Hi!
Nu is er also weg, der Florian.
Wäre ja auch noch schöner gewesen, selbst Beraterverträge in
Millionenhöhe abzuschliessen und die Arbeitslosenzahlen
trotzdem nach oben zu drücken.
Das sind doch alles nur vorgeschobene Gründe, dieses ganze Getue um die Beraterverträge, um die Millionensummen und was sonst noch durch den Blätterwald rauschte. Wann fängt man endlich an - hier und auch anderswo -, mal darüber nachzudenken, wer wirklich einen Vorteil davon hat, dass Gerster gegangen wurde?
Die BA war und ist eine Gelddruckmaschine auf Staatskosten für bestimmte Kreise - und Vertreter dieser Kreise sitzen in jenem Aufsichtsrat, der jetzt angeblich zu keiner vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Gerster in der Lage war (logisch, wenn Gerster denen den Geldhahn zudrehen will).
Ich jedenfalls habe laut gelacht, als Gewerkschaftstante Engelen-Kefer loswetterte. Ausgerechnet die!
Nur zum Verständnis: jedes Jahr gibt die BA zig Millionen für die Weiterbildung von Arbeitslosen aus. Wer ist Hauptempfänger dieser Gelder? Richtig, Weiterbildungsunternehmen, die den Gewerkschaften nahe stehen oder gar den Gewerkschaften gehören, z.B. die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA), die zur mittlerweile im DGB aufgegangenen DAG gehört. Nun taucht da ein Florian Gerster auf und zieht drastisch die Zügel an: die Weiterbildungsveranstaltungen werden nur noch dann von der BA bezahlt, wenn von den Teilnehmern ein bestimmter Prozentsatz in die Berufswelt vermittelt wird. Boing! Plötzlich müssen Gewerkschaftsunternehmen erfolgsorientiert arbeiten. Hussa! Das gefällt den Gewerkschaftern aber gar nicht. Und schwupps sitzen sie bei Tante Engelen-Kefer auf dem Schoß, greinen und machen Randale: „Da brechen dem DGB ganze Pfründe weg!“
Logisch, dass Tante Engelen-Kefer Himmel und Hölle in Bewegung setzt, um den Verursacher der Millionenausfälle aus Amt und Mandat zu mobben. Irgendwo lässt sich doch bestimmt was finden, was man der Öffentlichkeit zum Fraß vorwerfen kann. Beliebt sind in solchen Fällen Beraterverträge. Denn Berater sind Blutsauger, Arbeitsplatzvernichter, Hassobjekte. Das ist es doch. Hosianne, kreuziget ihn!
Der Rest ist schnell vollbracht. 39 öffentliche Peitschenhiebe für Gerster, Schulterschluß der Beteiligten mit Neuverteilung der Pfründe nach dem altbekannten Krähenprinzip (vermutlich einer der Gründe, warum auch die letzten Unterstützer im Aufsichtsrat umgefallen sind). Es muß sich was ändern, und doch bleibt alles, wie es ist. Die drohenden Konkurse der gewerkschaftsnahen Weiterbildungsinstitute sind abgewendet, der Beelzebub ist ausgetrieben, ein neuer König von Engelen-Kefers Gnaden kann gewählt werden.
Es ging weder um die Berater noch um irgendwelche rechtlichen Fehler in den Verträgen oder um die Person Florian Gerster. Es ging ausschließlich um einen dicken, fetten Geldtopf, der plötzlich gedeckelt werden sollte.
Wer also zieht seine Vorteile daraus, dass Gerster gegangen wurde?
Grüße
Heinrich