Der schlaue Knecht

Ein Knecht bewirbt sich bei einem Bauern um eine Arbeitsstelle.

Der Bauer fragt, was der Knecht so alles könne.

Darauf sagt der Knecht, dass er mit den Tieren sprechen kann, er versteht ihre Sprache.

Der Bauer sagt sich, das ist doch eigentlich nicht möglich und stellt den Knecht auf die Probe.

Er geht mit ihm auf die Weide zu den Kühen und eine Kuh gibt gerade ein lautes „Muuuh“ von sich.

Der Bauer fragt, was denn die Kuh gesagt hat. Darauf der Knecht, die Kuh hat gerade gesagt, dass der Bauer immer so raue Hände hat, wenn er ihr Euter zum melken anfasst und dass das sehr unangenehm ist, der Bauer sollte sich vorher die Hände richtig einfetten.

Der Bauer schaut seine zerschundenen Hände an und sagt sich, der Knecht hat recht.

Sie gehen weiter auf eine Koppel zu den Pferden und eins davon wiehert gerade los. Der Bauer fragt, was das Pferd wohl gesagt hat.

Der Knecht antwortet, dass der Gaul sich beschwert hat, dass ihm an der rechten hinteren Hufe schon eine Zeit lang das Hufeisen fehlt. Der Bauer schaut nach und tatsächlich, das Eisen ist nicht da.

Da rennt der Bauer wie angestochen los in den Ziegenstall, schnappt sich die Ziege, hält ihr mit beiden Händen das Maul zu und sagt:

„ du hältst jetzt sofort das Maul. Ich war damals noch sehr jung und außerdem besoffen“.

… Der Bauer schaut nach und tatsächlich, das Eisen ist nicht da.

Als sich der Knechtanwärter in Richtung Schafherde bewegt, und mit dem schwarz-weiß gefleckten reden möchte, wird dem Bauer ganz heiß, er läuft rot an und meint nur: „Das Schaf lügt!“

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