Hallo Tom,
na du bist ja mal richtig schnell mit Schuldzuweisungen zur
Hand. Die Parteifreunde, der Zentralrat der Juden in
Deutschland und natürlich Presse und Medien, sie alle sind
Schuld am Tod Möllemanns. Haben ihn in den Tod getrieben wie
du es formulierst.
Richtig.
Ganz nebenbei bist Du natürlich auch ein intimer Kenner
Möllemanns seelischer Befindlichkeiten, wenn Du behauptest,
die Aufhebung der Immunität und das im Raum stehend
Strafverfahren (incl. Verurteilung) wären nur ein „Klacks“ für
die grosse Kämpferseele gewesen, während die
Antisemitismusvorwürfe so schweren Schaden an seiner sensiblen
Psyche anrichteten, dass er den Freitod als einzigen Ausweg
sah.
Richtig. Es war nur ein Klacks, denn wie schon vorher bekannt war, hatten die Anwälte von Möllemann schon viel geregelt, also was, ausser eine Geldstrafe konnte da noch kommen.
Ich bin da komplett anderer Meinung.
Möllemann war Politprofi seit vielen Jahren. Er wusste um die
Wirkung seines Flyers.
Nein, er konnt enicht wissen, dass aus Wahlkampffgründen der Flyer dazu benutzt wird, ihm, Möllemann vorzuwerfen er wäre ein Antisemit und dieselbe Gefahr als Fortune und er wolle die FDP auf einen rechten Kurs bringen, was immer für Hamm-Brücher ein rechter Kurs ist oder für den angeblichen Aufklärer der „nie verschwundenen Akten im Kanzleramt Hirsch“.
Ich gehe sogar soweit zu Behaupten,
dass er es explizit auf diese Wirkung abgesehen hat. Er kann
also über das Medienecho kaum überrascht gewesen sein.
Er musste überrascht sein, insbesondere über die durchaus von der Grünen Roth aus Wahlkampfgründen betriebenen Anfangsjagd. Im übrigen traten nun alle jene auf die Bühne, die in der Vergangenheit berechtigt in der FDP auf die Schnautze gefallen sind, weil sie der Partei ausser blöden Sprüchen kaum was genutzt haben. Wer alleine den Fanatismus, den Hass, den Hamm-Brücher und Rexrodt bei Nennung des Nmanes versprüht haben, sich mal vor Augen führt, weiss, was in der FDP los ist.
Wie man allerdings so dämlich sein kann, diesen Flyer mit
Schwarzgeld zu finanzieren ist mir schleierhaft.
Da sind wir einer Meinung.
Genau wie bei der Briefbogenaffäre ging Möllemann mit
erstaunlicher Dreistigkeit, oder sollte ich sagen Dummheit,
ans Werk.
Wenn jeder Minister und Abgeordnete gehen muss, der einen Briefbogen seines Amtes privat verwendet, dann „Gute Nacht DE“.
Das musste doch auffliegen. Möllemann hat sich
seinen politischen Abstieg also selber zuzschreiben. Wer nach
der Kohlschen Spendenaffäre noch so bescheuert ist in einem
Bundestagswahlkampf schwarze Gelder zu verwenden, der sollte
sich zum einen nicht wundern wenn das rauskommt, und zum
zweiten wenn er dafür aus seiner Partei ausgeschlossen wird.
Hier folge ich Dir nicht. Die Methoden werden lediglich verändert, wenn es dann raus kommt, Pech gehabt. Der Bundestag tut doch selbst alles, dass „schwarze Löcher“ entstehen, durch die „Schwarzgeld“ geschleusst werden kann. Solange nicht unter Strafe gestellt ist, dass auf den Namen eines anderen keine Spenden weitergeleitet werden dürfen, dass nicht geklärt ist, dass ein Spender alle seine Spenden öffentlich machen muss ( denn 4 + 5000 gibt auch 20000) und zwar bundesweit diese zusammengezählt werden, u.v.a.m. wird sich nicht viel ändern. Und wenn jemand glaubt, was bislang neu unter Strafe steht, das werde geklärt, wenn es bekannt wird, sorry, da kann ich nur lachen. Es besteht doch kein Interesse an Klärung. Ich habe in DE noch keine Justizbehörde erlebt, die so mit „kriminellen Politikern“ umgeht wie sie sonst mit dem Nornalbürgern umgeht.
Grund für den Ausschluss war nämlich die Finanzierung des
Flyers und nicht dessen Inhalt.
Nein, dies ist eben falsch. Der Ausschluss wurde wegen des Flyers vorbereitet, die idiotische Geshcichte mit der Finanzierung kam nur günstig. Wie sollte man der Öffentlichkeit erklären, dass es nur der Forderung des Zentralrates bedarf und Politiker verlieren in DE ein Amt. Wir sollten nicht die Abläufe verklären. Aber. Der zentralrat hat gefordert, dass Möllemann aus der FDP muss, dass sonst vom ZdJ kein Treffen mit der FDP mehr möglich sei.
Das ganze hat ihn ja auch so auf die Gesundheit geschlagen,
dass er sich ausserstande sah Interviews zu geben, aber
durchaus noch im Flieger in sommerlicher Lanzarote entfliehen
konnte wo er ausgiebig mit seinem geländewagen rumgebrettert
ist.
Dieses Problem habe ich bereits an anderer Stelle angesprochen. Für mich ist es unverantwortlich - auch unvorstellbar - denn die Herzattacke und zwar in einer schweren Form, auch wenn Rexrodt und Westerwelle wider besseren Wissens ärztliche Diagnosen ändern wollten, weil es der FDP und der Führungsriege ins Bild passte, auch BILD ins Bild passte, vorhanden, wie Möllemann mit diesem Zustand sich derart selbst überschätzen konnte. Das Rumfahren mit dem Auto kann jeder - sogar nach einem Infarkt - ca. drei Wochen nach Ich habe mich auch schon zehn Tage nach einem Infarkt ans Steuer gesetzt. Bin in die Reha gefahren, mit den Koffern an den Händen in der Klinik angekommen. Du hättest mal das Entsetzen sehen müssen. Es war mein 1. Infarkt und ich war beruflich Leistung und Aktivität gewohnt, was also ist ein solch kleines Problem mit dme Herz schon, wenn der Infarkt vorbei ist, ist doch alles gut. Ich habe Möllemanns vorgehen nicht verstanden, aber ich habe ihn verstanden, wenn ich es aus meiner Sicht betrachtet habe. In der Sendung von Christiansen vor zwei Wochen sah man Möllemann. Man konnte auch sehen, dass es diesem Mann gesundheitlich miserabel geht, dass er wahrscheinlich ungewöhnlich grosse Herzprobleme hatte. Er hat einen schweren Fehler gemacht. Er liess sich auf die Jagd der FDP ein, statt dass er mal alles was Politk war, aus der Hand gab und einfach mal nur Ruhe hatte, um neue Kräfte zu sammeln.
Auf die Gesundheit hat die Hetzjagd geschlagen, dass behauptet wurde - mit Ausnahme von Friedmann - der dieser Version sogar massiv widersprochen hat - Möllemann sei ein Antisemit und eine Gefahr für DE. Dass Rexrodt und Westerwelle, zusammen mit Hamm-Brücher, Hirsch, Döring, Gerhardt und der praxisorientierten Frau Pieper, die nun mal zeigen konnte, was sie in der DDR gelernt hatte, den angeschlagenen Zustand nutzten, wissend, dass dies auch sein Herztod bedeuten kann, macht für mich persönlich das Thema nicht nur so „scharf“ sondern auch so massiv kritisch.
Ich komme zum Schluss, dass die Grünen für einige Punkte bei der Bundestagswahl mit dem Vorwurf des Antisemitismus gegen Möllemann - aus politischem Kalkül - dessen Tod billigend in Kauf genommen haben. Hätte Frau Roth und Herr Beck nicht die Masche des Antisemiten Möllemann geritten, hätten sie nicht auf der Leiche von Möllemann an der Regierung bleiben können.
Ferner, hätte die FDP sich um die politischen Fehler des Möllemann gekümmert, die persönlichen Rachefeldzüge einiger „abgeschossener Politiker“ geduldet, hätte Hamm-Brücher nicht wider besseren Wissens Möllemann antisemitischer Hetze beschuldigt, wäre es nie zum Zustand des Möllemann gekommen.
Ich habe während Lebzeiten nichts gutes an Möllemann finden
können, und ich werde nach seinem Tod nicht damit anfangen.
Dies muss jeder für sich entscheiden. Ich werde jeden Poilitker verteidigen, egal welcher Couleur, wenn vorsätzlich falsche Behauptungen aufgestellt werden, um nicht den Politker zu treffen, sondern die Person und dessen Familie. Und hier hatten wir, angefeuert durch die Grünen, später von der FDP weiter geführt, eine Hetzjagd, wie wier sie nie hatten seit 1945.
Ich spreche nicht gerne darüber. Ich bin 1985 aus der Parteipolitik ausgestiegen, zuvor habe ich mich stark zurück genommen. Ich habe gelernt, wie man mit politischen Gegner umgeht. Ich habe gelernt, wie man intern sich gegen Rivalen oder Personen, die man nicht will wehrt. Und ich hatte in jener Zeit - glücklicherweise - Menschen um mich - ausserhalb der Politik, die mir eines Tages erklärt haben, sie wollen keine Kontakte mehr, wenn ich nicht sofort mich aus der Politik verabschiede. Da ich nicht in der Politik dann gelandet bin, kann ich nur nachvollziehen, das wohl einige der Beteiligten und Sieger der Bundestagswahl im stillen Kämmerlein sich gegenseitig gratuliert haben, dass Möllemann tot ist. Vielleicht noch, dass man das geschafft hat. Ich habe heute noch, mehr als 24 Jahre später damit zu kämpfen, dass sich ein Familienvater, der als Bürgermeister kandidiert, wegen der gestreuten Behauptungen das Leben nehmen wollte. Die Geschichte kommt immer wieder hoch, wenn ich diverse politische Vorgänge sehe.
Allerdings hat er für diesen Schritt (ich gehe einfach davon
aus, dass es Selbstmord war) wieder etwas an Achtung gewonnen,
so bitter das auch klingen mag.
Davon gehe ich nicht aus. Ich glaube an keinen Selbstmord. Wenn es aber ein SM gewesen wäre, dann - im übrigen haben - von Hamm-Brücher habe ich leide rkeine email-Adresse gefunden - alle von mir bereits genanntern Politiker die Auffrodeurgn erhalten, sich nicht mit Beileidsbezeugungen zu äussern, ihr geheucheltes Entsetzen zu unterlassen und haben diesen Personen im Falle eines SM klar und deutlich vor Augen geführt, dass die von ihnen betriebene Hetzjagd die Ursache ist. Meine Mails endeten meist mit „Ihr Politiker kotzt mich an“ oder „Das Blut an euren Händen wir sich nicht mehr abwaschen lassen“ und „Sie waren bereit für ihre persönlichen und politischen Spielchen einen Toten in Kauf zu nehmen“ „In DE wird wieder Politik und Mehrheitsbeschaffung auf Leichen gemacht“.
Gruss Günter