Der Erfolg eines Stellengesuchs

Ich werde in einem halben Jahr endlich mein Talent als frischgebackener Diplom-Informatiker auf dem Arbeitsmarkt anbieten können.
Die Liste der Stellenangebote ist auf ganz Deutschland gesehen zwar schier endlos und meine Qualifikationen sind gut, aber dennoch will ich mir jede Option offen lassen.

Ich möchte mal von euch wissen,ob zum Beispiel ein Stellengesuch Erfolg haben kann. Von meiner Hilfskraftstelle weiß ich die Bewerbungsquote liegt in meiner Firma bei 1:40, d.h. einer wird eingestellt von vierzig Bewerbern. Wenn die Schlange so lang ist, da frage ich mich, ob ein Personalchef heutzutage überhaupt auf die Idee kommt, selbst nach Personal zu suchen. Für mich haben Stellengesuche einen seltsamen Beigeschmack. Da denke ich immer derjenige ist entweder unterqualifiziert und bemüht viel zu sehr, weil er sonst keine Chancen hat oder ist zu faul sich individuell zu engagieren.

Antworten von Personalchefs oder Bewerbern, die diesen Weg gegangen sind wären super.

Eine zweite Frage muss ich noch loswerden. Ich habe immer gute Erfahrungen mit persönlichen Gesprächen oder Kontakten über dritte (VitaminB halt) gemacht. Lohnt sich ein Besuch auf der Jobbörse der Cebit07? Das Anschreiben wird dadurch natürlich persönlicher, aber das Argument bleibt das Gleiche wie oben. Interessiert sich eine Firma wirklich für solch ein Engagement, oder sollte man es nicht übertreiben. Auch hier wären Informationen aus erster Hand super.

Hallo erstmal.

Ich werde in einem halben Jahr endlich mein Talent als
frischgebackener Diplom-Informatiker auf dem Arbeitsmarkt
anbieten können.

Solange es sich um keine Massenqualifikation handelt :wink:
Informatiker mit SAP Erfahrung sind sicher etwas seltener anzutreffen als solche, die ‚nur‘ C++ programmieren können.

Ich möchte mal von euch wissen,ob zum Beispiel ein
Stellengesuch Erfolg haben kann.

Kommt drauf an. Da man dieses mit einem Bewerbungsschreiben vergleichen kann, sollte man an ebendieses dieselben Ansprüche stellen.

Lohnt sich ein Besuch auf der
Jobbörse der Cebit07? Das Anschreiben wird dadurch natürlich
persönlicher, aber das Argument bleibt das Gleiche wie oben.

Kommt drauf an…

Interessiert sich eine Firma wirklich für solch ein
Engagement, oder sollte man es nicht übertreiben.

…immerhin kann man nicht damit rechnen, dass die Ansprechperson auf der Cebit dieselbe ist, die dann auch die Bewerbung bearbeitet. Aber man kann ebendiesem Ansprechpartner mittels Vika oder anderen schriftlichen Referenzen im Gedächtnis bleiben.

HTH
mfg M.L.

Solange es sich um keine Massenqualifikation handelt :wink:
Informatiker mit SAP Erfahrung sind sicher etwas seltener
anzutreffen als solche, die ‚nur‘ C++ programmieren können.

Die gibts auch wie Sand am Meer, sie nennen sich aber Wirtschaftsinformatiker.

Ich möchte mal von euch wissen,ob zum Beispiel ein
Stellengesuch Erfolg haben kann.

Kommt drauf an. Da man dieses mit einem Bewerbungsschreiben
vergleichen kann, sollte man an ebendieses dieselben Ansprüche
stellen.

Ok, damit ist die Frage nicht wirklich beantwortet. Hat schon jemand persönliche Erfahrung damit?

Die Anwerbungsweise von Unternehmen
Hi!

Ich möchte mal von euch wissen,ob zum Beispiel ein
Stellengesuch Erfolg haben kann.

Ja, kann (bei mir war es jetzt so).

Es gibt Personaler, die möchten keine qaulifizierte Stelle ausschreiben, weil sie keine Lust haben, sich durch 300 Bewerbungen zu wälzen.

Die picken sich lieber einige Stellengesuche aus dem Internet, zumal das unter Umständen auch schneller geht, vorausgesetzt, die Verfügbarkeit steht drin.

LG
Guido

Stellenangebote kosten die Firmen auch Geld. Ich find nix falsch daran, selbst was aufzugeben. Ich denke, dass Stellen oft, bevor sie ausgeschrieben werden, entweder mit Vitamin B Kandidaten oder „Suchenden“ gefüllt werden. Und: Schaden kann’s ja nix. Du zeigst doch nur, dass Du weißt, was Du willst…

Hi,

habe auch öfters für Firma Personal gesucht.
Wege:

  1. Über eigene Mitarbeiter
    Qualifizierungsmaßnahmen für höhere Positionen.
    Empfehlungen der Mitarbeiter von geeigneten Personen, die sich dann bewerben.

  2. passive Suche über Jobbörsen aller Art
    Es melden sich sehr viele Leute, die eigentlich keine Erfahrung haben oder den Kriterien nicht entsprechen.

  3. aktive Suche durch Annoncen etc.
    Der "durchschnittliche " bewerbungspflichtige Arbeitslose, wird diese Annoncen, wegen ihrer Jobbeschreibung nciht unbedingt als für sich geeignet betrachten.
    Hier melden sich die, die schon viel Erfahrung haben und den Kriterien fast genau entsprechen.

Auswahl 1:
Bewerbungen lesen. Da es in der Stellenausschreibung um Verkaufen ging: Wie verkauft er sich selbst. Wie ist die Wortwahl.

Auswahl 2:
Wie ist die bisherige Erfahrung in deisem Bereich ? Welche zusätzlichen Kenntnisse können im Einstz von Vorteil sein auch in der Hinsicht später geeignetes Führungspersonal zu födern ?

Auswahl 3:
Vorstellungsgespräch. Wie verhält sich der Bewerber, wenn er spontan reagieren muss. Mimik, Körperhaltung.
ACHTUNG viele „Personaler“ gehen schon bei der schriftlichen Bewerbung nach optischen Eindrücken und laden trotz Qualifikation nicht vor, weil „Optik“ nicht gefälllt. Das lag mir nie.

Auswahl 4:
Tagestest unter „Einsatzbedingungen“. (Test für Büro in Folge)
Hinweis: Die meisten „Einsatzbedingungen“ waren Messevertrieb. Das ist wirklich nur was für „harte Knochen“. Geht auf Körper und Geist.
Völlig ungeeignete haben sich nie wieder gemeldet.
Leute mit Durchhaltewillen wurden weiter gefördert.

Von allen Bewerbern, die die „Einstelleungshürdfen“ genommen hatten, sind nach dem Test unter „realen Bedingungen“ nur 5-10% geblieben.

In der Regel bestand mein Mitarbeiterstamm aus ca. 80 „Alteingesessenen“ und bis zu 300, die nach max. 1 Jahr wieder gingen.

(Wer was über die Arbeitsbedingungen wissen möchte, kann ja meinen Artikel únter „Hardware allgemein“ -> „Messepreise CeBit“-> „Insiderwisssen zu Messen/Preisen/Verkäufer“ nachlesen)

Test im Bürobereich:

Kandidaten erhielten diverse Aufgaben, die innerhalb einer bestimmten zeitspanne zu erfüllen waren.
Beispiel:
Schreiben Sie unserer kanadischen Partnerfirma, dass die Produktion Qualitätsmängel aufweist, weil der taiwanesische Zulieferer eine bestimmte Komponente nicht vorschriftsmäßig baut. Die Partnerfirma soll dieses Bauteil so umkonstruieren, dass die Produktion unter gleichen Kostenbedingungen auch in Kanada erfolgen kann.
Umgangssprache: Französisch.

Informieren Sie unseren Zulieferer in Taiwan, dass seine Qualität inakzeptabel ist und dass wir sofortige Neulieferung mit vereinbarter Qualität nach Kanada erwarten.
Umgangssprache: Englisch

Teilen Sie unserem Großkunden in den Niedeerlanden mit, dass wir die Mängel bedauern, ihm dafür einen Nachlass von 10% auf die nächste Lieferung für die Unannehmlichkeiten gewähren und Ersatz innerhalb der nächsten Tage zusichern.
Fernerhin informieren Sie ihn, dass die Produktion dementsprechend umgetellt wird, dass eine Neukonstruktion erfolgt, die bisherige Mängel ausschließen wird.
Umgangssprache: Deutsch oder Englisch

Sie haben für diesen Schriftverkehr 1 Stunde Zeit. Bitte senden Sie die Schreiben jeweils per Mail und Fax.
(Adressenlistem, Ansprechpartner und Bauteilbegriffe anbei)

Es war bekannt, dass nur ganz wenige Bewerber überhaupt die Chance hatten, diese Arbeiten komplett innerhalb der gesetzten frist zu erledigen.
Der Hauptsinn des Tests war, zu überprüfen, wie sich der Bewerber unter Zeit- und Leistungsdruck verhalten würde und wie er ihm noch unbekannte Begriffe vesuchen würde zu übersetzen.
(Viele Begriffe waren eigene Wortschöpfungen aus der Zusammenarbeit dieser 3 Firmen und extern nicht bekannt.)

Das schlechteste Ergebnis kann ich bekannt geben, weil es selbst jahre noch im Gedächtnis blieb:
Der Bewerber erbat sich noch mehr Zeit, die er auch eingeröumt bekam. Er hatte nach 2 Stunden den deutschen text für die kanadische Partnerfirma formuliert und musste ihn nur noch übersetzen. Die anderen texte waren noch nicht begonnen worden.

Die Qualifikationen aus Zeugnissen und Lebenlauf waren nicht vorhanden.

Gruß
BJ