man sollte ja meinen, dass ein Nachrichtenmagazin wie Der Spiegel, das
Schlussredakteure wie Bastian Sick in seinen Reihen hatte, in Sachen
Rechtschreibung fit sein sollte.
Aber heute bin ich in Stutzen geraten, nach jedem Bindestrich im Wortinneren fügt
der Spiegel im Quelltext eine Art Leerzeichen ein, z.B.:
Politiker- Drohungen
LEICHT- NOTEBOOKS
Anleitung zum Nein- Sagen
verschiedene Browser handhaben die Trennung an Bindestrichen leider auch anders, so steht der Bindestrich manchmal etwa (richtig) am Ende der Zeile oder (falsch) am Anfang der nächsten. Mit dieser Methode wird das geschickt verhindert. Also eine gute Idee.
verschiedene Browser handhaben die Trennung an Bindestrichen
leider auch anders, so steht der Bindestrich manchmal etwa
(richtig) am Ende der Zeile oder (falsch) am Anfang der
nächsten. Mit dieser Methode wird das geschickt verhindert.
Ich kenne keinen Browser, der vor einem Bindestrich umbricht, wenn man nicht mutwillig auch noch dort ein Leerzeichen einfügt.
Nein mit diesem Quellcode wird etwas anderes verhindert:.spOptiBreak {
visibility: hidden;
line-height: 0.1%;
font-size: 0.1%;
text-decoration: none !important;
}http://www.spiegel.de/css/http/0,5459,PB64-dmVyPTgmc…
Die CSS-Klasse „spOptiBreak“ soll hier wohl so etwas wie „optionaler Umbruch für den Online-Auftritt des Spiegel” bedeuten.
Es geht hier aber in der Tat um einen Browser-Bug von Mozilla/Netcsape7/Firefox. Diese Browser haben anders als die anderen mir bekannten Browser die Angewohnheit, nach einem Bindestrich gar nicht umzubrechen, sondern das komplette Wort mit beiden Bestandteilen in die nächste Zeile umzubrechen.
Da das den Flattersatz sehr flatterig macht und Platz verschwendet, wird einfach über das Content-Mamagement-System nach dem Bindestrich ein Leerzeichen in den Quellcode eingefügt, das im Browser dann mit einem Promille der regulären Schriftgröße kaum noch wahrnehmbar ist.
Also eine gute Idee.
Das ist es in der Tat, wenn man von dem Umstand absieht, dass man ein mit Leerzeichen nach dem Bindestrich geschriebenes Wort nicht über die Suchfunktion im Browser selbst oder externen Suchmaschinen finden kann, wenn man das nicht wahrnehmbare Leerzeichen dort nicht selbst mit eingibt. Für die Barrierefreiheit des Spiegelauftritts gibt das also einerseits Punkte, andererseits aber auch wieder Punktabzug!
Wenn man sich diesen Binde–Strich–Dünn–Schiss dort anschaut, muss man sich eh fragen, ob die beim Spiegel noch alle beisammen haben. Die bringen es glatt zuwege, in einem einzigen Artikel …
… die Kreationen „Gangster–Pose, Mord–Statistik, Detektiv–Roman, Handy–Nummer, Gangster–blau“ (und noch weitere mehr) aus dem Hut zu zaubern. Wofür der Blöd–Sinn gut sein soll, wissen diese Halb–Lustigen vermutlich selber nicht genau. Am liebsten möchten man denen ihre Bindestriche um die Ohren hauen.
ich wüsste eine gute Ausrede für die Spiegel(Online)schreiberlinge: „Unser Publikum kann sich nicht lang genug konzentrieren, um ein zusammengesetztes Wort ohne Pausenstrich bis zum Ende zu lesen“. Na? Das isses doch, oder?
Gangster–blau"
Was immer gangsterblau sein mag - bis zur NDR schrieb man das klein und zusammen, dann nach Belieben mit und ohne Bindestrich, aber immer Gangster groß. Was sagt der Duden dazu?