Der Spiegel und der Bindestrich

Hallo,

man sollte ja meinen, dass ein Nachrichtenmagazin wie Der Spiegel, das
Schlussredakteure wie Bastian Sick in seinen Reihen hatte, in Sachen
Rechtschreibung fit sein sollte.
Aber heute bin ich in Stutzen geraten, nach jedem Bindestrich im Wortinneren fügt
der Spiegel im Quelltext eine Art Leerzeichen ein, z.B.:

Politiker- Drohungen
LEICHT- NOTEBOOKS
Anleitung zum Nein- Sagen

Wofür soll das Leerzeichen gut sein?

ciao
ecco

Hallo ecco,

verschiedene Browser handhaben die Trennung an Bindestrichen leider auch anders, so steht der Bindestrich manchmal etwa (richtig) am Ende der Zeile oder (falsch) am Anfang der nächsten. Mit dieser Methode wird das geschickt verhindert. Also eine gute Idee.

Gruß
Markus

Hallo Markus,

Danke für den Hinweis!

Also eine gute Idee.

Bedeutet das aber nicht, dass der eine Fehler durch einen anderen Fehler ersetzt
wird?

Anstelle von
„Politiker
-Drohungen prallen an Nokia ab“

nun
„Politiker- Drohungen prallen an Nokia ab“

Ein nowrap würde doch auch helfen, warum noch das Leerzeichen?

ciao
ecco

Hallo Markus,

verschiedene Browser handhaben die Trennung an Bindestrichen
leider auch anders, so steht der Bindestrich manchmal etwa
(richtig) am Ende der Zeile oder (falsch) am Anfang der
nächsten. Mit dieser Methode wird das geschickt verhindert.

Ich kenne keinen Browser, der vor einem Bindestrich umbricht, wenn man nicht mutwillig auch noch dort ein Leerzeichen einfügt.

Nein mit diesem Quellcode wird etwas anderes verhindert:.spOptiBreak {
visibility: hidden;
line-height: 0.1%;
font-size: 0.1%;
text-decoration: none !important;
}http://www.spiegel.de/css/http/0,5459,PB64-dmVyPTgmc…

Die CSS-Klasse „spOptiBreak“ soll hier wohl so etwas wie „optionaler Umbruch für den Online-Auftritt des Spiegel” bedeuten.

Es geht hier aber in der Tat um einen Browser-Bug von Mozilla/Netcsape7/Firefox. Diese Browser haben anders als die anderen mir bekannten Browser die Angewohnheit, nach einem Bindestrich gar nicht umzubrechen, sondern das komplette Wort mit beiden Bestandteilen in die nächste Zeile umzubrechen.

Da das den Flattersatz sehr flatterig macht und Platz verschwendet, wird einfach über das Content-Mamagement-System nach dem Bindestrich ein Leerzeichen in den Quellcode eingefügt, das im Browser dann mit einem Promille der regulären Schriftgröße kaum noch wahrnehmbar ist.

Also eine gute Idee.

Das ist es in der Tat, wenn man von dem Umstand absieht, dass man ein mit Leerzeichen nach dem Bindestrich geschriebenes Wort nicht über die Suchfunktion im Browser selbst oder externen Suchmaschinen finden kann, wenn man das nicht wahrnehmbare Leerzeichen dort nicht selbst mit eingibt. Für die Barrierefreiheit des Spiegelauftritts gibt das also einerseits Punkte, andererseits aber auch wieder Punktabzug!

Gruß Gernot

Wenn man sich diesen Binde–Strich–Dünn–Schiss dort anschaut, muss man sich eh fragen, ob die beim Spiegel noch alle beisammen haben. Die bringen es glatt zuwege, in einem einzigen Artikel …

„Zur Abschluss–Party dürfen auch die Nass–Gespritzten erscheinen.
Hobby–Gangster Ben freut sich schon darauf.“
(http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,430153,00.html)

… die Kreationen „Gangster–Pose, Mord–Statistik, Detektiv–Roman, Handy–Nummer, Gangster–blau“ (und noch weitere mehr) aus dem Hut zu zaubern. Wofür der Blöd–Sinn gut sein soll, wissen diese Halb–Lustigen vermutlich selber nicht genau. Am liebsten möchten man denen ihre Bindestriche um die Ohren hauen.

Gruß, Michl

Moin, Michl,

ich wüsste eine gute Ausrede für die Spiegel(Online)schreiberlinge: „Unser Publikum kann sich nicht lang genug konzentrieren, um ein zusammengesetztes Wort ohne Pausenstrich bis zum Ende zu lesen“. Na? Das isses doch, oder?

Gangster–blau"

Was immer gangsterblau sein mag - bis zur NDR schrieb man das klein und zusammen, dann nach Belieben mit und ohne Bindestrich, aber immer Gangster groß. Was sagt der Duden dazu?

Gruß Ralf

hallo ecco,

es gibt kaum noch einen verlag, kaum eine firma, kaum eine bildunterschrift beim fernsehen ohne „Idiotenleerzeichen“.

http://www.deppenleerzeichen.de/

strubbel
#:open_mouth:)