Der Handschuh: Schillers Ballade

Hallo zusammen,

ich bin auf der Suche nach einer „lustigen“ Einschätzung der oben genannten Ballade.

Mir selbst erschien es doch einigermaßen auffallend, dass

a) Die Frau hier den Handschuh wirft

und

b) Der Mann sie am Schluss nicht
will und ihr den Handschuh wiederum zurück wirft!

Eine Bekannte von mir soll als Laie das Gedicht verlesen und ich fände es gut, die Zuhörer mit einer lustigen Einführung bei der Stange zu halten bzw. auf die Pointe neugierig zu machen. Es soll nur eine kurze Anmerkung vor dem Lesen des Gedichtes sein…

Vielleicht fällt euch etwas dazu ein?

Freue mich über Antworten!

Netten Gruß

Frau Kant

Hallo, Frau Kant,

wenn ein Mann einem Mann den Handschuh hinwirft oder ins Gesicht schlägt, ist das eine Kampfansage => Fehdehandschuh.

Wenn eine Frau ihr Tüchlein oder ihren Handschuh fallen lässt, zettelt sie auch etwas an, was sich aber erst nach einiger Zeit als lebenslange Fehde erweist.
In Schillers Ballade wird die Koketterie der Dame ja noch von eindeutiger Spottlust mit beleidigender Absicht begleitet, was sie als undämlich zeigt.
Und der tapfere Ritter muss sich ja in Gefahr begeben, um den Handschuh aufzuheben. Da hat er wohl auch erkannt, dass die Gefahr im Zwinger kleiner ist als die Gefahr, die von der Dame ausgeht.

Es zeichnet also einen klugen Mann aus, wenn er beidesmal den Handschuh nicht aufnimmt bzw. ihn zurückwirft.

Dies andeutungsweise vorher erwähnen, natürlich ohne die Pointe vorwegzunehmen, könnte erheitern.

Gibt es nicht, von Lutz Görner gesprochen, diese Ballade? Wie hat er sie eingeleitet?

Gruß Fritz

Hi Fritz!

Wenn eine Frau ihr Tüchlein oder ihren Handschuh fallen lässt,
zettelt sie auch etwas an, was sich aber erst nach einiger
Zeit als lebenslange Fehde erweist.

Und der tapfere Ritter muss sich ja in Gefahr begeben, um den
Handschuh aufzuheben. Da hat er wohl auch erkannt, dass die
Gefahr im Zwinger kleiner ist als die Gefahr, die von der Dame
ausgeht.

Na, dann wollen wir mal hoffen, dass sie´s nicht auf dem jährlichen Feministinnen-Kongress vorlesen muss:wink:

Ansonsten belustigte Grüße, Dine

Also wirklich, Dine!

Na, dann wollen wir mal hoffen, dass sie´s nicht auf dem
jährlichen Feministinnen-Kongress vorlesen muss:wink:

Was wollen Feministinnen mit Schiller?
Wenn du die jüngst so hoch gelobte Neuverfilmung von "Kabale und Liebe2 gesehen hast, ist der doch hoffentlich der Satz:

Wir Frauenzimmer können nur zwischen Herrschen und Dienen wählen, aber die höchste Wonne der Gewalt ist doch nur ein elender Behelf, wenn uns die größere Wonne versagt wird, Sklavinnen eines Mannes zu sein, den wir lieben.

nicht entgangen? Glaubst du, das wollen die Femininanten hören?

Gruß Fritz

Schillers Handschuh: Der Film!
Hallo Frau Kant,

bei solchen überlegungen darf der Film nicht fehlen:

http://134.100.136.6/

Viel Spaß
Stefan

Also wirklich, Dine!

Och, Fritz…

Na, dann wollen wir mal hoffen, dass sie´s nicht auf dem
jährlichen Feministinnen-Kongress vorlesen muss:wink:

Was wollen Feministinnen mit Schiller?

Okay, das ist ein Argument.

Wenn du die jüngst so hoch gelobte Neuverfilmung von "Kabale
und Liebe2 gesehen hast, ist der doch hoffentlich der Satz:

Wir Frauenzimmer können nur zwischen Herrschen und Dienen
wählen, aber die höchste Wonne der Gewalt ist doch nur ein
elender Behelf, wenn uns die größere Wonne versagt wird,
Sklavinnen eines Mannes zu sein, den wir lieben.

hab ich (leider?) nicht gesehen. Aber ich kenne ja das Original…

nicht entgangen? Glaubst du, das wollen die Femininanten
hören?

Höchstens, um sich drüber aufzuregen. Und dabei steckt so viel unterschwellige Wahrheit darin:wink: Denn über die Sklavinnen sollte der letzte Teil des Satzes nicht so schnell übergangen werden.
Im Übrigen ist es mir relativ egal, was Feminanten/nistinnen hören wollen, ich machte mir nur Sorgen um die Freundin Frau Kants…

Gruß Fritz

Ebenso, Dine

Klasse, mein lieber Stefan!
Fritz

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Dankeschön!
Hallo zusammen!

Dank sei insbesondere dir, Fritz, für deine schnelle Antwort. Wir haben uns jetzt überlegt ev. zu sagen: "Der Handschuh, oder wie ich im Untertitel sagen würde: Fiesheit kommt vor den Fall/Wenn zickige Frauen die Krallen ausfahren/…/… oder sowas. Naja, so ein richtiger Geistesblitz, ein treffender mein ich, war nicht dabei. Und die Lesung ist schon heute mittag. Bin gespannt, was meine Bekannte sagen wird, hi.

Ich hab mir da auch so meine Gedanken gemacht, was die Pointe betrifft. Aber da die Frau meiner Ansicht nach sich äußerst zickig gebärdet, ist der Anlass gegeben, mit ihr nix zu tun haben zu wollen; Feminismus hin oder her - der ist speziell hier als Argument also in my own harmful opinion gar nicht angebracht.

Schöne Grüße

Frau Kant