E. T. A. Hoffmann
(1776-1822)
Biographie
Portrait
1776
24. Januar: Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann wird in Königsberg als Sohn des Hofgerichtsadvokaten Christoph-Ludwig Hoffmann und seiner Frau Louise Albertine, geb. Doerffer, geboren.
1778
Nach der Scheidung seiner Eltern lebt Hoffmann mit seiner Mutter bei der Großmutter.
1782
Hoffmann tritt in die reformierte Burgschule in Königsberg ein (bis 1792).
1786
Beginn der lebenslangen Freundschaft mit Theodor Gottlieb von Hippel.
1790
Bei dem Domorganisten Podbielski erhält Hoffmann Musikunterricht und bei dem Maler Saemann Zeichenunterricht.
1792
Hoffmann imatrikuliert sich an der Universität Königsberg zum Jurastudium.
1793
Liebe zu der neun Jahre älteren, verheirateten Dora Hatt.
Der dreibändige Roman »Cornaro« entsteht (verschollen).
1795
Juli: Hoffmann legt das erste juristische Examen ab.
Er beginn in Königsberg seine Amtstätigkeit als Auskultator und Gerichtsreferendar.
Besuch der Oper »Don Giovanni« von Mozart, Lektüre von Lawrence Sterne, Jean Paul, William Shakespeare und Jean-Jacques Rousseau.
1796
März: Tod der Mutter.
Juni: Hoffmann siedelt nach Glogau über, wo er bei seinem Patenonkel lebt.
Bekanntschaft mit dem Maler Aloys Molinary und dem Schriftsteller Julius von Voß.
1797
Freundschaft mit dem Komponisten Johannes Hampe.
April: Tod des Vaters.
Mai: Reise nach Königsberg.
In Königsberg trifft er zum letzten Mal Dora Hatt.
1798
Verlobung mit der Cousine Minna Doerffer.
Juni: Hoffmann legt sein zweites juristisches Examen ab („Überall ausnehmend gut“).
August: Er wird als Referendar an das Kammergericht Berlin versetzt.
Erste Berührung mit dem Glücksspiel.
Reise nach Dresden.
Hoffmann nimmt Kompositionsunterricht bei dem Komponisten und Musikschriftsteller Johann Friedrich Reichardt.
Beginn der Freundschaft mit dem Schauspieler und Gitarristen Franz von Holbein.
1800
Frühjahr: Hoffmann besteht sein drittes juristisches Examen und wird zum Assessor in Posen ernannt.
Dezember: Bekanntschaft mit Jean Paul.
1801
Hoffmann komponiert das Singspiel »Scherz, List und Rache« (nach Goethe), das im gleichen Jahr in Posen aufgeführt wird.
Jean Paul sendet die Partitur an Goethe.
1802
März: Lösung der Verlobung mit Minna Doerffer.
Juli: Heirat mit Maria Thekla Michalina Rorer- Trzcinska (Mischa).
Hoffman siedelt in das polnische Plock an der Weichsel über, wohin er wegen Karikaturen auf preußische Offiziere strafversetzt wurde.
1803
Mit dem Essay »Schreiben eines Klostergeistlichen an seinen Freund in der Hauptstadt« wird in »Der Freimüthige oder Berlinische Zeitung für gebildete, unbefangene Leser« zum ersten Mal eine Schrift Hoffmanns veröffentlicht.
1804
Reise nach Königsberg und Leistenau.
März: Hoffmann wird als Regierungsrat nach Warschau versetzt.
Freundschaft mit Julius Eduard Hitzig, der Hoffmann mit den Schriften der Romantiker bekannt macht.
Hoffmann nennt sich auf dem Titelblatt der Partitur zu »Die lustigen Musikanten« (nach Clemens Brentano) aus Verehrung für Mozart zum ersten Mal Ernst Theodor Amadeus Hoffmann.
1805
Nähere Bekanntschaft mit Zacharias Werner.
Mai: Hoffmann wird Vizepräsident und Sekretär der von ihm mitgegründeten „Musikalischen Gesellschaft“.
Juli: Geburt der Tochter Cäzilia.
1806
Hoffmann tritt bei einem von der „Musikalischen Gesellschaft“ organisierten Konzert zum ersten Mal als Dirigent auf.
November: Die französische Armee besetzt Warschau.
Die preußische Verwaltung wird aufgelöst und damit Hoffmann aus dem Dienst entlassen.
1807
Juni: Hoffmann zieht nach Berlin, während Mischa sich mit Cäzilia bei ihrer Mutter in Posen aufhält.
August: Tod der Tochter Cäzilia.
1808
August: Hoffmann zieht mit seiner Frau nach Bamberg, wo er eine Stelle als Kapellmeister und Theaterkomponist am Theater erhält.
Reise nach Glogau und Posen.
1809
Das Bamberger Theater muß wegen Mißwirtschaft des Direktors geschlossen werden.
Bekanntschaft mit dem Arzt Adalbert Friedrich Marcus.
März: Hoffmann lernt Carl Friedrich Kunz, seinen späteren Verleger, kennen.
1810
Franz von Holbein übernimmt die Direktion des Bamberger Theaters.
Er stellt Hoffmann als »Direktionsgehilfe« und Hauskomponist, Bühnenarchitekt und Kulissenmaler an.
Hoffmann beginnt mit der Niederschrift seiner dreizehn »Kreisleriana«, kurzen Skizzen, Essays und Erzählungen, in deren Mittelpunkt die Figur des Komponisten Johannes Kreisler steht.
1811
Hoffmann gibt die Tätigkeit als „Direktionsgehilfe“ am Bamberger Theater auf.
Unglückliche Liebe zu der sechzehnjährigen Julia Mark (Julie Marc), die seine Gesangsschülerin ist.
Bekanntschaft mit Carl Maria von Weber.
1812
Reise nach Würzburg.
November: Hoffmann befindet sich in höchster Geldnot.
Dezember: Hochzeit Julia Marks mit dem Kaufmann Graepel.
Hoffmann konzentriert sich zunehmend auf schriftstellerische Tätigkeiten.
Er beschäftigt sich mit Naturphilosophie und „tierischem Magnetismus“.
Die Theatergruppe Joseph Secondas in Leipzig und Dresden engagiert Hoffmann als Musikdirektor.
Aufenthalt Hoffmanns in Leipzig.
Die Truppe Secondas gastiert in Dresden.
1813
»Don Juan. Eine fabelhafte Begebenheit, die sich mit einem reisenden Enthusiasten zugetragen« wird in der »Allgemeinen Musikalischen Zeitung« gedruckt.
In der »Zeitung für die elegante Welt« erscheint Hoffmanns Essay »Beethovens Instrumental-Musik«.
1814
Nach einem Zerwürfnis mit Seconda wird Hoffmann aus dem Theater entlassen.
März: Beginn der Arbeit an dem Roman »Die Elexiere des Teufels. Nachgelassene Papiere des Bruders Medardus, eines Kapuziners«.
Die ersten beiden Bände der »Fantasiestücke in Callots Manier«erscheinen. Darin enthalten sind u. a. »Der goldene Topf«, die Dialogerzählung »Nachricht von den neuesten Schicksalen des Hundes Berganza«
[Hoffmann: Digitale Bibliothek Sonderband: Meisterwerke deutscher Dichter und Denker, S. 21262 (vgl. Hölderlin-KSA Bd. 3, S. 0 ff.)]