Rollentheorie
Hallo Maid,
was Du schreibst, ist wenigstens mal ein diskutierfähiger Beitrag.
Die Rollentheorie war ursprünglich ein Versuch, den einzelnen Menschen als Forschungsgegenstand der Soziologie wissenschaftlich zu beschreiben. Man hat verschiedene soziale Umgebungen, z.B. Familie, Freundeskreis, Sportverein, im Straßenverkehr, im überfüllten Aufzug, in der Arbeitsgruppe usw., und da spielt man eine jeweils andere Rolle.
Dann kam das Mißverständnis auf, das theoretische Konzept der Rollentheorie für eine wahre Zustandsbeschreibung zu halten: wir spielen ja alle immer nur Rollen, das ist schlecht, weil wir in der Rolle ja nicht uns selbst, sondern jemanden anderes spielen - eine schlimme Existenz als ewiger Schauspieler. Also sollten wir unsere Rollen durchbrechen und lieber uns selbst sein.
Das ist letztlich ideologischer Sperrmüll aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts und hat mit der Wirklichkeit nur sehr wenig zu tun.
In Wirklichkeit ist die Rolle der Mutter, also das Muttersein, das mütterliche usw. einer Mutter nicht fremd, sondern innerlich; und gleiches gilt vice versa für den Vater. Da gibt es nichts, was durchbrochen werden müßte, um Eltern und Kindern Glück und Segen zu ermöglichen. Das Kind ist ja auch in seiner natürlichen Kinderrolle am
glücklichsten.
Natürlich wird auch ein Vater mal mütterlich, auch die Mutter mal väterlich sein, das liegt im Bereich ihres Könnens, damit hast Du ja recht. Aber weder das Zusammenwirken, noch auch das Gegenwirken der beiden Geschlechterrollen kann ein Alleinerziehender darstellen
Mit herzlichem Gruß,
Wolfgang Berger
…könnte alles. ADS, hochbegabt…es gibt eine Menge von Modeausreden für schlecht erzogene Kinder.