchlein, so 120 bis 130 Seiten.

Ich habe begonnen in dem Buch „wenn der Mensch, den du liebst, depressiv ist“ zu lesen… darin finde ich bereits etliche der Verhaltensmuster wieder, aber normalerweise geht man eben immer davon aus, dass man einen Vergleich zwischen vorher-nachher hat und dann plötzlich Veränderungen am Partner wahrnimmt… aber diesen Vergleich habe ich ja im Prinzip nicht, denn er war bereits depressiv als wir uns wieder getroffen haben und das hat sich nun immer mehr gesteigert.
Als ich ihn vor 14 Jahren kennenlernte war er noch sehr viel aufgeschlossener und empfänglicher, aber ob es an den Depressionen liegt, dass er sich verändert hat, kann ich nur vermuten.

Dass er sich immer mehr zurückzieht von mir, scheint demnach völlig normal zu sein bei einer Depression, aber ist es denn auch so, dass man dann nicht mehr weiss, ob man einen Menschen wirklich liebt oder was man sonst für ihn empfindet? Kann man dann seine eigenen Gefühle nicht mehr einordnen?
Es wird empfohlen, offen zu sagen, wie man sich fühlt und sich dabei auf sich selbst zu beziehen, nicht zu sagen: du hast dies oder jenes gemacht… sondern zu sagen: ich habe mich so oder so gefühlt… aber wenn ich das mache, dann hat er gleich ein schlechtes Gewissen und fühlt sich dafür verantwortlich, auch wenn ich dabei sagen, dass ich sein Verhalten verstehe…

Problem bei Dir wird allerdings sein, daß der Mensch dir nicht
so nah ist wie es erforderlich wäre und wie man einem solchen
Menschen nah kommt, erklärt am Besten „Der kleine Prinz“. Und
das meine ich nicht ironisch, sondern ganz ernst.

Ja, ich sollte ihn mal wieder lesen.

Soweit meine Prosa-Literaturauswahl zum Thema.

Denmächst findet übrigens ein Chat über „Messies“ hier im
Forum statt, wenn ich das richtig gelesen habe. Da ich da
viele Parallelen sehe (aus meiner laienhaften Sicht) könnte
ich mir den Chat interessant für Dich vorstellen.

Was denn für Parallelen? Da bin ich aber jetzt echt gespannt.

Greetings,
Marla

Hallo Anja!

das beste für Laien verständliche Buch, das ich als Betroffene
kenne ist:
Daniel Hell
„Welchen Sinn macht Depression“
Rowohlt Taschenbuch € 8,90.
Da ist auch Kapitel speziell für Angehörige zum besseren
Verständnis/Umgang drin.

Wenn ich nach der Literatur gehe, die ich bisher gelesen habe, ist es eine ganz klare Sache, sein Verhalten passt genau in das Bild einer Depression, ich kann es seither auch besser nachvollziehen und bin dabei zu lernen, besser damit umzugehen, aber es sind dennoch viele Fragen offen. Ich hatte gehofft, dass sich manche dieser Fragen klären, wenn ich von anderen Betroffenen ihre subjektiven Erfahrungen berichtet bekomme.

Greetings,
Marla

Hi,

nur eine kurze Bemerkung, bei Depressionen solltest du darauf hinwirken, daß sich dein Lebensgefährte in ärztliche Behandlung begibt, also erstmal zum Hausarzt (geh mit, wenn dein Freund nichts dagegen hat), Überweisung zum Facharzt holen oder, falls es der Hausarzt empfielt, teilstationäre/stationäre Behandlung in einer Klinik.

Gruß

Yoyi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Yoyi!

nur eine kurze Bemerkung, bei Depressionen solltest du darauf
hinwirken, daß sich dein Lebensgefährte in ärztliche
Behandlung begibt, also erstmal zum Hausarzt (geh mit, wenn
dein Freund nichts dagegen hat), Überweisung zum Facharzt
holen oder, falls es der Hausarzt empfielt,
teilstationäre/stationäre Behandlung in einer Klinik.

Er geht normalerweise gar nicht gern zum Arzt, sei vor drei Jahren zuletzt dort gewesen. Als er vor 2 Wochen wegen heftigen Magen-Koliken einen Arzt aufgesucht hat, hat er zum Glück auch seine Depressionen angesprochen, und der sagte ebenfalls, dass diese unbedingt behandelt werden müssten.
Da mein Freund zu dem Zeitpunkt Angst vor sich selbst bekommen hatte, wollte er den nächstmöglichen Termin Mitte Februar nicht abwarten und notfalls eine lange Wartezeit im Vorzimmer in Kauf nehmen, Hauptsache, er käme baldmöglichst dran…
dann folgten aber etliche Tage zwecks Behandlung der Magenprobleme, es ging ihm mental besser und der Gedanke an ärztliche Behandlung rückte wieder weiter in den Hintergrund. Da aber die Magenprobleme trotz Medikamenten nicht besser geworden sind, war er gestern erneut bei seinem Hausarzt, der ihm erneut empfahl zum Psychoanalytiker zu gehen, da er bei psychosomatischen Ursachen bei den Magenproblemen nicht wirklich helfen könne. Der Arzt hätte ihm gesagt, er solle seine Vorurteile abbauen und sich zu einer Behandlung überwinden.

Ja, es wäre sicher das beste, er würde eine Therapie machen und ich würde ihn auch sofort begleiten, wenn er es wollte, aber er wehrt sich innerlich noch viel zu sehr dagegen. Wenn ich auch nur Andeutungen mache, die in diese Richtung gehen, blockt er total ab. Habe die Befürchtung, ich erreiche damit das Gegenteil von dem, was ich möchte.

Greetings,
Marla

Hi,

Depressive bekommen oft „den Arsch nicht hoch“, das ist ja Teil der Krankheit, also mach ruhig Druck, deswegen sage ich auch, geh mit!

ihm erneut empfahl zum Psychoanalytiker zu gehen, da er bei

Mit Depressionen sollte er nicht zum Psychoanalytiker gehen, sondern zum Psychiater, denn Depressionen haben eine somatische (körperliche) Komponente. Das macht es vielleicht auch leichter. Er muss nicht gleich sein Innerstes offenbaren, falls es das ist, vor dem er Angst hat. Erstmal hilft ihm der Psychiater medikamentös, in der weiteren Folge kommen ergänzend andere Therapieformen dazu.

Gruß

Yoyi

Hi yoyi…

Depressive bekommen oft „den Arsch nicht hoch“, das ist ja
Teil der Krankheit, also mach ruhig Druck,

Damit erreichst Du genau das Gegenteil - ein weiteres Zurückziehen des „Probanden“…
Gruß,
Anja

Hi,

insbesondere der fördernde Einfluss des Ehe- bzw. Lebenspartners ist nicht zu unterschätzen. Aus meiner Erfahrung kann ich berichten, daß immer dann, wenn aktive, sich kümmernde Lebenspartner da waren, das eine sehr förderliche Wirkung auf den Verlauf hatte.

„Druck“ heisst motivieren, anschieben, helfen, nicht moralisch verurteilen.

Gruß

Yoyi (der eigentlich nur einen beiläufigen Rat geben wollte)

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Hi,

insbesondere der fördernde Einfluss des Ehe- bzw.
Lebenspartners ist nicht zu unterschätzen. Aus meiner
Erfahrung kann ich berichten, daß immer dann, wenn aktive,
sich kümmernde Lebenspartner da waren, das eine sehr
förderliche Wirkung auf den Verlauf hatte.

Du bist ja noch nicht so lange hier, deshalb erlaube ich mir auf einen meiner früheren Artikel hinzuweisen:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

„Druck“ heisst motivieren, anschieben,

wenn ich Deine Muskelpakete betrachte, beginne ich zu verstehen, was Du evtl. meinst

helfen,

ja ich kenne sie, die hilflosen Helfer, die vor lauter Helfen-wollen nur noch sich selbst und nicht mehr das Objekt ihres Gut-sein-wollens sehen…

nicht moralisch

wie kommst Du überhaupt auf die Idee, in diesem Zusammenhang das Wort „moralisch“ überhaupt in den Mund (bzw. in die Finger) zu nehmen???

verurteilen.

Ich gehe davon aus, dass sich in diesem Brett Menschen bewegen, die in der Lage sind, von einem Krankheitsbegriff ausgehen zu können. Von Verurteilen war hier glücklicherweise noch nie die Rede…

Yoyi (der eigentlich nur einen beiläufigen Rat geben wollte)

Beiläufiges kannst Du im Brett „Plauderei“ unterbringen
Gruß,
Anja

Liebe Anja,

ich will das nicht weiter ausbreiten im Forum, da ich eigentlich keine therapeutischen Empfehlungen in einem Internetforum gebe will. Trotzdem empfehle ich Dir, im Zweifelsfall nachzulesen, z.B.:

Berger, Mathias (Hrsg): Psychische Erkrankungen, Klinik und Therapie
Hoffmann, Nicolas; Hofmann, Birgit: Verhaltenstherapie bei Depressionen
Hautzinger, Martin: Kognitive Verhaltenstherapie bei Depressionen
Behandlungsanleitungen und Materialien

Ich habe eine Meinung zu einer Bühnenplastik, aber ich kenne die Grenzen meines Urteilsvermögens, du hast eine Meinung zu medizinischen Problemen, aber ich fange an zu ahnen, wo die Grenzen deines Urteilsvermögens liegen *winkemitdemzaunpfahl*

Gruß

Yoyi (der froh ist neben seiner Handbibliothek zu sitzen *g)

PS.: unsachliche Bemerkungen über Muskeln stärken nicht gerade das Gewicht deiner Aussagen, oder???

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PS.:
Liebe Anja,

jetzt lese ich Deinen Artikel und sehe, daß Du eine Betroffene bist. Ich will Deine persönliche Erfahrung nicht entwerten, dennoch bitte ich Dich zu berücksichtigen, wenn Du familiäre Einflussnahmen als belastend empfunden hast, heißt das nicht, das es in der Mehrzahl der Fälle so ist.

Kern meines Ratschlages war, ihr zu empfehlen, ihren Lebensgefährten in ärztliche oder besser psychiatrische hineinzubugsieren.

Versöhnliche Grüße, du bist eine kultivierte und kluge Person, wie ich in den anderen Brettern erfahren konnte, lass uns nicht streiten wegen einer Meinungsverschiedenheit.

Yoyi

Hand-reiche :smile: owT

ruhig
Hallo Marla,

Wie hat sich eine Depression auf Euren partnerschaftlichen
Umgang miteinander ausgewirkt?

Wie ich aus deinem anderen Posting entnehme, liegt noch keine Diagnose vor. Warte bitte bis die vorliegt, dann ist immer noch genügend Zeit zur Info-beschaffung. Dir geht es sonst wie hypochondrisch veranlagten Menschen, die auf ein weh-wehchen hin die Bücher zu den schrecklichsten Krankheiten lesen und dann nicht wieder runterkommen, obwohl es nur ein blauer Fleck war.
Bei psychischen Krankheiten kommt erschwerend hinzu, dass die Symptome /Verhaltensweise durch Interaktion zwischen Dir und deinem Freund sich wandeln können.
Also lass erst mal die Profis ran, unterstützen kjannst Du, wenn feststeht in welche Ricxhtung es gehen muss.

Tschuess Marco.

Hi Marla…
also ich leide unter Depressionen …seit einigen jahren …komme aber zur zeit gut damit klar (nehme tabletten) …zugleich hab ich auch eine Beziehung …drumm zum thema ob sein verhalten dir gegenüber etwas mit den Depressionen zu tun haben…
ich weiß ja nicht genau wie err sich dir gegenüber verhält aber wenn man gerade unter einer depression leidet dann verändert sich alles… man ist wie ein anderer mensch (so ist es bei mir ) und dann heißt es vom Partner toleranz toleranz und toleranz …ob der partner damit klar kommt muss er entscheiden …mein partner ist damit klar gekommen worüber ich auch sehr froh bin…
bei mir ist es so dass ich dann nichts verstehe und ich es auch teilweise an meinem freund auslasse…dann bin ich ganz anders zu ihm als ich es sonst bin weil ich mir auch denke das er das alles sowieso nicht verstehen kann und in der situation denkt man das jeder mensch alles falsch macht (auch der freund) egal was er dann tut -es ist falsch …man kann nix richtig machen…
deshalb darfst du-falls er dir sachen an den kopf wirft oder du dich dann in dem moment nicht geliebt fühlst-es ‚nicht persönlich‘ nehmen … weil man in einer depression einfach nicht klar denken kann …
gut das wollt ich dir nur sagen :smile:
alles liebe olga

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