Hallo,
der Vergleich mit Tieren ist relativ sinnfrei, denn die landläufigen Beschreibungen von Tieren (Katze = falsch, Hund = treu, usw.) sind nur oberflächliche Klischees, die daher stammen, dass der Mensch versucht das Verhalten eines Tieres mit menschlichen Beweggründen zu beschreiben.
Die menschlichen Beweggründe und Werte gelten für Tiere aber nicht. Tiere kennen keine Freundschaft und Liebe in dem Sinne wie Menschen. Tiere kennen kein gut und böse. Tiere werden vom Überlebenstrieb und Fortpflanzungstrieb gesteuert und sind Opportunisten.
Sie meinte dann, ich solle mir mal Infos über Hyänen holen,
vielleicht kann ich dann meine Chefin besser verstehen, wieso
sie tickt wie sie tickt.
Hyänen sind hochsoziale Tiere, die in einer matriarchalen Gemeinschaft leben. Das negative Image der Hyäne kommt vermutlich rein vom für Menschenaugen unattraktiven Äußeren und der Tatsache, dass Hyänen teilweise Aasfresser sind. Völlig daneben …
Nur mal einige Beispiele:
Katzen: sie schleichen sich an, mustern dich, schnurren,
schmeicheln. Haben volles Vertrauen in Dich - doch sobald
ihnen was nicht passt, schreine, beißen und pfauchen sie -
hauen ab.
Falsch. Katzen lassen sich gerne streicheln, haben aber meist nach einer Weile genug. Sie senden subtile Signale, die den Menschen dazu bringen sollen, aufzuhören. Mit Katzen unerfahrene Menschen verstehen diese Signale nicht. Daraufhin geht die Katze zu härteren Bandagen über, um den blöden Menschen dazu zu bringen, sie endlich in Ruhe zu lassen.
Eine weitere konfliktbeladene Situation entsteht oft, wenn die Katze sich beim Gestreicheltwerden auf den Rücken rollt. Dies ist für die Katze eine aggressionsbeladene Haltung (im Gegensatz zum Hund, für den das Ergeben/Unterwerfung signalisiert). In dieser Haltung hat eine kämpfende Katze alle 4 Pfoten zum Kratzen zur Verfügung. Liegt die Katze auf dem Rücken und wird am Bauch gestreichelt, ensteht ein Konflikt verschiedener Zustände („ich werde liebkost“ vs. „ich bin in aggressiv-defensiver Kampfhaltung“). Nach einer Weile schlägt die Stimmung oft um, weil sich der Mensch der „Gefahr“ nicht bewusst ist.
Und Hunde zb. unterwerfen sich: sind treue Wegbegleiter und
tun (bei guter Erziehung) alles was man von ihnen will.
Das liegt aber nicht daran, dass Hunde charakterlich lieb und rein sind. Sie sind Opportunisten und haben gelernt, was gut für sie ist. Seit tausenden von Jahren werden Hunde danach selektiert, wie sehr sie sich am Menschen orientieren. Bei Katzen ist das nicht so.
Fazit: Vergleich mit Tieren als psychologisches Hilfsmittel ja, aber es wird nicht mit realem Tierverhalten verglichen, sondern mit dem Klischee, das Menschen davon haben. Solange man sich im selben Kulturkreis befindet, klappt das auch. Aber eine Ratte hat z.B. in Westeuropa einen ganz anderen Ruf (falsch, überträgt Krankheiten, etc.) als in China.
Gruß,
Myriam