Hallo Steffie,
nach diesem Artikel
(http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,3963…)
frage ich mich, ob bestimmte Universitäten bei bestimmten
Fächern wirklich einen besseren Ruf haben als andere
ja. Bestes Beispiel: Heidelberg ist DIE Mediziner-Hochburg schlechthin.
und ob
dieser den Absolventen der „Uni mit gutem Ruf“ im Vergleich zu
den Absolventen „normaler“ Universitäten einen entscheidenden
Vorteil bei ihrer Bewerbung beschafft.
Kommt auf deine Ziele an. Ich habe noch in meiner Schulzeit mit der Hilfe eines wissenschaftlichen Mitarbeiters einer Uni ein Projekt gemacht und mich dann mit ihm auch über die Uniwahl unterhalten (er muss es ja wissen). Seine Aussage: Wenn du später in die Forschung willst, solltest du eine Uni mit gutem Ruf wählen. Deshalb bin ich nach HD gegangen.
Andererseits: Mein Bruder hat sein Studium an der erstbesten FH durchgezogen, zwar in der Regelstudienzeit (trotz Auslandssemester und anfangs gravierender Sprachprobleme und zahlreichen Jobs zur Finanzierung seiner kleinen Family), aber auch mit entsprechend schlechten Noten. Ihm war aber von Anfang an klar, dass er nie und nimmer theoretisch arbeiten wollte und Firmen, die „Praktiker“ suchen, schauen durchaus (auch) eher auf die Studiendauer, darauf, ob du neben dem Studium andere Erfahrungen (Praktika, Jobs, Auslandssemester etc.) gesammelt hast und wie zielstrebig du wirkst. Um wieder auf meinen Bruder zurückzukommen: Er hat zwar ein technisches Fach studiert, hatte aber schon immer Interesse an der Wirtschaft und hat auch ein paar Vorlesungen aus diesem Themenbereich besucht, nur so aus Spaß (frag mich nicht, wie er das alles hingekriegt hat *g*). Das kam ihm auch sehr zugute und damit deckte er eine Nische ab: Ein „Techniker“ mit Interesse und Vorkenntnissen in der Wirtschaft, außerdem mit Auslandserfahrungen (ich muss noch dazusagen, dass er nicht aus Deutschland kommt und sein Studium sofort nach seinem Umzug hierher aufgenommen hat, wie gesagt, anfangs mit großen Sprachschwierigkeiten) und großer Zielstrebigkeit. So jemanden nehmen viele Firmen lieber als einen Studenten mit einem super Schnitt, der aber in seiner ganzen Studienzeit außer der Uni nichts gesehen und gemacht hat. Dann schon lieber eine unbekannte Uni, man kann durchaus daraus eine Menge machen.
Achtet der Arbeitgeber darauf, wo das Diplom gemacht wurde?
Oder ist es völlig egal, an welcher Uni studiert wurde,
hauptsache Noten und Studiendauer sind im grünen Bereich?
Siehe oben. Kommt auf deine Ziele an.
Bleiben Firmen vielleicht einfach bei den Absolventen einer
Uni, mit der sie schon gute Erfahrungen gemacht haben?
Glaube ich nicht. Aber gewisse Präferenzen haben einige Personalchefs schon.
Und gibt es überhaupt (gravierende) Unterschiede zwischen den
Universitäten?
Imho ja.
Sogenannte „Uni-Rankings“ gibt es mittlerweile
wie Sand am Meer, oftmals mit unterschiedlichen Ergebnissen.
Kann man überhaupt messen, wie „gut“ oder „schwer“ eine Uni
ist?
Das ist natürlich schwierig. Aber ein gutes Ranking legt ja die Bewertungskriterien offen dar, du kannst dir daraus aussuchen, was für dich wichtig ist. Häufig wird gerade eben auf die wissenschaftliche Karriere und nicht die Praxisnähe der universitären Ausbildung abgezielt. Dadurch ist die Uni zwar „schwerer“ und angesehener, aber auch wesentlich theorielastiger, was ein Nachteil sein kann. Außerdem bleibt dir dadurch weniger Zeit für zusätzliche Erfahrungen neben der Uni.
Grüße,
Anja