Der 1. eigene Hund - professionelle Starthilfe

Hi Experten!
Bevor ich zum ersten Mal einen Hund in die Familie aufnehmen möchte ist allerlei zu beachten. Räumlichkeiten und zeitliche Probleme sind geprüft, alles absolut hundetauglich. Aber…:
Woher bekomme ich VOR Einzug des Hundes die wichtigstens (Erziehungs-)infos her wie zB

  • sofort als Welpe richtig erziehen
  • auch mal 1 Stündchen alleine bleiben können
  • keine anderen Hunde und Menschen anfallen
  • etc usw usw
    Kurzum: Von Beginn an richtig erziehen und Fehler vermeiden. Bücher sind zu allgemein für solche Infos. Aber woher kann ich diese wichtigen Anforderungen fachmännisch erfahren, bevor Hund einzieht??
    Hinweise, Erfahrungsberichte und Tipps sind willkommen!
    Dank vorab und Gruss,
    -Martin-

Hi Martin,
erst mal schon herzlichen Glückwunsch zu der Entscheidung einen Hund
als Familienmitglied aufzunehmen!
Ich möchte mal so sagen, wenn du deinen Hund von einem Züchter
nimmst, zeigt sich schon daran ob er ein guter Züchter ist, wenn er
sich auch mit euch über diese Dinge unterhält und jederzeit für
Rückfragen bereit ist!
Unser Züchter z.B.: ist jemand, der jederzeit ein offenes Ohr für uns
hat und mit Rat und Tat zur Seite steht! Er hat auch eine eigene
Homepage besser gesagt 2! Die für seine gezüchtete Rasse und diese:

http://www.hunde-richtig-verstehen.de/schule/index.htm

Eines der wichtigsten Dinge überhaupt ist meiner Meinung nach die
Welpenstunde, bei der der Hund lernen kann sich selber und seine
Artgenossen zu verstehen! Steht auf der Seite auch näheres darüber!
Zum Alleinlassen sei gesagt, von 5 Minuten bis … einfach immer
wieder steigern! Keine großen Verabschiedungszeremonien und das
gleiche auch beim Heimkommen! Einfach so da bin ich wieder, alles
keine große Sache!
Auch der Futtertrick, der auf der Seite beschrieben ist, ist nicht
schlecht, bei der der Hund als erstes Mal lernt, was Nein ist und was
er darf!
Wir bekamen unseren schon soweit erzogen, daß Nein auch Nein war! Das
war Gold wert! Aber mit der richtigen Geduld und vorallem Konsequenz
klappt es bestimmt! Denn Konsequenz ist und bleibt das A und O! Ein
Hund versteht normalerweise nicht, warum er das heute darf und morgen
nicht! Unser Hund darf z.B.: aufs Sofa, aber nur wenn wir ihn dazu
auffordern, das hat er auch gelernt!
Es gibt auch ein Buch, das ganz gut sein soll. Leider hab ichs selber
noch nicht gelesen, aber beim Reinschnuppern beim Tierarzt fand ich
es extrem gut beschrieben und zwar:
Lassie, Rex & Co.

Vielleicht suchst du dir auch schon mal vorab eine gute Hundeschule,
die Welpenspielen anbieten und unterhälst dich mit denen!
Menschenfreundlichkeit bekommst du glaub ich auch einfach in deinen
Hund „erzogen“ in dem er einfach viele freundliche Menschen mit
Leckerchen (das muß das Herrchen arrangieren :0)) kennenlernt! Nur
halt immer net zuviel auf einmal! Und auch den Welpen nicht mit zu
kleinen Kindern allein lassen! Da fällt viel Blödsinn ein!
Ansonsten, auch einfach auf dich zukommen lassen, damit daß du dich
schon jetzt Gedanken darüber machst und dir das alles überlegst, hast
du schon einen großen Schritt getan!

Ansonsten auch wichtig, daß er in seinem ersten Jahr möglichst wenig
schlechte Erfahrungen macht (Prägezeit), sprich nach Möglichkeit nur
mit Hunden spielen lassen, die auch sozialisiert sind und seinen
Welpenschutz anerkennen! Nicht jeder Hund reagiert freundlich auf
andere, was viele ander Hundebesitzer oft vergessen!

Ach ich laber und laber, eigentlich will ich nur eins sagen:
Viel Spaß mit eurem baldigen neuen Mitbewohner, Freude und ein langes
gemeinsames Leben :0)

Ganz liebe Grüße
Marisa

Hallo Martin,

ich würde dir auf jeden Fall eine Hundeschule empfehlen, sobald der kleine alt genug ist - gerade weil es dein erster Hund ist und du keine Erfahrung hast.

Viele Grüße

Phoebe

Ja, Hundeschule liegt ja nahe, darüber habe sicherlich auch schon nachgedacht. Ich wüsste aber eben gerne VORHER, was dem Hund in einer Schule beigebracht wird und was man von Beginn an erzieherisch beachten sollte, also wie man von Beginn an effektiv zu Gunsten von Hund und Herrchen/Frauchen agieren kann…

Vielleicht mache ich’s ja auch zu kompliziert :wink: Aber ich möchte nachträglichen unnötigen Stress von Beginn an vermeiden…

Liebe Dank, ein designierter Hundebesitzer

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Hallo Martin,

Hundeschule ist nicht gleich Hundeschule. Da kann im schlimmsten Fall ein absoluter griff ins Klo sein leider.
Ich möchte dir aus eigener Erfahrung wirklich WÄRMSTENS das gesamte Erziehungskonzept von Natural Dogmanship empfehlen. Wir UND unsere Hunde sind damit SOWAS VON ZUFRIEDEN! Sehr, sehr kompetent und sehr einfühlsam im Umgang mit Mensch und Hund. Ich lerne da unglaublich viel, immer noch. Falls du weiteres Interesse hast, mail mich einfach an, dann kann ich gern noch mehr erzählen.
Oder schau einfach mal hier:
http://www.natural-dogmanship.de/ (unter ND-InstruktorInnen kannst du nach entsprechenden „Trainern“ in deiner Nähe schauen).

Viele liebe Grüße,
Nina

Hallo,

vermutlich ist es schon zu spät, aber ich erwähne es trotzdem einfach mal.

Der beste Hund für einen Hundeanfänger ist ein älterer Hund, der schon eine Grunderziehung hat. So kann man nicht mehr so viel falsch machen und man lernt am lebenden Modell die Körpersprache und das Verhalten des Hundes kennen, ohne dass man sich gleich eine renitent-neurotische Töle heranzieht, weil man es einfach nicht besser weiß.

Die Anziehungskraft von Welpen scheint unglaublich zu sein, aber manchmal wünsche ich mir, dass das Gefühl aus- und der Verstand eingeschaltet wird. Gerade für absolute Hundeanfänger sind Welpen meiner Ansicht nach die falsche Wahl.

Ein ruhiger Hund mittleren Alters mit Grunderziehung, körperlich noch fit, macht absoluten Spaß. Die Persönlichkeit ist schon gefestigt, man lauft nicht die Katze im Sack. An so einem Hund lernt man unglaublich viel, dass man dann beim zweiten Hund anwenden kann.

Eventuell ernte ich mit dieser Aussage hier Schelte, aber in meinem vom Tierschutz geprägten Umfeld sehe ich täglich was passiert, wenn Ahnungslose einen Welpen zu sich nehmen. Die meisten sind noch nicht mal so vorausschauend wie Du und glauben, alles selbst und ohne Hilfe hinzubekommen.

In unserem Revier haben wir mehrere Ergebnisse dieser Einstellung. Ein paar Beispiele von Hunden, die als Welpen zu Erstbesitzern kamen:

  • Riesenschnauzer, bleibt keine Minute alleine (Frauchen hat sich anfänglich nicht drum gekümmert, später war es zu spät)
  • zig verfettete Golden Retriever, hören alle nicht für 5 Pfennig (denn der Retriever ist ja der geborene Familienhund, braucht kaum Erziehung, ich könnte kotzen)
  • diverse neurotische Bordercollies, alle total unterfordert und hyperaktiv, weil als Familienhund missbraucht
  • Bordercollie (gehört dem örtlichen Tierarzt!!!), noch nicht ausgewachsen und doch schon fast durchgeknallt, Frauchen verbietet Kontakt zu anderen Hunden, Hund wird nie abgeleint, usw. „Welpenschule? Brauchen wir nicht, wir fahren 1x die Woche zum Züchter, da sieht er seine Wurfgeschwister“.

Das sind noch harmlose Fälle. Im Tierschutzbereich sehe ich dann immer wieder die Hunde, die wegen „überforderung“ oder „zeitmangel“ abgegeben werden. Die Welpenphase überstehen sie eventuell noch (obwohl viele zuhause rausfliegen, wenn sie in der Nagephase sind), in der Pubertät ist dann aber Schluss mit lustig.

Wenn es denn unbedingt ein Welpe sein muss, suche Dir eine Hundeschule, die auch Infoveranstaltungen ohne Hund anbietet. Dort kannst Du Dir die Grundlagen erklären lassen.

Gruß & viel Erfolg,

Myriam

Moin,

Hinweise, Erfahrungsberichte und Tipps sind willkommen!

Hol dir einen älteren Hund aus dem Tierheim, der bereits stubenrein ist und die Grundbefehle kennt. Mit dem gehst du dann zur Hundeschule.

Gruß
Marion mit Tierheimhund

Hallo Martin!
Da würde ich Dir erstmal die große „Inforunde“ empfehlen:smile:
Zuerst:informiere Dich umfassend über „deine“ Rasse-falls es ein Rassehund wird.Klar,die meistem Züchter sind absolut überzeugt von ihren Hunden-das heißt aber nicht,daß die zu Dir(Euch?)auch passen.Jede Rasse hat so ihre Besonderheiten…und das kann durchaus Problempotential bieten.Vielleicht drehst Du mal eine Runde über die beliebten Gassiwege und quatschst passende Hundebesitzer an?
Falls es ein Mischling ist:versuch raus zu kriegen was so dabei ist und handele dann nach 1.
Die Tierheime in deiner Umgebung können durchaus beim Suchen einer Hundeschule behilflich sein.Oftmals nutzen sie selber die Angebote der Schulen oder Trainer.
Ansonsten habe ich auch meine Bedenken mit Anfänger und Welpe.Es gibt auch Junghunde mit Grunderziehung die dringend einen neuen Platz suchen.Ich will es Dir nicht madig machen-einen Welpen aufzuziehen und zu erziehen kann eine schöne Sache sein…es kann aber auch mächtig daneben gehen.Ich mache ehrenamtlich Tierschutzarbeit.Da komme ich öfter in den Genuß Hunde bis zur Vermittlung aufzunehmen denen die einfachsten Sachen fehlen.Kommt dazu dann noch die Flegelphase ist die Abgabe oftmals vorprogrammiert.Oder sog.„Moderassen“;das sind z.T. Hunde,die als Familienmitlauftier stark unterfordert sind(Jack-Russel-Terrier sind so ein Beispiel)und dann zum Schrecken der Nachbarn mutieren.
Gruß
Andrea

Hi,

wenn es denn ein Welpe sein soll, empfehle ich - nachdem die Entscheidung für die Rasse gefallen ist - ebenfalls einen Hund vom Züchter zu holen.

Dabei sollte man früh anfangen: D.h., lerne zuerst den Züchter und seine Tiere kennen, die meisten Züchter begrüssen es, wenn sie die Menschen kennenlernen, bei denen ihr „Nachwuchs“ später wohnen soll.

Schaut euch an, wie die Tiere des Züchters untergebracht sind, quatscht mit den Leuten und befreundet euch - wenn möglich - mit dem zukünftigen Muttertier.

Ja, zukünftig, nicht schon tatsächlichen Muttertier! Sucht euch sozusagen die Mutter bereits aus und zwar bevor sie trächtig wird. Wenn es möglich ist, wäre es ideal auch den Rüden kennenzulernen (das geht aber nicht immer, wenn er nicht auch dem Züchter gehört). Dann seht ihr nämlich, wie die Eltern eures Hundes drauf sind. Klar ist ja, wenn da zwei überspannte Hunde zusammenkommen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass eurer auch durchdreht!

Wenn dann die Hündin geworfen hat, vereinbart möglichst mit dem Züchter, dass der Welpe erst im Junghundalter von ca. 3 Monaten zu euch kommt. Vergewissert euch (beim guten Züchter kein Thema) dass die Sozialisierung in dieser Zeit gut klappt. Auch die gute Hündin erzieht ihre Welpen bereits (natürlich nur nach Hundeart).

Ist der Junghund bei euch: Ab in die Welpen-/Hundeschule. Und denkt dran: Üben, üben, üben. Von allein erzieht sich kein Hund, bzw. nicht so wie ihr dass vielleicht hättet. Unarten, wie von dir genannt, sind nichts anderes als der Beweis, dass der Hund seine Menschen erzogen hat und nicht umgekehrt. Warum sollte er allein bleiben, wenn er seine Menschen dazu bringen kann immer bei ihm zu sein? Etc. etc.

Lerne aber trotzdem - vielleicht auch aus Büchern - Hunde und ihre Sprache verstehen. Alles was von Eberhard Trummler geschrieben wurde, hilft hier m.E. viel.

Gruß und viel Spass mit dem Wauzi
Nita