wie schon im Titel angekündigt such ich den „kleinen Leitfaden für den Hobby-Tagesschau-Sprecher“. In diesem kleinen Leitfaden sollte idealerweise drinstehen wie so eine übliche (seriöse) Nachrichtensendung aufgebaut ist und - vor allem - sollte möglichst viele nachrichtentypische Forumulierungen (z.B. „wie aus zuverlässiger Quelle verlautete…“) enthalten.
Warum? Nein, ich will den freundlichen Damen und Herren im Fernsehen keine Konkurrenz machen. Es geht mir darum, für einen Geburtstag eine Nachrichtensendung nachzustellen. Probehalber habe ich nun schon einige Texte mal geschrieben und festgestellt, dass das inhaltlich noch sehr suboptimal ist.
Natürlich gucke ich auch schon brav jeden Tag die Nachrichten an und es ist mir auch bekannt, dass man die online nachträglich anschauen kann. Aber nun alle „typischen Formulierungen“ händisch rausschreiben war mir eher zu viel Aufwand.
Vielleicht gibt es auch zusätzliche geheime „Regeln“. Also sowas wie "Im ersten Satz muss immer Funktion und Name erwähnt sein, während im Folgesatz nur der Name erwähnt wird (z.B. „Wie der frühere deutsche Aussenminister Fischer sagte… Fischer war anlässlich…“) Werden Vornamen immer/meist/manchmal erwähnt? Was muss ich sonst noch beachten?
Gerne kann das ein Buch sein, Links, Tips oder was halt so ist Achja, vom Niveau her reden wir hier über sowas wie „heute“ oder „Tagesschau“ nicht über die Unterhaltungsnachrichten auf einigen privaten Fernsehsendern.
Damit ist unsere Nachrichtensendung beendet. Wir wünschen Ihnen noch ein schönes Wochenende und vergessen sie nicht, dass Sie bei uns immer in der ersten Reihe sitzen, obwohl manche glauben, mit dem Zweiten sähen sie besser.
was Du im Grunde suchst, ist weniger der Stil von Tagesschau und Heute, als
vielmehr der sogenannte „Agenturstil“. Freilich kommt der manchmal im Fernsehen
auch durch, wenn die zu faul sind, die Texte der Nachrichtenagenturen
umzuschreiben – aber man findet das natürlich auch in Tageszeitungen.
Für besonders typisch halte ich die ganzen Wendungen, mit denen das Verb „sagen“
umschrieben wird, weil ja dauernd jemand zitiert wird, der was gesagt hat. Das
heißt dann betonen, deutlich machen, erklären, bekannt geben, durchblicken
lassen, andeuten, davon sprechen … und wird meist, mit einem „wie“ beginnend,
hinten an den Satz angehängt (wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums
erklärte).
Noch was …
… fällt mir dazu ein:
Es gibt so eine antiquierte Methode, einen Satz durch Umstellen spannender machen
zu wollen. Da heißtv es dann zum Beispiel statt „Gestern ging japanischen
Forschern ein Riesen-Tintenfisch ins Netz“ „Ein Riesen-Tintenfisch ging
japanischen Forschern gestern ins Netz“.
Ist im Prinzip eine stilistisch zulässige Methode, mit der Hauptsache den Zuhörer
oder Leser gleich geafngen zu nehmen. Wird aber in den Medien infltionär
angewandt, vor allem am Anfang einer Meldung.