Hallo,
ich bin im Moment mal wieder dabei mir dieses Buch durchzulesen.
Ich weiß nicht wieso ich es beim ersten mal nicht bemerkte, doch diesmal fiel mir der Vergleich mit Nietsches Herbstlied auf.
[…]Wahrlich, ich hatte keinen Grund, eine Fortsetzung dieses Weges zu wünschen, der mich in immer dünnere Lüfte führte, jenem Rauche in Nietzsches Herbstlied gleich.[…]
Welches Herbstlied?! So sehr ich mich bemühte, ich konnte es nicht finden. Aus welchem Werk Nietsches stammt dieses „Herbstlied“?! Oder ist diese Anspielung anders zuverstehen?!
MfG Mario
Hi,
[…]Wahrlich, ich hatte keinen Grund, eine Fortsetzung dieses
Weges zu wünschen, der mich in immer dünnere Lüfte führte,
jenem Rauche in Nietzsches Herbstlied gleich.[…]
Welches Herbstlied?! So sehr ich mich bemühte, ich konnte es
nicht finden. Aus welchem Werk Nietsches stammt dieses
„Herbstlied“?! Oder ist diese Anspielung anders zuverstehen?!
Könne mir vorstellen, dass Hesse hier auf den Nietzscheschen (sieht blöd aus, das Wort, stimmt aber glaub’ ich) Nihilismus (Leben und Welt sind ohne Sinn) anspielt…
„Weiß“ es aber nachweislich nicht.
Gruß,
Anja
Hallo,
Das wird wohl „der Herbst“ sein. Aus Lieder:
Dies ist der Herbst: der - bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!-
Die Sonne schleicht zum Berg
Und steigt und steigt
Und ruht bei jedem Schritt.
usw.
Wenn du willst schreib ich dir noch den Rest auf, es ist mir jetzt zu spät!
Gruss
Junktor
‚Im deutschen November‘ …
… gibt es natürlich auch online:
_Dies ist der Herbst: der — bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort! —
Die Sonne schleicht zum Berg
Und steigt und steigt
und ruht bei jedem Schritt.
Was ward die Welt so welk!
Auf müd gespannten Fäden spielt
Der Wind sein Lied.
Die Hoffnung floh —
Er klagt ihr nach.
Dies ist der Herbst: der — bricht dir noch das Herz.
Fliege fort! fliege fort!
Oh Frucht des Baums,
Du zitterst, fällst?
Welch ein Geheimniß lehrte dich
Die Nacht,
Daß eis’ger Schauder deine Wange,
Die Purpur-Wange deckt? —
Du schweigst, antwortest nicht?
Wer redet noch? — —
Dies ist der Herbst: der—bricht dir noch das Herz.
Fliege fort! fliege fort! —
Ich bin nicht schön
— so spricht die Sternenblume —
Doch Menschen lieb’ ich
Und Menschen tröst’ ich —
sie sollen jetzt noch Blumen sehn,
nach mir sich bücken
ach! und mich brechen —
in ihrem Auge glänzet dann
Erinnerung auf,
Erinnerung an Schöneres als ich: —
— ich seh’s, ich seh’s — und sterbe so. —
Dies ist der Herbst: der — bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!_
(Quelle: http://www.onlinekunst.de/herbstlyrik/friedrich_niet…)
Wem’s gefällt … 
Beste Grüße!
Christopher
Hallo Diskutanten,
das Rauch-Motiv von Harry Haller / Hermann Hesse stammt aus der vierten Strophe des Gedichtes „Vereinsamt“ von Nietzsche. Dieses Gedicht findet man unter anderem unter
http://home.arcor.de/handmann/g_vereinsamt.html
Schöne Grüße
MM
Hallo Martin!
Hallo Diskutanten,
Keine Diskutanten, nur Spekulanten! 
das Rauch-Motiv von Harry Haller / Hermann Hesse stammt aus
der vierten Strophe des Gedichtes „Vereinsamt“ von Nietzsche.
Da in dem von mir vermuteten Herbstlied kein Rauch vorkommt, gehe ich davon aus, dass du recht hast. Woher weisst du das? *neugierig*
Hesse interessiert mich sehr!
Viele Grüße
Junktor
Hallo Junktor,
Da in dem von mir vermuteten Herbstlied kein Rauch vorkommt,
gehe ich davon aus, dass du recht hast. Woher weisst du das?
wissen weiß ichs auch nicht. Nur wegen des Rauchs war mir der Querverweis aufgefallen, als ich mit sechzehn Jahren (als relativ guter und maßlos fauler Schüler viel Zeit habend) Hesse sehr und Nietzsche nur ein bisschen liebte: Nietzsches „Vereinsamt“ fand ich ganz un-Nietzschig und arg schön, und auf den Verweis aus dem Steppenwolf hin hab ich dann alle mir greifbaren (weiß nicht obs alle waren) Gedichte von Nietzsche durchgesehen, kein anderes gefunden, welches passen täte, und mich warm bestätigt gefunden, dass auch Haller/Hesse diesen einzelnen Nietzsche-Aspekt besonders würdigt.
Mir scheint dieses Gedicht auch von jetzt aus gesehen noch „das richtige“ zu sein, weil Nietzsche sonst selten die - wiewohl selbst gewählte und auch folgerichtige ergo „gute“ - Vereinsamung als etwas eben auch Schmerzliches beschreibt, es über-menschelt dabei nicht so wie sonst bei ihm gerne.
Was man für die zweifelsfreie Herstellung der Verbindung eigentlich brauchen würde, nämlich eine Äußerung von HH, habe ich nicht greifbar.
Schöne Grüße
MM
Hallo Martin!
Selbst auf die Gefahr hin, als Klugscheisser zu wirken, ich hab jetzt die Antwort gekriegt. Es heisst „Abschied“, interessant dabei ist, dass dein erwähntes Gedicht „vereinsamt“, der Anfang dieses Gedichtes ist. Du hast also recht behalten. Den Hinweis hab ich von einer Hessekennerin, die übrigens sagt, der Verweis auf „Abschied“ steht im Reclam.
http://www.lyrik-anthologie.de/lyrik/nietzsche_freig…
Viele Grüße
Junktor