Hallo,
vor vielen Jahren habe ich eine plötzliche, sehr merkwürdige Verhaltensänderung bei jemandem aus meiner Nachbarschaft erlebt. Vorher war das persönliche Verhältnis normal, danach jedoch von einem eigenartigen Argwohn seinerseits geprägt.
Lange Zeit habe ich als Erklärung eine Stasi-Geschichte vermutet, denn in dem Haus, wo ich wohnte, wurden nach der Wende in der DDR konspirative Wohnungen bekannt.
Aber später kam mir eine ganz andere Erklärung in den Sinn: Ich bin wahrscheinlich in einem Traum vorgekommen !
Die Möglichkeit, bei jemandem im Traum vorzukommen, finde ich einerseits ganz lustig, andererseits - wenn es eventuell zu solchen Folgen führt, aber auch besorgniserregend.
Meine Frage lautet nun: Wieviel % der Leute würden Dinge, die sie von jemandem geträumt haben, dem Betreffenden so oder beinahe so zurechnen, als ob es tatsächlich stattgefunden hätte ?
Ich fürchte, das sind gar nicht wenig.
Selber habe ich von Kollegen oder Nachbarn extrem wenig geträumt, aber in diesen Fällen natürlich auch daran gedacht, wenn ich den Betreffenden das nächste Mal gesehen habe, ihm das Geträumte jedoch nicht zugerechnet.
Torsten
Hallo Torsten,
interessant, was du da beobachtest.
Eines vorweg: was ich hier schreibe entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Ich habe in dieser Richtung weder etwas gelesen noch gehört, ich spreche nur aus eigener Erfahrung bzw. Beobachtung.
In der Tat habe ich beobachtet, dass aufgrund eines Traumerlebnisses die Atmosphäre zwischen einem Menschen, von dem ich geträumt habe, und mir anders wurde. Ganz am Anfang meiner „Karriere“ als Traumbeobachterin merkte ich wohl diese Veränderung, konnte sie aber nicht zuordnen. Erst nach langem Grübeln kam ich auf den Zusammenhang. Ein Traum, wo ich z.B. mit demjenigen einen Streit hatte, veränderte den Umgang mit ihm im Wachzustand.
Nachdem ich dies erkannt hatte, konnte ich dagegen steuern und diese teils unangenehmen Gefühle ausblenden.
Auch andersrum ist es passiert. Z.B. eine innige Verbundenheit mit jemandem im Traum - im Alltag das wieder ins Gleichgewicht zu bringen bedurfte einer echten „Gedankenarbeit“.
Mittlerweile schüttle ich solche Vorfälle mühelos ab - es amüsiert mich höchstens bzw. verblüfft mich immer wieder.
Vielleicht ging es demjenigen, von dem du erzählst, ähnlich und vielleicht schnallte er den Zusammenhang nicht und hatte eben nur dieses dumpfe, komische Gefühl dir gegenüber, was sich dann in seinem Verhalten zeigte.
Also - langer Rede kurzer Sinn - ganz von der Hand weisen würde ich deine Überlegungen nicht.
Bin schon gespannt auf andere Antworten bzw. auf weitere Schlüsse deinerseits.
Grüße
Irene
Hallo!
Ich finde das ein sehr interessantes Thema.
Mir ging es manchmal so, dass ich von Leuten träume, die mir „wach“ unsympathisch sind, während ich mich im Traum total gut mit ihnen verstehe. Wenn man dann darüber nachdenkt, kommt man gelegentlich zu dem Entschluss, dass sie vielleicht wirklich nicht so schlimm sind.
Komischerweise habe ich von anderen Leuten, mit denen ich befreundet bin, noch nie geträumt.
Gruß und süße Träume, Mariella
Wieviel % der Leute würden Dinge, die
sie von jemandem geträumt haben, dem Betreffenden so oder
beinahe so zurechnen, als ob es tatsächlich stattgefunden
hätte ?
Hi Torsten
es war und ist in den sogenannten „primitiven“ (ich würde eher sagen: vorwissenschaftlichen) Gesellschaften durchaus üblich, Traumgeschehen als „objektiv“ zu bewerten. Darin ähneln sie dem Paranoiden, der seinen Nachbarn erschießt, weil er träumt, dass der Nachbar mit z.B. der Ehefrau eihn Verhältnis hat.
Dass Träume oft kompensatorisch einen Gedanken betonen oder inszinieren, den man „beiseite“ gepackt hat, ist offensichtlich. „Unterschwellig“ Gefühltes kommt hier gleichsam zu seinem „Recht“.
Gruss vom gerade wieder heimgekehrten Branden
Mir ging es manchmal so, dass ich von Leuten träume, die mir
„wach“ unsympathisch sind, während ich mich im Traum total gut
mit ihnen verstehe. Wenn man dann darüber nachdenkt, kommt man
gelegentlich zu dem Entschluss, dass sie vielleicht wirklich
nicht so schlimm sind.
Genau das, Mariella, wollte ich in meinem Beitrag (oben) ausdrücken. Diese Träume sind gewissermaßen KOMPENSATORISCH gegenüber unserer manchmal einseitigen oder oberflächlichen bewußten Denke und Einschätzung. Ich habe z.B. mal von Ronald Reagan geträumt, als „wir alle“ zu seiner Regierungszeit heftige Gegener von ihm waren. In meinem Traum war er sehr charmant und sympathisch. Diesen echten Anteil von ihm hatte ichn offenbar verdrängt, weil es gerade „nicht paßte“.
Gruss, Branden
Tschuldigung, Branden, und hallo!
Wie verifizierst du diesen echten Anteil? Ich meine, woher weißt du, dass dieser in dieser Form überhaupt existiert?
Gruß
Irene
charmant und sympathisch. Diesen echten Anteil von ihm hatte
ichn offenbar verdrängt, weil es gerade „nicht paßte“.
Gruss, Branden
Hallo Irene
Das kann man natürlich nicht „verifizieen“ oder „objektivieren“. Eine jahrzehntelange Erfahrung durch die Arbeit mit Träumen lässt einen die „Echtheit“ aber deutlicher spüren.
Gruss, Branden
Evtl. Missverständnis
Hallo Branden,
was die jahrzehntelange Erfahrung betrifft, so möchte ich dir keinesfalls widersprechen und habe dies auch nicht bezweifelt.
Meine Frage ging dahin, wie du auf die „Lösung“ mit dem charmanten, sympathischen Anteil von Reagan kamst.
Woher weißt du, dass er diesen besitzt?
Ich kann mir sowas bei mir persönlich sehr gut bekannten Menschen vorstellen - oder ist dies bei dir und Reagan der Fall?
Aber ist ja egal, vielleicht ist meine Frage zu weit hergeholt. Interessieren würd’s mich trotzdem.
Gruß
Irene
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Hallo Irene
Es ist natürlich SEHR lange her (25 Jahre?); trotzdem ist mir der Traum nioch einigermaßen im Gedächtnis, nicht zuletzt wohl deshalb, weil mich eben diese Frage, die Du stellst, ja auch beschäftigte damals. WIESO träume ich sowas? Und WAS bzw. WO ist ieser charmante Anteil von Ronald Reagan gewesen?
Nun, ich erinnere mich schon an Fernsehaufzeichnungen (Interviews), wo er auf seine telegene, charmante Art in die Kameras sprach. Mit lächelnden ugen usw. Er hatte nicht diese verhärtete Stein-Visage mit den unsicher blickenden Schweinsäuglein wie Bush junior jetzt z.B.
Wir waren halt alle damals „linksintellektuell“ gnadenlos auf Kritik an Reagan und Konsorten eingestimmt, liefen bei Demos mit usw.
Es ist meistens interessant, dann auf leise Gegenbewegungen aus dem Unbewußten zu horchen bzw. zu schauen.
Gruss, Branden
jetzt verstanden
und Gruß
Irene
Hallo Thorsten!
Auch ich habe bereits von Leuten gehört, die den Kontakt zu Freunden wegen Traumerlebnissen abgebrochen haben. Total falsch, wie ich finde. Jeder Mensch hat zwei Seiten und natürlich kann man auch mal von der negativen Seite träumen, aber ich finde es anmaßend, den Kontakt deswegen abzubrechen. Die Person kann ja nichts dafür, nur weil wir von ihr träumen.
Träume haben sicherlich ihr Gutes, doch können sie mir auch Angst machen, wenn ich von Personen träume, die ich am liebsten ganz aus meinem Leben streichen würde.
Liebe Grüsse*Diana
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