Der Hund auf dem Mond

kontrolliert bzw. boykottiert inzwischen bei mir die Kindererziehung…Ich musste dieses jahr 6 wochen im Krankenhaus verbringen, kurz danach kam meine kleine Tochter mit ihrer Phantasiegestalt „Dadi“, einem Hund, der auf dem Mond lebt, daher. Ich habe durchaus nichts gegen Phantasiegestalten, halte das auch für keine krankhafte Fluchtreaktion, denn Freunde hat meine 4jährige genug, allerdings, wenn ich nun etwas zu ihr sage, antwortet sie,: „Du weisst gar nichts, Dadi sagt, etc.“
Oder auch, wenn ich gewisse Anforderungen an sie stelle, oder etwas wissen möchte, schiebt sie Dadi vor und antwortet mit: Dadi sagt, das ist verboten, oder Dadi sagt, ich muss das nicht machen. Sie scheint von mir nichts mehr anzunehmen…
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder kennt jemand einen wirksamen Trick, wie man mit einem allwissenden „Hund auf dem Mond“ konkurrieren kann? Wäre für jedes Feedback dankbar…
LG Christin.

Ich kann verstehen dass das an deinen Nerven zerrt

hast du schon versucht zu erwidern dass das nur auf dem Mond verboten ist?

Sie scheint gerade ihre Trotzphase durchzumachen und nutzt dazu geschickt ihren dadi.

Hi, Yves,
Das ist leider nun schon die dritte Trotzphase, die ich miterlebe, den Trick denn du mir genannt hast, fand ich auch gut,
aber die schlichte Antwort lautete: „Nein, die DADI hat gesagt, das geht überall“ und dann die Schmollippe-auch eine Neuheit…
Sie schnappt auch gerade schnell ein, auch wenn sie ein sehr humorvoller Mensch ist…Jedenfalls danke ich dir, dass du mich hier im Wettstreit mit Dadi unterstützt.
LG Christin.

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ich lasse mal den Versuch weg dass du mit dem Gesetzbuch kommen solltest ^-^`

unternimmst du denn sonst viel mit ihr?

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ich lasse mal den Versuch weg dass du mit dem Gesetzbuch
kommen solltest ^-^`

unternimmst du denn sonst viel mit ihr?

Hi,
Toll, dass du so schnell geantwortet hast.
Sie hat ihren heissgeliebten Kindi und ansonsten treffen wir uns mit ihren Freunden, gehen Blättersammeln *frier* und radfahren, was man halt so macht, aber sie ist sehr schwer auszulasten, das muss ich zugeben. Ich habe auch schon mal gedacht, eigentlich bräuchte sie eine ganze Schar Hofnarren, denn ich habe ja auch noch anderes zu tun, aber ja, wir unternehmen was, wenn es irgendwie geht…sonst könnte ich das ja auch eher verstehen…
??? Christin.

Du sagtest du warst 6 Wochen im Krankenhaus.

Ich denke sie hat dich in dieser Zeit sehr vermisst und hat deshalb Dadi kreiert. Ich denke du solltest versuchen in den nächsten Tagen/Wochen noch mehr Zeit mit ihr zu verbringen. Eventuell vergisst sie Dadi irgendwann.

Wie alt ist sie eigentlich?

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Du sagtest du warst 6 Wochen im Krankenhaus.
Ich denke sie hat dich in dieser Zeit sehr vermisst und hat
deshalb Dadi kreiert.

das kann ich mir auch gut vorstellen. ich wuerde mit ihr viel ueber die zeit, wo du weg warst sprechen. sie erzaehlen lassen.

wenn dadi da eine hilfe fuer sie war, wuerde ich ihn loben, mich an dem spiel beteiligen. vielleicht sagt dadi dann ja auch mir mal was?

mein sohn liebt seit langem rollenspiel heiss. ich bin allerdings in der gluecklichen lage, dass sich die zahlreichen figuren nicht in meine erziehung einmischen - die muessen es hoechstens ausbaden :wink:

gernot

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Hi, Yves, meine Tochter ist Ende Oktober 4 geworden.
Dass dadi mit dem Krankenhaus zusammenhängt, glaube ich auch, allerdings war das im August, Dadis Rolle wird immer grösser, jetzt kommt sogar noch das „Baumsprechen“ hinzu, das sie mit Dadi in der Schule spielt, wie sie sagt…man möchte meinen, dass meine Tochter eher verschlossen ist, aber sie ist schon immer sehr kontaktfreudig und extrovertiert gewesen, sie redet auch eine ganze Menge mit mir und auch sonst, wie 5 Bücher…
Nun, ich verbringe soviel Zeit mit ihr, mehr ist wohl nicht möglich. Ich bin auch immer offen für Diskussionen, allerdings ist sie seit neuestem eher patzig…dann kommt bei der Antwort wieder Dadi in`s Spiel…
Ich bin echt ratlos, obwohl ich schon einige Klippen mit ihr genommen habe, sie ist wunderbar, verlangt einem aber viel Kraft ab, sie war schon als Baby immer fit, hatte immer Pfeffer im Po.
Aber nun scheinen wir in einen Kreislauf reingekommen zu sein…
Deine ratlose Chris.

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Hallo, Gernot,
du hast recht, dadi wurde im August kreiert, als ich im Krankenhaus war. Sie war zu der Zeit bei meinen Schwiegereltern, die überhaupt nicht mit ihr darüber sprachen, was so plötzlich passiert ist-sie leben auch 200 km von hier fort.
Anschliessend gab es Gespräche, ich spürte auch, dass sie sich verlassen fühlte von mir, aber die rolle der dadi vergrössert sich ständig…wie schaffst du es denn, den figuren Deines sohnes den „schwarzen Peter“ zuzuschieben?
LG, Christin.

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Hallo, Gernot,
du hast recht, dadi wurde im August kreiert, als ich im
Krankenhaus war. Sie war zu der Zeit bei meinen
Schwiegereltern, die überhaupt nicht mit ihr darüber sprachen,
was so plötzlich passiert ist-sie leben auch 200 km von hier
fort.

da hatte sie sicher viel zu verarbeiten. und ich finde es ziemlich schlau von ihr, sich dann ein figur zu schaffen, die ihr die welt erklaert.

ich wuerde versuchen, nicht mit dadi zu konkurrieren, sondern sein freund zu werden.

ich wuerde deine tochter fuer den dadi loben, der sich um sie kuemmert. und langsam klar machen (vor allem durch tun), dass ich jetzt wieder da bin. und ich jetzt wieder seine aufgabe uebernehme. (mit bedanken bei dadi fuer seinen super einsatz und so weiter).

der dadi darf bleiben. aber er kriegt eine andere funktion. er kann mit ihr spielen, er kann sie beschuetzen, wenn sie alleine ist. er kann tipps geben. aber du kriegst deine rolle wieder. vielleicht findest du eine andere wichtige aufgabe fuer ihn?

wenn du so ploetzlich fuer lange weg warst und es keine erklaerung gab, ist deine tochter sicher sehr erschrocken. und das kann noch eine lange weile dauern bis sie wieder vertraut, dass du nicht wieder so verschwindest.

gib euch zeit.

wie schaffst du es denn, den figuren Deines
sohnes den „schwarzen Peter“ zuzuschieben?

ich habe es viiieeel leichter. ich muss keinen schwarzen peter zuschieben. bei uns ist es einfach ein spiel. mein sohn hat sich fuer seine mama und mich jeweils rollenspiele ausgedacht, die er zu seiner und unserer unterhaltung inszeniert. wenn er mal von meinen erziehungsmassnahmen nicht erbaut ist, gibt er sie halt an die figuren weiter. ich darf manchmal mitspielen, muss nicht - und die figuren stellen mich nicht in frage, sie uebernehmen nicht meinen job.

gernot

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Hallo Christin,

ich möchte mich Gernots Rat - den ich sehr gut finde! -
anschließen, das hätte ich auch getan.

Für Deine Tochter ist Dadi real (sie ist vier - in dem Alter
macht man keine Unterschiede). Also: Integriere Dadi in die
Familie. Vielleicht kannst du ja auch etwas von IHR lernen?!

Kinder sind kreativ - davon kann man als Erwachsener IMMER
profitieren. Ich denke aber auch: Du solltest mal Deine
Schuldgefühle Deiner Tochter gegenüber überprüfen. Es könnte
sein, dass sie zwischen Euch stehen - und Dadi deshalb immer
mächtiger wird …

Viele Grüsse
Ute

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Liebe Christin,
obwohl du schon viele Gedanken zu deine Fragen gehört hast, möchte ich dir noch ein paar Anmerkungen von mir schicken, weil mich das ganze doch ziemlich bewegt hat.
Wenn deine Kleine auch nach so einer langen Zeit ihren Dadi braucht, kannst du davon ausgehen, dass sie deine Krankenhausaufenthalt noch nicht verarbeitet hat, und sie nicht ein fantasiereiches Rollenspiel auslebt.
Auch sehr kleine Kinder sind in der Lage, Verluste zu erleben und dementsprechende Trauerreaktionen zu zeigen, die allerdings meist nicht als solche wahrgenommen werden. Deine kleine Tochter hat von hier auf gleich dich und ihr Zuhause verloren! Für sie völlig unbegreiflich! Um seeliisch überleben zu können, hat sie sich nun ihren Dadi geschaffen, der nie, niemals von ihr weggehen wird. Egal, was ihr jetzt noch passiert, der wird sie niemals verlassen. Er ist auch unangreifbar für alle Erwachsenen, denn er lebt ja schließlich auf dem Mond. Und dort kann nie einer hin, auch kein großer Mensch!. So ihre Fantasie und ihr Trost. Dadi ist natürlich auch allwissend und allmächtig. Genau so wie es eigentlich Mütter oder Väter sind. D.h. deine Tochter hat dich erst mal ‚eingetauscht‘. Das ist natürlich bitter für dich, aber ich glaube, es ist wichtig erst einmal zu akzeptieren, dass dein Weggehen für dien kleine Maus ein ziemlicher Schock gewesen ist, der sie in ihrem grundsätzlichen Lebensgefühl erschüttert hat.
Am meisten erreichst du, so denke ich, wie gesagt wurde, akzeptiere ihren Dadi. Freu dich mit ihr, dass es ihn gibt, lass dir von ihm erzählen, was sie gemacht haben, als du nicht da warst. Vielleicht kann sie ihn ja auch malen und ihr hängt gemeinsam dieses Bild auf … Die Loslösung von Dadi kann nur in ganz behutsamen Schritten erfolgen, und das braucht eine unendliche Geduld von dir.
Ich wünsche euch viel Erfolg auf diesem schwierigen Weg.
Mechthild

hi, Ute,
Du hast schon recht, mit dem, was du schreibst, ich habe auch die Schuldgefühle überprüft-einerseits waren welche da, andererseits auch wieder nicht, da sie mich selten sehen konnte, weit weg bei meinen Schwiegereltern war, und ich auch denke, diese oder mein mann hätten die Aufgabe gehabt, ihr eine erste Erklärung zu geben. Aber die Frage „was mache ich falsch, dass dadi immer stärker wird“, die ist da. Und ich weiss es einfach nicht genau. Ich mache sicher Fehler, weiss aber momentan nicht, was meine Tochter beschäftigt, sie ist zur zeit sehr unzugänglich,
dann fragt man sich wieder, setze ich sie mit zu vielen Fragen unter druck, oder erwartet sie von mir, dass ich ihr fragen stelle…
Jedefalls möchte ich mich bedanken für dein Feedback, es ist wirklich toll, wie die menschen sich hier einsetzen, das fällt mir immer wieder auf.
LG, Christin.

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