Es ist Montag. Ein anstrengender Arbeitstag liegt hinter mir. Ich freue mich auf zu Hause, auf die Wanne, das Fussballspiel. An meinem Stamm-Kiosk vorbeischlurfend, lasse ich die Augen über die Magazine in der Schaufensterauslage schweifen. Autozeitschriften, Frauenzeitschriften, Hürriyet und FAZ, Monstermöpse, Computermagazine . . .
Ach ja richtig, die neue Computerbild wollte ich mir ja kaufen, wegen des Brennertest. Der türkische Verkäufer, angeregt mit seinem Kabellosen telefonierend, dabei gleichzeitig einen Bauchtanz auf TRT verfolgend, legt mir die Springer-Schwarte hin, kassiert nach Tastgefühl die 2 Märker 80. Mit einem müden, aber ohnehin unvernommenen „tschöö!“ drehe ich mich um, mit der rechten Hand nach dem Magazin, mit der linken nach dem Aktenkoffer greifend. Da wird dem Bestreben meiner rechten Hand, die Zeitschrift zwecks besserer Greifbarkeit zu rollen, plötzlich Widerstand entgegengesetzt. Etwas Hartes, Flaches in der Mitte des Hefts will nicht gerollt und schon gar nicht geknickt werden. Ich setze den Koffer ab, schlage das Magazin in der Mitte auf und . . . AARRGGGGHHHHHHHHH! Schon wieder dieser blaue Müll! Was auch sonst! Nein, ich will die neue AOL-Schrottware nicht testen! Auch keine Freistunden! Ich will auch keine 350 Payback-Punkte für meine Anmeldung geschenkt haben. Verschont mich doch, bitte, bitte bitte . . . . .
Schluchzend trotte ich nach Hause, nicht ohne zuvor meine 159. Gratis-AOL-Scheibe in einem Gulli versenkt zu haben. Wohl wissend, dass AOL mächtig ist. Sehr mächtig. Der blaue Fluch wird mit dir sein. Immer. Du kannst ihm nicht entgehen.
Daheim – endlich. Ich schliesse die Haustür auf. Ich bin drin.
lass Dir von einem Künstler sagen: Du hast eine große Begabung, spannende Kurzgeschichten zu schreiben! Melde Dich doch mal bei einer journalistischen Agentur, da hättest Du bestimmt Erfolg mit Deinem Talent!
Ich würde bei dieser Geschichte allerdings vorher das Wort „Gulli“ durch „Wertstoffbehälter“ ersetzen - nicht dass Deine zukünftigen Leser Dir mangelndes Umweltbewusstsein unterstellen und Deine Geschichten nicht mehr lesen! Wenn es nicht so unkünstlerisch wäre, könntest Du ja noch darauf hinweisen, dass Du das Papier in den Altpapiercontainer geworfen hast, dass Du vorher von der Hülle das durchsichtige Folienfenster entfernt und separat entsorgt hast und dass es Dir trotz großer Mühe nicht gelungen ist, das Silber aus der CD herauszulösen, um es extra zu entsorgen…
Du hast natürlich völlig recht, der blaue AOL-Müll nervt schon gewaltig. Ich sammle die CDs, werfe das Papier weg und bastle vielleicht mal ein Mobile aus meiner Sammlung von inzwischen über 20 Stück - die reflektieren die Sonne so schön (leider nur auf der unbedruckten Seite!).
Vielleicht gilt aber für Deinen Zeitschriftenkauf dasselbe wie für den PC-Kauf: Da kann man nämlich die Microsoft-Programme gegen Rückerstattung des Kaufpreises zurückgeben, wenn man sie nicht benutzen will. Probier das doch mal am Kiosk mit der AOL-CD, vielleicht wird die Zeitschrift dann 50 Pf. billiger…
Herzliche Grüße
Alex
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Wie wäre es, wenn die Bundesregierung genauso wie demnächst bei Getränkedosen ein Zwangspfand bzw. eine Zwangsrückgabe für CD-ROMs einführen würde? Da könnte man mit dem Sammeln von AOL-Schrott richtig reich werden und AOL würde aufgrund der hohen Rücklaufquote endlich mal merken, dass sich kaum jemand für das Zeugs interessiert…
…des aktuellen Umweltschutzmottos der USA „Erst die Wirtschaft, der Umweltschutz muss warten“ könnten wir die Dinger ja auch mal so sammeln, und wenn wir einen Jumbojet voll haben, dahin schicken, wo sie im eigentlichen herkommen: aus der AOL-Heimat. Eine schlimmere Belastung als durch AOL-CD`s gibts ja kaum…*fg*
einfach zurückschicken,
…den schrott, falls man wie ich über monate mit diesem zeug
postalisch belästigt wird( bis zu drei stück in einer woche…!)
eigene anschrift durchstreichen, „annahme verweigert“
draufschreiben, zurück in den kasten.
irgendwann hörts auf.
(und dann fängt t-online an…)
den 50-pfennig-trick bei zeitschriften probier ich jetzt glatt
mal aus. hehe.
Uhrwerk mit Zeigern kaufen.
Aus der AOL-CD-ROM eine AOL-CD-Uhr machen und an Freunde, Verwandte, Oma, Enkel, … verschenken oder verkaufen.
Heft über Serviettentechnik kaufen.
CD mit dieser Serviettentechnik verzieren.
CD als Untersetzer verwenden.
Quadratische Plättchen ausschneiden und Spiegel draus machen
Mehr zu den Tips im Internet (über TELEKOM) - am besten (wenn schon vorhanden) mit T-DSL bei 30 Euro/Monat surfen, bis der Arzt kommt und die Maus bellt und AOL rot (rosa) wird
=))
Es ist Montag. Ein anstrengender Arbeitstag liegt hinter mir.
Ich freue mich auf zu Hause, … 350 Payback-Punkte
für meine Anmeldung geschenkt haben. Verschont mich doch,
bitte, bitte bitte . . . . .
Schluchzend trotte ich nach Hause, nicht ohne zuvor meine 159.
Gratis-AOL-Scheibe in einem Gulli versenkt zu haben. Wohl
wissend, dass AOL mächtig ist. Sehr mächtig. Der blaue Fluch
wird mit dir sein. Immer. Du kannst ihm nicht entgehen.
Daheim – endlich. Ich schliesse die Haustür auf. Ich bin drin.