Der Protestat

Nein, nicht der biologische Begriff, (Affe, Mensch), sondern der „Vorrang“. Heißt es nun z.B. „der Primat der…“ oder „das Primat der Nützlichkeit“? Irgendwie will ich immer nachfragen oder verbessern, wenn ich „dER Primat“ höre.
Was sagen die Experten dazu?
Kluge und Pfeifer (Pardon, Korrektur, siehe gleich)und auch Wasserzieher halten sich da heraus, aber Pfeifer schreibt wenigstens: „m.n.“ (=männlich ODER sächlich). Ist das richtig?
Und warum?
Weiß vielleicht jemand, wie der männliche Aspekt da hineinkommt? Okay, bei „der Automat“ (oder?), „der Prälat“ scheint es mir eingängiger, aber schon bei „Thermostat“??? Und dann heißt es doch sicher „dAS Mandat“ und "dER MandaNt, aber „der Primat“?
Hört sich doch „affig“ an, oder?
Ist doch irgendwie eine sachliche Eigenschaft, ein „Primat“, oder?
Bitte, dieser „Artikelsalat“ (*g*) macht mich tüddelig, helft mir bitte!
Unter dEM (gemeinsamen) Primat der Nettigkeit,
liebe K[r]üsse, Kurt-drun

MOD: Off-topic Nachsatz gelöscht.

Das Primat
Hallo, Manni,
wenn Du endlich einmal wenigstens gründlich nachlesen würdest! Das würde uns doch ein Gutteil deiner verquasten Anfragen ersparen.

Primat ist entlehnt dem lateinischen „primus, -a, -um“ = „der/die/das Erste“. Je nach dem was nun gerade das Erste ist, ob es männlich, weiblich oder sächlich ist, bestimmt dann auch den deutschen Artikel.

Das Primat ist das erste (=oberste) Amt
Der Primat ist der Mensch(-enaffe)
Die Primiz ist die erste Messe eines Priesters.

Nu isses aber gut!
Eckard

Danke, Eckard,

für diese klaren Worte!

Ich wünschte, mehr Nutzer sprächen so deutlich wie du und etwa Tychi!

Das könnte unter Umständen Manni davon heilen, zu glauben, dass nur Moderatoren ihn auf dem Kieker hätten.

Sooo wird er nicht lange hier weiter machen können; und er verschwindet so sicher bald wieder ganz!

Fritz MOD

Hi Manni!
Der große ‚Genius‘ Band L-Z, und der Kienle sagen beide:
Primas, m. Sing., Plrl. Primaten, der Erste, z.B. 1. in kirchlichen Organisationen oder 2. der Vorgeiger einer Zigeunerkapelle.

Primat, m. aber auch n. Sing., Amt und Würde eines Primas. Auch für Vorrecht, Vorrang.

Nach beiden Büchern heißt die erste Ordnung der Säugetiere ‚Primaten‘ und wird nur in dieser Pluralform verwendet. Der Affe oder der Mensch ist also kein Primat, sonder gehört zu den Primaten. Die zugehörige Singularform wäre ‚Primas‘.
Mir ist auch nur der oder das Primat geläufig wenn es sich um einen Vorrang handelt.
Gruß Alexander

An(gebot) alle:
Ihr Lieben, ein Versuch:
Was ist „Vorrang der Nützlichkeit“ (zB gegenüber einem auch möglichen „Vorrang der Schönheit“)?
Ist es die „EIGENSCHAFT des Nutzenprinzips, irgendwo den Vorrang zu haben“?
Oder ist es der INHALT der/Aspekt mit Vorrangigkeit BEI IRGENDEINER SACHE/HANDLUNG?
Ich erkenne nun meine Fahrlässigkeit bei der Fragestellung und meiner Formulierung!
Es hat vielleicht tatsächlich noch niemand anderes BEIDE Versionen gehört:
„Das Primat ist(hat) für uns die Klarheit“ UND „Der Primat ist(hat) für uns die Klarheit“.
Wer weiß, (ich nicht! Daher ja meine Frage hier) vielleicht haben sich ja da nur wieder Leute versprochen/verschrieben, in der Öffentlichkeit/Presse!
Vielleicht liegt die grammatische Lösung hierin verborgen:
Das Primat DER Klarheit UND
Der Primat „Klarheit“ ??? Ist mir aber unklar!!!
Denn dennoch, drückt man nicht beide (und noch mehr) Facetten des „Primats“ gleichzeitig aus, in nur verschiedenem Maße?

  1. „Die Klarheit hat bei uns eindeutig das PRIMAT!“
  2. „Das Primat hat für uns die KLARHEIT und nichts anderes!“
  3. „Das Primat der Klarheit scheint hier allmählich bestritten zu werden“ Oder auch: „Der Klarheir scheint hier allmählich das/der Primat bestritten zu werden.“
    Also wird bestritten: a) der Vorrang dem Nutzen, b) dem Nutzen die Eigenschaft, vorangig zu sein/Vorrang zu haben. Nutzen als Vorrang und mit „Eigenschaft Vorrang“?
    Pardon, aber das Problem ist tiefer und glz belangloser als ich dachte; ich bin wohl echt zu sensibel, in „grammatischen Fragen“. Meine Fragibilität ist mir nun selbst bedenklich.
    Dennoch ist wohl nun jedem auffällig, daß sich die Mißinterpreten, bemüht in erster Linie um DildAbwehr, sich in diesem ßrätt mal wieder überschlagen haben!
    Ich werde mit „solchen verquasten Fragen“ nicht mehr allzu oft daherkommen.
    Als Antwort aber auf die Gegenfrage von tychi auf meine ja inzwischen „weiserweise“ gelöschten Frage zum Komplex „Furcht-Frucht“ möchte ich bei dieser Gelegenheit doch noch bemerken, daß wohl doch zwischen Furcht´ und Frucht´ nach „meinen Ähnlichkeitsfeststellungen“(tychi) neben dem etymologischen auch ein sachlicher Zusammenhang besteht.
    Insofern zB Entsetzen ein „trockenes Gefühl“ ist, aber gleichzeitig auch ein manchmal „äußert feuchtes“ (oi-oi!). Und auch sind Früchte dem Herrn Früchtenicht manchmal ziemlich bitter.
    Nur „interessant“ fand ich jedenfalls den furiosen „fruit-fright“-Effekt im Englischen, daher ja auch das Posting im Fremdsprachenbrett!
    Zum Abschluß ganz wichtig: im allgemeinen habe ich im wer-weiss-was Forum sehr viel gelernt, und ich maße mir keinerlei (auch positiefe) Bewertung oirer Arbeit an.
    Man sollte sich nur mehr bemühen, finde ich, sich die Fragen zunächst zueigen zu machen, bevor man seine oft Schema-eff Antworten ablädt.
    Wir sollten alle lernen, uns „zunächst“ WUNDERN zu können.
    Also auch "unseren Schülern das Wundern (vor)LERNEN!
    Liebe herzliche Krüsse, Kurd(nun)ruhn

Pst: was ist eigentlich das Gegenteil von „Primat“? (nein, ich meine nicht den biologischen Begriff; das wäre ja vielleicht `quarks´ oder noch weniger, der „unausgedehnte Raum“ vor dem Knall. Und auch nicht den klerikalen, „Ephemat“?) Ist es er/das Ultimat? Oder ten ost[ent]at? (polnisch: ostatni raz = letztes Mal)

Versuch es mal so:
Hi Manni.
Wenn Du in Deinen Beispielen den Terminus ‚Primat‘ einmal durch ‚der Vorrang‘ und einmal durch ‚das Vorrecht‘ ersetztst, wirst Du keinen Unterschied merken. In beiden Fällen wird deutlich was gemeint ist. Im aristotelischen Sinne ist eine Kathegorie gemeint, also eine Zugehörigkeit zu einer Klasse.
Die Blume ist schön. Die Schönheit der Blume.
Die Klarheit ist primär. Der (das) Primat der Klarheit.
So sehe ich das wenigstens.
Gruß Alexander

Primat[en]haftung
Hallo, beat Alex, Freund der Klarsfe…äh., Klarheit! *g*
Du schreibst:
"Wenn Du in Deinen Beispielen den Terminus ‚Primat‘ einmal durch ‚der Vorrang‘ und einmal durch ‚das Vorrecht‘ ersetztst, wirst Du keinen Unterschied merken. In beiden Fällen wird deutlich was gemeint ist.!
Mir leider nicht!
„Im aristotelischen Sinne ist eine Kathegorie gemeint, also eine Zugehörigkeit zu einer Klasse.
Die Blume ist schön. Die Schönheit der Blume.
Die Klarheit ist primär. Der (das) Primat der Klarheit.
So sehe ich das wenigstens.“

Meinst Du hier „Klarheit“ als Kennzeichnung für die „Klassifizierung“, mathemat. als Äquivalenzrelation?
Tjaaaa, … aber „die Schönheit der Blume“ ist deutlich eine Eigenschaft der Blume und das Wort ist als Kennzeichnung derselben Eigenschaft zu verstehen.
Und es gibt auch NICHTSCHÖNE Blumen. „Schönheit“ kann also als solche Äquivalenzrelation zur Abteilung von „Schönheit an sich“ unter anderen Dingen, und auch als Unterscheidungskriterium für eine Klasseneinteilung unter den Blumen benutzt werden.
Doch das ist für mich nur zweitrangig.
„Das/der(?) Primat der Klarheit“ ist aber nicht (nur) als eine Eigenschaft der Klarheit zu verstehen, sondern mindestens auch als Eigenschaft einer Lage, in der diese Eigenschaft der Klarheit
"zum tragen komen sollt/„herrscht“. Das Primat der Klarheit bezieht sich ja sogar hauptsächlich auf die „Umgebung“, die Welt, in der „Klarheit“ nicht nur GEDULDET wird.
Kennzeichnet nun "das Primat von irgenwas dieses Irgendetwas, oder die Lage, in der dies irgend etwas (Primat) ist?
Also: „es herrscht das/der(?) Primat der Klarheit“ = "die Sachlage ist klar/bei der Gestaltung der Sachlage wird der (Schaffung von) Übersichtlichkeit höchster Stellenwert zugeordnet/die Sachlage ist (unabhägig vom Willen der einzelnen Beteiligten) von Klarheit gekennzeichnet.
Was ich nicht verstehe jetzt ist: wie kann Klarheit ein VorRECHT haben? Haben Siuationen Rechte? Vorrang (für uns Menschen) schon!.
Möglicherweise baut das (mein) ganzes Dilemma aber wirklich nur auf einen häufigen Versprecher/Verhörer auf, die aber bestimmt in der Suche nach dem eigentlichen „Vorrang“ und im gleichen Maße nach seinem Begriff aufbauen.
Es ist aber dumm von mir gewesen, diese Frage zu stellen, ohne sie mit einem aktuellen Zitat begründen zu können. Ich wurde nur gestern durch Erwähnung von „EINEM bestimmten Vorrang“ in einer TV-Sendung (der ja beides, m. und n. ist!) an meine frühere hoifige Verwirrung erinnert und „wollte das eigentlich immer schon mal fragen“. Und war auch überzeugt, dies Phänomen sei schon anderen aufgefallen.
Was meine oft kryptische Formulierweise betrifft:
Vergebung, bitte, ich arbeite im gewünschten Sinne daran!
Es macht aber auch den Eindruck, daß die von mir einmal fallengelassene Redewendung „affiges Primat“, oder ähnlich, mit der ich nur den biologischen Gehalt des Begriffes aus der Diskussion nehmen wollte, fehlbezüglich aufgefaßt worden ist.

Ich möchte nun, nachdem das Durcheinander durch meine Fragestellung hier allerhöchstes Primat (?) bekommen hat, doch erstmal fragen, ob im „Vorrang“-Sinne die Wendung „dER Primat von egal was“ tatsächlich überhaupt grammatisch richtig ist!

Meinem Gefühl nach müßte es immer „richtig“ heißen:
„dAS Primat der Schönheit (zB., beim Catwalken)“.

Und das in vielerlei Sinne: insofern es Hauptkrterium bai der Wahl ist, oder indem unter den Primatinnen eben sowieso schon die Schönheit vorherrscht, weil da eben nur „Schöne“ Wesen walken, da auffen Plonken.

Ich möchte die von mir angezettelte Fehldebatte nun etwas entkrampfen mit den (nicht ganz ernst gemeinten) Fragen:
Da Eckard ja so ein schönes grammatikalisch weibliches Exemplar eines „Primaten“ gefunden hat,
(„Die Primiz ist die erste Messe eines Priesters“),
gibt es da vielleicht noch mehr von?
Zum Bleistift die (chronische) „Primathaftigkeit“, oder späche man eher von „Primatenhaftigkeit“ oder gar von „Primatenbehaftetheit“?
Ich möchte da aber keinerlei Haftung übernehmen, so privat, meine ich.
Nicht bei der Primitiefität meines Anwaltes!

Lieber herzliche um Verständnis bettelnde Krüsse,
Moinmoin, Kurt-nun-ruhn (mit den eh lastischen Beinen)
oder hausieren hier doch verboten?

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Da Eckard ja so ein schönes grammatikalisch weibliches
Exemplar eines „Primaten“ gefunden hat,
(„Die Primiz ist die erste Messe eines Priesters“),
gibt es da vielleicht noch mehr von?

Mir fallen nur noch ‚die Prime‘ (erstes Intervall der Tonleiter) und ‚die Primitivität‘ (unterste, erste Stufe der Zivilisation) ein!
Gruß Alexander.