Derealisation und Ängste! Wer weiß Rat und Hilfe?

Hallo Ihr Lieben,
ich bin neu hier und möchte euch gerne etwas über meine Ängste und momentanen Gefühlen erzählen in der Hoffnung das jemand diese Dinge kennt, versteht und vielleicht Rat weiß.
Ich leide seit ich klein bin an einer Angst- und Panikstörung die kommt und geht.
Seit einiger Zeit kommen bei mir in sehr schweren und stressigen Zeiten aber immer wieder diese schlimmen Derealisationsgefühle.
Ich denke zumindest das es das ist, ich beschreib es einfach mal.
Alles um mich kommt mir fremd und unwirklich vor, so als wäre es nicht real. Ich zweifele ständig an ob die Menschen um mich real sind, ob ich real bin, ob einfach alles um mich real ist. Durch diese schlimmen Gefühle habe ich mich auch leider sehr viel damit beschäftigt und viel im Internet gelesen. Da bin ich leider auf viele Leute (auch Wissenschaftler) gestoßen die wirklich davon ausgehen das dieses Leben und die Welt nicht real ist und wir sogar in einer Simulation leben und noch viel sehr angstmachendes Zeug. Dies hat natürlich meine Angst und meine Gefühle noch viel schlimmer gemacht.
Ständig denke ich darüber nach ob ICH WIRKLICH BIN und das alles um mich herum echt ist. Dazu kommt natürlich auch das ich mich nicht fühle und meine Umwelt auch nicht. Ich höre mich reden und ich sehe wie ich Sachen mache und es kommt mir aber vor als wenn ich das gar nicht bin oder tue oder ich frage mich wie ich es denn mache. Oft denke ich darüber nach was das hier alles ist und woher es kommt und dann kommt auch diese lähmende Angst vor dem Tod und dem danach. Immer wieder habe ich auch diese lähmende Angst davor den Verstand zu verlieren oder in einen Wach-Koma zu fallen oder nicht mehr in der Lage bin zu denken, sprechen etc.
Ich habe Angst vor den totalen Kontrollverlust. Ich befinde mich in einen dauernden Nebel und meine Gedanken sind oft so diffus und verrückt das ich mich selbst hier schämen würde sie aufzuschreiben weil ich weiß wie verrückt es klingt.
Ich spüre die „Realität“ einfach nicht und ich zweifele es ständig an. Ich bin wie ein Roboter und spüre mich nicht mehr.
Ständig greife ich Dinge und versuche sie zu spüren oder ich esse was und versuche zu schmecken aber ich zweifele immer wieder an das ich das überhaupt tue und das es real ist. Manchmal geht es mir besser und es ist fast weg und ich merke das es wirklich „nur“ die Angst ist die diese Gefühle und Gedanken auslösen und das ich keine Angst davor haben muss da ich mir dann einfach nur sagen muss das es „nur“ die Angst ist und es auch wieder weg geht. Aber leider kann ich es dann nicht wenn es wiederkommt. Immer wieder habe ich Angst davor mein Leben und meinen Alltag nicht meistern zu können, nicht mehr in der Lage zu arbeiten, mich mit Freunden zu treffen, einen Partner zu haben und Spaß zu haben.
Kennt jemand meine Gedanken und Gefühle? Kennt sich jemand damit aus? Weiß jemand von euch was das ist?
Ich würde mich sehr über Antworten freuen. Liebe Grüße
12.10.2010 13:32
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren

Hallo,

dir ist offenbar bewusst, dass es sich um eine psychische Störung handelt, und die naheliegendste Frage, die sich mir stellt ist, ob du bislang therapeutisch dagegen angegangen bist.

Ein Charakteristikum von Ängsten und Zwängen ist, dass man sich ihrer kaum erwehren kann, wenn man mittendrin steckt. Verhaltenstherapien helfen dabei, Strategien zu entwickeln, mit deren Hilfe es dennoch gelingen kann, aus der akuten Attacke auszubrechen. Möglicherweise macht es aber auch Sinn, nach den Ursachen der Störung zu suchen und diese zu bearbeiten.

Auch medikamentöse Unterstützung kann weiterhelfen und ist bei schweren Angststörungen oft der einzige Weg, um überhaupt anderweitig therapeutisch intervenieren zu können. Auch dieser Schritt muss über einen (medizinischen) Psychotherapeuten erfolgen.

Ohne professionelle Hilfe wirst du aus dieser Spirale nicht ausbrechen können. Nachdem du bereits viel zu dem Thema gelesen hast, weißt du bereits, dass es viele Menschen mit ähnlich gelagerter Problematik gibt. Der Austausch mit ihnen kann tröstlich sein, bringt einen aber selten vorwärts.

Manchmal erreicht man auch genau das Gegenteil: Durch die ständige Beschäftigung mit der Störung nimmt sie immer mehr Raum ein. Du hast nur dann eine Chance, wenn du um jeden Quadratzentimeter Boden kämpfst. Das Wunder in Gestalt einer plötzlichen Auflösung der Störung wird nicht passieren.

Anstatt im Grübeln darüber zu versinken, was dir Angst macht, musst du versuchen, zu LEBEN. Dass das so einfach nicht ist, ist mir bewusst - deshalb nochmals der Rat, dich nach professioneller Hilfe umzusehen.

Schöne Grüße,
Jule

erstmal solltest du nicht so sehr im internet recherchieren, denn bekanntlich kann dort jeder hirni irgendeinen quatsch reinstellen (Stichwort: Simulation).

Ich denke, dass es dich nicht besonders schockieren wird wenn ich dir sage, dass das was du da beschreibst nicht normal ist. Es ist klar, dass wir uns und unsere Umwelt nur durch unsere Sinne und unseren Verstand erfahren. Unser Verstand ist begrenzt und das was wir durch unsere Sinne gewinnen können, ist ziemlich wenig. Und daraus bildet unser Gehirn selbständig die Welt. Das ist dann unsere Vorstellung etwas und aus diesen Vorstellungen bastelt sich unser Gehirn ebenfalls etwas was wir halbwegs verstehen können. Mit anderen Worten: Das was wir glauben zu wissen ist nicht die Realität.
In deinem Fall scheint eine Art Filter, der eben diese Dinge verdrängen soll, nicht richtig zu funktionieren. Normalerweise kommt es nur ganz selten vor, dass es jemandem absolut bewusst wird, dass er er ist (bzw, dass ich ich bin). Genauso verhält es sich mit der Gewissheit, dass man eines Tages tot sein wird. Diesen Gedanken kann man nicht ertragen, er wird verdrängt sobald er aufkommt.

Es gibt einen Mann, von dem weiss ich weil er mal einen Film gedreht hat. Er hat seit frühester Jugend regelmäßig Drogen konsumiert und nachdem sein Stiefvater ihm einmal einen „Cocktail“ gemixt hatte, wurde wohl sein Gehirn geschädigt. Seit dem hat er immer nur das Gefühl zu träumen. Er träumt natürlich nicht, aber alles kommt ihm so vor als würde er nur träumen.

Mein Rat an dich: Such dir proffessionelle ärztliche Hilfe.

Hallo,

wie bereits erwähnt, wäre es wichtig dir professionelle Hilfe zu suchen, um Strategien zu entwickeln, mit diesem Gefühl besser umgehen zu lernen.

Das Gefühl ein No-Body zu sein, dieses Buch möchte ich dir empfehlen:

http://www.amazon.de/Depersonalisation-Dissoziation-…

liebe Grüße
schiwa

Hallo und danke für eure Antworten.

Ja ich weiß das es nicht „normal“ ist bzw bestandteil einer psychischen Störung. Ich leide seit ca. 15 Jahren an einer Angst- und Panikstörung. Ich habe eine Verhaltenstherapie hinter mir, einen Kuraufenthalt und ich nehme auch Antidepressiva.

Leider genehmigt mir die Krankenkasse keine weiteren Stunden im Moment so das ich nicht mehr in Therapie bin.

Ich wollte nur mal schauen ob es Leute da draußen gibt die solche Phasen, Ängste, Gedanken etc kennen und was sie an Rat haben und Tipps.

Vielleicht auch Alternative Heilmethoden oder bestimmte Sachen die geholfen haben.

Ich denke aber auch das es einfach nur schön wäre Leute zu treffen die ähnliches haben.

Hallo,

Ich denke aber auch das es einfach nur schön wäre Leute zu treffen die ähnliches haben.

Vielleicht kennst du es bereits, aber google doch mal unter „Angst- und Panikforum“. Dort findest du am Ehesten, was du suchst.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo,

wurde bislang eigentlich auch nach physischen Ursachen gesucht?

Ich frage deshalb, weil eine Freundin auch viele Jahre unter Panik und Angst litt, aber die Ärzte nicht ernsthaft nach körperlichen Ursachen gesucht haben. Jetzt kam heraus, dass sie eine Autoimmunkrankheit der Schilddrüse hat. Seit dem sie Tabletten nimmtund das ganze noch mit Homöopathie unterstützt hat sie keine Panikattacken mehr.

Falls du es noch nicht hast, dann lasse checken:
-TSH
-fT3
-fT4
-Tpo-ak
-Tg-ak
-Trak

lg