Der Karrieregedanke - eine Kritik

Hallo Allerseits,

unten im Forum nannte Peter einen Gedanken, dem ich heftig wiedersprechen musste:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Nach einigem Nachdenken bin ich zum Schluss gekommen, dass der Wunsch Karriere zu machen als Hauptmotivation des Angestellten vor allem für den Arbeitgeber ein zweischneidiges Schwert ist.

Ein besseres Gehalt, eine bessere Qualifikation und mehr Verantwortung sind Dinge, die ein junger engagierter Mitarbeiter in wenigen Jahren erlangen kann. Aber was kommt dann?
Führungspositionen sind naturgemäß in der Minderheit. Wechselmöglichkeiten sind selten. Was macht ein karriegetriebener Angestellter, wenn eine Führungsposition nicht innerhalb Sichtweite ist? Er wechselt oder macht sich selbstständig.
Was passiert aber, wenn es auch mit dem Wechsel nicht klappt?
Wenn dann die Karriere die Hauptmotivation für gute Leistungen ist, was bleibt dann?

Nun meine Frage an euch.
Wie sieht man das in den Personalabteilungen. Gilt der Karrierewunsch immer noch als Grundbedingung für einen guten Mitarbeiter. Wie geht man mit Bewerbern um, die keine Karriere machen wollen?

Gruß
Carlos

Karriere vs. Führung
Hallo,

(…)

Führungspositionen sind naturgemäß in der Minderheit.

Man muss zwei Dinge unterscheiden:
Karriere und Führungsverantwortung. Karriere ist viel facettenreicher und enthält als mögliche Ausprägung Führungsverantwortung.
Wer „Karriere machen“ hauptsächlich mit „Vorgesetzter sein“ assoziiert, ist schon lange nicht mehr auf der Höhe der Zeit, denn die Möglichkeiten sind heutzutage vielfältig.
Peter, der den Anlass für deine Frage hier gegeben hat, sprach ja ausdrücklich von Karriere; von Führung war da keine Rede.

(…)

Nun meine Frage an euch.
Wie sieht man das in den Personalabteilungen. Gilt der
Karrierewunsch immer noch als Grundbedingung für einen guten
Mitarbeiter. Wie geht man mit Bewerbern um, die keine Karriere
machen wollen?

Ich bin zwar kein Personaler, aber die Antwort ist für mich offensichtlich.
Keine Karriere machen zu wollen mag für Hilfstätigkeiten angemessen sein.
In den allermeisten anderen Fällen ist das inakzeptabel, denn die Firma wird den Mitarbeiter möglicherweise mal anders einsetzen wollen, und da ist es schon von Vorteil, wenn der MA das mitmacht, oder, noch besser, dies als Chance zu beiderseitigem Nutzen sieht.
Die meisten Firmen erwarten indirekt, dass der MA in seinem Fachgebiet auf der Höhe der Zeit bleibt und sich entsprechend entwickelt.

Gruss,
TR

Hallo Thomas,

danke für deine Antwort.

In den allermeisten anderen Fällen ist das inakzeptabel, denn
die Firma wird den Mitarbeiter möglicherweise mal anders
einsetzen wollen, und da ist es schon von Vorteil, wenn der MA
das mitmacht, oder, noch besser, dies als Chance zu
beiderseitigem Nutzen sieht.

Was du da beschreibt, nennt man normalerweise Flexibilität.

Die meisten Firmen erwarten indirekt, dass der MA in seinem
Fachgebiet auf der Höhe der Zeit bleibt und sich entsprechend
entwickelt.

Dass man als Fachkraft auf der Höhe Zeit bleibt und aktuelle Techniken und Verfahren lernt, halte ich für eine Selbstverständlichkeit. Damit verbessert man eigentlich nicht seine Qualifikation, sondern erhält den Status Quo.

Es stimmt, ich habe bei Karriere an die Position, die Verantwortung, das Gehalt und die soziale Stellung gedacht, dabei aber die Weiterbildung vergessen. Das kommt aber nicht von ungefähr, denn im normalen Sprachgebrauch sagt niemand, er habe Karriere gemacht, wenn er weitere Qualifikationen erworben hat.

Aber diese Form von Karriere ist sowohl für Mitarbeiter, als auch für den Mitarbeiter erreichbar und von vorteil.

Gruß
Carlos

Hallo,

kennst du das „Peter-Prinzip“? Es heißt nur rein zufällig so wie der von dir erwähnte Poster und hier http://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Prinzip wird es erklärt…

Das Schöne ist: immer wenn ich an einen unfähigen Mitarbeiter gerate finde ich die Theorie bestätigt.

Gruß,

MecFleih

das peter prinzip, wie in der wiki beschrieben ist imo überholt:

man führt ja einen mitarbeiter an seine nächst höhere aufgabe heran und setzt ihn erst dann auf eine neue position (zumindest in der theorie der modernen personalwirtschaft)

…und dann gibt es noch die beamten, die nach anzahl der dienstjahre befördert werden und somit die stelle, auf die sie nicht passen auch wieder verlassen können.

Danke für eure Antworten
Hallo nochmals,

ich freue mich über eure Antworten. Aber ich bin etwas enttäuscht über die geringe Resonanz. Immerhin handelt es bei Karriere um einen zentralen Gedanken in unserer Gesellschaft und das einzige Argument, welches für den Karrieregedanken genannt wurde, war sehr dünn.

Gruß
Carlos