ich habe mal vor kurzer Zeit einen Versuch gesehen, in dem eine Art Blitz-Eis hergestellt wurde. Er lief in etwa folgendermaßen:
Eine Kanüle mit einer besonderen Wasserform (ich glaube es war besonders reines Wasser, also ohne sämtliche Salze, Mineralien etc.) wird einige Minuten in ein Eisbad gelegt
Danach wird die Kanüle herausgenommen. Das Wasser ist noch flüssig.
Nach kurzem schütteln gefriert das Wasser schlagartig innerhalb weniger ms, ohne einen Übergang sehen zu können
Die Erklärung war so weit ich mich erinnere, dass in der Flüssigkeit, deren Temperatur unter 0°C liegt, zunächst ein einziger Kristall gefriert, der dann direkt die umliegenden Moleküle zum frieren bringt usw.
Geht eben deshalb nur wenn die „Gefrierkette“ nicht durch Verunreinigungen unterbrochen wird.
Leider habe ich im Internet nirgends irgendwelche Beschreibungen oder Dokumentationen über diesen Versuch gefunden. Beruht das auf irgendeinem Effekt, nach dem ich dann suchen kann?
Wie kann man diesen wirklich beeindruckenden Versuch nachstellen?
Geht eben deshalb nur wenn die „Gefrierkette“ nicht durch
Verunreinigungen unterbrochen wird.
Hallo,
in Wirklichkeit ist es umgekehrt: das Gefrieren geht fast immer von Störstellen wie Verunreinigungen aus, daher kann man normales Wasser kaum unter 0 Grad abkühlen. Nur bei sehr reinem Wasser und entsprechender Vorsicht gelingt es, die Temperatur ohne Gefrieren weiter abzusenken. Dann genügt eine geringfügige Störung wie das Schütteln, und alles gefriert schlagartig.
Phasenübergänge, also nicht nur Gefrieren, sondern auch Sieden, Kristallisieren, Umwandlung in andere Modifikationen etc., brauchen meist sog. Keimstellen.
Das sind z.B. Staubteilchen oder Fehhlstellen (in Kristallen)
Wasser kann man mit Vorsicht sehr stark unterkühlen, der Weltrekord liegt meines Wissens bei ca. 30 °C unter Null. Solche Systeme nennt man auch metastabil, d-h- sie sind thermodynamisch instabil, brauchen aber eine gewisse Aktivierungsenergie, um in einen stabilen Zustand überzugehen.
Wird dann durch irgend einen Einfluß von Außen die Phasenumwandlung eingeleitet, so wird die ‚gespeicherte‘ Energie schnell freigesetzt.
Andere Beispiele sind sog. Siedeverzüge oder auch die sicher bekannten Wärmekissen, bei denen durch Knicken eines Metallplättchens eine Kristallisation ausgelöst wird.
Sorry für die späte Antwort, aber ich war eine Weile nicht zu Hause.
Zuerst mal Danke für die reichlichen Antworten!
Immerhin weiß ich jetzt, auf welchem Effekt das Experiment beruht und wie man es durchführen könnte.
Eine Frage bleibt allerdings noch offen: Wie kann man das Experiment einfach nachmachen, bzw. kann man es mit einfachen Mitteln überhaupt durchführen?
Ich glaube wohl kaum, dass normales destilliertes Wasser für dieses Experiment ausreichend ist.
Woher bekäme ich denn Wasser oder andere „unterkühlbare“ Flüssigkeiten, die den Versuchsanforderungen entsprechen?
mfg
Raber
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Eine Frage bleibt allerdings noch offen: Wie kann man das
Experiment einfach nachmachen, bzw. kann man es mit einfachen
Mitteln überhaupt durchführen?
Du kannst schon dest. Wasser verwenden.
Das sollte filtriert und dann gekocht werden.
Dann vorsichtig abkühlen.
Meist läßt sich so schon eine ordentliche Unterkühlung bewerkstelligen.