Hallo Wissende,
ich würde gern wissen, wie es richtig heißt:
„Die Leistung wird über die Zeit integriert.“
ODER
„Die Leistung wird über der Zeit integriert.“
Wenn möglich mit Erklärung, möchte es ja auch verstehen.
Allerdings war Deutsch nie meine Stärke…also möglichst einfach.
Ich kann mich nur noch dunkel an die verschiedenen Fälle und ihre Fragwörter erinnern. Welcher /-s kommt hier zur Anwendung?
Vielen Dank, HannesKoe
hi,
ich würde gern wissen, wie es richtig heißt:
„Die Leistung wird über die Zeit integriert.“
ODER
„Die Leistung wird über der Zeit integriert.“
wenns um den mathematischen integrationsprozess geht, dann die erste variante. integrieren wird als prozess mit einer richtung aufgefasst, auch die variable zeit wird (wie jede variable) als verlaufend aufgefasst.
hth
m.
Hallo,
danke erstmal, aber so eine Antwort hatte ich nun gar nicht erwartet.
Erstmal, ja, es geht um die mathematische Operation des Integrierens, aber die Begründung verstehe ich leider nicht.
Und wann nimmt man dann die andere Variante?
Ich dachte, es geht so wie man es mal gelernt hat, mit den Fragewörtern, wo man dann den jeweiligen Fall bestimmt: Über WAS integriert man? Über die Zeit. oder Über der Zeit.
meine anderen Überlegungen:
die Zeit = fortlaufende Größe
der Zeit = feste Größe
aha, es gibt ja noch: …während der Zeit…
das bedeutet, wenn ich ein unbestimmtes Integral (ohne feste Grenzen) habe nehme ich DIE und bei einem bestimmten (feste Grenzen z.B.: von t.1 bis t.2) DER
mfg HannesKoe
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo!
„Die Leistung wird über die Zeit integriert.“
ODER
„Die Leistung wird über der Zeit integriert.“
Ich plädiere für Akkusativ (die Zeit). „über“ + Dativ klingt nach einer Ortsangabe, während „über“ + Akkusativ den Gegenstand nennt, mit dem etwas getan wird.
„Ich denke über Dich nach.“ ist etwas anderes als: „Ich denke über Dir nach.“
Michael
Ich dachte, es geht so wie man es mal gelernt hat, mit den
Fragewörtern, wo man dann den jeweiligen Fall bestimmt: Über
WAS integriert man? Über die Zeit. oder Über der Zeit.
meine anderen Überlegungen:
die Zeit = fortlaufende Größe
der Zeit = feste Größe
aha, es gibt ja noch: …während der Zeit…
das bedeutet, wenn ich ein unbestimmtes Integral (ohne feste
Grenzen) habe nehme ich DIE und bei einem bestimmten (feste
Grenzen z.B.: von t.1 bis t.2) DER
nein.
wie ich gesagt habe: integrieren wird als prozess mit einer richtung gesehen - ist ja gerade auch fürs bestimmte integral wichtig, ob du von a nach b oder von b nach a ingtegrierst. außerdem ist jede achse, über der integriert wird, als fortlaufende zu verstehen, sodass du über die variable x integrierst.
ich kenns nicht anders.
vom sprachlichen standpunkt darf ich dir versichern, dass du auch verstanden wirst, wenn du über „der“ zeit integrierst, statt über „die“ zeit. die meisten mathematiker sind da nicht so heikel.
m.
MOD: Überflüssiges Vollzitat gekürzt.
Hallo Hannes,
Ich dachte, es geht so wie man es mal gelernt hat, mit den
Fragewörtern, wo man dann den jeweiligen Fall bestimmt: Über
WAS integriert man? Über die Zeit. oder Über der Zeit.
Wenn, dann heißt die Frage nach Nicht-Personen „worüber“ aber niemals „über was“! Die Frage nach der Richtung heißt „wohin“ und die Frage nach dem Ort „wo“.
Das Integral entspricht doch, wenn ich mich richtig entsinne, der Fläche, die zwischen der Zeitachse und der Kurve liegt. Für mich lautet die Frage da eindeutig: " Wo ist diese Fläche integriert und nicht wohin"! Ich bin aber kein Experte auf diesem Gebiet, hatte zuletzt nur eine „vier“ in Mathe, hätte es damals in Hessen sogar abwählen können, habe es dann doch bis zum Ende durchgezogen und nur nicht in die Abiturwertung eingebracht.

Gruß Gernot
hi,
Das Integral entspricht doch, wenn ich mich richtig
entsinne, der Fläche, die zwischen der Zeitachse und der Kurve
liegt. Für mich lautet die Frage da eindeutig: " Wo ist
diese Fläche integriert und nicht wohin"!
unterscheide: „wo ist / liegt die fläche“ vs. „von wo bis wo wird diese fläche integriert“.
integrale haben richtungen. glaub mir.
m.
Hallo Michael,
integrale haben richtungen. glaub mir.
Richtungen hätte ich jetzt eher den Vektoren zugeschrieben, aber in Vektorrechnung war ich auch immer miserabel.
unterscheide: „wo ist / liegt die fläche“ vs. „von wo bis wo
wird diese fläche integriert“.
Das ist aber eine Frage nach der lokalen Ausdehnung und keine nach der Richtung! Also doch Dativ „der“?
„Die Fläche ist integriert von der Zeitachse bis zu r Kurve“. Wenn es über Grenzen hinausginge, könnte man auch nach der Richtung fragen.
Oder kommt der seltsame fachsprachliche Gebrauch vielleicht daher, dass die Fläche nach rechts gar nicht unbedingt begrenzt ist, dass sie also, je weiter man der Richtung der Zeitachse folgt, immer größer wird?
Gruß Gernot
Moin,
integrale haben richtungen. glaub mir.
Richtungen hätte ich jetzt eher den Vektoren zugeschrieben,
aber in Vektorrechnung war ich auch immer miserabel.
Vektoren sind Richtungen.
Sieh’s mal so: Du sagst doch „ich gehe über die Straße“. Und genauso funktioniert „ich integriere über die Zeit“, nämlich von einem Ende bis zum anderen.
Gruß
Kubi
Hallo Kubi,
Sieh’s mal so: Du sagst doch „ich gehe über die Straße“. Und
genauso funktioniert „ich integriere über die Zeit“, nämlich
von einem Ende bis zum anderen.
Nein, „über die Straße gehen“ heißt für mich „die Straße über queren“. Wenn ich von einem Ende an das andere Ende der Straße gehe, gehe ich dieselbe ja entlang. Das ist etwas ganz anderes!
Auch mit meinem in Scriptsprachen und Vektorgrafik-Anwendungsprogrammen schon überdurchschnittlich aufgerüsteten „mathematischen“ Verständnis als Informatiker (Multimedia) kann ich die Sprache der Mathematiker immer noch nicht verstehen. Das ist und bleibt einfach Kauderwelsch für mich.
Oder handelt es sich bei diesem „über“ vielleicht doch um gar keine Richtungspräposition, sondern um eine Präposition, die intrumental gemeint ist, womit, wodurch, worüber?
Gruß Gernot
Moin Gernot,
Nein, „über die Straße gehen“ heißt für mich "die
Straße über queren ". Wenn ich von einem Ende an das
andere Ende der Straße gehe, gehe ich dieselbe ja
entlang. Das ist etwas ganz anderes!
Richtig, ich habe mich schlecht ausgedrückt. Nicht „von einem Ende zum anderen“, sondern „von einer Seite zur anderen“ hätte ich sagen müssen.
Oder handelt es sich bei diesem „über“ vielleicht doch um gar
keine Richtungspräposition, sondern um eine Präposition, die
intrumental gemeint ist, womit, wodurch, worüber?
Eine Richtung in eigentlichem Sinne ist es sicher nicht. Letztlich heißt es „ich bilde die Summe der Werte zu den einzelnen Zeitpunkten“. Und da die Zeit hier sozusagen die unabhängige Variable ist, fände ich es sehr merkwürdig, „über der Zeit integrieren“ zu sagen. Das klänge für mich eher nach der Zeit als einer Art unbeteiligtem Hintergrund…
Gruß
Kubi
Hallo nochmal,
vielen Dank für Antworten & Erklärungen. Es war sehr ineressant.
Ich habe mich jetzt für DIE entschieden.
Frohes Fest + Guten Rutsch!
mfg HannesKoe