hoi liebe gemeinde!
wisst ihr woher das sprichwort „der esel nennt sich immer zuerst“ kommt?
bin gespannt… tschöö 
hoi liebe gemeinde!
wisst ihr woher das sprichwort „der esel nennt sich immer zuerst“ kommt?
bin gespannt… tschöö 
ich weiss auch mal wass:
Der Esel macht IA.
In den süddeutschen Gebieten hat das „I“ auch die Bedeutung von „Ich“. Soweit hab ich mir das jedenfalls gedacht.
Das „A“ hinwiederum steht für „auch“.
Also sagt der Esel: Ich auch! Und denkt zuerst an sich!
Irgendeine wissenschaftliche Grundlage dazu?
Reiner
Reiner? 
unnötig!
Hallo !
Hier etwas über uns Esel.
‚Der Esel nennt sich immer zuerst‘, auch: ‚Der Esel geht voran‘: Spott über einen unhöflichen Menschen, der sich unbescheiden an erster Stelle nennt, beansprucht, was ihm nicht zukommt. Auf das Tier selbst angewendet, umschreiben die Sprichwörter nur höchst unvollkommen, was dieser geduldige Lastträger im Laufe der Jahrhunderte geleistet hat.
Den in Ägypten um 4000 v. Chr. domestizierten Esel betrachtete das frühe Griechenland als das erkorene Reittier des Dionysos und seiner Begleiter. Eine kleinasiatische Dynastie hielt es zu ihrer Zeit für hohen Ruhm, von einem Esel abzustammen: Midas I., König von Phrygien, wurde ursprünglich als Gott in Tiergestalt angebetet. Im A.T. erscheint die leidende Kreatur mindestens einmal über menschliche Weisheit erhaben: Bileams Eselin, scharfsichtiger als ihr kluger Herr und Meister, rettet ihm das Leben (Num 22, 21ff.).
Das Leben in fremden Klimazonen und brutale Behandlung machten allmählich aus dem temperamentvollen, selbstbewußten, schnellen Wüsten- und Steppentier einen degenerierten genügsam-geduldigen Esel Langohr. Im alten Rom zunächst wie eine kostbare Ware geschätzt, sank er schließlich zum geschundenen Transportmittel herab. Bei angemessener Behandlung beweist er jedoch die ihm eigene Klugheit. Wie denn auch Wildesel in ihrer angestammten Heimat - etwa Kleinasien, Nord- und Ostafrika - bis auf den heutigen Tag List, Mut, Besonnenheit und überhaupt mehr Intelligenz entwickeln als die bei weitem für verstandesbegabter gehaltenen Pferde.
Der Esel, als vermeintlich träges und ungeschicktes Tier mit einer unschönen Stimme, forderte geradezu dazu heraus, seinen Namen in negativer Bedeutung auf den Menschen zu übertragen und ihn als Neck- und Spottwort und in Redensarten vorwiegend zum Ausdruck minderwertiger Eigenschaften und schlechter Gewohnheiten zu gebrauchen (Tiernamen werden überhaupt fast nur als Schimpfnamen angewandt: vgl. Ochse, Rindvieh, Kamel, Elefant, Schlange u.a.). Esel als Schimpfwort und zur Bezeichnung eines dummen Menschen war schon bei den Römern sprichwörtlich (z.B. bei Plautus und Terenz im römischen Lustspiel); im Deutschen bereits bei Notker (um das Jahr 1000): »er lebet in esiles wise«. Hugo von Trimberg stellt um 1300 in dem Lehrgedicht ‚Renner‘ (V. 1457) »edelinge und eselinge« einander gegenüber. Bei Ulrich Boner heißt es um 1350 im ‚Edelstein‘ (67,61):
Der mag zeim esel werden wol,
bî den ôren man in erkennen sol.
Der Humanist Heinrich Bebel verzeichnet 1508 in seiner ‚Sprichwörtersammlung‘ (Nr. 513) lateinisch: »Multi sunt asini bipedes«; dasselbe kehrt auf deutsch 1541 in Sebastian Francks ‚Sprichwörtersammlung‘ wieder (I, S. 88): »Es sind vil Esel auff zweyen füßen«. Vgl. auch französisch ‚Il y a bien des ânes qui n’ont que deux pieds‘ (Jetzt nicht mehr gebraucht). Noch heute dient der häufigste Gebrauch des Wortes Esel zur Bezeichnung der Dummheit und Torheit eines Menschen. ‚Jemand ist ein Esel‘; vgl. französisch ‚Tu es un âne‘: Du bist ein Esel, oder ‚crier comme un âne‘: wie ein Esel schreien; ein ‚Dummer, alter, störrischer Esel‘; ‚das würde ein Esel begreifen‘ (vgl. französisch ‚un âne y mordrait‘); ‚Er ist bei den Eseln in die Schule gegangen‘; ‚Er kann einen Esel nicht von einem Ochsen unterscheiden‘; ‚Er ist ein gesattelter Esel‘, erzdumm. »Der Esel ist ein dummes Tier, was kann der Elefant dafür«? lautet ein bekannter Vers der ‚Münchner Bilderbogen‘. Ausführlicher und umständlicher zum Teil in den Mundarten; z.B. in Köln: ‚Dä es noch ze domm, för men Esel ze danze, un wammer im de Stätz en de Häng jitt‘; schleswig-holsteinisch ‚Den hat der Esel im Trapp, im Galopp verloren‘; schwäbisch ‚Der guckt so dumm drein wie der Esel in eine Apotheke‘.
Er führt einen Esel im Wappen. Das Wappentier soll einen hervorragenden Charakterzug einer Familie symbolisch ausdrücken, also in diesem Falle die Dummheit eines Menschen. Jedoch das Wappen der französischen Stadt Bourges stellt einen im Fürstenstuhl sitzenden Esel dar, der der Überlieferung nach sehr klug gewesen sein soll (französisch ‚Les armes de Bourges, un âne au fauteuil‘). Eine räumlich auf Nordamerika begrenzte Redensart, die ‚Esel von Chatanooga‘ (Wander I, Spalte 876) bezieht sich auf eine ähnliche Begebenheit, als die Esel von Chatanooga den Einwohnern zu Rettern in letzter Minute wurden, ähnlich den berühmten Gänsen des Capitols. - Eine türkische Redensart für Dummheit ist folgende: ‚Der kann nicht einmal an zwei Esel gleiches Maß von Stroh verteilen‘.
Was kann aber der Esel dafür? Das Nordostdeutsche besitzt so etwas wie eine mundartliche Variante zu der Geschichte von Buridans Esel. ‚De Esel twösche twee Bung Hög wöt nich, af a linksch oawa rechtsch tobiete sull‘, d.h. sich zwischen zwei gleichwertigen Möglichkeiten nicht entscheiden können. Die Gegner des französischen Philosophen Johann Buridan (ca. 1300-58) suchten mit dem oben genannten Gleichnis seine Lehre vom unfreien Willen ad absurdum zu führen: ein Esel zwischen zwei gleichweit entfernten, gleichbeschaffenen Heubündeln müsse notwendigerweise verhungern; ð Buridan.
USW, USW
[Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten: Esel, S. 1 ff. Digitale Bibliothek Band 42: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, S. 1552 (vgl. Röhrich-LdspR Bd. 2, S. 393 ff.) © Verlag Herder]
Gruß max
Ja? Wasssab?
Reiner?
unnötig!