Wir Deutschen übernehmen ja gerne mal die eine oder andere fremdsprachliche Flexionsform aus Freude an der Gelehrtheit.
Ist aber nun die „Muslima“ korrekter als die „Moslemin“ oder am Ende bloß eine latinisierende Vulgärethymologie, weil das Türkische gar kein grammatisches Geschlecht kennt?
Sollten wir konsequenterweise die türkische Mehrzahlbildung nachmachen: „zwei Moslemler“, „zwei Muslimaler“ oder gar „zwei Mosleminler“ oder „zwei Moslemlerinnen“?
Wir Deutschen übernehmen ja gerne mal die eine oder andere fremdsprachliche Flexionsform …
… die türkische Mehrzahlbildung nachmachen: „zwei Moslemler“, „zwei Muslimaler“ oder gar „zwei Mosleminler“ oder „zwei Moslemlerinnen“?
Wenn wir Formen aus dem Englischen oder Französischen übernehmen, ist das auf Grund von Sprachkenntnissen für viele von uns verständlich und aufgrund der Verwandtschaft unserer Sprachen auch gefühlsmäßig nachvollziehbar.
Da uns das Türkische trotz des hohen Bevölkerungsanteils aber fremd ist, halte ich Konstruktionen wie die von dir genannten nicht für sinnvoll, sie sind auch im Duden nicht vorgesehen.
Aus einem Moslem werden in der Mehrzahl Moslems, aus Muslim Muslims oder Muslime. Zu der Muslima sagt der Duden:
Mus|li|ma, die; -, Plur. -s und (selten) …men, Mus|li|me, die; -, -n, Mus|li|min, die; -, -nen (w. Formen zu Muslim)
„Muslima“ habe ich bisher nie ernst genommen. Du hast völlig Recht, dass es im Türkischen kein grammatikalisches Geschlecht gibt. Andererseits bin ich noch nicht mal sicher (und im Moment zu faul zum Nachschaun) ob „Muslim“ nicht eher arabisch ist. Wie auch immer: „Muslima“ kommt meines Wissens aus dem Italienischen.
Zum Plural: „Muslimler“ ist schon o.k. Aber wenn man schon das Türkische nachahmen möchte, dann muss man konsequenterweise die Pluralendung weglassen, sobald sie sich aus dem Kontext von selbst ergibt. Türkisch also: „Iki müslim“, deutsch folgerichtig „zwei Muslim“…