Des Genitivs Verdopplung Richtigkeit

Hallo liebe Mitgermanophonen,
Habe heute aus zweierlei Mündern gehört, dass doppelte Genitive im Deutschen ungrammatisch seien. Das erschüttert mich zutiefst und ich sehe auch keinen logischen Sinn dahinter („Des klingt örschndwie komüsch!“ güldet nich!).

Des Vaters Huts Farbe.
Der Mutter Katze Fell.
Des Kindes Decke Muster.

Zugegeben, die Beispiele klingen sehr konstruiert und abgehoben. Aber sind sie wirklich falsch? Wenn ja, welcher grammatikalischen Regel widersprechen sie? Angeblich verletzt es irgendwas in der Syntax…

Liebe Grüße,

  • André

Hallo André

Vorab: deine Frage kann ich nicht beantworten.
Aber vielleicht irgendwie ergänzen oder
ausweiten:
In der ländlichen Region, in der ich jetzt
wohne, hört man immer noch diese altertümliche
Art, die Herkunft und Verwandtschaft einer
Person mit einer Genitivkette klarzustellen:

Anna Müllers Schwestermanns Grosstochters Jakob.
Albin Imbodens Walters Nichte.
usw.

Das wäre dann im Licht deiner Frage ja auch
falsch – oder eben ein Beleg, dass es so schon
richtig ist. Auch wenn deine Beispiele
zugegebenermassen etwas konstruiert wirken.

Grüsse
Rolf

Des Vaters Huts Farbe.
Der Mutter Katze Fell.
Des Kindes Decke Muster.

hallo,

falsch ist es sicher nicht:smile:

klingt nur nicht mehr so voll cool abgegrooft wie noch vor 100 jahren…ich verwende so was nicht.

mfg:smile:
rene

Des Vaters Huts Farbe.
Der Mutter Katze Fell.
Des Kindes Decke Muster.

Zugegeben, die Beispiele klingen sehr konstruiert und
abgehoben. Aber sind sie wirklich falsch? :Liebe Grüße,

Hallo André,
als sprachrichtig würde ich das erste Beispiel durchgehen lassen, weil beide Genitive als solche erkennbar sind.
Die beiden anderen halte ich für falsch, weil „Katze“ und „Decke“ ohne Artikel nicht als Genitive wirken.
verwenden würde ich aber keinen der drei Ausdrücke.
Zielst Du darauf ab, dass der Genitiv wieder dem Dativ sein Feind werden soll (die Farbe vom Vater seim Hut)? :smile:
Schön’n Gruß!
H.

Hallo liebe Mitgermanophonen,

Hallo lieber Saxo-Phone (:wink:)

Habe heute aus zweierlei Mündern gehört, dass doppelte
Genitive im Deutschen ungrammatisch seien. Das erschüttert
mich zutiefst und ich sehe auch keinen logischen Sinn dahinter

Da teile ich Deine Meinung und wenn es ein Verbot gäbe, müßte es neu sein!

(„Des klingt örschndwie komüsch!“ güldet nich!).

In einem anderen Beitrag meint einer: " …vor 100 Jahren klang das noch ‚voll cool abgegrooft‘!"
Gegen so etwas sollte es eine Regel geben!

Des Vaters Huts Farbe.
Der Mutter Katze Fell.
Des Kindes Decke Muster.

Zugegeben, die Beispiele klingen sehr konstruiert und
abgehoben. Aber sind sie wirklich falsch?

Meiner Meinung nach nicht!
Konstruiert ja, aber das liegt daran dass sie isoliert stehen ohne Begleittext. Abgehoben ja, denn es ist ein typischer Stil der in der Lyrik oder Dramatik oft zu finden ist(war). Auch Überschriften von Kurzgeschichten in Schullesebüchern hatten oft diese Form. In der heutigen Umgangssprache wird diese Form kaum noch verwendet, aber ich finde sie an passenden Stellen durchaus elegant.

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim

Hallo liebe Mitgermanophonen,

Hallo André,

Habe heute aus zweierlei Mündern gehört, dass doppelte
Genitive im Deutschen ungrammatisch seien. Das erschüttert
mich zutiefst und ich sehe auch keinen logischen Sinn dahinter
(„Des klingt örschndwie komüsch!“ güldet nich!).

Des Vaters Huts Farbe.
Der Mutter Katze Fell.
Des Kindes Decke Muster.

Zugegeben, die Beispiele klingen sehr konstruiert und
abgehoben. Aber sind sie wirklich falsch? Wenn ja, welcher
grammatikalischen Regel widersprechen sie? Angeblich verletzt
es irgendwas in der Syntax…

Liebe Grüße,

  • André

Das Problem ist, daß die Bezüge nicht ganz klar werden (außer bei Deinem ersten Beispiel). Dadurch sind diese Konstruktionen einfach schwer verständlich. Dazu kommt noch, daß :wink: der Nominalphrase wichtigstes Substantiv (Farbe, Fell, Muster) in diesen Nominalphrasen jeweils am Ende einer Substantivkette steht, die vom Hörer oder Leser erstmal verarbeitet werden muß - da verliert man die Übersicht. Es ist für den Verstehensprozeß leichter, wenn die „Hierarchien“ der Reihe nach ablaufen, das Wichtigste zuerst:
Die Farbe => des Huts => des Vaters
Das Fell => der Katze => der Mutter
Das Muster => der Decke => des Kindes

Liebe Pfingstgrüße,
Hedwig

Hallo Alexander,
und dem

In einem anderen Beitrag meint einer: " …vor 100 Jahren
klang das noch ‚voll cool abgegrooft‘!"

Gegen so etwas sollte es eine Regel geben!

hab ich nu grad 'n Sternchen verpaßt. Auch wenn ich „abgegrooved“ geschrieben hätte - aber ich bin ja vielleicht 'n büschn konservatief…

Grüße
MrsSippi

Hi Hannes,
Ich glaube, das könnte wirklich der Grund sein, dass man den Genitiv teilweise nicht erkennen kann, ja… Danke für deine Antwort.
Aus der Todesdativ-Geschichte versuche ich mich lieber rauszuhalten, ich bin eher ein Bastian-Sick-Antipath. :wink:

Gruß,

  • André

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hab ich nu grad 'n Sternchen verpaßt. Auch wenn ich
„abgegrooved“ geschrieben hätte - aber ich bin ja vielleicht
'n büschn konservatief…

Abgegrooved wäre dann aber auch schon wieder falsch gewesen, der Partizip Perfekt endet ja auch -t, nicht auf -d. Ich hätte, wenn, dann wohl „abgegroovet“ geschrieben.

Grüße,

  • André

Erinnert mich übrigens an ein Andekdötchen beim Lakritzeessen. Auf einer Packung stand drauf „…die samtweichen Katzen Pfötchen…“ (mit Deppenleerzeichen), dies las mir lachend ein Kommilitone (auch Sprachwissenschaftler) vor und meinte: **„Aber das müsste doch ‚dersamtweichen Katzen Pfötchen‘ heißen.“ — herrlich, herrlich. =)

Des Andrés Grüße**

Hallo,
Das erscheint mir in der Tat sinnvoll. Das mit den NP-Köpfen klingt auch plausibel. Dafür ein Sternchen. :>

Gruß,

  • André