Der Multivibrator, das Rätsel

Hallo zusammen,

manche Elektronik-Profis können über so einfache Schaltungen wie einen Multivibrator vielleicht nur noch lächeln. Oder? Ich Elektronik-Anfänger kappiere jedenfalls nicht, wie der funktioniert, will aber wenigstens ein GRUNDVERSTÄNDNIS für elektronische Schaltungen haben. Daß das Durchschalten des einen Transistors das Sperren des anderen bewirkt, ist mir schon klar, nicht hingegen, wie die Transistoren aus dem gesperrten Zustand jemals wieder herauskommen sollen, denn wenn das Ladungsgefälle am Kollektor des ersten Transistors bei dessen Durchschaltung so groß ist, daß das reicht, um über den Kondensator hinweg (!) die Basis des Nachbartransistors zu sperren, dann ist es mir ein Rätsel, wie sich dann hinterher der gleiche Kondensator so weit erholen soll, daß dessen Ladung den gesperrten Transistor wieder öffnen kann. Das widerspricht sich doch absolut! Wer kann mir das mal richtig erklären? Ich rede vom einfachsten Multivibratortyp, den es gibt: Das Ding mit den zwei Transistoren, den zwei Kondensatoren und den vier Widerständen.

Vielen Dank!

Rüdiger

Hallo Rüdiger,

manche Elektronik-Profis können über so einfache Schaltungen
wie einen Multivibrator vielleicht nur noch lächeln. Oder? Ich
Elektronik-Anfänger kappiere jedenfalls nicht, wie der
funktioniert, will aber wenigstens ein GRUNDVERSTÄNDNIS für
elektronische Schaltungen haben. Daß das Durchschalten des
einen Transistors das Sperren des anderen bewirkt, ist mir
schon klar, nicht hingegen, wie die Transistoren aus dem
gesperrten Zustand jemals wieder herauskommen sollen, denn
wenn das Ladungsgefälle am Kollektor des ersten Transistors
bei dessen Durchschaltung so groß ist, daß das reicht, um über
den Kondensator hinweg (!) die Basis des Nachbartransistors zu
sperren, dann ist es mir ein Rätsel, wie sich dann hinterher
der gleiche Kondensator so weit erholen soll, daß dessen
Ladung den gesperrten Transistor wieder öffnen kann. Das
widerspricht sich doch absolut!

Nein, da gibt es keinen Widerspruch. Wenn der Transistor durchgeschaltet wird, begrenzt die B-E-Diode die Basisspannung auf ca. 0,6 V. Der Kondensator lädt sich dann fast bis auf Betriebsspannung auf. Wenn der Transistor gesperrt wird, sinkt die Basisspannung auf einen negativen Wert (ca. -Betriebsspannung). Der Widerstand zwischen Basis und Betriebsspannung lädt dann den Kondensator solange auf bis die Basisspannung ca. 0,6 V erreicht und der Transistor wieder durchschaltet. Letztlich kommt der Basisstrom nicht über den Kondensator sondern über den Widerstand.

Jörg

Hallo Jörg,

danke für die Antwort. Aber ich kappiere es trotzdem nicht. Da ich hoffentlich nicht zu doof bin, um zu kappieren, wie ein Multivibrator funktioniert, werde ich mich so lange darum kümmern, bis ich weiß, wie der funktioniert.

Rüdiger

Hallo Rüdiger,

des Rätsels Lösung ist ja der Kondensator, der keine schlagartige Änderung der Spannung zuläßt, sondern lediglich eine verzögerte (icdt/C= du). Das heißt, daß die Spannung am Kondensatior auch erhalten bleibt, wenn das Potential durch die Durchschaltung eines Transistors auf 0 gezwungen wird. (Wenn man sich für beide Fälle, also vor und nach dem Durchschalten des T1 ein Ersatzschaltbild macht, dann wird es - meine ich - deutlich)

An dem T2 liegt dadurch ja negative Basisspannung an. Der Kondensator läßt aber wieder ein Anwachsen des Potentials bis auf den Schwellwert von T2 zu.(Über den (hochomigen) Widerstand).

JS
P.S: Schwer zu verstehen ist es vielleicht deswegten, weil die darstellerischen Möglichkeiten schon sehr begrenzt sind.

Ciao, JS

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