Der Mensch Zahnarzt

Hi @all,

ich schreibe an einem Roman und lasse einen Zahnarzt auftreten. Ich möchte ihm etwas an Tiefe in seinem Charakter geben. Er soll nicht einfach nur in Zähnen rumbohren und zum Zähneputzen anregen. Ihn irgendwie zu kritisieren ist auch ZU einfach. Das halte ich jedenfalls nicht für fair. Irgendeine berufgrumme mit scheiße beschmeißen kann jeder. Ich will den Menschen Zahnarzt erfassen.

Deshalb wüsste ich gerne, ob es irgendwelche Sachverhalte gibt, die Zahnärzten richtig auf die Nerven gehen, was ihren Beruf als solchen anbelangt.
Wo drückt ihnen der Schuh?
Was regt sie richtig auf?
Wo sehen sie sich überwältigt von Bürokratie oder fühlen sich verarscht?
Wie ist das mit den Kassen? (ich vermute mal, da gibt es gravierende Probleme. Ich weiss aber nicht welche…)

Wenn euch etwas Weiteres einfällt, dann könnt ihr mir es auch gerne per Mail zukommen lassen. Ich möchte hier niemanden outen. Ich möchte nur, dass mein Roman-Zahnarzt etwas sagen kann, das Zahnärzen so richtig aus der Seele spricht. Stünde ein Zahnarzt vor laufender Kamera, was würde der der masse am liebsten sagen?

Vorab vielen Dank!

Viele Grüsse,

Hilmar

Hallo lotus,

Wo drückt ihnen der Schuh?

Bei aller Aufgeschlossenheit für kreativen Sprachgebrauch:
„Wo drückt sie der Schuh“ - bitte!

Leider kann ich über Zahnärzte nix berichten… :wink:

LG,
MrsSippi

Solltest Du aber, liebe MrsSippi!

Jedenfalls dann, wenn das abgebildete Profil auf Deiner ViKa den Tatsachen entsprechen sollte. Diagnose: gering entwickeltes Mittelgesicht, vermutlich Zustand nach systematischer Prämolaren-Extraktion. Das macht in summa ca vier Jahre Dauererfahrung mit Zahnärzten. Daraus resultierende psychische Schäden wegen fortgesetzter Fremdbestimmung, internalisierter Haß auf Weißkittelträger - auch wegen des ausgebliebenen Therapieerfolges. Also, bei Dir müßten die gemachten Erfahrungen der Person, die auf Deiner ViKa abgebildet ist für mehrere Romane reichen :wink:

Nimm mein Mitgefühl entgegen, oder tausch’ das Portrait aus.

Kai

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Servus Hilmar,

ich schreibe an einem Roman und lasse einen Zahnarzt
auftreten. Ich möchte ihm etwas an Tiefe in seinem Charakter

sagtest Du ‚Charakter‘? Bei einem Zahnarzt? Schon mal ‚marathon man‘ gesehen? \o(

geben. Er soll nicht einfach nur in Zähnen rumbohren und zum
Zähneputzen anregen. Ihn irgendwie zu kritisieren ist auch ZU
einfach. Das halte ich jedenfalls nicht für fair. Irgendeine
berufgrumme mit scheiße beschmeißen kann jeder. Ich will den
Menschen Zahnarzt erfassen.

Wieviel Zeit hast Du?

Deshalb wüsste ich gerne, ob es irgendwelche Sachverhalte
gibt, die Zahnärzten richtig auf die Nerven gehen, was ihren
Beruf als solchen anbelangt.
Wo drückt ihnen der Schuh?
Was regt sie richtig auf?
Wo sehen sie sich überwältigt von Bürokratie oder fühlen sich
verarscht?

Da hst Du den Finger schon auf der größten Wunde. Ich glaube, daß es heute keine Zahnmediziner gibt, die die gesetzgeberische, bürokratische, patientenfeindliche Fremdbestimmung, unter der der Beruf ausgeübt werden muß, nicht als frustrierend und agressionsfördernd erleiden.

Wie ist das mit den Kassen? (ich vermute mal, da gibt es
gravierende Probleme. Ich weiss aber nicht welche…)

Die Kassen haben dieselben Probleme, wie die Ärzte und Zahnärzte: Politik und Bürokratie, geleitet von sachfremden ‚Überlegungen‘, zerstören das Gesundheitssystem, statt es vernünftig und problemorientiert zu strukturieren.

Wenn euch etwas Weiteres einfällt, dann könnt ihr mir es auch
gerne per Mail zukommen lassen. Ich möchte hier niemanden
outen. Ich möchte nur, dass mein Roman-Zahnarzt etwas sagen
kann, das Zahnärzen so richtig aus der Seele spricht. Stünde
ein Zahnarzt vor laufender Kamera, was würde der der masse am
liebsten sagen?

"Schickt Ulla Schmidt wieder dahin, wo sie hergekommen ist. Lasst das Gesundheitswesen lieber von der Freilassinger Feuerwehr sanieren.

Vorab vielen Dank!

'tschuldigung!

Kai

Hallo Kai,

Solltest Du aber, liebe MrsSippi!

Und Du solltest die Tippfinger doch lieber von Ferndiagnosen lassen - alles falsch! Aber als Stoff für lotus bestimmt nicht zu verachten:wink:.
Das Bild in der ViKa bleibt.

LG,
MrsSippi

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Hi Kai,

das kann doch was! Offen gesagt, ich lande des öfteren in der selben Zwickmühle, egal welche Charaktäre ich aufführe. Mit Bürokratie schlagen sie sich alle rum.
Ganz so expilzit habe ich das Thema aber noch nicht behandelt und „Dr. van Drollowitsch“ kann das eigentlich mal machen. Da es sich bei ihm nicht um einen Kaufmann oder irgendeinen anderen Papiertiger handelt, spielt er die Rolle bestimmt noch viel besser.

Viele Grüße,

Hilmar

Hallo!
Bin kein Zahnarzt, aber ich war letztens bei einem und hab da einige Anregungen, die mir selber Stoff für ein Buch geben würden.

Als ich am Empfang stand telefonierte die nette Dame dort grade mit einer höchst aufgebrachten Frau XY, warum der Herr Dr. sie am Donnerstag (es war inzwischen Montag) nicht angerufen hätte. Sie entschuldigte sich mindestens 3mal und betonte, dass sie es ihm nicht nur ausgerichtet hätte sondern auch eine Notiz hinterlassen hätte. Als der Arzt dann kurz darauf von einer Tür zur nächsten huschte, geistesabwesend nur irgendwelche Aufforderungen in den Raum warf, ohne sie wirklich an jemanden zu richten, wurde er von seiner Sprechstundenhilfe angesprochen. Er erwachte sofort aus seinen Gedanken und sah sie interessiert an. Als sie meinte er müsse Frau XY anrufen, ließ er sie jedoch den Satz nicht beenden sondern verschwandt sofort in der Tür als hätte sie ihm gesagt in China sei ein Fahrrad umgefallen.

Er bemühte sich den halben Tag besorgt um einen Patienten mit Schmerzen, fragte immer wieder wie es ihm inzwischen ginge und investierte Stunden um soviel Knochensubstanz und Zahnsubstanz zu erhalten und dabei auch noch darauf zu achten, dass alles ästhetisch aussieht.
Gegenüber seinen Angestellten war er nicht so nachsichtig. Er erklärte ihnen alles auf freundliche Art und Weise und zwar so, dass sie es wirklich verstehen, mehr als für eine Zahnarztassistentin wirklich wichtig wäre. Einmal. Beim nächsten Mal wird dieses Wissen dann vorausgesetzt. Nie um einen Witz verlegen belehrt er seine Angestellten sehr genau, dass Zähne nicht nur nicht schmerzen sollen und gesund sein müssen, sondern auch schön aussehen und man ruhig mal 15 Minuten länger arbeitet und 10 zusätzliche Geräte einsetzen kann, wenn das Ergebnis dafür schön ist.
Dabei ist es extrem wichtig, dass der Patient keine Schmerzen hat. Wenn eine Spritze nicht genügt, dann gibt es noch eine, und noch eine und noch eine…

lg infi