Der,Die,Das: nach welcher Regel?

Liebe Freunde,

Ich lebe in der Türkei und versuche meinen Landsleuten deutsch zu lehren. Doch immer wieder stosse ich auf die gerechte Frage: Nach welcher Regel oder Formel werden Artikel eingesetzt? Warum ist eine Tür feminin waehrend ein Stuhl maskulin sein muss, obwohl ein Buch ein Recht auf Saechlichkeit hat?

In keinem Rechtschreibe Buch steht etwas darüber, keine Lehrer (die ich kenne) haben eine Erklaerung dafür.

Ich bitte um Hilfe.

Grüsse aus Istanbul
Cassandra

Moin, Cassandra,

In keinem Rechtschreibe Buch steht etwas darüber, keine Lehrer
(die ich kenne) haben eine Erklaerung dafür.

das wird wohl so bleiben, in keiner Sprache lassen sich dafür Regeln angeben. Die Artikel sind so gewachsen, Konstruktionsregeln gibt es nicht.

Gruß Ralf

Die Artikel sind so gewachsen, Konstruktionsregeln gibt es nicht.

und um den Ralf zu ergänzen, liebe Cassandra,
es wird also für Deine Schüler das Beste sein, das Geschlecht mit dem Nomen mitzulernen. Das Hilfsmittel dafür ist der bestimmte Artikel.
Also:
kitap -> das Buch
masa -> der Tisch
duvar -> die Wand

Nur so kann es gelingen.
Grüße und viel Erfolg
Eckard

Warum ist eine Tür feminin waehrend ein Stuhl maskulin sein muss, obwohl ein Buch ein Recht auf Saechlichkeit hat?

Lass dich nicht entmutigen, liebe Cassandra, und guck bei [FAQ:188]. Da werden zwar nicht alle Fragen gekläret, aber sehr viele.

In keinem Rechtschreibe Buch steht etwas darüber, keine Lehrer (die ich kenne) haben eine Erklaerung dafür.

Dann hast du bisher nur ziemlich schhechte Bücher und Lehrer kennen gelernt.

Beste Grüße
Fritz

Moin, Fritz,

offensichtlich gut erholt - willkommen an Bord! Nebenbei bemerkt, die FAQ ist ja erste Sahne, aber ob sie irgendjemandem hilft, deutsche Artikel herzuleiten? Zweifel sind angebracht :smile:

Gruß Ralf

hallo drambeldier.

In keinem Rechtschreibe Buch steht etwas darüber, keine Lehrer
(die ich kenne) haben eine Erklaerung dafür.

das wird wohl so bleiben, in keiner Sprache lassen sich
dafür Regeln angeben. Die Artikel sind so gewachsen,
Konstruktionsregeln gibt es nicht.

eine gibt es doch: zusammengesetzte substantive haben den artikel des zuletzt angehängten wortes. z.b.:

die donau
das donaudampfschiff
der donaudampfschiffkapitän

gruß

michael

aber ob sie irgendjemandem hilft, deutsche Artikel herzuleiten? Zweifel sind angebracht :smile:

Wenn deine Zweifel zurecht bestehen, kann diese Tabelle nicht „erste Sahne“ sein, lieber Ralf!

Man soll aber mit der Liste nichts lernen oder herleiten, sondern man nützt sie am besten so, dass man in einem Zweifelsfalle nach den vorhandenen Regel schaut.

Findet man die passende, so kann diesn Fall abhaken.

Beispiel:

Jemand Deutschlernender stößt auf das Wort „Löwe“. Er oder sie weiß schon, dass Wörter mit „-e“ am Ende meist feminin sind.

Es heißt aber „der“ Löwe. Warum denn bloß.

Und nun greift sie oder er zu der Liste und findet dort die Gruppe „Maskulina mit Endung -e“.

Aha, so isch das also! Und merkt sich noch aus der Gruppe: Knabe, Kunde, Rabe, Hase, etc.

Und wenn man die zehn Jahre lang macht, so dürfte man nur noch wenige Zweifelsfälle kennen.

That kind of bear!

Gruß Fritz

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Moin, Michael,

eine gibt es doch: zusammengesetzte substantive haben den
artikel des zuletzt angehängten wortes. z.b.:

die donau
das donaudampfschiff
der donaudampfschiffkapitän

die Regel bringt den, der die Artikel von Donau, Schiff und Kapitän nicht kennt, keinen Schritt weiter :frowning:

Gruß Ralf

2 „Gefällt mir“

Wenn deine Zweifel zurecht bestehen, kann diese Tabelle nicht
„erste Sahne“ sein, lieber Ralf!

eine FAQ kann hervorragend sein, auch wenn sie ein konkrete Frage vielleicht nicht beantwortet.

Und wenn man die zehn Jahre lang macht, so dürfte man nur noch
wenige Zweifelsfälle kennen.

Na ja, ich kenne unterhaltsamere Methoden, mir das Wissen über eine Sprache anzueignen :smile:))

Gruß Ralf

That kind of bear!

whatever it means.

Hallo Liebe Freunde,
Trotz der Sackgasse, in die uns die Sprachen haeufig stellen, danke ich allen, die versucht haben mich aus Jener zu befreien.

Die Artikel sind so gewachsen, Konstruktionsregeln gibt es nicht.

Das habe ich leider befürchtet.

es wird also für Deine Schüler das Beste sein, das Geschlecht
mit dem Nomen mitzulernen. Das Hilfsmittel dafür ist der
bestimmte Artikel.
Also:
kitap -> das Buch
masa -> der Tisch
duvar -> die Wand

Und genau so versuche ich es zu weiter zu geben. Aber was mich wundert ist, das es keine logische Erklaerung dafür geben soll. Einer musste die Artikel doch nach einer gewissen Logig ausgedacht und eingesetzt haben.

Noch einmal vielen Dank an alle Hilfsbereiten

Grüsse aus Istanbul
Cassandra

Aber was mich wundert ist, das es keine logische
Erklaerung dafür geben soll. Einer musste die
Artikel doch nach einer gewissen Logik ausgedacht
und eingesetzt haben.

Hallo, Cassandra,
nein, logisch ist daran nichts. Aber das ist doch auch in anderen Sprachen so. Sicher auch im Türkischen. Sprachen sind gewachsene kommunikationssysteme, die sich nach der Gewohnheit und dem Empfinden entwickelt haben und weiterentwickeln.

Und so ist auch der Kater - obwohl männlich - eine Katze, wenn man nur die Gattung betrachtet und die Buche(w) ein Baum(m).

Ich kann Dir zwar (mangels Sprachkenntnis) kein Beispiel anführen, aber es wird auch im Türkischen vergleichbare Inkongruenzen geben.

Grüße
Eckard

hallo ralf.

die Regel bringt den, der die Artikel von Donau, Schiff und
Kapitän nicht kennt, keinen Schritt weiter :frowning:

und dieser kommentar erst recht nicht.

ich hatte die regel halt mal so in den raum geworfen, weil ich ausländische mitbürger kenne, die der deutschen sprache sehr gut mächtig sind, sich aber just bei den artikeln zusammengesetzter substantive gelegentlich verhaspeln.

gruß

michael

Ich kann Dir zwar (mangels Sprachkenntnis) kein Beispiel
anführen, aber es wird auch im Türkischen vergleichbare
Inkongruenzen geben.

Hallo Eckard,
Ich kann vom Glück reden das es in der türkischen Sprache KEİNE Artikel gibt die die Geschlechter auseinander halten.

Er,sie,es wird nur mit einem Buchstabenwort angezeigt= „O“.
Natürlich bringt es einen Zuhörer oder Leser öfters durcheinander wenn er nicht weiss ob „o“ nun eine Frau, ein Mann oder eben nur ein Köter ist,sollte es nicht vorher erwaehnt worden sein.

Anders ist es natürlich wieder mit der Arabischen und der Französichen Sprache, mit denen sich die Unsere im Osmanischen Reich angereichert hat.
Obwohl sie aehnliche Artikel wie im Deutschen besitzen, haben wir Türken nur das nackte Wort genommen, und uns wenig darum gekümmert was die orginale Rechtschreibung dieser Sprachen angeht.

Aber natürlich hat auch unsere Sprache und Rechtschreibung ihre Macken.

Ich danke dir für deine Aufmerksamkeit

Viele Grüsse aus Istanbul
Cassandra

Ich kann Dir zwar (mangels Sprachkenntnis) kein Beispiel
anführen, aber es wird auch im Türkischen vergleichbare
Inkongruenzen geben.

Das ist gerade das Schöne am Türkischen: Es gibt wirklich fast keine (!) solchen Inkongruenzen. Beinahe die gesamte Sprache ist regelmäßig. Es gibt nur ein oder zwei geringstfügige unregelmäßige Nomen (Wasser, su war wohl eines davon) und ein Verb, das man u.U. als unregelmäßig bezeichnen könnte (sein, olmak, glaub ich).
Eigentlich absolut ideal zum Lernen. Find ich. :>

Gruß,

  • André

Warum ist eine Tür feminin waehrend ein Stuhl maskulin sein muss, obwohl ein Buch ein Recht auf Saechlichkeit hat?

Lass dich nicht entmutigen, liebe Cassandra, und guck bei
[FAQ:188]. Da werden zwar nicht alle Fragen gekläret, aber
sehr viele.

ja der Artikel ist gut geschrieben.
auch wenn es die Corvett und nicht stur nach der Autoregel der Corvett heißt.
Jede Regel hat ihre Ausnahme.
Gruß m

weibliche Autos

ja der Artikel ist gut geschrieben.

Welcome!

auch wenn es die Corvett und nicht stur nach der Autoregel der Corvett heißt.

Aber bitte: Corvette!

Nicht zu vergessen: die Isetta! Allerdings zweifeln manche, dass die Isetta ein Auto sei. :wink:

Jede Regel hat ihre Ausnahme.

Dazu Mark Twain:

„Es gibt ganz gewiß keine andere Sprache, die so unordentlich und systemlos daherkommt und dermaßen jedem Zugriff entschlüpft. Aufs hilfloseste wird man in ihr hin und her geschwemmt, und wenn man glaubt, man habe endlich eine Regel zu fassen bekommen, die im tosenden Aufruhr der zehn Wortarten festen Boden zum Verschnaufen verspricht, blättert man um und liest: „Der Lernende merke sich die folgenden Ausnahmen.“ Man überfliegt die Liste und stellt fest, daß es mehr Ausnahmen als Beispiele für diese Regel gibt.“

Gruß Fritz