Hi Metapher,
ich will erstmal nicht weiter auf legos unqualifizierten Beitrag eingehen, der kriegt das eh nicht in seinen Kopf.
Leider ist es nicht einfach, sogar letztlich unmöglich,
Grundbegriffe der relativistischen (wie auch der
Quanten-Physik) umgangssprachlich so darzustellen, daß sie
physikalisch noch korrekt sind. Es mischen sich für den
Nichtphysiker immer leicht Versuche ein, sich etwas
vorzustellen. Das führt dann oft - wie du schön zeigst - zu
Paradoxien, die aber in der Physik selbst in dieser Form gar
nicht existieren.
Zwangsläufig kommt es zu Paradoxien, weil nunmal in der Darstellung ein Fähler ist. 
Zunächst zur Raumkrümmung: In diesem Posting
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
hatte ich dazu mal etwas geschrieben: „Krümmung“ ist nämlich
ein Ausdruck aus der sog. nicht-euklidischen Geometrie, der
nicht mit einem „krummen“ Gegenstand zu verwechseln ist.
Jain - ich gehe später drauf ein. Zur Einstimmung ein link zum Meister: http://www.idea-tr.com/metinler/relativitetstheorie/…
Mit Hilfe solcher nicht-euklidischen Geometrien konnte
Einstein (in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie)
zeigen, daß man Gravitation, die klassisch als Kraft zwischen
Massen im (euklidischen) Raum aufgefaßt wurde, auch
anders deuten kann, und damit viele Verhaltensweisen
astronomischer Objekte besser verstehen (und berechnen) und
die großräumige Struktur des Unversums damit überhaupt erst
studieren kann.
Das ist genau das, was ich bemängele. Einstein hat in den Minkowskiraum die Gravitation nicht verpacken können und kurzerhand eine logisch negierte Abwandlung dessen mit nem Gausschen Koordinatensystem gemacht. Zitat:
„Die Beschreibung des zeiträumlichen Kontinuums durch GAUSSche Koordinaten ersetzt also tatsächlich die Beschreibung mit Hilfe eines Bezugskörpers vollständig, ohne an den Mängeln der letzteren Beschreibungsmethode zu kranken; sie ist nicht an den euklidischen Charakter des darzustellenden Kontinuums gebunden.“
Das erstaunliche daran ist tatsächlich, daß es vollkommen logisch klingt. Du kannst aber auch in der SRT ganz prima die Gravitation unterbringen. Wie ich stets behaupte, als repulsiven Impuls. Damit wäre dann nämlich auch mein Dreikugelproblem vom Tisch und die Welt wird paradoxienfrei darstellbar.
Der Unterschied zwischen SRT und ART ist doch letztlich nur, wenn man genau hinsieht, daß die Zeit herausgelassen und dafür als Grundlage die Gravitation als ANZIEHENDE kraft betrachtet wurde. Beide beißen sich eigentlich. Bleibt also die Frage offen, wie ich beide Darstellungen unter einen Hut bringe.
Sind meine Gedankengänge soweit nachvollziehbar?
In deiner Vika steht, du hättest auch noch von Dialektik Ahnung - vermutlich hegelianischer? Hast du auch die Kritik von Engels dazu verstanden, damit wir uns über das Determinismusproblem unterhalten können? Auch wenn das lego nicht wahrhaben möchte - nur wenn das wirklich verstanden ist, läßt sich dort die Logik einbauen und dadurch erst die Sichtweisen in ihren Unterschiedlichkeiten erklären.
Er deutete nämlich Gravitation als - durch die Anwesenheit
bzw. Verteilung von Massen bewirkte - geometrische Eigenschaft
des Raumes. Genaueres darüber, was das bedeutet, findest du in
meinem Versuch einer kurzen Zusammenfassung dazu:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
(Kopie davon ist auch als FAQ:232 anclickbar)
Das Ätherproblem hatte Einstein in seiner Speziellen
Relativitätstheorie behandelt: Der in sich widersprüchliche
Ätherbegriff hatte das ganze 19. Jhrdt genervt, insbesondere
bezüglich der Wellennatur des Lichtes, von dem man zunächst
glaubte, daß es ein Medium zur Ausbreitung benötige (wie z.B.
Wasserwellen das Wasser oder Schallwellen die Luft). Bei dem
Versuch, dieses Medium (eben den hypothetischen „Äther“)
nachzuweisen, ergaben sich weitere Wiedersprüche. Diese löste
Einsteins Theorie, in der deutlich wurde, daß Licht als
elektromagnetische Welle gar kein Medium benötigt (Dies war
eigentlich bereits in der Maxwellschen Theorie des
Elektromagnetismus enthalten: Die Ausbreitung basiert allein
auf der Wechselbeziehung zwischen den elektrodynamischen und
magnetodynamischen Eigenschaften der Welle).
Insgesamt kann man zu deiner Frage „hat der Raum Struktur?“
grob zusammenfassend sagen: Ja, auch der Raum der Newtonschen
Physik hat Struktur: Die Struktur eines (physikalischen)
Raumes wird durch seine sog. Metrik gegeben (eine „Metrik“
gibt an, wie Abstände zu berechnen sind). Aber in der
Relativitätstheorie ist die Raumstruktur nicht mehr identisch
mit der der Newtonschen Physik. Materie (genauer: Masse)
verändert den Raum, in dem sie sich bewegt. Seine Metrik
…ist auch als euklidische problemlos darstellbar. Indem man nämlich anstatt verbogener Räume sich bewegende Materie betrachtet.
Gruß
Frank