Der, Die, Das, Dänemark !?

Halli Hallo,

hat jemand von Euch eine Idee, warum der Begriff „Dänemark“ nicht femininum ist? Also „Ich fahre in die Dänemark“?
Ich meine, es heißt doch auch „die Steiermark“ und „die Mark Brandenburg“, ganz zu schweigen von "der (also auch „die“ im Nominativ) Riddermark bei Herr der Ringe…
Also „Mark“ ist ja scheints ein eindeutig weiblicher Ausdruck, warum dann nicht „die Dänemark“??
Weil Ländernamen immer neutrum sind?? Was ist mit der Schweiz und der Slowakei?

Liebe Grüße
Sonja

hi

es gibt hier wohl keine regel. jeder eigenname ist einzeln zu lernen.
„dänemark“ ist sächlich und steht ohne artikel. „steiermark“ ist weiblich und steht mit artikel.

ps. leider hab ichs nicht fotogafiert, aber ich habe gar ENTSETZLICHES letztens in graz gelesen! da stand doch glatt auf einer straßenbahn: „XYZ - steiermarks größte kinoleinwand.“ entsetzlich!! fehlte noch „du kartenkauf vorabends hey.“

gruß
dataf0x

Hallihallo, Sonja,

da hast du dir ein kniffliges Problem ausgesucht.

Dänemark hieß schon in althochdeutscher Zeit (ab 950 n. Chr.) so und vermutlich war es damals auch feminin.

Nun vermute ich, dass es im Laufe der Zeit an die allgemein übliche Neutrumsform bei Ländernamen angeglichen wurde. Wann genau und wie das geschah, weiß ich nicht zu sagen.

Der Name Steiermark müsste, dieser Argumentation entsprechend, jüngerer Herkunft sein, so dass sich das Femininum erhalten hat. Das ist aber meines Wissens nicht der Fall.

Weil Ländernamen immer neutrum sind?? Was ist mit der Schweiz
und der Slowakei?

Die Schweiz ist da wieder was ganz Besonderes. Es gibt da die Erklärung:
Der Name Schweiz war ursprünglich der Name einer Stadt (Schwyz). Der ursprüngliche Landesname war die schwyzerische Eidgenossenschaft, lateinisch Confoederatio Helvetica, daher die Abkürzung CH und der italienische Name Svizzeria.
Der deutsche Name die Schweiz scheint aus dem längeren Landesnamen gekürzt, daher der Artikel. Wenn der Name mit dem anord. Femininum sveit ‚Mannschaft, Kriegerschar, Bezirk‘ zusammenhängt, dann war Schweiz immer weiblich.

Die Länder auf -ei sind wegen diese Bildesilbe feminin. Du kennst das:

Wo der Bäcker ist, ist die Bäckerei.
Wo der Schneider ist, ist die Schneiderei,
usw
Wo Türken sind, ist die Türkei.
Wo die Tschechen sind, ist die Tschechei
Wo die Slowaken sind, ist die Slowakei.
usw

Und frag jetzt nicht nach dem Sudan, dem Iran, dem Irak, dem Jemen, dem Libanon
usw

Gruß Fritz

Hallo Sonja,

Was ist mit der Schweiz

Wir sind eigentlich keine Schweizer, sondern Genossen, welche in einer Genossenschaft (weiblich) leben !!

http://www.admin.ch/ (oben links auf der Seite)

Und weil wird keine der Landessprachen bevorzugen wollten, haben wir das ganze in Latein übersetzt (Daher das CH als Landeskürzel).

MfG Peter(TOO)

Mahlzeit,

hat jemand von Euch eine Idee, warum der Begriff „Dänemark“
nicht femininum ist?

auf das „warum“ kann ich dir keine Antwort geben, aber:

warum dann nicht „die Dänemark“??
Weil Ländernamen immer neutrum sind?? Was ist mit der Schweiz
und der Slowakei?

…mein Deutschlehrer (damals, 1984, als ich noch jung und rank war) erklärte mir, daß nur diejenigen Länder Neutrum sind, die nicht explizit einen Artikel haben: also „die Türkei“ und „der Irak“, aber („das“) Italien, („das“) Argentinien und eben („das“) Dänemark.

(Damals ging es darum, Possessivpronomen richtig zu besetzen: Die Schweiz und ihre Berge, Italien und seine Weine).

Gruß

Sancho

Ergänzung zur Steiermark
Der Name Steiermark ist nur hundert Jahre jünger. Warum er nicht maskulinisiert wurde???

_Geschichte der Steiermark
Vorgeschichte
Unter der Herrschaft der Römer, während welcher die Kelten, darunter als Hauptstamm die Taurisker, das Land bewohnten, gehörte der östliche Teil Steiermarks zu Pannonien, der westliche zu Noricum. Während der Völkerwanderung besetzten oder durchzogen Westgoten, Hunnen, Ostgoten, Rugier, Langobarden, Franken und Awaren nacheinander das Land. Seit 595 nahmen Slawen (Winden, weshalb früher die Gegend die windische Mark hieß) erst den untern Teil, nach Besiegung der Awaren auch den obern Teil desselben in Besitz. Als ein Teil dieses karentanischen Slawengebiets kam das Murland unter bayrische Botmäßigkeit, dann unter karolingisch-fränkische Herrschaft.

[Bearbeiten]Mittelalter
Das Christentum verbreitete sich allmählich in diesen Gegenden von Salzburg aus, das zum Metropolitansitz erhoben wurde und seinen Sprengel auch über die spätere Steiermark ausdehnte. Unter Karls Nachfolgern hatte es durch feindliche Einfälle, namentlich der Magyaren, sehr zu leiden. Den beträchtlichsten Teil, gegen Westen und Norden, hatten die Markgrafen von Karentanien, den Landstrich am linken Ennsufer die Herzöge von Bayern inne. Im 11. Jahrhundert wurde eine besondere Mark „Kärnten“ vom Herzogtum Kärnten abgezweigt und 1056 dem Ottokar von Steyr im Traungau, einem Verwandten des Lambachschen Geschlechts, verliehen. Seitdem wurde der Name Steiermark statt des frühern Kärntner Mark üblich. Markgraf Ottokar IV. (VIII.), welcher von Kaiser Friedrich I. die herzogliche Würde erhielt, schloß, da er ohne männliche Erben war, 1186 mit dem Herzog Leopold V. von Österreich einen Erbfolgevertrag, zufolge dessen der letztere nach Ottokars Tod 1192 das Herzogtum Steiermark mit seinen Ländern vereinigte. (siehe: Georgenberger Handfeste)_

Gruß Fritz

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…mein Deutschlehrer (damals, 1984, als ich noch jung und
rank war) erklärte mir, daß nur diejenigen Länder Neutrum
sind, die nicht explizit einen Artikel haben: also „die
Türkei“ und „der Irak“, aber („das“) Italien, („das“)
Argentinien und eben („das“) Dänemark.

auf staaten trifft das zu, aber es ging hier ja auch um dänemark im vergleich mit der steiermark, welche ja kein staat ist (und es gibt auch keine derartigen bestrebungen *g*).

daher könnte man auch das paar „das sauerland“ und „griechenland“ aufführen. „ins sauerland“ und „im sauerland“, aber „nach griechenland“ und „in griechenland“.

gruß
dataf0x

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Mahlzeit,

auf staaten trifft das zu,

soweit ich mich erinnern kann, war von Staaten nicht die Rede.

aber es ging hier ja auch um
dänemark im vergleich mit der steiermark, welche ja kein staat
ist (und es gibt auch keine derartigen bestrebungen *g*).

Ja OK, aber auch hier paßt die Beschreibung: „die“ Steiermark vs. („das“) Dänemark.

Gruß

Sancho

auf staaten trifft das zu, aber es ging hier ja auch um
dänemark im vergleich mit der steiermark, welche ja kein staat
ist (und es gibt auch keine derartigen bestrebungen *g*).

Das ist ein wichtiger Gesichtspunkt.

Es heißt auch die Bretagne, die Normandie, die Lombardei, die Toskana!

Warum dann aber wieder: das Elsass und das Tessin?

Es ist anscheinend egal, welchen, aber einen Artikel bekommen Regionen.

Gruß Fritz

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Es ist anscheinend egal, welchen, aber einen Artikel bekommen
Regionen.

Re^4: Das
von dataf0x Datum: 26.7.2005 00:44 Uhr Bewertungspunkte: (0) Geklickt: 0 mal
Es ist anscheinend egal, welchen, aber einen Artikel bekommen
Regionen.

nicht immer:

in latium, in attika.

von den österreichischen bundesländern sind einige artikellos:

zb. in kärnten, in vorarlberg, in tirol.
aber: im burgenland, in der steiermark.

und ausgenommen inseln, was ja auch regionen sind. die sind anscheinend sächlich und ohne artikel:

auf kreta, auf hawaii.

komischerweise klingt „auf sizilien“ wieder seltsam, als ob sizilien mehr als provinz denn als insel empfunden wird. und denke ich liegt der hase im pfeffer: es dürfte historisch bestimmt sein, welche namen eher als autonomes regierungsgebilde und welche als bloße landschaft empfunden werden.

ausgenommen davon wieder inseln, die gleichzeitig staaten sind:

in zypern, in kuba.

richtig?

gruß
dataf0x

Ohooho, jetzt wird es kompliziert.
Ich arbeite seit einiger Zeit an einem Artikel oder Arbeitsblatt zu diesem Thema.
Und ich komme nicht zu Rande damit.

Daran sind solche Sonderfälle schuld:

in latium, in attika.

Hier würde ich aber mit dem Hiweis: das sind lateinische Wörter! zur Tagesordnung übergehen.

Schwieriger ist es mit solchen:

von den österreichischen bundesländern sind einige artikellos:
zb. in kärnten, in vorarlberg, in tirol.
aber: im burgenland, in der steiermark.

Und mit Inseln heb das Elend erst an!

denke ich liegt der hase im pfeffer: es dürfte historisch
bestimmt sein, welche namen eher als autonomes
regierungsgebilde und welche als bloße landschaft empfunden
werden.

Diesen Erklärung habe ich auch schon angeschaut. Und sie hat mir nicht ganz missfallen.

So müsste man für Kärnten, Tirol und Vorarlberg reklamieren, dass sie einstens eigene Territorien, etwa Herzogtümer waren. Aber das war die Steiermark doch auch.

ausgenommen davon wieder inseln, die gleichzeitig staaten
sind:
in zypern, in kuba.

Da stimme ich wieder ganz zu! Richtig!

Fritz

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auf staaten trifft das zu, aber es ging hier ja auch um
dänemark im vergleich mit der steiermark, welche ja kein staat
ist (und es gibt auch keine derartigen bestrebungen *g*).

Das ist ein wichtiger Gesichtspunkt.

Es heißt auch die Bretagne, die Normandie, die Lombardei, die
Toskana!

Warum dann aber wieder: das Elsass und das Tessin?

Der erste Deutschsprachige, der überhaupt im Elsaß war, hat wegen " L’ Alsace" nicht gewußt, ob feminin oder maskulin und hat sich demzufolge für den Kompromiß entschieden. :wink:

Derselbe Mensch war auch im Tessin, lernte das italienische „Ticino“ kennen und wußte auch, daß das wegen hinten „o“ eindeutig maskulin ist.
Aber in letzter Zeit sagen die Leute lieber „das“ Tessin.

Schöne Märchenstunde, gell?

Gruß Gudrun *erstaunt, daß Tessin jetzt bei Dir doch neutrum*

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Schöne Märchenstunde, gell?

Bisschen kurz!

*erstaunt, daß Tessin jetzt bei Dir doch neutrum*

Die 30 Mrd. Fliegen! Und die Öffentlichkeit! Und der Duden!

Fritz

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*erstaunt, daß Tessin jetzt bei Dir doch neutrum*

Die 30 Mrd. Fliegen! Und die Öffentlichkeit! Und der Duden!

Das habe ich befürchtet. :frowning:

Gruß Gudrun

wow…
hätte nicht gedacht, dass das Problem so komplex ist…
also vielen Dank an alle, die bislang ihre Kenntnisse eingebracht haben (v.a. an Fritz Ruppricht :smile: )
Liebe Grüße
Sonja

Und der Duden!
Das habe ich befürchtet. :frowning:

Der ist nicht allein schuld. Die meisten Wörterbücher geben dasselbe. Und noch mehr Wörterbücher drücken sich davor.

Einzig der Mackensen hat „der Tessin“, aber der stammt von 1983. Wie es jetzt da steht, weiß ich nicht.

Nur der Fluss ist männlich.

Gruß Fritz

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