Hallo zusammen!
Habe gerade Saatgut bestellt für mein Gemüsegärtchen.
Aus Übermut (oder auch einfach, weil ich die gern ess und immer zu Experimenten bereit bin) habe ich mir Samen von Schwarzwurzeln bestellt.
Hat jemand Erfahrungen damit und kann mir Tipps zur Kultur geben? (Ja, ist verfrüht, aber so ist zumindest bei mir im Kopf schon Frühling).
Sind die kompliziert - auf was muss ich mich einstellen (Erfolg oder Misserfolg
)?
Danke und Grüße
kernig
Servus,
Schwarzwurzeln sind nicht sehr schwer zu kultivieren; nach dem Auflaufen eine Zeit lang schneckengefährdet, aber das gibt sich bald. Danach keine besonderen Anfälligkeiten mehr und eine hübsche Auflockerung für die in Hausgärten meistens bissel kruziferenlastige Fruchtfolge.
Für eine brauchbare Ernte brauchen sie aber einen sehr tiefgründigen Boden: Entweder humosen Sandboden (auf Sand werden sie gewerblich angebaut), oder das Hügelbeet vom vorigen Jahr, oder einen sehr (1 1/2 - 2 Spaten) tief mechanisch gelockerten Boden. Auf schweren, wenig tiefgründigen Böden werden sie beinig.
Das Putzen von Schwarzwurzeln aus Eigenbau ist vergleichsweise mühselig, weil die bei Bauern normaler Intelligenz halt kaum „marktfähige“ Durchmesser kriegen. Ich tu es mir trotzdem immer wieder an, weil Schwarzwurzeln aus dem Hausgarten zwar ein bissel mickriger sind als die aus dem Handel und auch länger brauchen, bis sie weich sind, aber ein sehr hübsches, intensives Aroma haben.
Schwarzwurzeln lassen sich ziemlich früh im Freiland säen, sie brauchen zum Auflaufen keinen besonders warmen Boden. Sobald sichtbar ist, welche Pflanzen die Schnecken überlebt haben, frühzeitig und großzügig vereinzeln.
Bei der Wahl des Standortes darauf achten, dass man zum Ausmachen im Herbst einen Spaten tief direkt neben der Reihe ausheben kann, von dem aus man dann mit der Grabgabel noch einen Spaten tiefer, sozusagen unter die Reihe kommt. Die Wurzeln brechen sonst beim Ausmachen ab.
Schöne Grüße
Dä Blumepeder
Hallo.
Meine Erfahrung mit Schwarzwurzeln: Aussaat nicht zu zeitig, Mitte bis Ende April. Spätfröste Anfang Mai (Eisheiligen) werden problemlos weggesteckt. Bei zu zeitiger Aussaat passierts sehr oft, die Pflanzen setzen Blüten an und die Wurzeln werden dann holzig. Durch die langen Wurzeln überstehen die Schwarzwurzeln längere Trockenzeiten ohne Zusatzbewässerung.
Geerntet wird im Winter bei Bedarf immer frisch. Bei schneelosem Frost mit Laub abdecken, damit die Erde nicht friert. Tief ausgraben, die Wurzeln brechen leicht, rausziehen klappt nicht immer. Die Wurzeln sind dann knackfrisch.
Ein Tipp fürs Zubereiten: Gummihandschuhe anziehen, die Finger werden sonst braun. Die Wurzeln abwaschen, dann in leichtes Essigwasser legen und mit einem Gemüse/Kartoffenschäler schälen. Das Essigwasser verhindert das Braunwerden der Wurzeln. Das würde nicht schaden, sieht nur unschön aus.
Wertvolle Tipps hast Du auch von Blumepeder gekriegt.
Gruss Peter
Optimal
Hi!
Also sandig ist unser Boden und tiefgründig - von daher kein Problem.
Ich lege eh Vlies über die Saaten - wegen der grabenden Hauskatze, werde also schon versuchen, früh zu sähen. Mal sehen, was das Wetter macht…
Mit der Zubereitung, das kenne ich, die klebrigen Finger: Gibt Schlimmeres 
So, jetzt kann der Frühling ja kommen.
Grüße und Danke
kernig
Mit der Zubereitung, das kenne ich, die klebrigen Finger: Gibt
Schlimmeres 
In Essigwasser legen und mit dem Gurkenschäler schälen. Geschälte Stangen erst mal wieder zurück in Essigwasser. Dann rausnehmen und kochen. Klebrige und dunkle Finger müssen nicht sein.
Udo Becker