Des Mörders Kind

Hi

wie heißts wenns ne mörderin war?

Der Mörderin Kind?
Der Katze Fell?

und noch ne Frage
Zwei Hunde stehen auf der Wiese. -> Wessen Fell ist schöner.
Zwei Katzen stehen auf der Wiese. ->Auch wessen?

Danke schonamal

Alles richtig. owT
ohne weiteren Text

Hallo!
Ich zweifle, ob hier wirklich das substantivische Fragepronomen „wer?“ (mit dem Genitiv „wessen?“) verwendet wird und nicht das adjektivische „welcher/e/es?“.
Kennt jemand die REGEL, nach der man das richtig macht?
Gruß!
H.

Hi,

welche/r/s fragt eine auswahl ab:

„Da drüben stehen drei rote Autos. Welches ist Deines?“ - „Der Ferrari.“

Wessen erfragt den Besitzer.

„Ein von den drei roten Autos hat eine Beule. Wessen Auto ist es?“ - „Meins.“

die Franzi

Hallo Hannes,

das bleibt Dir überlassen. Wenn Du allerdings sagst: „Zwei Katzen stehen auf der Wiese. Welcher Fell ist schöner?“, so wird Dein Gegenüber erst einmal stutzig werden, da solcherart Sätze nicht dem allgemeinen Sprachgebrauch angehören; stattdessen erwartet man nach „welcher“ (als Fragewort) ein männliches Substantiv - und das kommt nicht.
Noch schlimmer ist es bei „Zwei Hunde stehen auf der Wiese. Welches Fell ist schöner?“ Hier wird „welches“ nicht mehr als attributiv zu „Hund“, sondern zu „Fell“ verstanden.
Um also eine Frage mit „welch“ zu formulieren, müsstest Du auf andere Konstruktionen ausweichen: „Welcher Katze/ Welches Hundes Fell ist schöner?“, „Das Fell welcher Katze/welches Hundes ist schöner?“ oder „Das Fell von welcher (Katze)/ von welchem (Hund) ist schöner?“ (Oder umgangssprachliche Varianten, z.B. „von welchem ist das Fell schöner?“)

Das Fragewort „wessen“ hingegen erfragt immer den Besitzer, wird deshalb unmittelbar verstanden. Und Verständlichkeit ist immer noch das Hauptkriterium für die Akzeptabilität eines Satzes.
In diesem Beispiel ist es auch nichts anderes als die Frage nach dem Besitzer. In diesem Sinne ist es nicht unbedingt als deklinierte Form von „wer/was“ anzusehen (es lässt sich also nicht durch „von wem“ ersetzen, sondern müsste, wie Du richtig erkannt hast, durch „von welchem/r“ umschrieben werden).

Liebe Grüße
Immo

Hi!
Nachschlag:

das bleibt Dir überlassen.

Wenn wir also keine Regel kennen, sondern mit dem Sprachgebrauch argumentieren, dann muss ich sagen, dass mir die Formulierung mit „wessen Fell“ irgendwie falsch vorkommt.
Ich bin immer noch der Meinung, dass „welcher/e/es“ angebracht ist. Natürlich muss dann eine andere Ausdrucksweise gewählt werden.

stattdessen erwartet man nach „welcher“ (als Fragewort) ein
männliches Substantiv -

Wieso das denn, wenn es z. B. der Genitiv von „welche Katze“ ist?

Um also eine Frage mit „welch“ zu formulieren, müsstest Du auf
andere Konstruktionen ausweichen.

Ich würde so fragen, wie wahrscheinlich alle fragen werden, um unüblichen Kausus auszuweichen:
Da sind zwei Katzen. Welche hat das schönere Fell?
Gilt auch für Hunde.

Das Fragewort „wessen“ hingegen erfragt immer den Besitzer,

Ja freilich, aber als Substantiv verwendet:
Wessen Fell ist das?
Aber doch nicht: wessen Katze Fell?
Das ist doch die Frage nach dem Besitzer der Katze (auch wenn dem, qua Katze, auch das Katzenfell gehört).

wird deshalb unmittelbar verstanden. Und Verständlichkeit ist
immer noch das Hauptkriterium für die Akzeptabilität eines
Satzes.

Nein, nur in Verbindung mit Sprachrichtigkeit: WAHRE Sätze müssen schon auch RICHTIG sein.

In diesem Beispiel ist es auch nichts anderes als die Frage
nach dem Besitzer.

Wie gesagt: des Fells, nicht der Katze. :smile:
Wenn wir keine Regel finden, lassen wir’s.
Schönen Gruß!
H.

Hi,

jetzt habe ich extra nachgeschlagen…

Wenn wir also keine Regel kennen,

Kennen wir, habe ich unten gepostet.

sondern mit dem Sprachgebrauch argumentieren, dann muss ich sagen, dass mir die Formulierung mit „wessen Fell“ irgendwie falsch vorkommt.

Ist Dein gutes Recht, und es stehen ja auch genug Ausweichformulierungen zur Verfügung, du kommst also ohne wessen aus. Nichtsdestotrotz ist wessen der GEnitiv von wer UND von was, und damit sind Formulierungen wie
„Da stehen zwei Katzen auf der Wiese. Wessen Fell ist schöner?“
absolut korrekt, genauso wie der gleiche Satz mit Hunden.
Wer ist auch neutral hinsichtlich Genus - man kann damit nach weibl, sächl. und männl. Dingen / Personen fragen. Daher ist auch wessen genusneutral.

In der Variante „Zwei Katzen stehen auf der Wiese. Welcher Fell ist schöner?“ gibt es nur ein Problem - sie kommt aus der Mode. Ansonsten ist sie völlig korekt. Es handelt sich um eine elliptische (= weglassende) Konstruktion für „Welcher Katze Fell ist schöner?“. Da der GEnitiv am Aussterben ist (Wir würden sagen „Das Fell von welcher Katze ist schöner?“), kommt uns diese Form, der Gen. weibl. Sg., mittlerweile unbekannt vor. Deswegen missinterpretieren wir ihn als Nom. Sg. männl. (Welcher Hund ist deiner? Da rennen ja dutzende rum.)

Ja freilich, aber als Substantiv verwendet [etc. …]

Was du hier willst, verstehe ich nicht so ganz.

„Wessen Fell ist das schönere?“ fragt nach dem Besitzer des Felles - vor oder nach dem Tode des Tieres.
„Das Fell welcher Katze ist schöner?“ ist das gleiche wie „Welcher Katze Fell ist schöner?“ - das Fell einer von mehreren zur Verfügung stehenden Katzen soll zum Sieger gekürt werden.

die Franzi

Hi Franzi!

Wenn wir also keine Regel kennen,

Kennen wir, habe ich unten gepostet.

Die hattest Du ja schon gepostet, bevor ich meine Antwort schrieb. Ich habe auch darüber nachgedacht, ob diese Regel hinreicht, um Hannes’ Zweifel beseitigen zu können. Leider tut sie das nicht.

Die Kriterien „fragt eine Auswahl ab“ und „fragt nach dem Besitzer“ schließen sich nämlich nicht aus. Schließlich kann ich im vorliegenden Beispiel zwischen zwei Katzen als Besitzer auswählen.
Und so stellt sich natürlich die Frage, warum in Analogie zu

Zwei Katzen stehen auf der Wiese. –
„Welche ist schöner?“ (Nom.)
„Welcher erinnerst du dich noch?“ (Gen.obj.)
„Welcher hast du gestern das Fell gekämmt?“ (Dat.obj.)
„Welche hast du gestern gestreichelt?“ (Akk.obj.)
„Wegen welcher musste dein Hamster sein Leben lassen?“ (Gen. mit Präp.)
„Von welcher hast du heut nacht geträumt?“ (Dat. mit Präp.)
„Für welche hast du das Futter gekauft?“ (Akk. mit Präp-)

und ähnlicher Fälle, in denen sich „Welche“ beim besten Willen nicht durch „Wer“ oder „Was“ ersetzen lässt, nicht auch

„Welcher Fell ist schöner?“ (Gen.poss.)

gegenüber „Wessen Fell ist schöner“ die bessere Wahl sein sollte.
Das einzige sinnvolle Argument muss hier darauf abzielen, dass „Wessen?“ nicht nur deklinierte Form von „Wer?“ oder „Was?“ ist, sondern eine spezifische Funktion als Frage nach dem Besitzer ungeachtet aller weiteren formalen Kriterien zur Auswahl des geeigneten Frageworts innehat.

Dazu gelang es mir jedoch auch nicht, eine belastbare Regel zu finden, weshalb ich mit dem, was ich bei Canoo fand, sowie mit Ästhetik und Verständlichkeit zu argumentieren mich gezwungen sah.

Liebe Grüße
Immo

Hallo mitnand!

Wenn wir also keine Regel kennen,

Kennen wir, habe ich unten gepostet.

Die hattest Du ja schon gepostet, bevor ich meine Antwort
schrieb. Ich habe auch darüber nachgedacht, ob diese Regel
hinreicht, um Hannes’ Zweifel beseitigen zu können. Leider tut
sie das nicht.

So ist es. Du schreibst, was ich geschrieben hätte, wenn ich nicht ein paar Tage weg gewesen wäre. Danke!
Franzi hätte nicht annehmen müssen, dass ich antworte, ohne ihre Antwort gelesen zu haben :smile:
Vielleicht hatte ich mich ja undeutlich genug ausgedrückt.
[…]

Dazu gelang es mir jedoch auch nicht, eine belastbare Regel zu
finden, weshalb ich mit dem, was ich bei Canoo fand, sowie mit
Ästhetik und Verständlichkeit zu argumentieren mich gezwungen
sah.

Ja, und da sind wir - in Ermangelung von Regeln - beim Sprachgefühl; und das ist etwas undefinierbares Erworbenes und fällt in die Kategorie des non-disputandum (de gustibus …).
Aber ich wiederhole mich.
Schöne Grüße!
Hannes