Der selbe Weg wird in 3 Monaten 2x aufgerissen.Hä?

Hi.
Ich versteh das irgendwie nicht. Alle Städte müssen sparen und für nichts ist mehr Geld da und ich muss nur aus dem Fenster gucken um zu sehen, dass hier Geld ohne Ende verschwendet wird:
Ich bin Ende August aus dem Sommerurlaub wiedergekommen und habe eine aufgerissene Straße vorgefunden. Die Stadtwerke haben die Gasleitungen repariert. Schön und gut, muss ja gemacht werden.
Aber jetzt komme ich am Sonntag aus dem Herbsturlaub wieder und die Straße ist wieder aufgerissen und nicht etwas an einer anderen Stelle, nein genau an der gleichen wie im Sommer. Diesmal müssen die Stadtwerke die Stromleitungen erneuern. Muss auch gemacht werden, aber warum kann man das nicht machen, wenn die Straße eh schon wegen den Gasleitungen offen ist??? Den ganzen Morgen höre ich den Presslufthammer, weil die Herrschaften jetzt den Beton vom Sommer wegmachen müssen.
Anderes Beispiel: Ich bin bis letzten November auf nem Fahrradweg gefahren, der noch aus den 50ern stammt und der immer wieder aufgerissen werden musste. Dann endlich letzten Sommer hat die Stadt es geschafft den wunderbar neu zu machen. Keine Schlaglöcher oder ausgebesserte Stellen mehr. Juchu. Aber die Freude wehrte nur bis Januar, denn da wurden im ganzen Stadtgebiert irgendwelche neue Rohre verlegt und dabei auch der Fahrradweg wieder aufgerissen und nur notdürftig repariert. Ich versteh das echt nicht. Die Aktion im Januar ist teilweise heute noch nicht fertig, war also ziemlich groß. Hat denn der Typ, der den neuen Fahrradweg geplannt hat das nicht mitgekriegt??? Dann hätte man einfach im Januar den Weg aufreissen , die Rohre erneuen und dann den Weg wieder zu machen können, dann säh der heute noch ordentlich aus und man hätte viel Geld gespart.
Bitte erklärt mit warum wir für nix mehr Geld haben, aber es uns leiten können den selben Weg innerhalb von 3 Monaten 2mal auf zu reissen.
Verzweifelte Grüße
freak

P.S.: Ich könnte nochmal soviel schreiben, zu dem Dreck und dem Lärm, den ich jetzt schon das zweite Mal dieses Jahr ertrage (30€ für Kopfhörer und der Presslufthammer ist trotzdem lauter:frowning:

zweimal? ist ein Witz!
Hiobs freak,

du kannst dich mal mit Leuten aus unserer Region unterhalten, wie hier investiert und saniert wurde.
Beispiel Straße:
Zuerst wurde der Belag ausgebessert.
Danach wurde er wieder zerstört, da Fußwege ordentlich gebaut wurden
Danach wurde die Straße saniert
darauf hin, nachdem sie fertig war, in der Straße die Abwasserleitungen verlegt
Später stellte man fest, daß es sinnvoll sei, neue Wasserleitungen im Fußweg zu verlegen
wie geschehen, kam die Telekom…
nach verschlossenem Fußweg duie Elektroenergie
Später dann da Kabelfernsehen…

Das ist kein Witz, war hier echt realität nach der Wende.

Gruß
Frank

Hi.
Ich versteh das irgendwie nicht. Alle Städte müssen sparen …

Hat denn der Typ, der den neuen Fahrradweg geplannt hat das
nicht mitgekriegt??? …

Verzweifelte Grüße
freak

Auch hi,

gegen Deine Verzweiflung müssen wir was tun. Also lass uns nachdenken, was hier los sein könnte:

Möglichkeit 1: Der Fahrradwegplanungstyp kann nicht rechnen. Vielleicht war er so schlecht in Mathe, dass er nicht mal zählen kann. Deshalb kann er auch kein Geld zählen und gibt zuviel davon aus.

Möglichkeit 2: Der Fahrradwegplanungstyp ist ein gleichgültiger Mensch. So von wegen Scheissegalmentalität. Das gibt’s. Den interessiert die Kohle nicht, weil es nicht seine ist.

Möglichkeit 3: Der Fahrradwegplanungstyp ist ein schlechter Mensch. Er steckt mit Stadtwerken, Stromwerken, Gaswerken, Herstellern von Rohren, Kabeln und Leitungen unter einer Decke und schustert denen Auftäge zu. Dafür bekommt er selber Geld. Das ist zwar böse, und wir können uns das selbst nicht vorstellen, aber von ähnlichen Sachen hab ich schon in der Zeitung gelesen.

Möglichkeit 4: Der Fahrradwegplanungstyp ist Fussgänger und hat mit Fahrradfahrern nichts am Hut. Er will sie bloss ärgern.

Mann, mir fallen noch so viele andere Möglichkeiten ein …

Eine letzte Möglichkeit sollten wir fairerweise nicht übersehen:
Vielleicht gibt es einen ganz einfachen, logischen und leicht nachvollziehbaren Grund für diese Baumassnahmen?

Erkundige Dich doch einfach mal bei Deiner Stadtverwaltung. Bisschen rumfragen und nachforschen. Nur so eine Idee, aber besser, als weiterhin zu verzweifeln, oder?

Nur Mut.
Andreas

Hallo,

oft genug gibt es irgendwelche Schäden. Dann wird die Straße aufgemacht, der Schaden repariert und wenn man Pech hat, geht an gleicher Stelle, aber an einer anderen Versorgungseinrichtung kurze Zeit später etwas kaputt. Vor solchen Fällen ist niemand sicher.

Daß aber sämtliche Versorgungsfirmen nacheinander an gleicher Stelle das Straße-aufreissen-und-zumachen-wieder-aufreißen-Spielchen spielen, sollte eigentlich durch eine hoffentlich überall vorhandene Tiefbau-Koordinierungsstelle vermieden werden. In der Praxis kommt es schon mal vor, daß einzelne Dienststellen es nicht für nötig halten, ihre geplanten Maßnahmen dort anzumelden und hin und wieder wird auch einfach nur geschlafen. Macht ja nix. Ist ja bloß Steuergeld.

Ich hab meine Erfahrungen mit solcher Koordinierungsstelle machen dürfen. Vor vielen Jahren bekam ich den Auftrag über Planung, Bau und Installation der Video-Überwachungsanlage für einen Straßentunnel und die beiderseits des Tunnels liegenden Straßenkreuzungen. Es waren mehrere Kilometer Glasfaserkabel zu verbuddeln. Nun kann nicht jeder Auftragnehmer von der Verkehrsleittechnik bis zur Straßenbeleuchtung ankommen und nach Gutdünken an einer Schnellstraße Gräben ausheben. Das wird alles feinstens koordiniert. Dafür sitzen im zuständigen Amt mehrere Beamte und kümmern sich aufopferungsvoll. Also wurde - nach Koordination, versteht sich von selbst - der Graben für meine Kabel gegraben. Alles vom Feinsten mit Kiesbett. Das Glasfaserkabel war damals noch etwas ganz Besonderes. Ich hatte es selbst konstruiert, eigens anfertigen lassen und verlegte es eigenhändig. Weil überall noch Schaltschränke aufzustellen waren, schlug ich dünne Pflöcke in die Erde und band daran die aus der Erde ragenden Kabelenden säuberlich beschriftet fest. Das teure Zeug soll ja nicht einfach so im Dreck liegen, daß womöglich noch jemand drauftrampelt. Dann wurde es Winter und es sollte im Frühjahr weitergehen. Es wurde Frühjahr. Am Seitenstreifen der Schnellstraße wucherte die Natur. Koordination hin, Glasfaserkabel her, jetzt kam erst einmal ein Unimog von der Straßenmeisterei. So ein Ding mit Mähbalken. Der mähte den Seitenstreifen. Er mähte ohne Ausnahme alles ratzekahl und kurz ab. Einschließlich meiner Glasfaserkabel mit ihrer fein säuberlichen Beschriftung an vielleicht etwas dünnen Stöckchen.

Die Koordination der Baumaßnahmen sah vor, daß im Abstand von 50 Metern Kunststoffbaken zu setzen waren, diese überall am Straßenrand stehenden schwarz-weißen Dinger mit Katzenaugen. Deshalb kam wieder ein Unimog. Diesmal mit Bohrgestänge. Er bohrte am Straßenrand im Abstand von 50 Metern je ein Loch, ein Arbeiter steckte die Bake hinein und weiter gings. Dabei wurde sehr präzise gearbeitet. Alle Bohrlöcher lagen exakt über meiner Kabeltrasse. So lag schließlich in der ganzen Gegend nur noch unbrauchbarer Glasfaserkabelsalat mit abgemähten Enden, dem alle 50 m ein Stück herausgefetzt war. Also das Ganze von vorn. Baken wieder abbauen, neuen Graben ziehen, Glasfaserkabel muß erst gefertigt werden, bis dahin ist der Graben längst abgesoffen…es machte richtig Spaß. Vor allen Dingen die Sache mit der Koordination.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

das ist nun mal so. In manchen Städten.

Es gibt nur eine Lösung, an der ich kommunal vor rd. 9 Jahren mitgearbeitet habe und die auch installiert ist. Das zuständige Tiefbauamt der Stadt setzt sich mit allen Versorgungsunternehmen in Verbindung und es wird - bestehend aus Gaswerken, Wasserwerken, Stromversorgern, den verschiedenen Bereichen der Telekom, der Strassenbauämter usw. ein Koordinierungsausschuss gebildet. In diesem Gremium fliessen alle von den einzelnen Bereichen geplante Massnahmen ein. Jedes Amt sichert die Mittel in dem eigenen Zuständigkeitsbereich. Sodann wird gemeinsam festgelegt, wann die Arbeiten in einer Strasse beginnen und es wird erst begonnen, wenn alle Ämter wissen, was sie wollen. Es war zwar recht schwierig, die Unvernunft am Runden Tisch in Venrunft umzuwandeln, aber heute sparen alle Geld. Bei uns werden nur noch einmal die Strassen aufgerissen ( mit Ausnahme notwendiger Reparaturen) und soweit es möglich ist, zumindest bei Neubaugebieten, wird das gesamte Versorgungsnetz in den Bereich des Fussgängerwegs gelegt. In alten Strassen werden mit Ausnahme der Kanalisation alle anderen Versorgungseinrichtungen auch in Kabelschächte verlegt soweit möglich. Wenn in einer kommunalen Behörden die Arbeiten koordiniert werden, funktioniert das.

Gruss Günter

Hi.
Danke für eure Antworten. Jetzt weiß ich wenigstens, dass es Möglichkeiten gibt so einen Schwachsinn zu vermeiden und das es nicht nur mir so geht.
@andreas: Die Sache mit dem Fahrradweg war nicht dringend notwendig. Stand in der Zeitung, dass das nur gemacht wurde um den Radfahrern nen Gefallen zu tun (also das stand so nicht wörtlich da). Also haette man es auch bis Januar verschieben können. Und auch die Dinge, die gerade vor meiner Haustür geschehen, sind zwar nötig, aber nicht so dringend, dass man sie nicht um ein paar Monate verschieben könnte.
Gruß
freak

Hi!

Die Antwort auf die Frage, weshalb so etwas geschieht, ist sehr einfach und besteht aus zwei Komponenten:

1.) mangelnde Koordination der Aktivitäten unter den Beteiligten. Hier wäre es m.E. absolut kein Problem, die Aktivitäten in den ohnehin reichlich vorhandenen Planungsausschüssen der Städte und Gemeinden abzustimmen.

2.) Fehler und Verschwendung werden nicht geahndet. Hier ruhen sich die ÖDler und Beamten mal wieder auf dem Kissen der Narrenfreiheit aus. Würde man die Beteiligten für solche Verschwendungen zur Rechenschaft ziehen, gäbe es sicherlich deutlich mehr Gespräche zwischen den beteiligten Leuten, um unnötige Kosten zu vermeiden.

Grüße,

Mathias

Hallo !

Die Reparatur einer Gasleitung hat höchste Priorität, wie Du Dir sicher vorstellen kannst!!!

Die Bruchstelle wird festgestellt und unmittelbar darauf erfolgt die Reparatur. Da kann es keine langen Absprachen mit anderen Gewerken der Stadt geben. Gasleitungen werden zu unserer Sicherheit sofort repariert!
Das hat alles mit Koordination und Geldverschwendung nichts zu tun!!!
Außerdem ist der Gasversorger ganz allein dafür zuständig und bezahlt auch die Reparatur selbst und nicht die Stadt!

Das ist alles nur Gemecker gegen irgendwelche Behörden und Stellen, die überhaupt nicht zuständig sind.
Vielleicht wäre es Dir ja lieber, wenn Dir irgendwann beim Fenstergucken die ganze Straße ins Haus fliegt und Dein Kopf an der Wand klebt. Dann fragst Du nicht mehr nach Zuständigkeiten.
Gruß max

Puuaahh, da fühlt sich einer ertappt…!!
Nur eine Frage: weshalb informiert dann der Gasversorger nicht gleich die anderen Stellen, die Interesse an einer Aufgrabung haben könnten, und gibt ihnen die Chance, ihre Kabel o.ä. gleich mit zu verlegen?

Ne, ne, wir leigen hier schon richtig, wenn wir eklatante Abstimmungsmängel kritisieren, denke ich.

Ein einfaches Beispiel: 3 Km von Deinem Haus entfernt liegen nebeneinander eine Reinigung und ein Photogeschäft. Du willst im Photogeschäft Filme holen. Fragst Du Deine Frau, ob sie etwas für die Reinigung hat, oder nicht?

Grüße,

Mathias

Wenn ein Gasspürtrupp eine Gasleckage feststellt, wird sofort die Betriebswerkstatt informiert.
Sofort wird die Bruch- oder Leckstelle repariert.

Was gibt es da nur für Zweifel?

Andere Gewerke zu informieren, sie könnten jetzt, falls sie vielleicht auch in der Nähe Reparaturen bzw Erneuerungen vorhaben, kommen und gemeinsam buddeln wir dann weiter, wäre Zeitverschwendung.
Geplante Erneuerungen sind auf Jahre hinaus terminlich festgelegt. Und das ist auch richtig so, da jetzt andere Gewerke sich an diese Termine halten können und dann gemeinsam gebuddelt wird.
Lebensbedrohende Reparaturen mit dem Terminkalender zu verbinden, geht wohl nur in den Köpfen einiger „immer aus dem fenster Gucker“.

Gruß Max

Ein einfaches Beispiel: 3 Km von Deinem Haus entfernt liegen
nebeneinander eine Reinigung und ein Photogeschäft. Du willst
im Photogeschäft Filme holen. Fragst Du Deine Frau, ob sie
etwas für die Reinigung hat, oder nicht?

Nein, ich frage sie nicht, da ich die Filme auf dem Heimweg von der Arbeit hole. Und meine Frau ihren Job allein macht.
Unterwegs fahre ich auch noch bei einem Bauunternehmer, bei einem Bäcker, bei der Bank, bei der Kirche usw vorbei. Ich frage trotzdem nicht!!!

Es läuft im Wirklichen alles etwas anders ab, als die meisten es sich vorstellen. Der Gasspürtrupp ruft höchstens noch die Polizei an, das die nächsten Häuser evakuiert werden müßen. Nicht die Pflasterer vom örtlichen Bauhof, daß sie jetzt auch buddeln dürfen.
Nicht umsonst haben die Monteure der Gasversorger das Recht, mit Blaulicht, wie nur die Polizei sonst, zum nächsten Leck zu fahren.

Max

Hi.
Das ist mir schon klar, dass wenn die Gasleitung gerissen ist man nicht lange warten sollte. Aber hier handelte es sich um eine lang geplante Aktion im ganzen Süden der Stadt. Man hat halt gesehen, dass die Leitungen nicht mehr ganz aktuell sind, aber es bestannt keine direkte Gefahr. Die ganze Aktion wurde nämlich schon im Frühjahr in der Zeitung angekündigt.
Es stimmt zwar, dass der Gasversorger die ganze Aktion bezahlen muss, aber durch wen finanziert der sich denn???
Gruß
freak

Die Buddelkönige von Düsseldorf
Hi,

Die Reparatur einer Gasleitung hat höchste Priorität, wie Du
Dir sicher vorstellen kannst!!!

nun, das wurde ja schon geklärt.

Außerdem ist der Gasversorger ganz allein dafür zuständig und
bezahlt auch die Reparatur selbst und nicht die Stadt!

Wenn ich nicht irre, sind einige Gasversorger noch in öffentlicher Hand. Und selbst wenn nicht, spielt das keine Rolle: Eine Buddelei, die wir schließlich über Gebühren oder Steuern so oder so bezahlen, wäre auf jeden Fall vermeidbar gewesen.

In den zweieinhalb Jahren, die ich in meiner derzeitigen Wohnung wohne, ist inzwischen mindestens sechsmal die Straße aufgerissen worden (und nichts akutes dabei). Einmal standen sogar noch die Parkverbotsschilder des einen Buddlers, als die vom nächsten direkt daneben aufgestellt werden.

Ein anderes mal verließ uns im März Bauunternehmen XY mit einem frisch gepatchworkten Straßenrand, um im April für einen anderen Auftraggeber die Flickschusterei wieder aufzubaggern.

Das ganze macht übrigens auch echt Laune, wenn man nicht weiß, ob das eigene Auto nach 4 Tagen Abwesenheit noch auf dem Parkplatz steht oder inzwischen wegen plötzlich und überraschend ausbrechender Bautätigkeit abgeschleppt wurde. Die Gerichte sagen zwar, daß es reicht, die Parkverbotsschilder drei Tage vorher aufzustellen, aber das ist m.E. nicht ganz einzusehen, wenn man an anderer Stelle schon Monate vorher bescheid weiß.

Dieses, um mal ein paar Nebenaspekte der sinnlosen Buddelei aufzuzeigen.

Gruß
Christian

Das ist alles nur Gemecker gegen irgendwelche Behörden und
Stellen, die überhaupt nicht zuständig sind.
Vielleicht wäre es Dir ja lieber, wenn Dir irgendwann beim
Fenstergucken die ganze Straße ins Haus fliegt und Dein Kopf
an der Wand klebt. Dann fragst Du nicht mehr nach
Zuständigkeiten.
Gruß max

Er finanziert sich durch den Gaspreis, sicher! Aber glaub doch nicht, dass die Preise runter gehen, wenn sie weniger Reparaturen haben. Gaspreise sind an die Ölpreise gekoppelt und könnten theoretisch ins Blaue steigen, ohne dass Du etwas dagegen unternehmen kannst. Also sollten wir froh sein, dass sie ihre Leitungen noch erneuern können. Ist der Gasmarkt erstmal offen, wie der Strommarkt, wird es da unten bald ganz anders aussehen.

Und - wenn zwei Gewerke gleichzeitig eine Buddelstelle benutzen, wird es nicht billiger und es geht auch nicht schneller.

da kommt man sich vor, wie im Irrenhaus o.w.T
.

Ich habe jahrelang in solch einem Koordinierungsausschuß gesessen und weiß also wovon ich rede!
Wir haben 4 mal im Jahr getagt und es waren alle beteiligten Behörden und Instutionen dabei.

Das Tiefbauamt teilt mit, daß in einer Straße der Straßenbelag erneuert werden soll.

Die Telekom teilt mit, daß sie dort ein neues Kabel verlegen muß. Leider sind im laufenden Jahr alle Mittel verplant, weil zunächst ein Neubaugebiet erschlossen werden soll. Mittel für die Verlegung des neuen Kabels (daß zunächst auch noch nicht so dringlich ist) stehen erst in 2 Jahren zur Verfügung.

Das Kanalbauamt will den Kanal sanieren.

Der Energieversorger will auch noch seine Leitungen auswechsel, weil die schon 50 Jahre alt und marode sind.

Der Straßenraum ist nach DIN aufgeteilt: Die Kanäle liegen in der Fahrbahn, die anderen Versorgungsträger müssen sich den Fußweg teilen und wenn dort kein Platz mehr ist, an den Fahrbahnrand gehen.

Die ausführenden Baufirmen sind auf unterschiedliche Gewerke spezialisiert.
Es wird jedem einleuchten, daß eine Kanalbaufirma große Bagger hat, um den Untergrund bis zu 3,5 m auszuheben und schwere LKW um den Aushub abzutransportieren. Dann hat sie noch schweres Verbaumaterial um die Baugrube gegen Einsturz abzusichern. Weiterhin benötigt sie Gerätschaften um das Grundwasser abzusenken.
Eine Straßenbaufirma hat wiederum andere Spezialgeräte und auch Spezialpersonal.
Eine Firma, die sich auf das Verlegen von Kabel spezialisiert hat, besitzt nur kleine Bagger und sonstige Kleingeräte. Dafür hat sie Spezialisten, die z.B. knifflige Kabelverbindungen herstellen können. Die haben natürlich keine Geräte zur Grundwasserabsenkung!
An die Fachleute, die Trinkwasserleitungen verlegen, werden wiederum andere Anforderungen gestellt.

Zusammenfassend: Für jede Arbeit sind Spezialgeräte und Spezial-Fachkräfte erforderlich.

Dann kommt die Ausschreibung:
Jede Stelle schreibt ihre Arbeiten gesondert aus. Das ist auch erforderlich! Versuche, die unterschiedlichen Gewerke mit einer Ausschreibung zu erfassen, sind gescheitert - da wie oben erwähnt - nur unterschiedliche Spezialfirmen die verschiedenen Arbeiten ausführen können. Eine Straßenbaufirma wird also immer Subunternehmen einschalten müssen. Und das ist teuer!

Ihr würdet bei einem Hausbau auch nicht so vorgehen, daß Ihr z.B. den Dachdeckermeister mit der Erstellung des kompletten hauses einschließlich der Sanitär-, Elektro-, Heizungsbau-, Maurer- und sonstigen Arbeiten beauftragt.

Also: die Materie ist recht komplex und wir in den Bauämtern sind meist auch nicht die Trottel, wie es Außenstehenden vielleicht erscheinen mag.

Ah, da haben wir wohl einen verkappten ÖDler unter uns…?
Mich hast Du nicht überzeugt, so leid es mir tut.

Grüße,

Mathias