Deprivationssyndrom / Reaktive Bindungsstörung

Liebe/-r Experte/-in,
ich bin einigermassen ratlos. Ich erarbeite mir gerade alles wissenswerte über das Deprivationssyndrom.
Allerdings bin ich mir inzwischen nicht mehr sicher wie bzw. welche Rolle die Reaktive Bindungsstörung hierbei spielt. Ist das Deprivationssyndrom eine Auswirkung, ein Symptom oder in welcher Beziehung stehen sie zueinander?

Viele liebe Grüße,
Maik

Es tut mir leid. Ich kann Ihre Frage nicht beantworten.

=====
Die Auskünfte und Ratschläge, die hier erteilt werden, ersetzen nicht die Beratung durch einen Arzt und sind vollkommen unverbindlich. Ratschläge von Fachkundigen (Ärzten und/oder Heilpraktikern, Apothekern usw.) sind von diesem Vorbehalt nicht ausgenommen, da durch die Schriftform eine echte Diagnosestellung, somit auch ein Therapievorschlag, ausgeschlossen ist.

Gleichzeitig warnen wir ausdrücklich vor Selbstmedikation ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, Heilpraktiker oder mit dem Apotheker.

nimm doch kontakt auf mit dr. anette liebler im gpz detmold fon 05231-458500. sie ist eine expertin.viel erfolg h.d.

Zum Deprivationssyndrom ist vor allem auf René Spitz zu verweisen. Er hat dokumentiert, dass Kleinkinder, die im Alter von 6 - 18 Monaten ihre wichtigste Bezugsperson verlieren in einen depressiven Zustand verfallen,der bis zum Tod führen kann.Dss war vor allem in Säuglingsheimen zu beobachten,und wird hier unter dem Titel Hospitalismus geführt.
Zubeachten ist, dass die Mutter-Kind-Beziehng ja ein fein abgestimmtes System von gegenseitigen Reaktionen ist. Das deprivierte Kind lehnt ja dann auch Beziehungsangebote oft hartnäcig ab. Die verwendeten Termini haben damit zu tun von welcher Seite man den Prozess oder dessen Störung betrachtet.
Die von Spitz stammenden Bilder sind so eindrücklich, dass sie mir auch nach 50 Jahren noch lebhaft in Erinnerung geblieben sind.
Ueber neuere Erkanntnisse bin ich nicht mehr informiert, da ich meine Tärtigkeit seit längerem eingestellt habe.
Mit freundlichen Grüssen Tamaro

Kann dazu leider nichts sagen.
Gruss, Winfried Mall

Lieber Maik,

zunächst wäre natürlich spannend, woher Ihr Interesse an der Thematik kommt.

Ganz allgemein lässt ich sicherlich sagen, dass der Hospitalismus (in der modernen Psychiatrie spricht man eigentlich nicht mehr vom „Deprivationssysndrom“) eine Reaktion auf eine emotionale Vernachlässigung ist. Darunter fassen wir - natürlicherweise - auch die Bindungsstörungen.
Das Verhältnis zwischen Hospitalismus und bindungsstörung (in dieser spezeiellen Ausprägung) ist also der von Wirkung und Ursache.

Herzliche Grüße,

Matthias.

Hallo Maik,

das Deprivationssyndrom ist ein „veralteter“ Ausdruck für die heutig gültige ICD-10 Diagnose „reaktive Bindungsstörung“ (F94.1).

Viele Grüße,

musikus