Was denkt ihr, was ist der Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl? Wann ist Mitgefühl angebracht und wann Mitleid?
Freue mich auf eure Antworten!
Danke!
Was denkt ihr, was ist der Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl? Wann ist Mitgefühl angebracht und wann Mitleid?
Freue mich auf eure Antworten!
Danke!
Hallo Loreandra,
nach meiner Auffassung ist Mitgefühl die Fähigkeit, sich in eine andere Person hinein zu versetzen und, wie der Name schon sagt, mitzufühlen, z.B. wenn man bestimmte Situationen schon selbst erlebt hat und weiß wie es sich anfühlt, wie etwa eine schmerzhafte Zahn-OP oder ein bockiges Kind mit Schlafmangel.
Mitleid wäre für mich die Folgestufe, eine Art besonderes Bedauern, wobei ich das Mitgefühl auch positiv belegen würde, das Mitleid dagegen nicht.
Wann was angebracht ist… hm… keine Ahnung, spielst du mit deiner Frage auf einen konkreten Sachverhalt an?
Gruß
wildpferd
Hallo,
der Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl ist, dass das Mitgefühl ein übergeordneter Begriff ist. Denn Mitleid schließt immer Mitgefühl mit ein. Mitleid ist ein Mitgefühl bei traurigen Anlässen. Mitgefühl kann man indes auch mit Erfreulichem haben.
Montanus
Hallo,
Wann ist Mitgefühl angebracht und wann Mitleid?
Das kann man m.E. so nicht sagen, weil beide Begriffe dann den gleichen Sachverhalt/Vorgang beschreiben bzw. sich auf diesen beziehen würden. Kurz und knapp: Mitgefühl ist „einfach da“, Mitleid ist „angebracht“.
Mitgefühl ist für mich die eher spontane Empfindung/Wahrnehmung auf Gefühlsebene. Kann erfreulich sein (das Gefühl der Mutter/des Vaters, wenn Kind die ersten paar Schritte alleine auf wackeligen Beinen gerade geschafft hat) oder traurigen Charakter besitzen (der Sturz des Kindes auf der Straße und das Aufschrammen des Knies). Mitgefühl findet auf gleicher Ebene statt, ohne Überlegenheits- oder Unterlegenheitsgefühl der Beteiligten. Man muss oder sieht sich nicht notwendigerweise zum Handeln veranlasst.
Mitleid ist ein längerfristiger Vorgang, von Verstand und Vernunft, von Überlegungen und Erfahrungen begleitet. Mitleid zeigt man gegenüber „Unterlegenen“, Schwerkranken oder Hungernden beispielsweise. Es löst z.B. Unterstützung und Hilfemaßnahmen aus, zumindest fühlt man sich zum Handeln aufgefordert. Mitleid beinhaltet positive Aspekte wie „Freude“ (man ist selbst nicht betroffen) und negative (Angst als Erwartung, selbst einmal von einem Leid betroffen zu sein).
Zum Beispiel Kind und Sturz erklärend noch: Die Hilfeleistungen wie Wunde säubern, trösten etc. geschehen nach meiner Auffassung im Nachgang aus dem „Mitleiden“ und Erfahrungen/Überlegungen heraus, nicht aus dem spontanen Mit- oder „Aua-Gefühl“ beim Sturz selbst heraus.
Franz
Ich denke, dass Mitleid ein stärkeres „Gefühl“ ist als das mehr allgemeine Mitgefühl. Wer leidet, ist stärker betroffen als jener, der nur fühlt.
Interessant ist auch, dass man trauernden Hinterbliebenen sein Mitgefühl, nicht aber sein Mitleid ausspricht; wohl aber sein Bei-leid.
Dass im Mitleid auch eine Art Schadenfreude verborgen ist, ist mir neu; leuchtet aber ein.
Montanus
Hallo Loreandra,
ich unterscheide zwischen
Mitleid: Bedeutet, die Motive anderer aufgrund einer Ausnahmesituation nachempfinden zu können (z.B. strukturell Benachteiligte) und
Mitgefühl: Bedeutet, die Motive anderer grundsätzlich nachvollziehen zu können (z.B. Alter, Frauen, Kinder).
Mitunter habe ich weder Mitleid noch Mitgefühl. In den Fällen hilft mir das Wissen, dass jeder Mensch ein absolutes Recht auf ein würdevolles Leben hat und die Vernunft, dass das relativ gilt; abhängig von äußeren Faktoren, die zusätzlich eine Rolle spielen.
Grüße mki
Hallo Loreandra,
du stellst da eine interessante Frage. Ich wage es mal zu antworten. 
Mitleid = mit leiden
Mitleid unterstellt, das der andere, der Betroffene mit seiner Situation nicht fertig wird. Mitleid macht ohnmächtig/ hilflos und entwürdigt. Das führt vielleicht dazu, das der „mitleidende“ ungefragt helfen will oder sogar ungefragt hilft, weil ER die Situation verändern will, weil ER die Situation nicht erträgt. Wozu das wiederum führt, sprengt jetzt den Rahmen.
Mitgefühl = mit fühlen
Mitgefühl achtet und respektiert die Situation und die Persönlichkeit des Anderen. Mitgefühl ist kraftvoll und es kann (wenn notwendig) echte Hilfe entstehen.
Wann Mitleid und wann Mitgefühl angebracht ist, muss jeder für sich selbst herausfinden.
Gruß Ralf